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9. JÄNNER 2021 – Samstag

09.01.2021 | Tageskommentar

HEUTE, 9.1.:  Waltraud MEIER wird 65

Sie begann ein Sprachenstudium (Anglistik, Romanistik), ließ dann aber ihre Stimme durch Anton Theisen und nach dessen Tod durch Dietger Jacob in Köln ausbilden. Nachdem sie bereits im Chor des Würzburger Stadttheaters gesungen hatte, nahm sie 1976 ein Solo-Engagement an diesem Haus an. Dort debütierte sie 1976 als Lola in »Cavalleria rusticana« und sang 1976-78 Partien wie den Cherubino in »Figaros Hochzeit«, den Niklaus in »Hoffmanns Erzählungen« und die Concepcion in »L’Heure espagnole« von Ravel. 1978-80 gehörte sie dem Ensemble des Nationaltheaters von Mannheim an; hier sang sie ihre ersten Wagner-Partien…

„Ich bin ganz gut im Dichten“
Lange war sie in den großen Wagner-Partien zuhause: Waltraud Meier. Jetzt feiert die Mezzosopranistin ihren 65. Geburtstag. In BR-KLASSIK spricht sie über ihre Liebe zu Wagner, Blackouts auf der Bühne und warum es Sänger in der Corona-Krise besonders schwer haben.

https://www.br-klassik.de/themen/klassik-entdecken/waltraud-meier-mezzosopranistin-saengerin-corona-regisseure-singen-100.html

Lieses Klassikwelt 69: Waltraud Meier
Die Isolde, die sie 2014 zum letzten Mal verkörperte, war ihre Lebensrolle. Aber auch als Kundry, Sieglinde, Waltraute, Fricka und Ortrud setzte Waltraud Meier, Jahrgang 1956, Maßstäbe. Aus Anlass ihres Geburtstags (*9. Januar 1956) widme ich der wunderbaren Sängerdarstellerin – für mich vor allem im Wagnerfach eine der besten der jüngeren Aufführungsgeschichte – meine heutige Klassikwelt. Ihre Isolde in der bewährten, viel gespielten Berliner Inszenierung von Harry Kupfer mit dem gestürzten Engel in der Mitte der Bühne, meist unter der Leitung von Daniel Barenboim, habe ich noch ganz genau vor Augen. Mit ihrer schlanken Figur, ihrer auch in reiferen Jahren jugendlichen Ausstrahlung und ihrer langen Haarpracht war sie schon äußerlich eine Isolde wie aus dem Bilderbuch. Ihre Stimme ist „enorm und schwingt frei“, wie einmal ein Kritiker treffend schrieb, dies auch in den Spitzen, wo Soprane oftmals ins Flackern geraten oder leicht metallisch tönen. Zudem verfügte Meier seitens persönlicher Ausstrahlung und ihres Timbres über eine sublime Erotik, mit der sie ihre Auftritte krönte. Auch auf ihren langjährigen Wegbegleiter am Dirigierpult muss das ausgestrahlt haben, sensiblen Antennen entging jedenfalls nicht ein gewisses Prickeln zwischen Bühne und Graben. Wie ich seit einem 2012 geführten, längeren Interview mit Waltraud Meier weiß, hat Daniel Barenboim diese besondere Beziehung auf wahrlich berührende Weise treffend in Worte gefasst, als er zu ihr nach einem Tristan-Abend einmal gesagt haben soll: „Weißt du, manchmal habe ich das Gefühl, wir sind so wie Handschuh und Hand, nur weiß ich nie, wer was ist.“
https://klassik-begeistert.de/lieses-klassikwelt-69-waltraud-meier/

Online-Merker-Mitarbeiter Sigi Brockmann aus Münster erinnert sich: Ihre erste Kundry sang Waltraud Meier wohl 1982 in Dortmund, wo sie vorher Dorabella gesungen hatte und auch beim Festkonzert zur 1100-Jahr-Feier der Stadt in Beethoven´s IX. mitwirkte.

Ich kann mich erinnern, daß ich, obwohl einige Monate vorher in Bayreuth Parsifal erlebt,  hier erzählte, daß sie in Dortmund eine bessere Kundry hätten,  etwa in Bezug auf den grossen Sprung bei „und lachte“ Weiter erzählte ich dann, sie hiesse Meier oder Müller oder so ähnlich. (Später gab es dann ja in Dortmund einen Wagner-Tenor mit Namen Müller)

Umdenken? Nehmen wir es doch von der heiteren Seite!

Lachen ist bekanntlich die beste Medizin – und den Grundstoff hierfür bieten uns unsere Corona-Experten früher als den Impfstoff und noch dazu reichlich.

Die Kulturinstitutionen sind uneins wie nie und geraten einander in die Haare, Operndirektoren tragen Optimismus zur Schau und wissen selbst ganz gut, dass der nicht angebracht ist. Wie wird das Publikum bei den zaghaft angesetzten Versuchen der Wiedereröffnung nach dem Dornröschenschlaf reagieren? Welche Rolle spielt der Tourismus tatsächlich? Waren die von der Staatsoper angegebenen 30 % Besucher daraus nicht doch zu tief gegriffen?

Wir reden über Verordnungen und und diese Verordnungen gibt es zwei Wochen vor einem möglichen Start noch immer nicht! Wie soll da der Kartenverkauf funktionieren? Müssten die Theater nicht vor jedem Besucher, der sich unter diesen Bedingungen in ein Theater begibt, einen roten Teppich ausrollen?

Der Kulturredakteur der Wiener Zeitung hat da einen nicht ganz ernstgemeinten Vorschlag:

Wiener Staatsoper für Transdanubien
Christoph Irrgeher schreibt in der „Wiener Zeitung“/ Feuilleton: Sehen wir es positiv: Es passiert nicht alle Tage, dass das Wort „Kulturveranstaltung“ so häufig in den Nachrichten der vermeintlichen Kulturnation fällt. Die Ballung beruht aber auf einer leidigen Frage: Unter welchen Bedingungen dürfen Kunstfreunde künftig ihrer Leidenschaft öffentlich frönen?

Fragt sich nur: Wird es dem Publikum eine zumutbare Last aufbürden – oder einen erdrückenden Mühlstein umbinden? Es hängt davon ab, was letztlich in Gesetzestext gegossen wird. Im schlimmsten Fall könnte die Sache allerdings zum Härtetest geraten. Falls die begehrten Befunde nur in abgelegenen Teststraßen ausgestellt werden und beim Vorweisen nicht älter als zwei Tage sein dürfen, wäre mit einer Kultur-Klientel vorerst kaum zu rechnen – es sei denn, Staatsoper und Burgtheater würden in einer so einmaligen wie unwahrscheinlichen Tournee als Berg zum Propheten kommen und die Weiten des Austria Centers und des Happel-Stadions bespielen.
Wiener Zeitung

Ein Covid-Test für ein Ticket? Wie die Kulturbranche über Eintrittstests denkt
Theaterdirektoren sind sich uneinig, Museen sehen kein Problem, Konzertveranstalter warnen vor Überforderung, Kinoketten haben vorerst andere Probleme
Der Standard

Lockdown-Verlängerung sorgt für Unmut
Die Pläne von Kultureinrichtungen zur Wiedereröffnung sind einmal mehr für den Papierkorb. Die neuerliche Verlängerung des CoV-Lockdowns verschärft die Unsicherheit der gesamten Kulturbranche. Die Kritik am Planungs-Wirrwarr wird lauter.
https://steiermark.orf.at/stories/3083923/

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Lorenzo Viotti probt an der Scala 3. Brahms, 7. Dvorak, Stream heute Samstag 20 Uhr

ZU FACEBOOK

und wer betrachtet weiterhin jeden Tag ohne Foto in den Medien als verlorenen Tag?

Bitte, ich mache ihm halt diese Freude!

ZU INSTAGRAM

Bayreuth: Reaktionen auf Beczala- Autobiografie
Bayreuther Festspiele: Irritationen über Tenor Piotr Beczala

...Einige Jahre ist es her, dass Beczala von Thielemann nach Bayreuth gebeten wurde, um ihm den Lohengrin vorzusingen, ein durchaus üblicher Vorgang. Gleich danach habe ihm Eva Wagner-Pasquier, die sich damals noch die Festspielleitung mit Katharina Wagner teilte, einen Vertrag für die Neuproduktion des Stücks im Sommer 2018 angeboten. „Ich war begeistert und schickte ihn unterschrieben zurück“, schreibt Beczala im Buch „In die Welt hinaus“, erschienen im Amalthea-Verlag. Eine Seite später ist ein Foto zu sehen, auf dem er und seine Agentin Judith Neuhoff einen angeblichen Bayreuther Vertrag präsentieren…
Münchner Merkur

Nun, es kam zuerst anders – und dann doch wiederum nicht. Ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn Sänger in dieser irren Situation zu viel Zeit zum Bücherschreiben haben. Wir wünschen Herrn Beczala und auch uns, dass er sich raschest wieder auf sein eigentliches Metier konzentrieren kann.

Graz
Grazer Psalm-Festival: Lieder von der Erde, von der Hoffnung
2020 musste auch Psalm vor Corona in die Knie gehen. Aber heuer steht das Grazer Osterfestival mit Zuversicht wieder auf und präsentiert musikalische Einsätze „…for future“.
Kleine Zeitung

Garmisch-Partenkirchen
Neu komponiert
Die Richard-Strauss-Tage sollen sich gesund­schrumpfen. In erster Linie will man die einheimische Bevölkerung ansprechen.

Auszug aus der „Sueddeutschen Zeitung:

Das Festival ist von bisher zehn auf vier Tage geschrumpft. Sämtliche Konzerte finden, abgesehen von zwei Musikwanderungen und einer Open-Air-Matinee, im Kongresszentrum statt, also ausschließlich in Garmisch-Partenkirchen und nicht mehr an jenen „Top-Locations“ wie Zugspitze, Schloss Elmau oder Ettal, die der frühere künstlerische Leiter Alexander Liebreich so schätzte. Dafür sind die Eintrittskarten deutlich billiger geworden, die Preise bewegen sich zwischen 10 bis maximal 34 Euro pro Ticket. Ganz eindeutig also hat der Markt ernst gemacht mit dem Vorsatz, einerseits mit den Konzerten in erster Linie die einheimische Bevölkerung anzusprechen und andrerseits endlich die ewigen Defizite in den Griff zu kriegen.

Einen künstlerischen Leiter im klassischen Sinn gibt es nach dem Abgang von Liebreich nicht mehr. Für das Programm verantwortlich zeichnet die erst im Vorjahr gegründete GaPa Kultur GmbH, der auch das Richard-Strauss-Institut unterstellt ist…

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/festival-neu-komponiert-1.5167183

NÖ-Tonkünstler
Ein etwas anderes Neujahrskonzert Das fängt ja gut an
Das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich bietet auf seinem neuen Album eine Alternative zum traditionellen Wiener Neujahrskonzert.
Tagesspiegel

Kultur virtuell: Die siebente Saite
„Einer der Großen aus der Szene der Alten Musik wird in diesem Jahr achtzig Jahre alt: Jordi Savall. So richtig bekannt auch einem nicht nur der Alten Musik zugeneigten Publikum wurde er als Gestalter und Arrangeuer der Filmmusik zum Streifen „Die siebente Saite“.
DrehpunktKultur

Masha Dimitrievas Einspielung von Gordon Sherwoods Piano Works

Volumes I und II. Von Manfred A. Schmid

Biographische Anmerkungen zum „bekanntesten der unbekannten Komponisten“

Gordon Sherwood und die Pianistin Masha Dimitrieva. Foto: gordonsherwood.de

Klavierwerke eines Komponisten namens Gordon Sherwood? Nie davon gehört. Sollte man aber, meint die in Deutschland lebende Pianistin Masha Dimitrieva, die auf dem von ihr gegründeten Label Sonus Eterna Ende des vergangenen Jahres bereits die zweite CD mit Klavierwerken des Künstlers herausgebracht hat, Teil I erschien 2017: „Gordon Sherwood war ein umtriebiger und kompromissloser Freigeist, dem nur die Verwirklichung seiner musikalischen Ideen am Herzen lag, alles andere darunter stellte, leider auch zu seinem eigenen Nachteil. Er kombinierte in seiner Musik Stile und Ausprägungsformen der Entwicklungsgeschichte klassischer Musik mit musikalischen Erfahrungen und Eindrücken, die er während seiner jahrelangen Wanderreisen quer durch die Welt sammelte. Das Ergebnis ist außergewöhnliche und ehrliche Musik.“  Die vorliegende Einspielung liefert Belege dafür…
Zur Besprechung von Manfred A. Schmid

Joan Baez, die Grand Dame der Folkmusik und Bürgerrechtsbewegung feiert 80. Geburtstag…

Joan C. Baez / Diamonds & Rust Productions

Dr. Spelzhaus Spezial 9: Es müsste vor etwa 15 Jahren gewesen sein. Ich nahm im Rahmen eines Selbsterfahrungstrips Gesangsunterricht. Mein Stimmbildner erwähnte einmal, meine Stimme erinnere ihn an die junge Joan Baez. Obwohl mir durchaus bewusst war, dass dieser Vergleich mir deutlich mehr schmeichelte als der großen amerikanischen Künstlerin, stachelte das meine Neugierde an. Joan Baez kannte ich von den Covern der Langspielplatten meiner Eltern. Vor meinem geistigen Ohr hörte ich ihre berühmte Version von „We shall overcome“, der Hymne der Friedensbewegung. Ein Großteil von Baez“ bemerkenswertem künstlerischen und politischen Schaffens fand allerdings vor meiner Zeit statt. Ich deckte mich also mit CD’s, der sehr empfehlenswerten DVD „How Sweet The Sound“ und einem Stapel Informationsmaterial ein.
Klassik-begeistert

Die 4 da – S01E03 Der vierte Mann – YouTube – Einblick in Österreichs aktuelle, weitgehend gleichgeschaltete Medien-Szene

Der alte Klassiker von 2008, als man sich zumindest noch die Mühe gab, verschiedene Schlagzeilen zu (er)finden…


ZUM VIDEO (30 Minuten – gerade in unserer heutigen Zeit aktuell wie nie zuvor!

Pflichtlektüre für alle gelernten Österreicher und solche, die verstehen wollen, wie Österreich funktioniert

 

Foto: Youtube

Wer es nicht glaubt, möge sich selbst überzeugen!

 

Ich habe dieses Video bereits öfter gesehen, mich aber immer köstlich unterhalten. Als ich es diesmal gesehen und es in Zusammenhang mit der in Österreich beängstigenden Medien-Gleichschaltung gebracht habe, war es ein besonderes „Aha-Erlebnis“. Natürlich ist es nicht (ganz) so, aber allein, dass es so sein könnte, gibt zu denken.  Sogar „Anchorman“ Armin Wolf spielt mit und gelangt zu einer bitteren Erkenntnis! ! Empfehlung!

“Police Academy”-Schauspielerin Marion Ramsey gestorben
Sie war die Polizistin Laverne Hooks in „Police Academy“: Die US-amerikanische Schauspielerin Marion Ramsey ist tot. Nach Angaben ihres Sprecherteams starb sie am Donnerstag „plötzlich“ in ihrem Haus in Los Angeles. Die Schauspielerin und Sängerin wurde 73 Jahre alt. Weitere Angaben zur Todesursache machte ihr Management zunächst nicht.
Die Presse

FH Wiener Neustadt prüft Vorwürfe zur Diplomarbeit von Ministerin Aschbacher
Plagiatsjäger Stefan Weber ortet Plagiate und Geschwurbel. Aschbacher will 2006 „nach bestem Wissen und Gewissen“ gearbeitet haben, als Note bekam sie ein „Sehr gut“
Der Standard

Plagiatsvorwürfe gegen ÖVP-Ministerin Christine Aschbacher
Aschbacher dementiert. Sie habe „nach bestem Wissen und Gewissen“ gearbeitet.
Profil.at

Meine Tochter hat in Ihrer Diplomarbeit – eigensinnig wie sie ist – bewusst auf Zitate verzichtet – und deshalb kein „Sehr gut“ bekommen. Egal, sie kann ganz gut damit leben. Der Vorteil ist, dass sie nie in „Plagiatsverdacht“ kommen kann.

Was nun die Frau Minister betrifft: Offenbar hat sie ihre Arbeit wirklich ganz allein geschrieben, ob nun in gutem oder schlechtem Deutsch ist für eine Arbeitsministerin gar nicht so wichtig. Auf sie kommt eine ganz schwierige Arbeit zu, die vielleicht schwierigste überhaupt!

Ökonom Christian Keuschnigg: „Die Schweizer sind insgesamt liberaler“
Trotz hoher Infektionszahlen sind in der Schweiz Hotels, Gastronomie und Handel weitgehend geöffnet. Warum das so ist, erklärt Ökonom Christian Keuschnigg, der zudem großen Aufholbedarf bei österreichischen Unternehmen sieht.
Die Presse

Machen Sie sich einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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