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9. DEZEMBER 2021 – Donnerstag

09.12.2021 | Tageskommentar

Abgesagt: Der Opernball 2022: Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Wie Mittwoch Nachmittag von Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer bekanntgegeben, wird der Wiener Opernball auch 2022 pandemiebedingt abgesagt.

Staatsoperndirektor Bogdan Roscic: „Wir haben alles dazu getan, um die Möglichkeit aufrecht zu erhalten, dass der Opernball doch noch stattfinden kann. Aber die ganze Situation derzeit bietet einfach nicht die nötigen Bedingungen. Und der Ball braucht nun einmal monatelange Vorbereitungen, auch bei allen Partnern und Lieferanten. Diese Fristen waren nicht mehr zu halten. Die Ungewissheit durch Omikron kam noch dazu, die Verunsicherung bei den Gästen war eine täglich größere. Ich bin daher sehr froh über die heute gefallene klare Entscheidung. Wir werden nun ein Ersatzprogramm für die betroffene Woche disponieren und ansonsten gemeinsam mit unserem Komitee weiter an unseren Ideen für den Opernball 2023 arbeiten.” (Aussendung der Wiener Staatsoper)

Diese Absage war logisch, denn die Planungen wären spätestens ab jetzt schwer „ins Geld gegangen“. Die Firmen hätten womöglich die Regierung für den Verdienstentgang geklagt. Also  ist die Absage ein Bebot der Vernunft.

Leid tut mir auch der Baumeister der Nation. Wozu ist Richard Lugner Donator der Staatsoper geworden (dafür hätte er eine Parterreloge mit bestem TV-Einblick kaufen dürfen). Er sponsert somit eine Institution, die ihn nur einmal im Jahr interessiert. Da er auch nicht mehr der Jüngste ist, sei ihm vergönnt, dass er noch einmal in den Genuß des schwer erkauften Privilegs kommt. Vielleicht 2023?

Wien
„Es wäre unverantwortlich“: Regierung sagt Opernball 2022 ab
Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer teilt gegenüber dem KURIER mit, dass die Staatsoper die Planung für den Opernball einstellen wird.
Kurier.at

Österreich
Veranstaltungen bis 2.000 Plätze mit 2G und FFP2 möglich
Auch für Museen und Ausstellungshäuser gelten Auflagen – Positive Reaktionen von Kulturveranstaltern.
WienerZeitung.de

Die „Kulturverliebten“ (Copyright Altkanzler Kurz) sind zufrieden, weil sie sich nun doch die fast tägliche Testung ersparen, die „Normalos“ werden einfach eine längere Pause eilegen. Ich kenne Leute, die schnaufen hinter der Maske wie eine alte Dampflock. Danke, das muss ich auch nicht haben!

Mailand:Königsdrama mit Anna Netrebko

Mit Giuseppe Verdis Oper „Macbeth“ hat die Mailänder Scala ihre neue Opernsaison eröffnet. Traditionell am St. Ambrosius-Tag, dem 7. Dezember, und in Anwesenheit des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella. In der Regie des Film- und Opernregisseurs Davide Livermore standen Luca Salsi und Anna Netrebko als Ehepaar Macbeth im Fokus des Geschehens. Es dirigierte Musikdirektor Riccardo Chailly.

Luca Salsi, Anna Netrebko. Foto: Teatro alla Scala

Die Regie Davide Livermores lebt in zwei Dimensionen. Die erste ist die Aufführung, der das Publikum im Theater beiwohnt. Die zweite Dimension wird durch Film und digitale Magie für die Zuschauer von Rai 1 neu erfunden. Dank technologischer Tricks, Videospiele, in Innenräume eingefügte Mikrokameras und virtueller Wände, die sich mit Betonstrukturen überlagern und vermischen, unterscheidet sich das, was man auf der Bühne sieht, zum Teil von dem, was live passiert“, kommentierte die römische Tageszeitung „La Repubblica“.

Applaus für Netrebko, Buhrufe für Regisseur bei Scala-Saisoneröffnung
Standing Ovations für „Lady Macbeth“, doch Kritik an moderner Inszenierung.
WienerZeitung.at

Saisoneröffnung der Mailänder Scala: Königin der Herzen
Anna Netrebko ist zurück auf der Bühne. Wie die Sopranistin in „Lady Macbeth“ an der Mailänder Scala begeistert.
SueddeutscheZeitung.de

Anna Netrebko: Primaballerina statt Primadonna
Giuseppe Verdis „Macbeth“ zur Saisoneröffnung an der Mailänder Scala – die erste Großpremiere unter der Intendanz von Dominique Meyer mit einer tanzenden Anna Netrebko.
Kurier.at

In der ARTE-Mediathek können Sie die Scala-Eröffnung noch einige Monate lang sehen. ZUM VIDEO

Metropolitan Opera: „DIE ZAUBERFLÖTE mit Rolando Villazon als Papageno hatte Premiere

 

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Blackfacing – Monostatos ist schwarz geschminkt

Paris: „Turandot“ Opéra National de Paris 4. 12. 2021

Eine bejubelte Premiere in Paris: Einstand des neuen Chefdirigenten Gustavo Dudamel als Anfang der neuen Intendanz von Alexander Neef mit mutigen Plänen

 
Das Licht sagt alles aus: mit der Liebe, die wie ein weißer Strahl das Herz von Turandot (Elena Pankratova) trifft, wird die graue Welt plötzlich rot. © Charles Duprat / Opéra National de Paris  

Es wirkte fast unwirklich, wie noch aus ante-Pandemia–Zeiten: eine rammelvolle, zu 100% ausgelastete Oper, Weihnachtsstimmung mit Glühwein auf dem geschmackvoll dekorierten Place de la Bastille (alsob Bob Wilson ihn extra für die Premiere in blau beleuchtet hätte), und drinnen Champagne vor der Aufführung. Denn mit einem Glas in der Hand braucht man in Frankreich keine Gesichtsmaske zu tragen – einer der Gründe, weswegen in Paris im Herbst 2021 mehr als doppelt so viel Champagne getrunken wurde als im ganzen Jahr 2020! Es gab auch viel zu feiern. Die große Oper, an der im Dezember 2019 der längste Streik ihrer Geschichte anfing, ist nach zwei Jahren nun endlich aus den negativen Schlagzeilen. Über was in dieser dunklen Zeit passiert ist, könnte man am besten eine Operette schreiben. Mit als Hauptfigur Madame de Pompadour, die im 18. Jahrhundert die französische Kulturpolitik aus ihrem Palais de l’Elysée leitete, und die sich wohl wundern würde, wie stümperhaft und taktlos ihre Nachfolger/innen, dies heute an ihrem eleganten Schreibtisch tun. Schwamm drüber. Nach zwei Jahren hat die Opéra de Paris endlich einen neuen Intendanten und einen neuen Musikdirektor, die unter schwierigsten Umständen (verfrüht) antreten mussten und es nun schaffen, den festgefahrenen Dampfer an der Bastille wieder in Fahrt zu setzen. Dafür erst einmal: alle Achtung!…

Zum Premierenbericht von Waldemar Kamer

BERLIN / Komische Oper ORPHEUS IN DER UNTERWELT Premiere. 7.12.2021

Foto: Monika Rittershaus

Jetzt macht sie also in Berlin halt, auf halbem Wege zwischen Salzburg und der Deutschen Oper am Rhein. Die Rede ist von Koskys überdreht-quietschiger Inszenierung von Offenbachs „Orphée aux enfers“, für die Frank Harders-Wuthenow eine deutsche Dialogfassung geschrieben hat. 

Offenbachs Opéra-buffon Orpheus in der Unterwelt in zwei Akten und vier Bildern nach einem Libretto von Hector Crémieux und Ludovic Halévy ist eine böse Farce auf die Heuchelei bürgerlich verlogener Selbstzufriedenheit und die Fallstricke sexueller Umtriebigkeit. Zwei Paare, ein göttliches und ein weniger Divines, Jupiter und Juno sowie Orpheus und Eurydike sind mit ihren zärtlichen Beziehungen und der Lust aufeinander am Ende. Die gähnende Langeweile zwischen den Paaren verleitet sie zu so manchem Abenteuer. Kosky hat diesen Ariadne-Faden der in der Operette hierauf entwickelten dionysischen Lustspiele mit Wonne aufgenommen. ..

Zum Premierenbericht von Dr. Ingobert Waltenberger

Komische Oper Berlin: „Orpheus in der Unterwelt“
rbb-online.de

Jupiter auf der Pirsch
Der Knaller der Salzburger Festspiele: Barrie Kosky inszeniert Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt“ jetzt auch in Berlin
Tagesspiegel.de

Wien/ Don Giovanni: Type-Casting ad absurdum oder 3 Zerlinen treffen sich auf der Bühne der STOP Wien zum neuen Don Giovanni !

Ich bin mir bewusst, dass die Beurteilung von Sängern via Fernseher selbst mit guten Lautsprechern problematisch ist … aber bei derart gravierenden Underperformances muss ich die Probleme ansprechen. Ich beginne galanterweise gleich mit den Damen: sie sahen alle drei schlank-rank, ein Oesterreicher und die Titelfigur würden wohl „fesch“ sagen, aus.

Zur Meinung von Alex Eisinger aus der Schweiz

Was will uns Kosky in seinem „Don Giovanni“ zeigen? Versuch einer Inszenierungsanalyse.

Hubert Partl: Die meisten Kritiken, die ich gelesen habe, bemängeln, dass Barrie Koskys „Don Giovanni“ unrealistisch, unlogisch oder unverständlich ist. Ich glaube, dass das ein Missverständnis ist: Koskys Inszenierungen sind nie realistisch, sondern immer symbolistisch. Ich mache hier den Versuch, seine Symbole zu entschlüsseln, und die vielen Interviews, die er vor der Premiere gegeben hat, sind mir dabei eine große Hilfe…

Zur Meinung von Hubert Partl

Barrie Koskys „Don Giovanni“ in Wien: So viel Da Ponte gab es noch nie
Der große Gewinner des Abends ist aber Mozarts genialer Librettist Lorenzo Da Ponte. Nichts lenkt in dieser Aufführung von seinem klugen, vielschichtigen Text ab, der ersetzt jeglichen Schnickschnack, mit dem heutige Regisseure oft punkten wollen. Back tot he roots scheint Koskys Devise gewesen zu sein, und das Ergebnis gibt ihm recht.
Klassik-begeistert.de

München: Montag, 13. Dezember 2021, 19.00 Uhr – 20.30 Uhr, Cuvilliés-Theater.

Livestream >>> am 13. Dezember 2021 um 19.00 Uhr wird das BMW Benefizkonzerts aus dem Cuvilliés-Theater übertragen. Sie finden den Livestream auf www.staatsoper.de/tv/

Dauer ca. 1 Stunden 30 Minuten

ORF-Mediathek: Wienerlieder „Gemischter Satz“ – Studio 2 vom 07.12.2021 

 

https://tvthek.orf.at/profile/Studio-2/13890037/Studio-2/14115985/Wienerlieder-Gemischter-Satz/15051961

Pathys Stehplatz (11): Der Typus des Konzertbesuchers
Wie unterschiedlich Meinungen und Eindrücke doch sein können. Wenn ich gewisse Kritiken lese, überfällt mich ab und zu der Gedanke: Irgendetwas ist faul im Staate Dänemark. Soll heißen: Irgendetwas stimmt hier nicht! Wie sonst, sollte es rational zu erklären sein, dass die Meinung derart konträr zu eigenen ausfällt. Überhaupt bei Konzerten oder Opern, denen ich selbst beigewohnt habe. Natürlich könnte ich es mit fehlendem Urteilsvermögen abtun, was allerdings ziemlich arrogant wäre. Nach längeren Überlegungen, bin ich also zum Entschluss gelangt, die Ursache wurzelt viel tiefer: Jeder, der ein Konzert besucht, sucht etwas anderes…
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

Von Klassik bis Comic? Die neue Kulturpolitik der Ampel-Koalition
Weniger Hochkultur-Prestigeprojekte, mehr Pop- und Subkultur, bessere Rahmenbedingungen für Kulturschaffende: Das sind die Leitlinien der Ampel-Koalition für die Kultur, wie sie Carsten Brosda, Verhandlungsführer der Kultur-Gruppe in den Koalitionsgesprächen, skizziert.
BR-Klassik.de

UNSER MUSIKALISCHER ADVENTKALENDER/ Teil 5
Zusammengestellt von TTT: Ist nicht so typisch verhalten vorweihnachtlich, aber ich muss darüber schmunzeln.

Kling, Glöckchen, klingelingeling – 48 Sekunden zum Schmunzeln

 

https://www.youtube.com/watch?v=B6EX1LdQ8R8

Für die, denen obiger Beitrag zu schräg ist:
Ich steh an deiner Krippen hier, BWV 469, J. S. Bach, Till Brönner
Till Brönner (* 1971) deutscher Trompeter, Komponist, Professor für Jazztrompete

http://www.youtube.com/watch?v=8K436_6s-ig

Quantenphysik und Bewusstsein – Du bist überall und nirgends
Was ist das Bewusstsein? … andere Bezeichnung für die Seele? Die Quantenphysik ist die Basis unseres täglichen Lebens.
TTT’s Hinweise auf Psychosoziales (soziale Gegebenheiten, die unsere Psyche beeinflussen) haben immer deutlich relevantes „Gewicht“ für gegenwärtiges Theater.
https://www.balancebeautytime.com/quantenphysik-und-bewusstsein

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Eine Weihnachtsparty im Lockdown bringt Boris Johnson in Erklärungsnot: Seit Tagen kursieren in London Medienberichte, wonach am Amtssitz von Premierminister Boris Johnson im vergangenen Dezember eine Weihnachtsfeier stattgefunden haben soll – trotz den damals geltenden Lockdown-Regeln. Johnson und seine Sprecher dementierten die Zusammenkunft zwar nie gänzlich, beteuerten aber, dass keine Party stattgefunden habe und keine Corona-Regeln gebrochen worden seien. Inzwischen aber musste sich der Premierminister am Mittwoch im Parlament entschuldigen.
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  • Chinas Tech-Firmen bereiten möglichen Rückzug von US-Börsen vor: Das Twitter-Pendant Weibo ist seit Mittwoch neben der New Yorker Börse auch in Hongkong zugelassen. Diesen Weg gehen immer mehr in den USA gelistete chinesische Unternehmen. Denn die Regulatoren beider Länder schauen nun genauer hin.
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  • Gesucht wird Italiens neues Staatsoberhaupt – das geht nicht ohne Klamauk: In der Mailänder Oper wird der abtretende italienische Präsident Sergio Mattarella gefeiert. Wer demnächst auf ihn folgen wird, steht noch in den Sternen. Die Kandidatur des 85-jährigen Silvio Berlusconi ist durchaus ernst zu nehmen.
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  • Facebooks Mutterkonzern Meta muss möglicherweise 150 Milliarden Dollar an geflüchtete Rohingya zahlen: Bei der Vertreibung der muslimischen Minderheit durch das Militär in Myanmar hat Hetze auf Facebook eine entscheidende Rolle gespielt. Nun wird der Mutterkonzern Meta in den USA verklagt. Er soll für Posts einstehen, in denen myanmarische Nutzer über Rohingya Sätze schrieben wie: «Wir müssen ihre Rasse vernichten.» Oder: «Wir müssen sie auf die Weise bekämpfen, wie Hitler die Juden bekämpft hat.»
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  • Kanada schliesst sich als viertes Land dem diplomatischen Olympia-Boykott an: Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat einen diplomatischen Boykott seiner Regierung der Olympischen Winterspiele in Peking verkündet. Trudeau nannte bei einer Medienkonferenz am Mittwoch als Grund die Menschenrechtslage in China. Die Delegation der kanadischen Athleten sei von diesem Boykott ausgenommen. Vor Kanada haben bereits Grossbritannien, Australien und die USA einen diplomatischen Boykott verkündet.
    Zu den neusten Entwicklungen

 

Neue Corona-Studie: Ohne Maske sind auch drei Meter Abstand zu wenig
Schon bei der Spanischen Grippe setzten Menschen Masken zum Schutz vor Infektionen ein. Eine neue Studie zeigt nun, was deren moderne Formen wirklich bringen.
Heise.de

Mit Maske im Theater – womöglich mit einem schnaufenden Walross als Sitznachbarn – ist für die Kulturinstitutionen schwer geschäftsschädigend. Ich denke jedoch, dass die Pharmaindustrie bald ein vorbeugendes Medikament auf den Markt bringen wird.

Ich wünsche einen schönen Tag! In Wien gibt es intensiven Schneefall. Das Auto bleibt also in der Garage.

A.C.

 

 

 

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