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8. OKTOBER 2018

08.10.2018 | Tageskommentar

Cherubinis „Medea“ eröffnete gestern sie Saison der Staatsoper Berlin. Copyright: Staatsoper Berlin/ Bernd Uhlig

Der Blogger Anton Schlatz von „Oper- und Konzertkritik Berlin“ meldet sich mit der ersten Premierenkritik

Medea und kein Ende. Es ist ja nicht so, dass das furiose Antikendrama um die verstoßene Zauberin aus Kolchis auf den Berliner Musikbühnen unbekannt wäre. In bester Erinnerung sind die zeitgenössischen Medea-Werke von Aribert Reimann (Komische Oper) und Pascal Dusapin (Staatsoper). Nun lädt wiederum die Staatsoper Berlin zum Medea-Experiment. Zu hören ist diesmal Medea von Luigi Cherubini, die Oper stammt zwar von 1797, ist aber bei weitem nicht die Ur-Medea, wenn auch, insbesondere dank Maria Callas, die bekannteste aller Vertonungen. Es inszeniert Andrea Breth. Die Neuinszenierung ist glänzend besetzt, aber Breth verordnet ihrer Medea strenge Diät. Das Ergebnis ist zwiespältig. Zwar zeigt die Drehbühne eine moderne Lagerhalle mit Lüftungskanälen, Industrierolltor und rostig versifftem Außenklimagerät (Bühne: Martin Zehetgruber). Wir sind in einem Gewerbegebiet irgendwo zwischen Piräus und Korinth. Statt Ägäis stapelt sich eine öde Kistenlandschaft, in denen wohl so was wie Kunst gehandelt wird. Allerdings will Breth kein prolliges Regietheater…

Sonya Yoncheva triumphiert in Berlin als Medea
In einer glänzend besetzten Neuinszenierung von Luigi Cherubinis Medea-Oper bleiben kaum sängerische Wünsche offen. Anders sieht das bei Andrea Breth aus, die Regie führt. Daniel Barenboim dirigiert die Staatskapelle Berlin.
https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2018/10/08/premiere-staatsoper-medea/

Berliner Staatsoper begeistert mit „Medea“ von Cherubini
Luigi Cherubinis „Medea“ hat an der Berliner Staatsoper Unter den Linden am Sonntag-Abend tosenden Applaus geerntet. Gefeiert wurde vor allem die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva in der Titelpartie. Auch die gesamte Staatskapelle und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim nahmen auf der Bühne Ovationen des Publikums entgegen. Lediglich für Regisseurin Andrea Breth gab es einige Buh-Rufe.
Musik heute
„Medea“ in der Staatsoper
Die erste große Opern-Premiere der Saison an der Staatsoper Unter den Linden macht den Vorhang auf für eine der faszinierendsten Frauen der griechischen Mythologie: Andrea Breth inszeniert „Medea“ von Luigi Cherubini. Ein Premierenbericht von Barbara Wiegand.
https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/kultur/201810/08/276717.html

Wiener Staatsoper: Don Pasquale. Zwei Rezensionen der dritten Vorstellung eingelangt

Ambrogio Maestri, Gabriel Bermudez. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Neidig blickt der Rezensent zu jenen Kinos, aus welchen von der MET die Berichte über eine umwerfend spannende Aida dank der Starsängerinnen Netrebko und Rachvelishvili und dabei von einer wahren „Explosion des Publikums“ künden dürfen, zumindest was den Applaus anlangt, der die Projektionsleinwand zu verbiegen imstande war.
Nun ist diese teilweise so quitschbunt häßliche Inszenierung der Frau Irina Brook und ihrer Helfer von Donizettis Pasquale hier in der Wiener Staatsoper in keinem Augenblick dazu in der Lage, eine Explosion des Beifalls hervorzurufen, denn trotz des Namens ihres berühmten Vaters, den diese Regisseurin trägt, sieht das ganze aus, als wäre es ein Produkt einer Coproduktion mit dem Wiener Raimundtheater oder – noch schlimmer – den Stockerauer Festspielen unter Alfons Haider…

Zum Bericht von Peter Skorepa

Bericht von Dominik Troger/ www.operinwien.at

Die Staatsopern-Produktion von „Don Pasquale“ aus dem Jahr 2015 hat es in dreieinhalb Jahren auf 26 Aufführungen gebracht. Die dritte und letzte Vorstellung der aktuellen Serie wartete mit einer Umbesetzung auf: Hila Fahima sprang für Andrea Carroll ein und gab als Norina ihr Wiener Rollendebüt.

http://www.operinwien.at/werkverz/donizett/apasq4.htm

INTERVIEWS ZU „LES TROYENS an der Wiener Staatsoper (Premiere 14.10.):

GESPRÄCH MIT PAOLO FANALE (Tenor, singt die Rolle des „Iopas“)

Paolo Fanale. Foto: Agentur

Es ist bereits seine zweite Premiere an der Wiener Staatsoper. Nach dem „Fenton“ in der Falstaff-Produktion unter dem Regisseur Sir John McVicar nun der „Iopas“ in den „Troyens“ unter dem selben Regisseur.   

Der Iopas ist eine äußerst schwierige Rolle, meint der Künstler aus Palermo. Er ist ungefähr so heikel angelegt wie der italienische Sänger im Rosenkavalier, nur dass im Rosenkavalier der Sänger auf die Bühne kommt und loslegen kann, der Iopas ist schon lange zuvor in der Szene anwesend, mit kleineren Einwürfen und erst nach circa zwanzig Minuten des fast Nichtstuns muss er sich präsentieren. Das ist wie von 0 auf 150 in drei Sekunden…

ZUM INTERVIEW Paolo Fanale mit Elena Habermann

Paolo Fanale verrät im Interview, dass er auch Bauer in Sizilien mit 400 Olivenbäumen, zwei Söhnen und fünf Hunden ist!

Wien/Volksoper: DIE ZAUBERFLÖTE am 6.10.

Zum Bericht von Elena Habermann

BADEN bei Wien: KAISERIN JOSEPHINE von Emmerich Kálmán. Premiere halbszenisch

Copyright: Bühne Baden/ Foto Hofer

Zum Premierenbericht von Ernst Kopica

Erfurt: Premiere FRA DIAVOLO am 6.10.

Julian Freibott, Leonor Amaral. Copyright: Lutz Edelhoff/ Theater Erfurt

Mit der Inszenierung der Oper „Fra Diavolo“ von Auber beginnt das Theater Erfurt seine neue Spielzeit unter Motto „Film ab“. Die Idee dahinter ist, Opernstoffe, die auch verfilmt wurden, für das Erfurter Publikum neu zu entdecken. Regisseur Hendrik Müller verlegt die Handlung der Oper von Daniel-François-Esprit Auber in ein Luxushotel und macht damit den Auftakt zur neuen Themenreihe. Der Opernstoff, uraufgeführt 1830 in Paris, wurde von Hollywood 1933 unter dem Titel The Devil’s Brother mit Stan Laurel und Oliver Hardy verfilmt

Zum Premierenbericht von Larissa Gawritschenko und Thomas Janda

Frankfurt: CAPRICCIO. Wiederaufnahme am 6.10.

Kirsten MacKinnon (Gräfin Madelaine), Sebastian Geyer (Graf). Copyright: Barbara Aumüller

Brigitte Fassbaender verlegte die Handlung in die Aera der Entstehung nach Paris ins Milieu des französischen Widerstands, verdeutlichte aber dennoch auf vorzügliche Weise worum es in diesem Werk geht. Im Grunde hätte es diesem Zeitschwenker gar nicht bedurft, denn diese Inszenierung der großartigen Künstlerin lebt, gespickt mit vielen ironischen Seitenblicken menschlicher Kuriositäten, liebevollen Details, der exzellenten Personenführung – ein absolutes Kunstwerk modernisiertem Regietheater. Bravo! Die Oper lebt, trotz Kräuel so mancher Banausen…

Zum Bericht von Gerhard Hoffmann

Capriccio“ in Frankfurt : Der doppelte Boden
Brigitte Fassbaenders „Capriccio“ wird in Frankfurt wiederaufgenommen. Musikalisch ist die letzte Oper von Richard Strauss etwas für Kenner. Als Gastdirigent gibt Lothar Koenigs sein Debüt am Haus.
Frankfurter Allgemeine

TOURS /Opéra de Tours: „LES FEES DU RHIN“ von Jacques Offenbach
Erstaufführung“ als Auftakt des Offenbach-Jahres des Palazzetto Bru Zane

Tours ist ein wunderschönes, etwas verschlafenes Städtchen am Ufer der Loire, nur 1 Stunde südlich von Paris. In der teilweise mittelalterlichen Altstadt herrscht noch die Atmosphäre, die so meisterhaft durch Honoré de Balzac beschrieben wurde, der 1799 in Tours geboren wurde. Vor dem Musée des Beaux-Arts steht noch immer einer der größten Zedernbäume Frankreichs: 1804 zur Krönung von Napoleon gepflanzt und nun 31 m hoch und 33 m breit. In den alten Mauern gibt es auch viel moderne Kunst. Das Schloss von Tours wurde eine Zweigstelle des Pariser Jeu de Paume, das hier anspruchsvolle Foto-Ausstellungen präsentiert, und im Centre de Création Contemporaine Olivier Debré gibt es absolut zeitgenössische Kunst. Auch die Oper spielt ein unerwartet modernes Programm. Das imposante 1872 eröffnete „Grand Théâtre“ – dreimal so hoch wie alle umstehenden Häuser – wurde dem sich damals im Bau befindlichen Palais Garnier „nachempfunden“: genau der gleiche Saal und eine ähnliche riesige Freitreppe. Ein prachtvolles Ambiente mit einer wunderbaren Akustik, in denen der vor zwei Jahren angetretene neue Direktor Benjamin Pionnier ein ambitioniertes und interessantes Programm bietet…

Zum Bericht von Waldemar Kamer

Ausstellung  GERHARD RICHTER  in Köln (Verkaufsaustellung bis 22.12.)

Gerhard Richter. Foto: Andrea Matzker

33 Werke des Künstlers, alle handschriftlich signiert, hängen bis zum 22. Dezember 2018 in der Kanzlei CMS Hasche Sigle im Kölner Kranhaus 1 und können auf Anfrage hin besichtigt werden. Bevorzugter  Besichtigungstermin ist voraussichtlich jeweils Freitag nach Arbeitsschluss, damit der Betrieb der Kanzlei nicht zu sehr aufgehalten wird (Anmeldung und Terminvereinbarung über die E-Mail: kunsthilftgeben@gmail.com).

War Banksys Schredderaktion ein abgekartetes Spiel?
Spekuliert wird, dass der Künstler vor Ort war, und, dass das Auktionshaus Sotheby’s dessen Pläne gekannt haben könnte.
Kurier

Ich glaube auch, dass die Aktion inszeniert war. Soeben habe ich ein Video gesehen. Das Bild wurde zwar in Streifen geschnitten, jedoch so, dass es durch den oberen Rand noch zusammengehalten wird. Ich habe gestern die Vermutung geäußert, dass „der Banksy“ jetzt bedeutend mehr wert ist als vorher. Diese Vermutung erhebe ich nun zur Behauptung!

Fußball: Nach Bayern-Bankrott taucht nun der Name Zidane auf
Bei Bayern München brennt es nach vier Spielen ohne Sieg lichterloh. Darf Niko Kovac Trainer bleiben? Es fällt der Name Zidane.
http://www.heute.at/sport/fussball/story/Keine-Rueckendeckung-fuer

Entwarnung: Alaba feiert schon wieder beim Münchner Oktoberfest
Was feiert er? Das 0:3 gegen Gladbach?
https://www.krone.at/1784653

Irgenwie habe ich das Gefühl (es ist bloß ein Gefühl, denn ich verfüge über kein Insiderwissen bei den Bayern), dass der Trainer von einen Teil der Spieler als „um eine Nummer zu klein“ empfunden wird.

David Alaba hat sich bei der 0:3 Niederlage gegen Gladbach verletzt. Deswegen sagt er übrigens auch dem österreichischen Nationalteam für das Nordirland-Spiel ab. Gut, wir werden es verschmerzen.  Nach dem Gladbach-Spiel taucht der verletzte Herr Alaba jedoch beim Münchner Oktoberfest auf und lächelt dort breit in die Kamera.

Auch ich konnte in meinem Berufsleben einen im Krankenstand befindlichen Mitarbeiter nicht verbieten, privat zu einer Veranstaltung zu gehen. Hätte er mir aber davon ein Foto gepostet, hätte ich es als Provokation empfunden.
Nach einer Niederlage hatten meine Fußballer, solange ich in der Nähe war, eine betroffene Miene aufzusetzen. Das haben sie auch gemacht. Ob sie gelacht haben, als sie „um die Ecke“ waren, ist mich nichts mehr angegangen.

Herr Alaba lächelt nach einem Debakel und zwar so, dass es der Trainer sehen muss! Hat der noch den nötigen Respekt? Oder ist Herr Alaba der Beweis, dass Fußball denn doch kein Intelligenzspiel ist?

In jedem Fall wünsche ich elf österreichischen Spielern, dass sie einem zwölften zeigen, das es auch ohne ihm geht – womöglich sogar besser!

Wie immer muss ich nicht recht haben und akzeptiere auch Gegen-Argumente. Heinrich Schramm-Schiessl tritt zur Alaba-Verteidigung an:

Über das Lachen kann man sicher diskutieren, aber er war nicht freiwillig am Oktoberfest. Die Bayernspieler und auch der jeweilige Trainer sind vertraglich verpflichtet, in Lederhosen und rotkariertem Hemd im Paulaner-Zelt – Paulaner ist einer der Großsponsoren des Klubs – zur sogenannten „Bayern-Wiesen“ zu erscheinen. Selbst ein Mann wie Guardiola musste dabei szt. zähneknirschend mitmachen.  

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

Vorankündigung: Aus privaten (familiären) Gründen ist morgen, Dienstag, die Geschäftsstelle/ Galerie geschlossen, zumindest bis zum späteren Nachmittag! Auch der Redaktionsbetrieb wird möglicherweise eingeschränkt.

 

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