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8. MAI 2020 – Freitag

08.05.2020 | Tageskommentar

Die Wiener Staatsoper trauert um Prof. Norbert Balatsch

Die Wiener Staatsoper trauert um ihr Ehrenmitglied, den ehemaligen Chordirektor Prof. Norbert Balatsch, der am gestrigen Mittwoch, 6. Mai 2020, nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 92 Jahren verstorben ist. Der 1928 in Wien geborene Sänger und Chorleiter startete seine Staatsopernkarriere 1952 als Chorsänger. 1965 wurde er Studienleiter des Extrachores, 1967 zweiter Chordirektor. 1968 wurde er Chordirektor der Wiener Staatsoper und hatte diese Funktion bis 1983 inne. 2006 kehrte er für die Choreinstudierung von Moses und Aron zurück ins Haus am Ring – nach der letzten Vorstellung dieser Serie am 19. Juni 2006 wurde er mit der Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper, die nun zum Zeichen der Trauer die schwarze Fahne hisst, ausgezeichnet.

Norbert Balatsch wurde am 10. März 1928 in Wien geboren und war von 1938 bis 1944 Mitglied der Wiener Sängerknaben. Weitere Stationen seiner Karriere umfassen die Leitung des Wiener Männergesangsvereins, die er 1953 übernahm; er arbeitet mit dem Coro di Santa Cecila di Roma sowie weiteren internationalen Chören. Von 1972 bis 1999 war Norbert Balatsch Chorleiter bei den Bayreuther Festspielen sowie von 1999 bis 2001 künstlerischer Leiter der Wiener Sängerknaben.

HEUTE Gedenkkonzert 75 Jahre Kriegsende: 3Sat sendet das Konzert der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim am Freitag live aus der Staatsoper Unter den Linden

Am 8. Mai vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Aus diesem Anlass gibt die Staatskapelle Berlin ein Gedenkkonzert unter der Leitung ihres Generalmusikdirektors Daniel Barenboim aus der Staatsoper Unter den Linden, das von 3Sat um 21.45 Uhr live im Fernsehprogramm und im Live-Stream auf www.3sat.de, www.staatsoper-berlin.de, www.staatskapelle-berlin.de gezeigt wird. Aus gegebenem Anlass findet das Konzert ohne Zuschauerinnen und Zuschauer statt.

Uwe Eric Laufenberg: Kunstfreiheit als Grundrecht : „Weil wir als Theater verboten sind“
Der Intendant des Staatstheaters in Wiesbaden stellt „Solo-Diskurse“ mit Meinungen einiger hochumstrittener Mediziner ins Netz und erntet Gegenreden. Aus dem Umfeld des Theaters distanzieren sich Personen.
Frankfurter Allgemeine

Gespräch mit dem Intendant des Staatstheaters Wiesbaden Uwe Eric Laufenberg
Die Corona Krise hat uns fest im Griff.
Zum Video

Auch in München denkt man über Corona-taugliches Theater nach, Christian Stückl hätte für sein Theater schon ein Konzept:
https://www.sueddeutsche.de/kultur/coronakrise-muenchen-volkstheater-1.4898940

S.W.

Es kocht und brodelt gleichermaßen überall. In Österreich lässt sich mit der 2 Euro Presseförderung pro gedrucktem Zeitungsexemplar und entsprechend wohlwollender Berichterstattung nebst täglichem Corona-Bingo der Deckel noch zuhalten, in Deutschland wird es wohl ähnlich sein. Der Wiesbadener Intendant zeigt sich mutig (deshalb gelangt er nicht zu allerhöchsten Weihen, denn dazu muss man hörig sein), wird aber bereits aus seinem Umfeld angegriffen. In solchen Krisenzeiten zeigt sich, dass Menschen und Wölfe von der Genetik her gar nicht so weit auseinanderliegen dürften. 

Orchester-Regeln der Berliner Charité
Bei Streichern sollen die Sesseln 1,5 Meter voneinander entfernt stehen, für Bläser werden zwei Meter empfohlen
Wiener Zeitung

Konzerte trotz Corona: Wie wird die „neue Normalität“ im Konzert?
BR-Klassik

Corona-Regeln für Orchester
Die Enge in Orchesterreihen gilt als eine der Hürden für eine Rückkehr klassischer Konzerte in Zeiten der Corona-Krise. Nun haben Wissenschafter der Berliner Charité Bedingungen für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes von Orchestern definiert.
Der Standard

Was heißt hier „Bedingungen“. Die Herrschaften können Ratschläge erteilen! Wenn wir damit anfangen, sperren wir besser gleich zu. Ich erfahre Horrormeldungen aus Paris und auch New York (mehr dazu, wenn ich diese verifiziert haben) , also schaue ich mich bereits vorsichtshalber nach einem neuen Betätigungsfeld mit weniger Verrückten um. Aber selbst das ist schwierig, derzeit ist verrückt sein groß in Mode!

WIEN/ Theater an der Wien. Zur Spielzeit 2020/21. Gedanken dazu von Thomas Prochazka


Außenansicht des Theaters an der Wien. © Theater an der Wien/Peter M. Mayr

Man lernt schnell an der Wienzeile: Wie im Haus am Ring ersetzte eine Spielplanpräsentation die Pressekonferenz. Hie wie da mit dem angenehmen Nebeneffekt, von Nachfragen der meist ohnehin viel zu zahmen Medienvertreter verschont zu bleiben.

Also lud sich Roland Geyer, der Intendant des Theaters an der Wien, seinen Duzfreund Peter Jarolin, seines Zeichens Kulturjournalist beim »Kurier«, als Moderator. Erstaunlich, wie leichtfertig man in dieser Branche seine Glaubwürdigkeit auf‘s Spiel setzt… (Jarolin besprach zuletzt die TV-Übertragung des Fidelio (1806) im »Kurier«.)

Professor Dr. Franz Patay, der Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien, verlor zu Beginn der Spielplanpräsentation in einem aufgezeichneten Interview mit Peter Jarolin ein paar Worte. Unter anderem sprach Patay von der »vielfach ausverkauften Première von Fidelio«, ohne freilich zu erläutern, wie man eine Vorstellung, eine Première »vielfach« ausverkaufen könne…

Weiterlesen unter

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=F43EDE80-9091-11EA-92E8005056A64872

Wiener Festwochen setzen „Kleine Gesten“ im Netz
Milo Rau und Kay Sara halten am 16. Mai virtuelle Eröffnungsrede für kleine Netzinterventionen des abgesagten Festivals.
Wiener Zeitung

Corona-Profiteure: Zuwachs beim Klassik-Videostreaming

Live-Konzerte gibt es derzeit nicht, stattdessen erleben Video-Streams von klassischer Musik im Internet großen Aufschwung. Das Angebot ist vilefältig und reicht von kostenlosen selbstgemachten Videos bis zu hochwertig produzierten kostenpflichtigen Streams. Ein Überblick.
DeutschlandfunkKultur

Corona-Profiteure gibt es genug, die Stream-Betreiber sind sicher kleine Fische unten ihnen. Es ist aber besser, wenn ich die Klappe halte, denn andernfalls begebe ich mich in gefährliches Fahrwasser!

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 7. – 13. MAI 2020

 

9.5. MARIA STUARDA (aus New York, Aufnahme v. 19.1.2013) HR 2,WDR 3,Deutschlandradio-19 Uhr
HALKA (ausd Wien, Aufnahme v. 15.12.2019) Bayern 4-19.05 Uhr
EUGEN ONEGIN (aus Rom, Aufnahme v. 18.2.) ORF Ö1-19.30 Uhr
KATJA KABANIOVA (aus New York, Aufnahme v. 25.12.2004) BBC 3-19.30 Uhr
A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM (aus Wien, Aufnahme v. 5.10.2019) France Musique-20 Uhr
10.5. L’ETRANGER (aus Montpellier, Aufnahme v. 26.7.2010) SWR 2-20.03 Uhr

„Ich wuerde diese Arie nicht singen“
Die Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter hört und kommentiert CDs von Kollegen, ohne dass sie weiß, wer singt.
https://www.concerti.de/interviews/blind-gehoert/anne-sofie-von-otter/

Nachruf
Was „Kraftwerk“ mit Richard Wagner verbindet
Warum hat die große deutsche Elektronik-Band ihr Frühwerk verdrängt? Zum Tod ihres Co-Gründers Florian Schneider: eine Erinnerung.
Die Presse

ANSINGEN GEGEN CORONA! (Facebookeintrag aus Berlin)

 

ZU FACEBOOK

For Seattle Opera, the show must go on—online, that is!

Jamie Barton, Angel Blue, John Moore and others perform in new recital series: ‘Songs of Summer’

Watch on YouTube, Facebook and SeattleOpera.org beginning
May 28, 2020

Met-Star Jamie Barton. Foto: Facebook

SEATTLE—Not even a global pandemic can shut down the power of music. In the face of COVID-19, Seattle Opera and other arts groups are finding creative new ways to perform. This week, Seattle Opera announced its new recital series, Songs of Summer, which will bring beloved singers to a new stage—your phone, tablet, or computer screen. Beginning weekly on May 28, recitals will be available to stream on Seattle Opera’s website, Facebook, and YouTube.

Wien/ Volkstheater
Kay Voges will neuen Spielort im Volkstheater schaffen
Der Spielplan wird am 24. September bekanntgegeben, das Theater in den Bezirken und das Volx sollen fortgeführt werden
Der Standard

Das wahrscheinlich kleinste Theater der Welt  steht in Klagenfurt

 

Die zuerst angedachte 100 Besucher-Regel für die Theater (alles schon wieder Geschichte, hoffentlich wechseln unsere Politiker so oft die Unterhose wie die Meinung) war für dieses Theater wirklich kein Problem. Die  20-Quadratmeter-pro-Person-Regel für Kulturbetriebe ist für dieses Theater (ich vermute, dass es ursprünglich eine Bedürfnisanstalt war) ist jedoch unmöglich umzusetzen

Das (wahrscheinlich) kleinste Theater der Welt: Während Corona gibt’s Flaschenpost
Auch das Jugendstiltheater Klagenfurt hat aktuell Spielpause. Ersatzprogramm kommt per Post.
Kurier

Österreichischer Kabarettistin wird Antisemitismus vorgeworfen
Lisa Eckhart machte sich über die MeToo-Debatte und über Juden lustig. In der Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“ und im deutschen Feuilleton werden der Auftritt und das deutsche Fernsehen heftig kritisiert.
Die Presse

Buchbesprechung: Giuliana Vittoria Fantuz / Venanzio Renier MARCO D’AVIANO UND INNOZENZ XI.
Bewahrer des christlichen Europa
288 Seiten / Verlag Der Apfel

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Jeder Wiener kennt Marco d’Aviano, auch wenn er es vielleicht gar nicht weiß: Aber wer immer sich in der Inneren Stadt bewegt, hat wohl schon einmal seine einprägsame Statue vor der Kapuzinergruft wahrgenommen. Woraus sich logisch ergibt, dass der fromme Mann ein Kapuziner war. Das Kreuz vor sich her zu tragen, war gewissermaßen sein Markenzeichen, wenn er zu den Massen sprach, und das tat er in seinem 17. Jahrhundert so erfolgreich wie wenige.

Was es sonst noch über ihn zu wissen gibt, findet man in dem Buch „Marco d’Aviano und Innozenz XI.“, das als Übersetzung aus dem italienischen Original im Verlag „Der Apfel“ erschienen ist und immerhin Wiens Kardinal für das Vorwort gewinnen konnte. Auch der einstige Papst Benedikt XVI. hat Worte zu den beiden Persönlichkeiten gefunden, und man gedenkt auch des Papstes Johannes Paul II., der 1983, zur 300-Jahr-Feier der Türkenbelagerung, nach Wien gekommen war, wo einst mit Hilfe der Polen das christliche Abendland gerettet wurde. 2003 hat Johannes Paul II. Marco d’Aviano selig gesprochen, ein Status, den er mit Papst Innozenz XI. gemeinsam hat…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Mit Vornamen ist das so eine Sache. Meine Tochter war mit den ihrigen, also Isolde, viele Jahre lang unglücklich. Mittlerweile hat sie das Alleinstellungsmerkmal erkannt und dem Papa verziehen. Deshalb habe ich mich auch nicht in die Vornamenswahl meiner Enkel eingemengt. Meine Tochter wollte aber auch Vornamen, die nicht viele Kinder haben. Wie sie da auf Raffael gekommen ist, weiß ich nicht – aber bitte, soll sein. Ich hätte Ramses vorgeschlagen, aber zum Glück hört ja keiner auf mich. Und Leonie-Marie für die Tochter? Da habe ich natürlich den Verdacht, dass sie von ihrer Mutter beeinflußt wurde, deren Vater Leopold und deren Mutter Maria hieß. Aber Leonie ist wirklich besser, wenngleich gebräuchlicher, als zum Beispiel „Grane“. Auf X Æ A-12  wäre allerdings auch ich nie gekommen!

Kommentar: Trauer soll Elektro tragen

Christina Böck in „Wiener Zeitung“: Man hätte ja auch zum Beispiel Pumuckl nehmen können. Oder Ernst-Uwe. Gut, Himmelsrichtungen sind schon aus, die hat sich bereits das Ehepaar Kardashian-West für ihre Kinder unter den Nagel gerissen. Aber an ausgefallenen Bezeichnungen für den Nachwuchs kann es Zelebritäten nie mangeln. Man kann sein Kind ja immer noch „Unten“, „Oben“, „Links“ oder „Rechts“ nennen. Aber das hat Elon Musk und seiner nicht minder exzentrischen Lebensgefährtin, Musikerin Grimes, nicht gereicht. Die haben ihren Sohn X Æ A-12 getauft.

Die Mutter hat auch gleich eine Gebrauchsanweisung parat: „X“ stehe für die unbekannte Variable; „Æ“ bedeute künstliche Intelligenz in ihrer Elfensprache; „A12“ beziehe sich auf den Namen „unseres“ Lieblingsflugzeugs, ein Militärflugzeug: „Toll im Gefecht, aber friedlich“; „A“ beziehe sich auch auf ihr Lieblingslied „Archangel“.

Ja, dann ist auch gleich alles klarer. Kann halt sein, dass im Kindergarten die Betreuer dann sagen: „Ja, X-Dings, du heißt ab heute Ernst-Uwe.“

Trauer soll Elektro tragen
Wiener Zeitung

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

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