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8. NOVEMBER 2018

08.11.2018 | Tageskommentar

Nikolaus Bachler als Künstlerischer Leiter der Salzburger Osterfestspiele fixiert, ob aber Thielemann bleibt, ist mehr als fraglich!

Bis 2021 sind „Die Dresdner“ an Salzburg und Salzburg an die Dresdner gebunden (Thielemanns Vertrag wird jährlich verlängert), dann folgt Nikolaus Bachler als Alleinverantwortlicher. Bis dahin ist er bloß „Geschäftsführender Intendant“ und erstellt mit Thielemann gemeinsam (!) das Programm. Diese Regelung wurde gestern fixiert und von den Vertragspartnern anerkannt.

Ich wette darauf, dass es ab 2o21 Thielemann bei den Osterfestspielen nicht mehr gibt. Wer traut sich dagegen zu halten? Es werden nicht so viele sein….
Das „gute Einvernehmen“ wird allzusehr beschworen……

Kleine Zeitung

 

Wiener Staatsoper: LOHENGRIN – gestern ging die letzte Vorstellung der Serie über die Bühne


Elza van den Heever, Andreas Schager.
Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Heinrich Schramm-Schiessl ist sich bewusst, dass er mit seiner zur Verfügung gestellten Meinung auch provoziert: Ich hätte Andreas Schager einen besseren Rahmen für seinen ersten Lohengrin gewünscht, als unsere „Zenzi von der Alm“ – Inszenierung. Nun, über das sich Inszenierung nennende Machwerk ist schon (zu) viel geschrieben worden, sodass sich eine weitere Erörterung erübrigt.

Andreas Schager gilt derzeit weltweit als der Wagner-Sänger unserer Tage, nur in Wien – und es hätte mich gewundert, wäre es anders gewesen – finden einige (wenige) ein Haar in der Suppe. Er sei zu laut, war mancherorts zu hören, aber das liegt wohl in erster Linie daran, dass man keinen Wagner-Tenor mit großer, strahlender und durchschlagskräftiger Stimme mehr gewohnt ist. Ohne die Leistungen der Wagner-Interpreten der letzten Jahrzehnte schmälern zu wollen, kann man durchaus sagen, dass es mit ihm wieder – man möge mir die vielleicht etwas antiquierte Bezeichnung verzeihen – einen echten Heldentenor gibt...

Zum Bericht von Heinrich Schramm-Schiessl

Wiener Staatsoper: MADAMA BUTTERFLY mit einer armenischen Cio-Cio-San

Die Armenierin Lianna HAROUTOUNIAN als Madama Butterfly (Foto Wiener Staatsoper/Michael Pöhn)

Gar nicht empfindungsreich erweist sich an diesem Abend die musikalische Gestaltung des Ersten Akts. Ruppig und ungewohnt aufgeraut erklingt die einleitende Fuge, und auch im weiteren Verlauf findet der Dirigent Jonathan Darlington keine rechte Balance zwischen den zarten Tönen einer sich entspinnenden Liebesbeziehung und den immer wieder darin verwobenen harten Einwürfen, die darauf hinweisen, dass diesem Verhältnis kein gutes Ende beschieden sein wird. Es bleibt eine ungestüme Angelegenheit, ist fast durchwegs immer zu laut und deckt so die Akteure auf der Bühne unbarmherzig zu

Lianna Haroutounian sang die Titelpartie. Die armenische Sopranistin, die im Ersten Akt stimmliche Unsicherheiten erkennen ließ und der daher nicht jeder Ton rein über die Lippen kam, findet im Zweiten Akt hörbar zu einer besseren Form. Bestechend in der Höhe, von herrlicher Strahlkraft vor allem auch in den Spitzentönen. Offenbar liegt ihr die hier zunehmend dramatischer werdende Partie weitaus besser als die eher lyrisch angelegten Duette in der Einleitung. Da versteht man dann, dass sie auch als Desdemona und Aida schon gefeiert wurde…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Neues aus dem Riesen-Holzschnitt
„Madama Butterfly“ stirbt an der Staatsoper zum 383. Mal in der gleichen Regie.
Wiener Zeitung

Heute Stream aus der Wiener Staatsoper: L’Elisir d’Amore

Aida Garifullina, Benjamin Bernheim, Paolo Rumetz  u.a. Beginn ist 20 h

https://www.staatsoperlive.com/de/

Wien/ Krypta der Peterskirche: Norma („Oper am Klavier“)

In der Titelrolle überzeugte die in Wien geborene Sopranistin Cathrin Chytil sowohl stimmlich wie darstellerisch. Sehr innig sang sie ihre große Arie Casta Diva, sehr dramatisch das Duett mit Adalgisa, wobei auch ihr Mienenspiel ihre Eifersucht trefflich widerspiegelte.  Der russische Tenor Pavel Kvashnin konnte in der Rolle des Pollione seine klare, helltönende Stimme wunderbar zum Besten geben, auch schauspielerisch war er in Gestik und Mimik exzellent. Oroveso, das Oberhaupt der Druiden, wurde vom österreichischen Bass Gregor Einspieler mit sonorer Stimme und dezent-vornehmen Ausdruck gespielt…

Zum Bericht von Udo Pacolt

Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse an Tänzer Gregor Hatala

Dem ehemaligen Ersten Solotänzer des Wiener Staatsopernballetts Gregor Hatala wurde am 7. November im Herrensaal des Palais Niederösterreich das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse durch Mag. Christian Kircher (Geschäftsführer Bundestheater Holding) verliehen. Die launige Laudatio hielt Tänzerkollege Rudolf Wächter. In seinen Dankesworten würdigte Gregor Hatala vor allem seine Familie und bedankte sich für die Unterstützung. Der Festakt im Kreis vieler Tänzerkollegen, Freunde und Wegbegleiter wurde musikalisch vom Trio Kapelush umrahmt.

Wien/ Radiosinfonieorchester: Alsop wird erste RSO-Chefin
Die US-Dirigentin tritt das Amt beim Radio Symphonieorchester mit Oktober 2019 an.
Wiener Zeitung
RSO-Chefin Alsop über Dirigentinnen: „Der Stab wiegt 25 Gramm. Das ist zu schaffen“

Die US-Dirigentin Marin Alsop startet beim Radio Symphonieorchester kommenden Oktober –
Der Standard

Moskau: Bretter, die den Knast bedeuten
Russischer Regisseur Serebrennikow vor Gericht
In Moskau hat der Prozess gegen den Theaterregisseur Kirill Serebrennikow und seine Mitangeklagten Sofia Apfelbaum, Alexej Malobrodskij und Jurij Itin gegonnen.
Sueddeutsche Zeitung
Russischer Regisseur vor Gericht „Ich habe nichts gestohlen“
Erster Tag im Prozess gegen den russischen Regisseur Kirill Serebrennikow.
Tagesspiegel

Grafenegg veröffentlicht Programm

 

Broschüre: https://issuu.com/grafenegg/docs/grafeneggprogramm2019

Programm: https://www.grafenegg.com/de/programm-tickets

„Konzertgänger in Berlin“/ Aktivstruppverdichtend: JACK Quartet im Kammermusiksaal
Kontrastprogramm in der Philharmonie: Während in der Großen Halle des Musikvolkes Herr Lang und Frau Mutter zu Ehren von Tausendzweihundert Jahre Deutsche Grammophon festkonzertieren, setzt es im Hinterhaus eine bunte Mischung Neues, Modernes, Zeitgenössisches. Am Eingang zu jenem Querhörgebäude steht sicherheitshalber eine freundliche Mitarbeiterin, die jeden Herantröpfelnden besorgt fragt, ob er wirklich zum JACK Quartet wolle.
https://hundert11.net/aktivstruppverdichtend/

Wien/ Burgtheater
Einigung mit dem Burgtheater: Pension für Matthias Hartmann
Trenklers Tratsch: Die Kündigung von Matthias Hartmann wird in eine einvernehmliche Vertragsauflösung umgewandelt.
Kurier

Schauspielerinnen über das Älterwerden: „Ich mache nur noch Sachen, die mir gefallen“
Die Schauspielerinnen Leslie Malton und Elisabeth Schwarz im Gespräch über das Älterwerden – aus ihrer Sicht und der des Publikums.
Tagesspiegel

WIEN/ Haus der Geschichte: Hundert Jahre Österreich

Foto: Heiner Wesemann

Geschichte diesmal nah – das letzte Jahrhundert, das nicht nur für Österreich, sondern für die Welt so viele Erschütterungen bereit hatte. Das lange angekündigte, heiß umstrittene und endlich realisierte „Haus der Geschichte“ in den Räumen der Nationalbibliothek am Heldenplatz führt durch die Erste Republik, die nationalsozialistische Epoche und behandelt die Zweite Republik bis hinauf zu uns, bis 2018. Ein großer Überblick, der darauf abzielt, den Besuchern Erkenntnisse mitzugeben, die sie in ihrem politischen Bewusstsein, in ihrem politischen Alltag verankern und benützen können….

1918 – der Blick in den Abgrund     Auch wenn die Habsburger-Monarchie schon seit längerem zerbröckelt ist und der Erste Weltkrieg die „Kaiserzeit“ gnadenlos beendete, hatte man doch in einer Welt gelebt, in der man sich zurechtfand, die lange Zeit auf festen Strukturen von Staat und Beamtentum, Kirche und Tradition ruhte. Das alles war 1918 zu Ende – und niemand wusste, was kommen würde. Es war, wie das Haus der Geschichte für seine Eröffnungsausstellung richtig formuliert, ein Aufbruch ins Ungewisse. Für die Menschen in einem vergleichsweise winzigen „Rest-Österreich“, von dem die anderen Nationalitäten in ihre Selbständigkeit „abgefallen“ waren, musste eine neue Lebensform gefunden werden…

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

Filme der Woche

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Dafür, dass er einst nur einer von Hunderttausenden bedauernswerter Schwarzer war, die in West- und Zentralafrika von Sklavenhändlern eingefangenen wurden, hat „Angelo Soliman“, wie man ihn dann nannte, immerhin ein Schicksal, eine Karriere, Bekanntheit und Nachruhm geerntet. In der mitteleuropäischen Welt des 18. Jahrhunderts war er ein „Exote“, dessen Existenz sich nach seinem Tod auf das grauenvollste erfüllte: „Ausgestopft“, seine Haut von Präparatoren aufgezogen, war er Museumsschaustück, um einem neugierigen Publikum einen echten „Wilden“ vorzuführen… 1848 verbrannte seine Körperhülle im Zug der Revolution.

Bedenkt man, welch ergreifend kitschige Geschichte man daraus machen könnte, erscheint der Film, den Markus Schleinzer dem Schicksal Angelos widmet, von geradezu klinisch-kühlem Umriß (ähnlich wie sein Spielfilm-Erstling „Michael“ über einen Kinderschänder). Er greift auch nicht weit aus, um das historische Biopic auszustatten, das in der Geschichte drinnen stecken könnte: Opulenz ist nicht gefragt.

Wie historisch korrekt er inhaltlich vorgeht, ist schwer zu fixieren. Der Regisseur, der zusammen mit Alexander Brom auch das Drehbuch schrieb, hält sich an Situationen, die wie Einzelteile (oft auch zusammenhanglos) aneinander gereiht werden. Aber jede dieser Situationen sagt etwas aus…

Ungleiches Rennen um EU-Spitze
In Helsinki entscheiden am Donnerstag die Parteichefs der Europäischen Volkspartei über ihren Spitzenkandidaten und den möglichen nächsten EU-Kommissionspräsidenten.
Die Presse

Nochmals zu Thema „Krankenhaus Göttlicher Heiland“ in Wien, das einen Patienten mit Herzstillstand nicht aufgenommenhat. Der Mann starb wenig später im Wilhelminenspital.

Die (laut ORF) Ärztliche Leiterin, eine Dr. Jelena Quint, gab dem ORF ein Interview, das nicht nur mich erschauern ließ. Das war so richtig „von oben herab“. Bei dieser Ärztin sollten die Betreiber des Krankenhauses zuerst einmal mit der Aufarbeitung beginnen. Ich kann mir vorstellen, dass der Portier bei dieser „Chefin“ keine Chance gehabt hätte, wenn er diese lebensgefährliche (leider im wahrsten Sinn des Wortes) „Vorschrift“ übergangen wäre!.

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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