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8. SEPTEMBER 2021 – Mittwoch

08.09.2021 | Tageskommentar

 

ANGST VOR VOLLEN HÄUSERN?

In Wien will man volle Häuser, hat sie jedoch – der Situation um Corona geschuldet – nicht. Auch ist es eine Prestigeangelegenheit, die man sich durch staatliche Ausfallsgarantie auch leisten kann. In Deutschland rechnen manche Theater vieleicht etwas zu viel.

Auszug aus der „Klassikwoche“ von „Crescendo“: Mit allerhand Unverständnis habe ich den Text von Christiane Lutz in der Süddeutschen darüber gelesen, dass viele Theater in Deutschland ihre Säle gar nicht ganz öffnen wollen, obwohl sie es längst könnten: „Die meisten städtisch und staatlich subventionierten Theater entscheiden sich derzeit nicht für Vollbesetzung und Maskenfreiheit, sondern tüfteln eigene Regelwerke aus. Berlin beispielsweise. Dort dürften laut Corona-Verordnungen bei entsprechenden Lüftungssystemen, 100 Prozent Zuschauer eingelassen werden, ohne Maske. Dennoch entschied man sich etwa am Berliner Ensemble, die Maskenpflicht beizubehalten, um in dem recht engen Theater den Zuschauern ein größtmögliches Gefühl der Sicherheit zu geben, wie die Pressesprecherin erklärt.“

In der selben Ausgabe der Zeitung: Wie geht es Eva Wagner-Pasquier? Sie liegt ja nach einem Sturz in die Isar derzeit im Krankenhaus.

Der Crescendo-Autor schreibt:

Ich kenne Eva Wagner-Pasquier als lebensfrohe, anpackende Frau, als stolze Mutter und leidenschaftliche Musikmanagerin. Vielleicht an dieser Stelle nur so viel: Wer mag, halte einen Moment inne und sende ihr (auf welchem Weg auch immer) Kraft in diesem Augenblick. 

Angst vor vollen Häusern und Bangen um Eva Wagner
Crescendo-KlassikWoche 36/2021
https://crescendo.de/klassikwoche36-2021-mallwitz-eva-wagner-apple-1000083466/

Der Grund für die Tourneeabsage von Anna Netrebko: Der Vater ist gestorben!

 
 
ZU INSTAGRAM mit 8 Fotos und einem (ergreifenden) Video
 
Es gab Spekulationen über den Grund der Absage im Wiener Konzerthaus  und anderswo (schleppender Kartenverkauf etc.), aber ich habe mich nicht daran beteiligt, weil man mit solch einem alarmierenden Grund nicht Schindluder treibt. Deshalb habe ich Anna Netrebko aufs Wort geglaubt!
Die sich offenbar länger dahinziehende Erkrankung des Vaters hat sich vielleicht auch auf die Leistung von Anna Netrebko in den „Salzburger Monaten“ ausgewirkt. Die Sängerin hatte ein sehr inniges Verhältnis zum Vater. Einem geliebten Menschen über Monate hinweg beim Sterben zusehen zu müssen, ist schrecklich. Ich habe meine Mutter täglich im Spital besucht – und es war für mich deprimierend. Als es endlich aus war, war nicht nur sie erlöst, auch ich war erleichtert. Ich kann mich also in die Gefühlswelt einer sensiblen und liebenden Tochter versetzen.
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Wiener Staatsoper: Weitere Kritiken aus der Saisoneröffnungswoche:

WIEN / Staatsoper: Giacomo Puccinis TOSCA am 6.9.
 
 
Ludovic Tezier, Carmen Giannattasio. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn
Wie bei der ersten Aufführung sind auch bei der zweiten recht viele freie Plätze frei geblieben. Woran das liegen mag, wo doch Puccini-Opern immer schon richtige Renner sind? Hat sich das Wiener Publikum – derzeit gibt es ja kaum Touristen als Kunden – an der Inszenierung tatsächlich schon sattgesehen? Oder liegt es an der Besetzung, die für eine Saisoneröffnung – abgesehen von Erwin Schrott bzw. den für ihn einspringenden Ludovic Tézier – nicht mit den allerersten Namen locken kann? Wenn Letzteres zutreffen sollte, wäre das bedauerlich, denn die gebotenen Leistungen sind durchaus überzeugend, und Carmen Giannattasio und Fabio Sartori gelten gerade für die Partien der Floria Tosca und des Cavaradossi als international gesuchte und überaus geschätzte Interpreten…
Zum Bericht von Manfred A. Schmid

WIEN/ Staatsoper: LA TRAVIATA am 5.9.2021 – (von Thomas Prochazka)

 

Keine Frage, Simon Stone will dafür gefeiert werden, daß er, was ihm Realität ist, ins Opern­haus übersiedelt. So war der Regisseur bereits 2019 mit Cherubinis Medée bei den Salzburger Festspielen verfahren: Hatte den Mythos aller Mystik entkleidet, sich mit einer Heimchen-Alternative zufriedengegeben; in Verkennung (oder Ignoranz?) von Medées Dasein als Werkzeug der Vorsehung.

Diesmal: Gegenteiliges. Die Kurtisane Violetta Valéry verwandelte Stone in eine Influencerin unseres Jahrzehnts. Mit 147 Millionen »Followern« in den Sozialen Netzwerken und eigener Parfum-Linie…

…Stones Spielleitung und Robert Cousins Bühne blenden; faszinieren: Doch sie berühren nicht. Aber sind es nicht gerade die Emotionen, die wir in der Oper suchen? Denn Oper ist Theater durch Gesang. Nicht Kino.

http://dermerker.com/index.cfm?objectid=91D972A0-FBEE-7E5D-08AB1BAA53042F85

Staatsoper 5.9.: „Social-Media-Violetta“
Die Pandemie hat die letzte Staatsopernsaison gehörig durcheinander gewirbelt. Einige Neuproduktionen wurden zwar für Streams erarbeitet, werden aber erst jetzt im Haus dem Publikum vorgestellt. Die neue „La traviata“ in der Inszenierung von Simon Stone zählt dazu…

…die Aufführung steigerte sich ab dem zweiten Akt. Der Schlussapplaus dauerte rund acht Minuten lang, er war stark, aber nicht enthusiastisch. Das Regieteam war nicht anwesend, also konnte sich bei ihm niemand lautstark beschweren.

http://www.operinwien.at/werkverz/verdi/atrav19.htm

Hinreißende Violetta, prächtiger Vater Germont (Bezahlartikel)
https://www.diepresse.com/6030336/hinreissende-violetta-prachtiger-vater-germont

ORF-Kultursommer 2021 erreichte im TV 4,4 Millionen heimische Kulturbegeisterte
OTS-Presseaussendung

Salzburg
Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler: „Kunst kann die richtigen Fragen stellen“
(Podcaast)
Zum Podcast

München
ARD-Musikwettbewerb:Sopran gewinnt
Der zweite Durchgang Gesang offenbart die Schwierigkeiten dieses Fachs – und die Möglichkeiten.
Sueddeutsche Zeitung

OPER ZÜRICH: SONNTAG PREMIERE „SALOME“. Ein Stream wird angeboten!

oper für alle
Live-Übertragung der Premiere von «Salome»
Die erste Premiere der Saison im Rahmen des grossen Eröffnungswochenendes dreht sich um eine psychologisch auffällige Frauenfigur. Bereits in der Bibel wird Salomes erotischer Tanz vor ihrem Stiefvater erwähnt, für den sie sich als Gegenleistung einen abgeschlagenen Kopf bringen lässt. Unzählige Dichterinnen und Bildende Künstler hat sie zu Werken inspiriert, so auch Oscar Wilde. Richard Strauss wiederum hat aus dessen Theaterstück einen packenden Operneinakter gemacht, der 1905 mit durchschlagendem Erfolg uraufgeführt wurde und bis heute zu den populärsten Werken des Opernrepertoires gehört. Intendant Andreas Homoki inszeniert «Salome», die vielversprechende Russin Elena Stikhina aus dem Ensemble des St. Petersburger Mariinski-Theaters übernimmt die Titelrolle. Kurt Aeschbacher moderiert die Übertragung der Premiere und spricht im Vorprogramm mit den Künstlerinnen und Künstlern der Eröffnungspremiere.

Weltweiter Live-Stream

Für alle, die es am Sonntagabend nicht auf den Sechseläutenplatz schaffen, steht die Liveübertragung der Premiere von Richard Strauss’ «Salome» während «oper für alle» auch kostenlos auf der Homepage des Opernhaus Zürich zur Verfügung.

OPER FRANKFURT: Zweite Wiederaufnahme NORMA am 12.9. um 15,30 h

Copyright: Barbara Aumüller

Musikalische Leitung: Erik Nielsen
Regie: Christof Loy
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Aileen Schneider

Ausführlicher in unseren „Infos des Tages“

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmstart:  9. September 2021 
HINTER DEN SCHLAGZEILEN/ Deutschland  /  2021 
Dokumentation  / Regie: Daniel Sager

Investigative Journalisten wissen, dass sie zwar viel Lob einheimsen werden, wenn ihre Recherchen die Öffentlichkeit erreichen, dass sie aber infolge der konstitutionell brisanten Themen und Enthüllungen auch bittere Feinde haben. Und dass es Menschen gibt, die ihnen – ohne „Fake News“ zu rufen – kritisch auf die Finger sehen.

Dasselbe kann ein Film erwarten, der als echte (oder auch scheinbare) Dokumentation über die Arbeit dieser Männer in der Redaktion der „Süddeutschen Zeitung“ gedreht wurde. Ausgangspunkt war dabei zwar der Mord an der maltesischen Bloggerin Caruana Galizia, die 2017 mit einer Autobombe getötet wurde (den Täter haben die Journalisten nicht ausfindig machen können). Dann ging es um einen gefährlichen Waffenhändler mit undurchsichtigen Vernetzungen (den sie auch nicht aufspürten).

Aber im Hintergrund lauerte schon die Story, die dann – nun nicht gerade eine Jahrhundertgeschichte wurde, aber immerhin eine, die nicht nur einen einzelnen Mann zu Fall gebracht, sondern eine ganze Regierung gestürzt hat. „Ibiza“ mit einem Wort…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

FILMTIPP: Besonders für Salzburg-Fans oder Opernfans interessant. HEUTE

 

https://www.daserste.de/unterhaltung/film/filmmittwoch-im-ersten/sendung/die-unschuldsvermutung-100.html

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Jair Bolsonaros Kampf ums politische Überleben wird radikaler: Die Popularität des brasilianischen Präsidenten hat einen Tiefpunkt erreicht. Vor 120 000 Anhängern verschärfte er am Dienstag seine Attacken gegen den Obersten Gerichtshof. Nun will der Rechtspopulist einen Verfassungsrat einberufen, der über den Ausnahmezustand entscheiden könnte.
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  • Iran baut sein Atomprogramm mit unverminderter Dynamik aus: Laut einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde hat Teheran seine Vorräte an hoch angereichertem Uran noch einmal aufgestockt. Zur Herstellung setze das Land immer modernere und leistungsfähigere Zentrifugen ein. Damit verstosse es weiterhin deutlich gegen Auflagen des Wiener Atomabkommens von 2015, das den Bau einer Atombombe verhindern soll.
    Zu den neusten Entwicklungen
  • Frankreichs Justiz ermittelt weiter gegen Holcim: Das oberste französische Gericht will, dass Vorwürfe wegen Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit weiter untersucht werden. Auch die US-Justizbehörden interessieren sich für Aktivitäten des französischen Teils des weltgrössten Zementherstellers in Syrien vor 2015.
    Zum Bericht
  • Sportschuh-Hersteller On gibt Details zum Börsengang bekannt: Die Zürcher Firma, an der auch Roger Federer beteiligt ist, will ihre Aktien demnächst an die New Yorker Börse bringen. Das Unternehmen, eine der am schnellsten wachsenden Laufschuhmarken, erhofft sich neues Kapital von bis zu 622 Millionen Dollar.
    Zum Bericht
  • Die erste Gesteinsprobe vom Mars ist unter Dach und Fach: Beim zweiten Versuch konnte der Marsrover «Perseverance» mit einem Bohrer eine Gesteinsprobe nehmen und sie luftdicht in einem Röhrchen aus Titan versiegeln. Die Probe wird auf dem Mars zwischengelagert und soll bei einer zukünftigen Mission zur Erde zurückgebracht werden. Forscher versprechen sich neue Erkenntnisse über die geologischen Verhältnisse auf unserem Nachbarplaneten.
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  • Britney Spears‘ Vater will als Vormund abtreten: Wegen einer Lebenskrise der amerikanischen Sängerin hatte ihr Vater vor 13 Jahren die Vormundschaft über Spears‘ Finanzen übernommen. Im Juli zeigte sie ihn wegen Missbrauchs dieser Position an. Nun nimmt Jamie Spears einen Kurswechsel vor.
    Zum Bericht

Medien/ TV: Rassismus-Vorwürfe: Wolfgang Fellner verwendet N-Wort
In sozialen Netzwerken kursieren Videos, in denen der Medienmanager sagt, er wolle nicht aussehen „wie ein N**** im Tunnel“.
https://www.krone.at/2501664

Eine glückliche Phase hat Wolfgang Fellner derzeit nicht, nun stolpert er über das N-Wort. Die Zeiten sind auch viel schwieriger geworden, die von einem österreichischen Sportreporter erfundene Redewendung (angesichts eines Bildausfalls im TV, also schwarzer Bildschirm, während er einen Boxkampf kommentierte) vom „Kampf zweier Schwarzafrikaner im Tunnel“ (der Reporter hat politisch unkorrekt nicht „Schwarzafrikaner“ gesagt, aber das durfte man damals problemlos) wurde für Fellner zum Problem. Aber der wurstelt sich da schon wieder aus!

Fußball
Jetzt ist es wohl in der WM-Quali aus: Schotten gewinnen in Wien 1:0


Foto vom Abschlusstraining der Schotten? Nein, im Kilt haben sie nicht gespielt

Vielleicht hätten wir sie überreden sollen, im Kilt zu spielen – dann wäre eventuell ein 0:0 (das aber auch nicht geholfen hätte) möglich gewesen!

spox.com

Die nächste Watsche: 0:1 gegen Schottland
Der Standard

Was soll der Trainer – ein Deutscher – nun machen? Auf keinen Fall die Nerven verlieren! Für die WM-Qualifikation ist das Nervenkostüm des Trainers zwar auch schon egal, nicht aber für seine persönliche Zukunft. Nicht hinwerfen, sondern darauf warten, dass er rausgeschmissen wird. Dann hat er zumindest für seine Person die richtige Taktik gefunden und es klingelt wenigstens bei ihm die Abfertigungskassa

Ich wünsche trotzdem einen schönen Tag

A.C.

 

 

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