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9. AUGUST 2018

09.08.2018 | Tageskommentar

 

Heute schwitzt ganz Österreich – es ist der Höhepunkt der langen Hitzewelle, der heißeste Tag des Jahres. Bis zu 39 Grad sind vorhergesagt. Am heißesten wird es in Wien, NÖ, OÖ und dem Burgenland.

Österreich  glühte bereits gestern. 36,1° waren um 17.00 Uhr die Höchsttemperatur (gemessen in Tulln, NÖ), in Wien waren es 35,5°. Ab 15.30 Uhr durften Wiens Fiakerpferde in einen hoffentlich klimatisierten Stall. Mein Redaktionshund „Theo“, auch schon ein älterer Herr, ist kaum auf die Straße zu bekommen und verkriecht sich im Gewölbe (ja, so etwas gibt es noch) direkt unter der Online-Galerie (dort hat es konstant das ganze Jahr über 15 Grad). Im Vertrauen hat er mir erzählt, dass ein Hund nie so dumm wäre, sich heute in ein Theater zu pferchen. Gestern – beim Nachhauseweg von der Redaktion/ Galerie in meine Wiener Wohnung (so um 22 h) querte ich die „Plaza“ in der Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße (Zeleborgasse/Meidl. Hauptstraße) und musste mir dort um diese Zeit meinen Weg durch Menschenmassen bahnen, in deren Wohnungen es offenbar noch heißer ist als in einer FUZO im nächtlichen Wien.

Übrigens – einen Türkei-Urlaub erspare ich mir dadurch!

oe24.TV-Reporterin Denise Aichelburg kam rasch ins Schwitzen: Ihr Thermometer zeigte schon nach drei Minuten in der Wiener Innenstadt 40° an. Erklärung: Die Werte der Meteorologen beziehen sich immer auf die Temperatur im Schatten. In der Sonne heizt es natürlich noch viel mehr auf.

Heute heißester Tag des Jahres (bis 40 Grad)
http://www.wetter.at/wetter/oesterreich-wetter/40-Grad-Heute-heissester-Tag

SALZBURG/Festspiele – Kurzfassung: L’ITALIANA IN ALGERI – WA am 8. August 2018

Gestern Abend erlebte die witzige aber dennoch tiefgründige Neuproduktion der „Italienerin in Algier“ von G. Rossini, die bei den diesjährigen Salzburger Pfingst-Festspielen heraus gekommen war, ihre Wiederaufnahme. Und es wurde auch diesmal, als ein Starkgewitter die Festspielstadt in Atem hielt und beim Sokolov-Konzert im Großen Festspielhaus sogar für einen Wassereinbruch sorgte, ein voller Erfolg. Das Publikum war schlicht begeistert. Das lag einmal mehr an der unvergleichlichen Cecilia Bartoli in der Rolle der Isabella, aber auch an ihrem Begehrer Ildar Abdrazakov als Mustafà und der wirklich beeindruckenden Inszenierung von Moshe Leiser und Patrice Caurier.

Zum Bericht von Dr. Klaus Billand

Mit einer „Premiere“ warten heute die Salzburger Festspiele auf. „Jedermann“ muss wegen Tobias Morettis Lungenentzündung durch Philipp Hochmair ersetzt werden

Heinrich Schramm-Schiessl hat recherchiert. Es ist in der 86-jährigen Aufführungsgeschichte des Stückes (1922-1925 sowie 1938-1945 gab es keine Vorstellungen) erst das zweite Mal, daß es zwei Jedermann-Darsteller gibt. 1932 spielten Paul Hartmann und Raul Lange die Rolle, wobei nicht bekannt ist, ob das geplant war, oder Lange auch eingesprungen ist.

„Jedermann“ Philipp Hochmair in der Salzburger Getreidegasse. Foto: Youtube

Dem Salzburger Festspielpublikum ist Philipp Hochmair unter anderem durch seine Jedermann-Solo-Version in der Regie von Bastian Kraft im Rahmen des Young Directors Project 2013 bekannt. Hochmair spielte darüber hinaus dreimal unter der Regie von Nicolas Stemann bei den Salzburger Festspielen. 2011 in Faust I + II, 2008 in Die Räuber und 2004 in The winner is…Elfriede Jelinek: Das Werk. 2006 gab er Hermann Quitt in Peter Handke  Die Unvernünftigen sterben aus.

Dem Fernsehpublikum ist Hochmair als „Minister Schnitzler“ in den „Vorstadtweibern“ wohl ein Begriff! Und eigentlich ist das deprimierend, denn Schauspieler spielen unter Nichtbeachtung der breiten Öffentlichkeit anspruchsvolle Rollen – Bekanntheit erreichen sie aber durch eine Fernsehserie!

Ioan Holender sorgt sich um die Salzburger Kurzzeit-Produktionen

Was geschieht tatsächlich mit Pique Dame nach den wenigen Salzburger Vorstellungen? Was passiert mit „Salome“, was wurde aus dem Vorjahrs-„Wozzeck“?

Nun, gar so einfach wird es nicht sein, die für eine Riesenbühne geschaffene Produktion in ein kleineres Opernhaus zu verfrachten. Umbau? „Da kostet die Suppe wohl mehr als das Fleisch“ – wie wir in Wien zu sagen pflegen. Angeblich sollen die Produktionen aber doch verkauft werden (Pereira hat einige an die Mailänder Scala mitgenommen)

Auszug aus Salzburger Nachrichten:

Es wäre ein Jammer, wenn die Salzburger Festspiele eine Oper wie ,Pique Dame‘ nicht mindestens einen weiteren Sommer lang spielten“, sagt Ioan Holender. Der einstige Direktor der Wiener Staatsoper hat für ServusTV die Entstehung dieser Neuinszenierung begleitet und stellt fest: Die Arbeitsbedingungen seien in Salzburg ideal, Dirigent Mariss Jansons und Regisseur Hans Neuenfels hätten exzellent zusammengearbeitet…

Quelle: https://www.sn.at/salzburger-festspiele/da-redet-kein-sponsor-hinein-38501293 © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 201

Wenn Sie Holenders Meinung interessiert, dann lesen Sie in den SN weiter, sie landen aber bei einem Bezahlartikel.

Es fällt auf, dass Ioan Holender in letzter Zeit weit weniger angriffig ist als früher. Ist das Altersmilde? Oder ist das Kalkül? Holender hat ja noch einiges vor, worüber man offiziell nicht schreiben darf!
HOLENDER HEUTE BEI „SERVUS-TV“
 
 
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Salzburg/ Liederabend Villazon: Die spanischzüngigen Liederfürsten
 
Ann Matheson, Rolando Villazon. Copyright: Marco Borelli/ Salzburger Festspiele
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Lässt ein Sänger die „Deutschen Volkslieder“ von Brahms in Madrid, Buenos Aires oder Lima hören, könnte es leicht sein, dass das Verständnis seitens der Zuhörer an Grenzen kommt. Nicht viel anders geht es uns mit dem Spanischen „aus der alten und der neuen Welt“, dem Rolando Villazón seinen Festspiel-Liederabend widmete….

…Es war wirklich kein Abend, um das Zutrauen in Rolando Villazón zu steigern – aber einer, der den Horizont der Zuhörer hinsichtlich der spanischzüngigen Liederfürsten lohnend erweitert hat.
(Quelle: Drehpunkt Kultur)

Drehpunkt Kultur

Was der letzte Satz bedeutet, hat sich mir nicht erschlossen.
Und schon wir er mir von einem Leser erklärt:

…Es war wirklich kein Abend, um das Zutrauen in Rolando Villazón zu steigern – aber einer, der den Horizont der Zuhörer hinsichtlich der spanischzüngigen Liederfürsten lohnend erweitert hat. (Quelle: Drehpunkt Kultur)

Sie nehmen den Satz zum Villazon Abend in Salzburg. Die legendäre Victoria de los Angeles, eine begnadete Liedsängerin beendete ihre Liederabende schon in den 1960ger Jahren mit der Gitarre am Podium sitzend und begleitete sich zu Spanischem! Florez machte daraus sein Markenzeichen.

Als di Stefano, die 3 Tenöre, Heppner solche „leichte spanische Kost“ in ihre Programme aufnahmen, wurde das mit tralala, seicht abgetan. Davon leben z B auch Frau Garanca und ihr Mann, die heuer das 3 Tenöre Medley umarbeiteten.

Ich frage mich aber schon wer hält Rolando Villazon auf der „ pay roll“ = Gehaltsliste? Gestern hatten die ORF Seitenblicke einen eher peinlichen 90 Sekunden Bericht, Rolando in und vor dem Festspielhaus. Die „Kundschaft“ „nicht mehr ganz junge, in der Hitze aufgelöste Damen“ ! Vom Dirndl bis zum großen Abendkleid.

Das von mir, der sich immer wunderte wenn „ spanischzüngige Liederfürsten“ als leicht und seicht abgetan wurden/werden. Und den Italiener Francesco Paolo Tosti will ich nicht vergessen. Der lehrte bei Königin Victoria Musik und komponierte hunderte populäre Lieder.

Bayreuth: Wagner-Stipenden-Stiftung: Startrampe für Festspiel-Talente

Nordbayerischer Kurier

Von wegen „Freiheit der Kunst“:

Ruhrtriennale
Ruhrtriennale vor einem schwierigem Start
Sie sind imposant, die früheren Zechen, Kraftanlagen und Maschinenhallen. Die Ruhrtriennale macht seit 2002 diese besonderen Bauten zu Spielstätten für Kunst. Aber seit Wochen steht das Festival im Zeichen eine Debatte um Antisemitismus.
https://www.abendblatt.de/kultur-live/article215041363/Ruhrtriennale-vor-einem-schwierigem-Start.html
NRW-Ministerpräsident wendet sich von der Ruhrtriennale-Intendantin ab
Neue Zürcher Zeitung

Details kenne ich nicht, registriere aber, dass die Freit der Kunst doch ihre Grenzen hat. Dort nämlich, wo sich Politiker persönlich profilieren wollen. Ich kenne die Frau Carp nicht und will auch gar nicht für sie Partei ergreifen (das wäre womöglich kontraproduktiv), aber zu denken gibt mir das Vorgehen des Herrn Laschet schon!

Interview Wilhelm Schwinghammer: Allein bist Du auf der Bühne nichts – ich bin ein Team-Player“
Klassik-begeistert

Liebesgabe für „Lenny“
Der große amerikanische Komponist und Dirigent Leonard Bernstein, dessen 100. Geburtstag es dieses Jahr zu feiern gilt, gehörte seit den 1970er Jahren zu den Vertragskünstlern der Deutschen Grammophon-Gesellschaft. Dies dürfte vielleicht nicht ganz nach dem Geschmack des allgewaltigen Maestros Herbert von Karajan gewesen sein, war aber vom Management klug gedacht, versprach doch der zehn Jahre jüngere Bernstein eine höhere Lebenserwartung zu haben. Das Schicksal wollte es anders: Bernstein erlag nur 15 Monate nach dem Tod Karajans einem Lungenleiden. Gleichwohl entstanden in den etwa zwei Dekaden zahllose Einspielungen, von denen nicht wenige bis heute Referenzaufnahmen des jeweiligen Werkes sind.
Von Peter Sommeregger
Klassik begeistert

Herbsttage Blindenmarkt: „Die Rose vom Stambul“ 5.-28. Oktober 2018, Ybbsfeldhalle Blindenmarkt

Ybbsfeldhalle in Blindenmarkt.Copyright: Walter Büchele/ Herbsttage

Michael Garschall ist ein Phänomen: Klosterneuburgs „Traviata“ ist seit Sonntag abgespielt, sofort springt er auf die Herbsttage Blindenmarkt über. Dort hat er – als gebürtiger Blindenmarkter – den Bau einer Veranstaltungshalle durchgesetzt (viele Jahre wurde in einem eigens dafür kurzfristig umgebauten Schul-Turnsaal gespielt). Wer die Politik kennt, weiß, wie schwierig das ist. Meine Frau ist in einer Wienerwald-Gemeinde Ortspolitikerin, wenn die mit dem Wunsch nach dem Bau einer Theaterhalle im Gemeinderat antanzen würde, bräuchte sie zur nächsten Wahl gar nicht mehr antreten – da würde sie eher den Bau eines Flugplatzes durchsetzen.

In Blindenmarkt gehen die politischen Uhren etwas anders – ein wenig Insiderwissen habe ich schon. Trotzdem, die Durchsetzung eines derartigen Ansinnens ist ein Husarenstück (vergleichbar mit dem Pleyel-Konzertsaal in Ruppersthal, hinter dem jedoch Alt-Landeshauptmann Pröll gestanden hat – weil er in der Nachbargemeinde wohnt). Aber in Blindenmarkt wohnt kein Landesfürst, die Fürstin residiert in Klosterneuburg.

„Die Rose von Stambul“. Copyright: Herbsttage/ Mark Glassner

mit Andreja Zidaric, Verena te Best, Christiana Bruckner, Susanna Hirschler, Iurie Ciobanu, Lorenz Bodner, Claus J. Frankl, Marcus Ganser, Roman Martin u.a.
Ballett und Chor der Herbsttage Blindenmarkt
Kammerorchester Ybbsfeld

Intendanz: Michael Garschall
Musikalische Leitung: Kurt Dlouhy
Inszenierung: Isabella Gregor

www.herbsttage.at

Sprachliche Entgleisungen. Von Michael S. Zerban/ O-Ton („Kulturmagazin mit Charakter“)

Wer sich über Regeln hinwegsetzt, fühlt sich gut. Und hat Recht. Meistens. Manchmal. Nicht immer. In Deutschland gibt es Rechtschreibregeln. Und die gibt es ausnahmsweise mal nicht, weil die Bürger gemaßregelt werden sollen, sondern damit ein Höchstmaß an sprachlicher Klarheit erreicht werden kann. Die Vergewaltigung der deutschen Sprache, die viele Kulturtreibende inzwischen betreiben, ist kaum noch erträglich – weil sie von nichts anderem als Dummheit zeugt…

SPRACHLICHE ENTGLEISUNGEN

WIEN/ Theater im Renaissance-Hotel (15. Linke Wienzeile/ Ullmannstraße  71 – U4 Meidling Hauptstrasse)

WIEN UM 1900 – Arthur SCHNITZLER – Die Gefährtin

noch zu sehen heute am 9. August um 20,30 h

 

THEATER DES WANDELS
wien1900@icloud.com

Tel. 0664/73551054
www.theaterdeswandels.com

Berlin: Die Leichtathletik -Europameisterschaft geht in das Finale

Meine Abende in dieser Woche gehören der Leichtathletik. Bei der Europameisterschaft im Berliner Olympiastadion sehe ich interessierter zu als bei der Fußball-WM. Ich war kein wirklich guter Fußballer und ein schrecklicher Turner (die Geräte haben mich meist abgeworfen), aber ein ganz guter Mittelstreckenläufer (so von 800 – 3000 Meter, den 5.000er musste ich als damals junges Schiedsrichtertalent in 25 Minuten hinlegen). Beim Lauftest unter den Fußballschiedsrichtern in Jahren so jenseits der 40 war mein Antreten immer eine Art Belustigung unter den Kollegen, weil ich sechseinhalb Stadionrunden zu absolvieren hatte, die ersten 400 Meter aber so um die 52 Sekunden (das ist knapp über 9 Sekunden über dem Weltrekord- eine Ewigkeit – aber immerhin) gelaufen, bereits in der zweiten Runde aber eingegangen bin wie die berühmte „böhmische Leinwand“  und mich dann mit Ach und Krach in das Ziel geschleppt habe. Ich weiß, das war unökonomisch, aber mir ging es um eine spektakuläre erste Runde.

Nicht verhehlen möchte ich auch, dass ich bei der Leichtathletik meist wohlgebaute weibliche Körper in kurzen Sporthosen sehe – und der Anblick der Sprinterinnen und auch der Hochspringerinnen mit ihren endlos langen Beinen gefällt mir besser als der Anblick von verschwitzen Fußballern. Aber auch Kugelst0ßerinnen ind Hammerwerferinnen können gut aussehen, wenn die Proportionen stimmen – und das ist bei Sportlerinnen meist der Fall. 

Gestern hat Österreich durch einen Diskuswerfer aus OÖ eine Bronzemedaille gemacht, die erste nach vielen Jahren Durststrecke.

Was auffällt ist die starke Präsenz von Afrikanern bei einer Europameisterschaft! Afrikaner sind in Laufbewerben meist erfolgreicher als Europäer (in den sogenannten „Technischen Bewerben“ dafür eher schwach). Länder wie die Türkei haben ganze Laufstaffeln aus Kenia etc. „eingetürkt“ – und die sollen dort für die Türken Erfolge holen. Gestern kam es zu einem menschlichen Drama: Die extra zur Türkin gemachte afrikanische 10 000 Meter-Läuferin wurde „nur“ Vierte. Dem Sultan wird das gar nicht gefallen. Gewonnen hat diesen 10 000 Meter Lauf (etwa 31 Minuten) übrigens eine für Israel startende Schwarzafrikanerin.

Österreich macht da nicht mit, ist wie immer ehrlich und somit der Dumme.

Dieses Mal wurde der Bogen überspannt, ab sofort soll dem Einbürgerungswahn ein Riegel vorgeschoben werden.

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

Freitag kommt Abkühlung! Halten Sie bis dahin durch!

 

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