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9. DEZEMBER 2020 – Mittwoch

09.12.2020 | Tageskommentar

Nicht halber Preis, sondern halber Geschäftsgang. Der Einkauf am traditionellen „Einkaufsfeiertag“ 8. Dezember war  äußerst mau. Politiker: Wenig Geschäft ist gut für uns!

Es ist unfassbar, was manche da von sich geben. „Gut für uns – wenn der Handel stagniert“. Der Geschäftsgang in Wien am 8. Dezember war äußerst flau, obwohl gar nicht so wenig Menschen unterwegs waren (Beobachtungswarte FUZO-Meidling-Hptstr.). Aber die Leute haben entweder kein Geld oder sie sparen. Beides ist schlecht für den Handel und somit für das Land und die Menschen, die darin leben. 

Bei allem Verständnis für einzelne Berufsgruppen: Wir alle sind betroffen. Ist das ein Trost? Muss es wohl sein!

Von meinem beruflichen Werdegang her fühle ich mich Menschen, die sich unter schweren Bedingungen und Entbehrungen ein Unternehmen aufgebaut haben und nun erkennen müssen, dass das Lebenswerk – womöglich auch das der Vorfahren – den Bach runtergeht, ganz besonders verbunden.

Ansturm im Handel blieb am Marienfeiertag aus
Der befürchtete (?!)Ansturm im Handel ist am zweiten Öffnungstag nach dem Lockdown größtenteils ausgeblieben. Aus epidemiologischer Sicht sei das gut, aber nicht für die Umsätze der Händler, räumte Handelsobmann Rainer Trefelik ein: „Wir wollten ja nicht den Run und die Horrornachricht, dass alles gestürmt wird und niemand aufpasst. Es läuft sehr gesittet ab.“ Abgesehen vom unbeschwerten Flanieren fehlten Gastronomie und die Touristen. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bedankte sich bei der Bevölkerung und besonders bei allen, „die sich so vorbildlich an die Maßnahmen halten“
https://www.krone.at/2293804

Das Christkind kommt im Jänner

Trotz des Rummels in den ersten Einkaufstagen nach dem Lockdown werden heuer mehr Geld und Gutscheine geschenkt. Der Handel rechnet deshalb mit großem Andrang am 2. und 9. Jänner.
http://www.diepresse.com/5908795/das-christkind-kommt-im-janner

Ein Einkaufszentrum nahe Wien hat gestern sogar Journalisten, die Fotos von den eher überschaubar besetzten Parkplätzen machen wollten, „gestampert“

Österreich/ Geldmangel
Corona bringt heimische Museen und Theater in Bedrängnis
Die Häuser des Bundes sind in dramatischer Lage, belegen Anfragebeantwortungen. „Halbierung des Stammkapitals“ würde Wiener Staatsoper „in die Nähe der Bestandsgefährdung rücken“…

Dramatisch stellt sich in einer weiteren Anfragebeantwortung von Kogler auch die Lage der Bundestheater dar. Diese rechnen gemäß einer Hochrechnung vom 23. Oktober mit negativen Jahresergebnissen zum 31. August 2021: das Burgtheater mit minus 10,8 Millionen, die Volksoper Wien mit minus 7,3 Millionen und die Wiener Staatsoper mit minus 27,5 Millionen. „Aus Sicht dieser Hochrechnung ist ein Ausgleich der negativen Ergebnisse bei Burgtheater und Volksoper Wien noch einmal durch die Auflösung von Reserven möglich, während bei der Wiener Staatsoper ein negatives Bilanzergebnis von minus 6,8 Millionen Euro prognostiziert wird“, heißt es in der Beantwortung der von FPÖ-Abgeordneten Volker Reifenberger gestellten Anfrage. „Dadurch käme es zu einer Halbierung des Stammkapitals der Wiener Staatsoper und das Unternehmen würde in die Nähe der Bestandsgefährdung rücken.“ (apa)
Wiener Zeitung

Wir haben zwar Politiker, deren Herz nicht eben für Theater brennt (obwohl sie selbst recht gut inszenieren können – vor allem sich selbst) – aber die Staatsoper und wohl sämtliche Bundeseinrichtungen werden nicht zugesperrt werden. Die Blamage wäre wohl zu groß. Aber allzuviel Spielraum gegenüber der Politik werden die „Macher“ wohl auch nicht haben. Eine gewisse „Aufmümpfigkeit“ ist aber Sinn jedes Theaters. In Zukunft wird es wohl vermehrt Angepasstheit an die jeweils Herrschenden geben.

In Deutschland sperren die meisten Theater bis Ende Januar

Alte Oper und Städtische Bühnen Frankfurt bis 31. Januar 2021 geschlossen

Die drei städtischen Kultureinrichtungen Alte Oper sowie Oper und Schauspiel Frankfurt setzen ihren Spiel- und Veranstaltungsbetrieb bis voraussichtlich 31. Januar aus.
Damit folgt die Stadt Frankfurt am Main der Hessischen Landesregierung, die eine Aussetzung des Bühnen- und Spielbetriebs für die Staatstheater des Landes Hessen bis zum 31. Januar 2021 beschlossen hat.
Zuvor hatten Bund und Länder in der vergangenen Woche die Verlängerung der Corona-Maßnahmen und damit auch die Schließung der Kultureinrichtungen bis vorerst 10. Januar 2021 beschlossen.

Oper in der Pandemie. So fährt der Opernzug nach nirgendwo

Marianne Crebassa. Foto: Teatro alla Scala

Manuel Brug, Feuilleton-Mitarbeiter „Die Welt“ meldet sich zum Thema zu Wort – nach der Scala-Eröffnung, die ja nicht wirklich eine Eröffnung im Sinn des Wortes, sondern eine „Traditionszeremonie zur Huldigung des Stadtheiligen“ war: Normalerweise würde jetzt die Novitätenhölle der Weihnachtsopernproduktionen ihren Rachen öffnen. In diesem Jahr gibt es gerade einmal zwei frische Verdi-Inszenierungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Via Stream, mit gar keinem oder nur kleinem Live-Chor im Opernhaus. Das kommt einer Kastration gleich…

Dann befasst sich Brug eingehend mit der Züricher „Simon Boccanegra-Premiere“

Das Opern(?)ereignis der letzten Tage war aber die Scala-Zeremonie: In Italien, dem Land, das die Oper erfunden hat, verharrt diese als Kunstform eben bis heute im Dekorationsstatus. Es geht um Bellezza und Sprezzatura, nie um Relevanz für die Gegenwart. 

Und so hat der hier viel gebuchte Regisseur Davide Livermore den dreistündigen Arienparcours vor dem Pixelscreen vorwiegend mit Versatzstücken aus eigenen Inszenierungen versehen. Da fliegen Autos und stehen Eisenbahnwagen herum.

Dazwischen rezitieren im Ausland unbekannte Schauspieler in den Prunkfoyers, auf Treppen und im Scala-Museum melodramatisch Tiefschürfendes von Dante, Shakespeare, Verdi, Primo Levi und Rudolf Nurejew.

25 Sängerstars sind aufgeboten, kein Werk ist freilich jünger als Puccinis „Turandot“ von 1925. Mit Ausnahme eines „Walküre“-Ausschnitts mit Andreas Scharger und Camilla Nylund in tiefen Fauteuils, schmeckt das Menü komplett italienisch…

…Ein Laserdreieck leuchtet vom Scala-Bühnenturm in die dunklen Straßen. Tristezza! Am schmerzlichsten fehlt – Applaus, Reaktion, die Geste des Humanen als Antwort. So bleiben die Gesänge aus der TV-Dose (die nach der Livesendung, obwohl einen Monat bei Arte-Concert abrufbar, aus technischen Gründen lange nicht mehr neu zu öffnen ist) eben Tütensuppe mit Geschmacksverstärker.

Oper in der Pandemie: So fährt der Opernzug nach nirgendwo
Die Opernhäuser streamen ein bisschen Verdi. Die Met in New York sperrt alle Mitarbeiter aus. Und in Mailand feiert die Scala Saisoneröffnung mit einem dreistündigen Programm aus der Dose. Relevanz des Musiktheaters sieht anders aus.
Die Welt.de

Mailand:
Scala feierte trotz Lockdown den Saisonbeginn
Gala im leeren Mailänder Opernhaus wurde weltweit von RAI 1 und per Videostream übertragen.
Wiener Zeitung

Scala-Eröffnung mit Videostream
BR-Klassik.de

Mailänder Scala trotzte mit Operngala der Coronakrise
Kleine Zeitung

Scala-Eröffnung in Milano. Der Abend lässt auf eine glanzvolle Renaissance nach Covid 19 hoffen
Der Preis des Abends gebührt eindeutig der Newcomerin Lisette Oropesa.Ganz anders als gewohnt fiel diesmal die traditionell am 7. Dezember stattfindende Saisoneröffnung der Mailänder Scala aus. Die zu Ende geprobte Eröffnungspremiere „Lucia di Lammermoor“ konnte der Pandemie wegen nicht gezeigt werden. Kurzfristig wurde ein Gala-Konzert organisiert, dessen Teilnehmerliste sich wie das who’s who der gegenwärtigen ersten Garnitur von Opernstars liest. Der Regisseur Davide Livermore entwarf zeitlose Tableaus in wunderschönen Bühnenbildern, die jeweils nur bedingt mit der Handlung der Oper zu tun hatten, aus der gerade gesungen wurde. Originell waren die Ideen allemal. Am schönsten vielleicht der Eisenbahn-Salonwagen, der durch das winterliche Sibirien fuhr, und für gleich drei Arien aus Don Carlos als Kulisse diente.
von Peter Sommeregger
https://klassik-begeistert.de/teatro-alla-scala-milano-saisoneroeffnung/

BAYERISCHE STAATSOPER: ADVENTS-SCHMANKERL

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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Anna Netrebko sang vorgestern im Mariinsky-Theater die Tatjana in „Eugen Onegin“

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Gergiev, Semenchuk u.a.

Anm.d.Red.: Dann taucht Anna N. wohl erst heute zu den Wiener „Tosca-Proben auf (oder sie war gestern bereits in Wien?)

 Zum Mariinsky-Theater schreibt Dr. Ulrike Messer-Krol: Dafür, was eigentlich noch bemerkenswerter ist, gibt es dort die einzige weltweit  mir derzeit bekannte Inszenierung  des  RING DES NIBELUNGEN  auf einer  Opernbühne..heute die Walküre. Es ist der im Frühjahr geplant gewesene Zyklus mit Meister Gergiev am Pult.

 

Fabio Luisi zur Züricher „Simon Boccanegra“-Premiere

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Zürich: Das „Simon Boccanegra“-Ensemble

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Leipzig
Rezension: „Il trovatore“ an der Oper Leipzig


Gaston Rivero als „Manrico“
Bildrechte: KirstenNijhof

https://www.mdr.de/mdr-klassik-radio/klassikthemen/il-trovatore-leipzig-100.html

Aller Anfang ist schwer – Die Oper Leipzig wagt sich als mit Verdis „Il trovatore“ in die Streaming-Welt
Neue Musikzeitung/nmz.de

Buchbesprechung:

Christian Thielemann:  MEINE REISE ZU BEETHOVEN
Unter Mitwirkung von Christine Lemke-Matwey
271 Seiten, Verlag C.H.Beck, 2020

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Das durch die weltgeschichtlichen Ereignisse (diesmal kein Krieg, aber, schlimm genug, eine Pandemie) so beschädigte, an sich so glorios gedachte Beethoven-Jahr 2020. das immerhin auf den 250. Geburtstag des Genies verweist, neigt sich vor dem Ende noch seinem Höhepunkt zu. Denn der am 17. Dezember 1770 getaufte Junge ist wohl am 16. (oder vielleicht auch 15.) Dezember in Bonn zur Welt gekommen.

Rechtzeitig zum Geburtstag nun noch ein wichtiger Beitrag zum Thema: Christian Thielemann meldet sich zu Wort.
Auch er ist einer jener Musiker, die nicht nur in Aufführungen „schaffen“, sondern reflektierend ihre Gedanken niederlegen, wie er es auch 2013 zum Wagner-Jahr getan hat. Zu Beethoven hat jeder Musiker, der etwas auf sich hält, Entscheidendes zu sagen, man kommt, wie Thielemann schreibt, nicht um ihn herum. (Soll man ja auch gar nicht!)

Es ist tatsächlich eine lebenslange Reise geworden – und ein sehr persönliches Buch, in dem sich Christian Thielemann nicht scheut, heikle Themen anzugreifen oder unpopuläre Meinungen zu äußern. Wer würde schon so offen sagen, dass er „Fidelio“ für ein durch und durch misslungenes Werk hält (der Text!) und dass Beethoven (das Urteil gilt auch für die „Neunte“) eigentlich nichts von menschlichen Stimmen verstanden hat? Weil „Fidelio“ nach Thielemanns breit begründeter Meinung gar nicht gelingen kann, lässt er die Finger davon – wie oft man ihm das Werk auch anbieten mag…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Tanz/ Ballett: Sohn Gabriel über Karina Sarkissova: „Natürlich polarisiert meine Mutter“
So tickt der 18-jährige Sohn von Primaballerina Karina Sarkissova. Er ist im russischen Skiteam und will jetzt Mode machen.
Kurier

Radek, knapp 2: Als Donald Trump seinen IQ untersuchen ließ

Der Bestseller-Autor und klassik-begeistert-Kolumnist Radek Knapp (li.) und der Weltklasse-Tenor Piotr Beczala in Wien. Foto: privat

Es gibt aber auch Gewinner: Die Pandas, von denen das Wort Pandemie ja kommt, hatten endlich im Zoo von Peking einvernehmlichen Sex, weil ihnen endlich keine Touristen zugeschaut hatten. Vermissen werden wir auch den Witz: „Hier spricht ihr Flugkapitän auf dem Flug von Wien nach Hamburg. Ich arbeite heute von zu Hause aus.“

Endlich gute Nachrichten: Zwei große Plagen verabschieden sich langsam aber sicher. Plage Nr. 1: Donald Trump. Obwohl er die Wahl gewonnen hat, zieht er sich doch aus dem Weißen Haus zurück. So viel Großzügigkeit kann man allen Politikern wünschen. Als eine Journalistin neulich ihn fragte, ob er seinen IQ schon überprüft hat, lautete die Antwort des mächtigsten Mannes Amerikas : „Ich bin völlig gesund. Die Ärzte haben mich untersucht. Ich habe keinen IQ.“
Klassik-begeistert

„Müssen unbedingt etwas tun“: Deutschland vor hartem Lockdown
Seit Anfang November ist Deutschland im „Teil-Lockdown“. Die Zahlen sind seitdem nicht signifikant nach unten gegangen. Jetzt werden Rufe nach einschneidenden Maßnahmen immer lauter.
Kurier

Was sollen da wir „Ösis“ sagen, unsere Zahlen sind weit schlechter – trotz der wirtschaftsmordenden Maßnahmen.

In eigener Sache: Überwachung der Seite „Online-Merker.com leider notwendig

Wir haben leider nicht nur Freunde, immer wieder werden – zum Glück  meist linkische – Angriffe gestartet.

 

Wie Website wird nun täglich kontrolliert bzw. überwacht. Die Webentwicklerin rät von der Wiedereröffnung des Forums angesichts der Missgünstlinge, die sich dort herumtreiben, ab. Wir wollen jedoch noch einen Versuch starten, sinnvoller Weise erst dann, wenn die Theater wieder spielen  – und mit neuen Forumsregeln! A.C.

LIVE-STREAM ZUM THEMA „CORONA , LOCKDOWN UND DIE FOLGEN“

Am Donnerstag gibt es die letzte Livestream-Diskussion zum Themenschwerpunkt „CORONA, LOCKDOWN UND DIE FOLGEN“ und wir möchten Sie herzlich dazu einladen! Das Teilnehmen geht ganz leicht: einfach um 19:30 Uhr den Live-Stream-Link aufrufen und zuschauen: > Live-Stream-Link

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C

 

 

 

 

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