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9. FEBRUAR 2021 – Dienstag

09.02.2021 | Tageskommentar

Ekaterina Siurina und Charles Castronovo: Der Tenor hätte in Wien den José singen sollen, ist aber krankheitsbedingt ausgefallen. Nun macht seine Gattin, Ekaterina Siurina, bekannt, warum! Foto: Instagram

Auf ihrer Instagram-Seite berichtet sie, dass sich der in New York geborene Tenor mit dem italienischen Nachnamen aufgrund einer Infektion mit Covid-19 bereits seit einer Woche in einem Wiener Krankenhaus befindet. Es hat Castronovo also schwer erwischt. Siurina beruhigt aber und schreibt, dass er sich inzwischen erholt und auf dem Weg der Genesung ist. Gute Besserung, Herr Castronovo! (L.L.)
https://www.instagram.com/p/CLAyCfPhVht/

Ich habe es seit einigen Tagen gewusst, mich aber zurückgehalten und darauf gewartet, dass die Staatsoper eine Begründung für die Umbesetzung bekanntgibt. Sie hat es nicht getan, also habe auch ich geschwiegen. Mir geht es nicht um Schlagzeilen und Exclusivmeldungen, sondern um Beruhigung in einer ohnehin schwierigen Situation. Ob die Staatsoper mit der Wortmeldung von Frau Siurina glücklich ist, weiß ich nicht!

Wien
Charles Castronovo Hospitalized With COVID-19
Castronovo’s wife, soprano Ekaterina Siurina posted on social media that Castronovo has been sick for over two and a half weeks
https://operawire.com/charles-castronovo-hospitalized-due-to-covid-19/

Wiener Staatsoper: Le Nozze di Figaro – zwei weitere Online-Kritiken zur Meinungsbildung

Virginie Verrez (Cherubino), Johanna Wallroth (Barbarina). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Karl Masek: …Die gegenwärtige Diskussion sollte daher fairerweise nicht so geführt werden, ob das Grundkonzept für die Eröffnungssaison nun besonders mutig, besonders ambitioniert oder von allzu großem Sicherheitsdenken geprägt war / ist.  Man holte jedenfalls für die 1. Saison  mehrheitlich als erfolgreich beurteilte Produktionen „von auswärts“ ins Haus am Ring, wie eben „Madama Butterfly“ oder die Neuenfels-Produktion von Mozarts „Entführung aus dem Serail“. Die Wiener Erstaufführung von Hans Werner Henzes „Das verratene Meer“ war die bisher einzige wirkliche Opern-Eigenproduktion dieser Covid 19-Unglückssaison.

Wie allerdings schon die Wieder-Hervorholung der stilbildenden Harry-Kupfer-Interpretation von Richard Strauss‘ „Elektra“ zeigte, ist es der gegenwärtigen Direktion weiters  darum zu tun, Remakes von Kult-Inszenierungen wieder zur Diskussion zu stellen. Wie in diesem Fall auch die „Le Nozze di Figaro“-Inszenierung des Jean Pierre Ponnelle (konzipiert 1972 für die Salzburger Festspiele),  die ihre Wiener Premiere am 10.5. 1977 hatte…

Zum Bericht von Karl Masek
Zum Bericht von Karl Masek hat Dr. Gerhard F. eine Anmerkung: Wenn Karl Masek sagt, dass die Gräfin offenbar gegen eine Affäre mit Cherubino nichts einzuwenden hätte, so sei darauf hingewiesen, dass im dritten Teil der Beaumarchais-Trilogie zu Tage kommt, dass die Gräfin von Cherubin ein Kind hat. Da Cherubino demnächst als Soldat in den Krieg zieht und dort fällt, ist die Gräfin wahrscheinlich schon schwanger. Da Ponte hat die Situation sehr fein in dem Rezitativ Gräfin-Susanne angedeutet: Contessa: Ah, tu non sai… 

Was hat Thomas Prochazka anzumerken:

WIEN/ Staatsoper: LE NOZZE DI FIGARO – Stream am 7.2.2021

Die Wiener Staatsoper besinnt sich ihrer Schätze. Wuchtet des Genius Jean-Pierre Ponnelle zeitgemäße, weil zeitlose, hervorragende Inszenierung auf die Bretter. Sie ist, wie das Stück, am Vorabend der französischen Revolution angesiedelt. Musikalisch pendelt die Aufführung zwischen befriedigend und gut.
Soweit der erste Eindruck.

Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=DBC21900-0C7D-0101-908913A48A5047A1

WIEN/ Ponnelle -Figaro-Kostüme: Damals
Susanna: Mirella Freni
Marcellina: Heather Begg
Bartolo: Paolo Montarsolo
Jetzt sind sie Wieder bei uns angekommen!

ZU INSTAGRAM mit Video

Wien/ Staatsoper: Machte schon Schwind die Oper zum Museum?
https://www.diepresse.com/5934104/machte-schon-schwind-die-oper-zum-museum

Lüttich
Direktor der Lütticher Oper ist tot

Stefano Mazzonis di Pralafera im Jahr 2007, bei seinem Amtsantritt. Foto: belga

Der Generaldirektor der Königlichen Oper der Wallonie-Lüttich, Stefano Mazzonis di Pralafera, ist im Alter von 72 Jahren gestorben.
https://www.grenzecho.net/49909/artikel/2021-02-08/direktor-der-lutticher-oper-ist-tot

2022 wäre er als Direktor abgetreten, seine Stelle ist bereits ausgeschrieben.

Salzburg/ Osterfestspiele
Interview Christian Thielemann : Hauptsache, es findet wieder etwas statt
Der Dirigent Christian Thielemann will mit dem Intendanten Nikolaus Bachler einen Neustart bei den Osterfestspielen Salzburg. In Bayreuth möchte er ebenfalls bleiben. Aufbruch erhofft er sich auch für Dresden.
Frankfurter Allgemeine

Berlins Kultursenator Lederer zu Corona: „Keine Trendwende bis Ostern“
Die Lage sei viel zu ernst für Lockerungen, sagt Klaus Lederer (Linke). Mit einer Normalisierung bei der Kultur rechnet er erst 2022.
https://taz.de/Berlins-Kultursenator-Lederer-zu-Corona/!5746456/

Der „Söder des Nordens“ macht nicht eben Mut. Es werden ihm Ambitionen für das Amt des Berliner Oberbürgermeisters nachgesagt. Ob diese Haltung damit zu tun hat?

Erl/ Tirol
Erl-Intendant Loebe: „Es überwiegt die Frustration“
Als Intendant in Frankfurt und Erl erlebt Bernd Loebe die Corona-Misere mit besonderer Wucht.

Persönlich wurde ich von Corona bisher verschont, und auch in unseren Häusern, der Oper und dem benachbarten Schauspielhaus, gab es seit Ausbruch der Pandemie im Vorjahr nur vier Corona-Fälle – bei 1200 Mitarbeitern in den städtischen Bühnen. Seit November ruht bei uns der Betrieb. Jeden Morgen schauen wir gebannt auf die Infektionszahlen. Es gibt zwei Lager: jene, die unbedingt arbeiten wollen, und jene, die große Vorsicht walten lassen. ..
https://www.tt.com/artikel/17821594/erl-intendant-loebe-es-ueberwiegt-die-frustration

Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem op. 45, Opernhaus Zürich, Live-Stream: 07.02.2021

Klangkörper Zuschauerraum

Der Chor im Zuschauerraum. In Zeiten wie diesen sehr praktikabel, wenngleich nicht Sinn der Sache! Foto: Monika Rittershaus

Brahms in den Jahren zwischen 1856 und 1868 entstandenes «Ein deutsches Requiem» ist sicher das persönlichste Werk des Komponisten. Der Tod Robert Schumanns 1856 und der Mutter des Komponisten 1865 haben Brahms Schaffen auf jeden Fall beeinflusst: die Frage, ob sie die Komposition ausgelöst haben oder nicht, bleibt dann ein Streit unter Gelehrten…

Zum Bericht von Jan Krobot

Würdigung von Thomas Bernhard (1931-1989) zum 90. Geburtstag

Thomas Bernhard, der Musiker unter den Poeten, illustriert an seiner musikpoetischen Sprache, hatte einst den Wunschtraum, Opern- und Konzertsänger zu werden, in sich getragen, der wohl ohne seine Lungenkrankheit im möglichen gelegen hätte, vollendet heute sein 90. Lebensjahr.

 Thomas Bernhard in ganz jungen Jahren (© Fotoarchiv Thomas Bernhard)

Dennoch begleitete ihn, der mit ambivalenten Gefühle das Geigenspiel erlernte und einst am Mozarteum in Salzburg Schauspiel und Dramaturgie studierte, die Musik sein Leben lang. Auch während seiner beginnenden Lungenerkrankung hatte er „die Idee Sänger zu werden, noch nicht aufgegeben“ („Die Kälte“, S. 319f.), denn ich „dachte […], ich werde wieder draußen sein und mein Studium aufnehmen und Sänger werden, und ich sah mich eine einschlägige Laufbahn entwickeln in den bedeutendsten Konzertsälen, in den größten Opernhäusern der Welt“ („Die Kälte“, S. 320). Für die Nachwelt ein Glück, dass dieser Wunsch nur ein Traum geblieben ist, denn sonst hätten wir auf den Poeten Bernhard wohl verzichten müssen. Seine umfangreichen musiktheoretischen und musikpraktischen Kenntnisse, beispielsweise Bach`sche Fugen, Kontrapunkt und Opern wie „Orpheus und Eurydike“ von Gluck oder seine Lieblingsoper  die mozartische „Zauberflöte“ (vgl. „Der Atem“, S. 283) und Komponisten wie Richard Wagner und Claude Debussy beschäftigten ihn neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit, deren sprachlicher Ausdruck zu musikalischen Wortkompositionen wurde, legen imposantes Zeugnis davon ab.

Großvater Johannes Freumbichler (1881-1949) (© Fotoarchiv Thomas Bernhard)

Die Würdigung (von Dr. Claudia Behn) lesen Sie in unseren heutigen Infos des Tages bzw. im Feuilleton

Salzburg/ Landestheater/ „Heldenplatz“
Es wird geredet, aber es wird nicht verstanden
Sechseinhalb Millionen, die nach einem Regisseur schreien.“ Was Bernhard in seinem Stück Heldenplatz dem in äußerer und innerer Emigration verbarrikardierten und doch so hellsichtig auf die Gegenwart blickenden Robert Schuster in den Mund legt, kann einem Gänsehaut machen.
DrehpunktKultur

Einen Tag vor Thomas Bernhard geboren: James Dean

Mehr darüber morgen, bei der Fülle des heutigen Angebots würde die Erwähnung dem „ewigen Rebellen“ nicht gerecht werden. Sein wohl berühmtester Film, dessen Auführung er noch erlebt hat, war „Jenseits von Eden“:

DAS ERSTE BUCH MOSE (GENESIS) (1.Mose 4,15): …Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge, der ihn fände.

So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.

CD „Les Six“. Auric, Durey, Honegger, Milhaud, Poulenc & Tailleferre
Interpreten:
Franziska Heinzen, Sopran
Benjamin Mead, Klavier
Label: Solo Musica / München 

 

Zwei junge Künstler, die mittlerweile schon einige Beachtung in der Musikwelt gefunden haben, stellen ihr Debut-Album vor – und ihren besonderen Interessen entsprechend, wählen sie das Ungewöhnliche. Dabei hat die Schweizer Sopranistin Franziska Heinzen ebenso eine künstlerisch „umfassende“ Karriere hinter sich (mit Opernerfahrung und einer Spannbreite von Barock bis ins 21. Jahrhundert), wie der Pianist Benjamin Mead, mit britisch-polnisch-deutschen musikalischen Wurzeln, auf breitester Ebene ausgebildet und auch schon im internationalen Konzertgeschehen unterwegs…

Zur CD-Besprechung von Renate Wagner

Erben von Udo Jürgens erhalten Lied-Rechte zugesprochen
Entscheidung des Zürcher Handelsgericht zugunsten der Kinder und der letzten Lebensgefährtin des Sängers. Sechs Jahre nach dem Tod des österreichischen Sängers und Komponisten Udo Jürgens ist ein Urteil im Streit um die Lied-Rechte gefallen: Das Zürcher Handelsgericht entschied, dass die Kinder und die letzte Lebensgefährtin diese Rechte erhalten sollen. Der langjährige Manager von Udo Jürgens, Freddy Burger, hat damit das Nachsehen. Dies geht aus dem kürzlich gefällten Urteil hervor, über das auch die Tageszeitung „Blick“ berichtete.
Wiener Zeitung

„Virol“ erhebt sich!

Auszug aus „Profil-Morgenpost: …Sollte „nur ansatzweise irgendetwas aus dem Gesundheitsministerium kommen“, so der mutige Advokat offener Binnengrenzen, „dann werden sie uns richtig kennenlernen“.

Das ganze Wochenende lang habe ich überlegt, welche Art von Vergeltung damit gemeint sein könnte. Planen die Tiroler etwa, ihre Lepra-Kranken Richtung Hauptstadt zu schicken? Wollen sie ein lebenslanges Schiverbot für Wiener? Oder spielen sie gar mit dem Gedanken, sich Italien anzuschließen und Österreich für immer den Rücken zu kehren? Man weiß es nicht. Sicher ist: Die Tiroler Entscheidungsträger denken weniger an die kommenden Monate als an die nächsten Tage – und wollen die Interessen der Wirtschaft um jeden Preis durchboxen…

https://www.profil.at/oesterreich/gruesse-aus-virol/401182222

Mittlerweile hat der Tiroler Landeshauptmann samt Getreuen dem Kanzler gezeigt, „wo der Hammer hängt“. Das könnte lehrreich sein.

Österreich
Streit um Tiroler Maßnahmen entzweit schwarze und türkise ÖVP
Tirol ist Europas Hotspot für die Südafrika-Mutante. Dennoch will das Land nur eigene, als zu lasch kritisierte Maßnahmen akzeptieren. Der Bund verhängte einseitig eine Reisewarnung
Der Standard

Quarantäne-Streit mit Tirol: Eine Reisewarnung ohne rechtliche Folgen
Mit einer Warnung vor Reisen nach oder von Tirol heraus geht die Bundesregierung den Weg des Kompromisses. Ein Risiko.
Kurier

Was soll das Drohen mit Reisewarnungen? Nichts davon ist rechtlich verbindlich – eine Warnung eben. Drohungen wirken in Wien, nicht im Heiligen Land Tirol. In Wien wird nicht davor gewarnt, ohne Test zum Friseur oder später in ein Theater zu gehen, in Wien wird bei Nichteinhaltung von Vorgaben gestraft! Offiziell gilt das in Tirol zwar auch, aber die Beschlüsse exekutiert das Land. Beim Schifahren und beim Toursismus lassen die Tiroler überhaupt nicht mit sich reden. Drohungen haben die Nachfahren von Andreas Hofer gar nicht gerne!  So gesehen bin ich eigentlich ein Tiroler. Für Tirol gilt, was ich gestern an dieser Stelle geschrieben habe: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!

Was macht unsere Frau Staatssekretärin – außer nichts?

Die Staatssekretärin war früher in der Hofburg tätig. Dort hat sie offenbar in einer dubiosen Affäre mitgemischt, war „Mitmischerin“. Wurde der Bundespräsident über das Ibiza-Video vorinformiert? Es der Frage nachgegangen, wie  ein persönlicher Kalendereintrag im Computer des Bundespräsidenten („Die Bombe platzt“) fotografiert werden konnte und von der Hofburg aus den Weg zu Unbefugten gefunden hatte. Als Zeugin wird in der Causa eine frühere Mitarbeiterin in der Präsidentschaftskanzlei und nunmehrige Staatssekretärin im Regierungsteam der Grünen angeführt.

Womit wir bei Frau Mayer wären. Die hat tatsächlich Wichtigeres zu tun, ist für Höheres berufen, als es ihrem derzeitigen Job entspräche. „Die Kunst der Intrige“

Österreich
Beklemmend
Die Kunst der politischen Intrige wird auch in der Pandemie weiter gepflegt. Das lässt sich aus einer ebenso bemerkenswerten wie dezent versenkten Geschichte von Fabian Schmid im „Standard“ lesen.
Unlängst sind also zeitlich nahe zur Regierungskritik des Bundespräsidenten an der Abschiebung der georgischen Schülerin Tina seltsame Vorgänge im nahen Beraterumfeld von Alexander Van der Bellen durchgesickert. Es geht dabei – wieder einmal – um das Ibiza-Video. Jenes Filmdokument, das bekanntlich zum Ende der türkis-blauen Koalition und letztlich zum Einstieg der Grünen in die Regierung geführt hatte.
https://www.krone.at/2337150

WIEN: „Exzellentes Petrof-Pianino sucht neuen Besitzer“

 

https://www.willhaben.at/iad/kaufen-und-verkaufen/d/exzellentes-pianino-von-petrof-443238861/

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

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