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9. JÄNNER 2019

09.01.2019 | Tageskommentar

Besetzungsänderung in „Die Walküre“ an der Wiener Staatsoper: Christopher Ventris, Martina Serafin. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Martina Serafin singt am 12. Jänner 2019 die Sieglinde in „Die Walküre“ anstelle der erkrankten Catherine Naglestad.

Interview mit „Ring“-Dirigent Axel Kober Lesen Sie ein Interview mit dem Dirigenten Axel Kober zum Ring des Nibelungen:

» zum Interview < http://cdn.mlwrx.com/sys/r.aspx?sub=MpN6r_gMluz&tid=0-Jh7Mq-zX4O8&link=go0V >

Die Rezension “ Das Rheingold“ steht nun online. Wir werden uns morgen näher damit befassen.

Zum Bericht von Dr. Manfred A. Schmid

Über die Kritiker:

Die am Sonntag verstorbene Inge M. Scherer bei einer Diskussion im Jahr 1968. Foto: Youtube

http://www.youtube.com/watch?v…..XU5KIh9QM0 (ab 1:48)
(Podiumsdiskussion/Stehplatz/1968)

Der Diskussionsleiter, der meist etwas überheblich in die Runde blickt, war der Kulturjournalist Franz Endler (1937 – 2002). Kritiker haben meist so an sich, dass sie die eigene Konkurrenz für inkompetent halten. Endler setzte da noch einen drauf: er hielt die Nachwelt für unfähig, einen Nachruf über ihn zu schreiben – also schrieb er seinen Nachruf kurz vor seinem Tod noch selbst!

Zu sehen ist auch Karl Löbl, auch ein Großer der Branche. Diese Herren kannte man auch in der Öffentlichkeit, selbst wenn man kein ausgewiesener Opernfan war. An deren Nachfolger will ich gar nicht denken, es ist besser, wenn man sie nicht kennt!

„Der Merker“ trat einst als sehr kritisches Magazin an, er war gefürchtet. Das hat sich im Laufe der Jahrzehnte wohl etwas geändert – bis auf wenige Ausnahmen. Heute fühlen sich die Schreiber berufen, auf das Gute, Schöne hinzuweisen! Wenige sind noch Kritiker der alten Schule, am ehesten findet man diese noch beim Online-Merker. Für diese werde ich oft gescholten – aber ich bin robust und halte das aus! Ob mich ein Operndirektor huldvollst grüßt, ist mir so wurscht wie nur irgendwas!

Eine ganz böse Einschätzung eines Musikkritikers liefert Georg Kreisler

 

ZUM YOUTUBE-VIDEO

Das ist natürlich stark überzeichnet, aber doch auch genial. Kaum einer der heutigen Musikkritiker kann sich darin erkennen!

Übrigens steht heute die zweite der „Andrea Chenier“-Aufführungen auf dem Programm der Wiener Staatsoper. Ich bin gespannt auf weitere Meinungen! Die erste Aufführung hat ja in unserem Forum für Diskussionen gesorgt!

NEU/ ganz aktuell: Bericht von der gestrigen SALOME- A-Premiere In Tel Aviv online

Copyright: Yosie Zwecker/ Ora Lapidot

Gestern Abend erlebte das Meisterwerk des großen Garmischers Richard Strauss an der Israeli Opera Tel-Aviv-Yafo eine emotional und optisch überaus beeindruckende Premiere in der Regie des Israeli Itay Tiran unter der musikalischenLeitung von Dan Ettinger. Es wurde ein dramatisches Ereignis der großen Dimensionen, und zwar was die Leistung des Orchesters, aber auch die enorme Bühnengröße und -optik betrifft…

Die Schwedin Elisabet Strid spielt eine als Kindfrau aufgemachte Salome in Unschuldsweiß mit freilich umso effektvoller wirkenden Blutflecken am Schluss und mit silbrigem Bubikopf. Strid offenbart einmal mehr ihr beachtliches darstellerisches Format und einen leuchtenden Sopran, der in allen Lagen perfekt anspricht und bei den Fortestellen stets noch über dem großen Orchesterapparat zu hören ist. Edna Prochnik singt mit dramatischem Mezzo und guter Tiefe eine boshafte und von ihrem Leben völlig gelangweilte Herodias, die es offenbar schon mit dem Henker getrieben hat. Chris Merritt, ein alter Hase des Operngesangs, passt genau deswegen zur Rolle des Herodes, wie Tiran sie hier (über-)zeichnet – ein altgewordener Herrscher mit immer noch gutem Aplomb und Spitzentönen. Robert McPherson spielt einen offenbar so gewollten, völlig unengagierten Narraboth und singt ihn mit einem verblüffenden, ja fast trompetenhaften Tenor…

Jochanaan war Daniel Sumegi

Zum Premierenbericht von Klaus Billand

Wir berichten morgen eingehender und mit Fotos!

OPER GRAZ: Martha und die letzte Rose. Premiere am 12.1.2019

Foto: Oper Graz/ Kmetitsch

Einst war Friedrich von Flotows „Martha“ einer der ganz großen Publikumshits, den selbst ein Weltstar wie der legendäre Tenor Enrico Caruso gern und oft gesungen hat. Auch an der Oper Graz verging bis in die frühen achtziger Jahre kein Jahrzehnt ohne „Martha“. Dann aber mussten die Freunde der einprägsamen Melodien, der spritzigen Ensemblenummern, der höchst anspruchsvollen Gesangspartien just jene Klage anstimmen, die Lyonel so innig singt: „Martha, Martha, du entschwandest!“Am 12. Jänner 2019 hat das lange Warten ein Ende, denn unter der musikalischen Leitung von Robin Engelen hat Peter Lunds Neuinszenierung Premiere!

Die Geschichte der Lady Harriet, die aus Langeweile in die Rolle der Dienstmagd Martha schlüpft und in dieser Maskerade den Pächter Lyonel an den Rand des Wahnsinns bringt, verlangt nach erstklassigen und spielfreudigen Sängern zugleich: In der Titelpartie gibt die britisch-schweizerische Sopranistin Kim-Lillian Strebel ihr Debut an der Oper Graz, und als Lyonel gastiert der Tenor Ilker Arcayürek, der jüngst mit einer Schubert-CD für Furore sorgte und dessen Debut in den USA mit Liederabenden und Opernauftritten unmittelbar bevorsteht. Als Plumkett kehrt Peter Kellner, mittlerweile Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, gerne als Gast nach Graz zurück, und als Nancy ist Anna Brull, die zuletzt als María de Buenos Aires und Rosina begeistert hat, zu erleben.

INFORMATIONEN UND KARTEN

Salzburger Festspielhäuser noch jahrelang eine Baustelle: „Der große Brocken kommt erst“
Die in die Jahre gekommenen Salzburger Festspielhäuser werden noch lange Zeit nicht nur ein Schauplatz der Kunst, sondern auch eine Baustelle sein. Zurzeit werden im Eingangsfoyer und im Orchestergang des Großen Festspielhauses der Brandschutz und die Elektroinstallationen erneuert. Parallel wird aber schon der Generalsanierungsbedarf für alle drei Häuser erhoben.
Salzburger Nachrichten
Wasser durchs Dach: Salzburger Festspielhäuser bleiben noch jahrelang Baustelle
Eingangsfoyer im Großen Festspielhaus erhält gerade neuen Brandschutz und neue Elektroinstallationen, Generalsanierungsbedarf wird erhoben –
Der Standard

Jolanta konzertant in der Philharmonie Berlin: Valery Gergiev leitet das Mariinsky-Orchester 
Ein feines Sängerensemble aus russischen Muttersprachlern (inklusive Jewgeni Nikitin), Valery Gergiev und das Mariinsky-Orchester mit seiner blühenden Differenzierungsfähigkeit: Das waren die Zutaten für eine hochbefriedigende Interpretation von Tschaikowskys Spätwerk Jolanta, das es nie in das hiesige Opernrepertoire geschafft hat, dafür inzwischen jedoch zu den gern gehörten Opern in konzertanten Aufführungen zählt. 
Konzert- und Opernkritik Berlin

„Konzertgänger in Berlin“
Mystik in Zeiten des Brandschutzes
Heiliger Erlösungs-Bimbam des Klassikbetriebs oder bloß Rebel without a clue? Wer das Polarisierungs-Spiel um Teodor Currentzis mitmacht, der ist schon mittendrin im Marketing-Spiel. Aber könnte es sein, dass dieser ungewöhnliche Dirigent nicht nur die Geister scheidet, ja zerreißt … sondern selbst ein zerrissener Geist ist? Mystik in Zeiten des Brandschutzes: so der Titel meines Currentzis-Porträts im neuen Elbphilharmonie Magazin.
https://hundert11.net/currentzis-elbphilharmonie/

THEATER NORDHAUSEN: DER NÄCHSTE PROBENBERICHT VON „CENDRILLON“ (Premiere am 25.1.)

 

Anette Leistenschneider, Operndirektorin am Theater Nordhausen, berichtet von ihrer Arbeit an Massenets „Cendrillon“ (Premiere 25. Jänner 2019) exklusiv für den „Online-Merker“:

Gestern und heute ist viel geschehen: Während ich gestern auf der Probebühne mit den Solisten Szenen repetiert habe, die schon vor Weihnachten angelegt wurden, fand auf der Bühne im Großen Haus die Technische Einrichtung statt…

Weiterlesen in den Infos des Tages

WIEN / Volkstheater: KÖNIG OTTOKARS GLÜCK UND ENDE von Franz Grillparzer (angeblich)
Premiere: 8. Jänner 2019

Karel Dobrý, Lukas Holzhausen © www.lupispuma.com / Volkstheater

Renate Wagner hat ihren „Verriss des Jahres“ womöglich schon in der zweiten Jännerwoche abgeliefert: Wer ein leidenschaftlicher Theaterbesucher ist, der es nicht lassen kann, der von ewiger Neugierde getrieben immer wieder ins Theater geht, egal, was man ihm dabei antut, der leidet viel in seinem Leben. Es gibt Tiefpunkte, es gibt Katastrophen, es gibt Zumutungen, die in ihrer Dummheit und Niederträchtigkeit regelrecht aggressiv machen. Das Burgtheater hat es mit Nestroy-Hinrichtungen geschafft („Der Talisman“ von David Bösch, „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ von Georg Schmiedleitner), und das Volkstheater tut es nun mit „König Ottokars Glück und Ende“ von Franz Grillparzer.

Das heißt: angeblich von Grillparzer, angeblich dessen „König Ottokar“. Hätte Regisseur Dušan David Pařízek seine Blödsinnsorgie doch bei „Charlies Tante“ entfesselt, dann wäre es einem egal. Hier tut es weh. Aber lustig sind sie sich schon vorgekommen, der Regisseur und das Ensemble, wie sie so richtiggehend mit der Lupe gesucht haben, wo ihnen noch ein Stückchen Blödsinn einfallen könnte…

Wenn der Chef einer japanischen Firma ein solches Desaster zu verantworten hätte, würde er Harakiri begehen. Das Äquivalent für die Direktorin eines österreichischen Theaters kann nur darin bestehen, ihren Schreibtisch zu räumen. Auf der Stelle.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

BITTE VORMERKEN: DIE NÄCHSTE VERANSTALTUNG DES ONLINE-MERKER

Am 5.2. um 19,30 h ist Österreichs oberster Militärmusikchef, Oberst Mag. Prof. Bernhard HEHER bei uns zu Gast.
Im Rahmen des Künstlergesprächs wird ein Quartett der Militärmusik die musikalische Umrahmung besorgen – alles hochqualifizierte Musiker, die den Militärdienst bei der Gardemusik ableisten.

Oberst Prof. Mag. Bernhard Heher, Chef der österreichischen Militärmusik. Foto: Bundesheeer

Im Rahmenprogramm sehen Sie auch neue Aquarelle von Artzak (aus Armenien)

Bitte merken Sie den Termin vor, ich denke, dass wir eine interessante Veranstaltung bieten können – unter Einbeziehung der Militärmusik. Oberst Heher nimmt ein Quartett mit, das ist eine Premiere beim Online-Merker.

Um seinen Präsenzdienst bei der Militärmusik ableisten zu dürfen, braucht man überdurchnittliches Potential. Die Warteliste ist lang, die Auswahlkriterien überaus streng.

Wie wird man Chef der Militärmusik? Diese Karriere kann man doch eigentlich nicht planen. Oberst Heher wird es uns hoffentlich verraten!

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Sich für den Film „Loro“ zu interessieren, dafür gibt es hierzulande zwei gute Gründe. Zuerst ist Paolo Sorrentino ein Regisseur, dessen mit dem Auslands-„Oscar“ gekrönter Film „La Grande Bellezza“ ein Erlebnis war, das man im Gedächtnis behalten hat (und dessen – englischsprachige – „Ewige Jugend“ zumindest verstörend seltsam war). Und dann hat Silvio Berlusconi, diese durch und durch irritierende Politikergestalt aus dem Nachbarstaat, noch immer etwas von Faszination an sich. Gerade, weil man nicht begreift, wie die Italiener auf ihn hereinfallen konnten…

Interessant, dass Politiker, die noch leben, Filme über ihre Biographie zulassen, obwohl sie gar nicht gut dabei aussteigen: Weder Amerikas Dick Cheney in „Vize“ (kommt bei uns Anfang März ins Kino, nachdem Christian Bale für die Gestaltung der Hauptrolle bereits einen „Golden Globe“ heimgetragen hat) – noch Berlusconi hier. Allerdings wird er auch nicht so in die Erde gestampft, wie man es sich vorstellen könnte. Letztendlich ist Sorrentinos Film zu verfremdet, dramaturgisch zu verwirrend und auch in der Aussage unklar – abgesehen davon, dass er viel zu lang ist. Zweieinhalb Stunden in der Fassung, die man hierzulande sieht (das Original soll noch länger sein), auf Italienisch mit Untertiteln…

Mädchen ausgeschlossen! Sind Knabenchöre diskriminierend?
Podcast BR
BR-Klassik

Ursprünglich habe ich gemeint, dass ich es mit einer Parodie zu tun habe. Aber nein, das Thema ist anscheinend ernst gemeint. Es gibt Mädchenchöre, in denen Knaben nicht verloren haben!

Mein Auto parkt in einer Tiefgarage nahe der Online-Merker-Galerie. Unmittelbar neben dem Aufzug sind einige Parkplätze nur für Frauen reserviert. Gut, soll sein, wenn sich die Frauen deswegen sicherer fühlen. Da komme ich doch nicht auf die Idee, laut „Diskriminierung“/ „Benachteiligung“ zu schreien!

Haben Sie einen schönen Tag

A.C.

 

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