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8. MAI 2018

08.05.2018 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: Marina Rebeka (hier mit Francesco Meli). Tritt sie in die Fußstapfen der Netrebko?  Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Simon war nach längerer Zeit wieder die Premierenbesetzung und Langzeit Hauptrollendarsteller Thomas Hampson. Viele Jahre sind vergangen, die Darstellung des ersten Dogen von Genova ist nach wie vor sehr intensiv und berührend. Sein Gegenspieler Fiesco war erstmals mit Dmitry Belosselkiy besetzt und zwar nicht wirklich überzeugend. Eine Stimme, die für einen Basso cantabile wohl gute  Höhen hat, aber viel zu wenig Tiefe, da wird es leider bröselig.

Weiters neu in der Besetzungsliste ist Orhan Yildiz als „Königsmacher“ Paolo Albiani. Der junge Bariton machte sein Rollendebüt überzeugend gut, die Stimme sitzt perfekt, und er ist als Parteigänger des Simons glaubhaft und kann auch die Volksmassen für seine Wahl überzeugen , ebenso wie als  späterer Todfeind Simons. Sehr schön gesungen war die kleine Arie bei dem Giftmordanschlag, auch seine Szene am Weg zu Hinrichtung.

Erstmals auch dabei Marina Rebeka als Simons Tochter Maria – Amelia Grimaldi. Ihre schöne durchschlagskräftige Stimme kann auch sehr schöne Pianophrasen bringen, bitte mehr davon…

Zum Bericht von Elena Habermann

Diese Lettin hat etwas von einer frühen Netrebko
Marina Rebeka macht „Simon Boccanegra“ zum vokalen Erlebnis.
Die Presse

HEUTE in der Wiener Staatsoper: L’ELISIR D’AMORE

Der Dirigent Pavel Baleff bei seinem Besuch im Dezember 2016 beim Online-Merker. Foto: Barbara Zeininger

Adina Hila Fahima
Nemorino Paolo Fanale
Belcore Gabriel Bermúdez
Doktor Dulcamara Paolo Rumetz

Als Chefdirigent der Philharmonie Baden-Baden leitet Pavel Baleff seit Anfang 2007 eines der traditionsreichsten Orchester Deutschlands. Gespannt darf man auch auf Nemorino Paolo Fanale sein.

Hila Fahima. Foto: Wiener Staatsoper

Seine Adina ist Hila Fahima, die für die verhinderte Valentina Nafornita einspringt und ihr Rollendebüt an der Wiener Staatsoper gibt.

NEU IN UNSEREN KRITIKEN:

MÜNCHEN/ Bayerische Staatsoper: MEFISTOFELE / München im Opernhimmel – 6.5.2018

Erwin Schrott in der Titelrolle. Copyright: Wilfried Hösl/ Bayerische Staatsoper

Zum Bericht von Gisela Schmöger

BONN: I DUE FOSCARI. Premiere am 6.5.2018

Copyright: Thilo Beu/Oper Bonn

Zum Bericht von Christoph Zimmermann

KARLSRUHE: DAS RHEINGOLD am 5.5.2018.

Zum Bericht von Friedeon Rosén

BERLIN/ DEutsche Oper: UN BALLO IN MASCHERA am 6.5.2018

Zum Bericht von Martin Schüttö/klassik begeistert

BRÜSSEL/ La Monnaie: Regisseur liefert vor jeder „Lohengrin“-Vorstellung eine „Gebrauchsanweisung“ für seine Inszenierung

Wer Ioan Holender schon längere Zeit vermisst, der sei beruhigt. Wiens Wagnerianer sichteten ihn im Flugzeug auf dem Weg nach Brüssel zum „Servus“-Dreh.

Den Wagnerianern ist die Wiener Wagner-Kost zu karg (nächste Saison wird sie noch karger), deshalb schweifen sie aus – zum Beispiel nach Brüssel zu „Lohengrin“

Brüsseler Schlussapplaus mit Elena Pankratova. Foto: Erwin Messer

Ulrike Messer-Krol berichtet: Die Vorstellung begann insofern überraschend, als ein Herr mittleren Alters energisch auf die Bühne eilte: Er beruhigte alle, die solche Auftritte als Ankündigung unvorhergesehener Absagen fürchten, nein, das gesamte Ensemble  werde singen wie geplant. Er wäre Olivier Py,  der Regisseur der Aufführung und möchte eine kurze Erklärung dazu und vor allem zum Thema “ Richard Wagner als Vorbereiter des Nationalsozialismus“  abgeben. Auch das nur losbrechende „Nicht schon wieder“ – Geraune schwächte   er sofort ab : es sprächen zwar viele Tatsachen dafür , einige zählte er auf, aber Richard Wagner habe nicht nur diese historische Entwicklung  Deutschlands vorausgesehen, sondern auch ihr Scheitern. Und daher sei LOHENGRIN keine nationalsozialistische Oper, sondern ein Werk über den Nationalsozialismus…

Den gesamten Bericht lesen Sie in den Kritiken (obwohl es keine Kritik im eigentlichen Sinn ist) und in unseren Tagesinfos.

Oper über Nationalismus ließe ich mir einreden, Oper über Nationalsozialismus nehme ich Herrn Py nicht ab. Übrigens, Herr Py hielt diesen Vortrag bisher vor jeder Vorstellung. Weit mutiger wäre es allerdings, wenn er seine Erklärungen  n a c h  Fallen des Vorgangs abliefern würde.

„Konzertgänger in Berlin“: Metaspektakelig: Wiederaufnahme von Purcells „King Arthur“ an der Staatsoper
Abwesenheit macht Freude. Abwesenheit: Daniel Barenboims Staatskapelle gastiert mit ihrem Debussy-Programm im noblösen Musikverein Wien, hoffentlich macht sie uns Ehre. Freude: Die Staatsoper Unter den Linden hat daher Vakanz für eine willkommene Wiederbegegnung mit Henry Purcells King Arthur, gespielt von der Akademie für Alte Musik unter René Jacobs. Schon die Erstbegegnung vor einem Jahr, noch im Schillertheater, war ja ausnehmend einnehmend.
https://hundert11.net/so2018-akamus-king-arthur/

Was macht derzeit Vesselina Kasarova

Vesselina Kasarova.

Wegen Vesselina Kasarova hatte ich schon Anfragen aus dem Publikum. Genaues konnte ich auch nicht sagen, nur dass sie meiner Recherchen nach in der Schweiz in der Nähe von Zürich lebt – und dort lebt es sich nicht billig! 
München/ Odeon
Ein Ereignis: Vessilina Kasarova und die „Rising Stars“ im Odeon
http://www.sueddeutsche.de/kultur/kurzkritik-ein-ereignis-1.3970617
Stars & Rising Stars Vesselina Kasarova im ehemaligen Odeon
Münchner Abendzeitung

Rock/ Pop: Song Contest – Cesár Sampson: „Ich bin kein Patriot“

Das schaut nach einer Probe aus, aber Nationalfahnen werden eifrigst geschwungen

Beobachten Sie die Teilnehmer beim heutigen Halbfinale in Erwartung  der Bewertung. Praktisch jede Delegation schwingt mit (aufgesetzter) Euphorie/Heiterkeit die Fahnen ihrer Nation. Im Grunde genommen ist der Song-Contest ein Vergleichswettbewerb der europäischen Nationen, jeder Teilnehmer vertritt sein Land im friedlichen Sangeswettstreit.

Nicht so der Vertreter Österreichs, der verkündet bereits vor dem Halbfinale lautstark, dass er kein Patriot ist. Jetzt frage ich mich, wieso er sich darum gerissen hat, unser Land zu vertreten? Lieber Cesar Sampson, ich war durchaus bereit, als Österreicher diesen Schmarren zu bejubeln, den sie abliefern. Nachdem Sie aber ohnedies nichts für Österreich übrig haben, warum sollte ich dann mit Ihnen hoffen und bangen?  Gespannt bin ich, ob sie heute – so wie alle anderen Mitbewerber – ein Gesichtsbad im Meer der Nationalfahnen nehmen! Trotzdem wünsche ich Ihnen Erfolg. Nicht eben Ihnen persönlich, sondern dem Land, das Ihnen egal zu sein scheint!

Am heutigen Dienstag wird es für Cesár Sampson mit dem ersten Halbfinale ernst. Ein Gespräch über Patriotismus, seinen Ehrgeiz und die Frage, warum er sich wie ein Klassensprecher fühlt.
Kleine Zeitung

Song-Contest: Wettbüros sehen Österreich im Finale
Kleine Zeitung

Es wird heuer ein „politisches Ergebnis“ geben, dessen bin ich sicher. Meine persönliche Präferenz gilt dem Beitrag Tschechiens, aber Tschechien hat keine Lobby!

Politik Österreich: Chef der „Neos“ tritt zurück
euronews

Matthias Strolz ist ein glänzender Rhetoriker und erfrischend originell in seinem Auftreten. Er wird dem Parlament fehlen.

Wieso sein Rücktritt aber so überfallsartig erfolgt ist (die Pressekonferenz wurde nur 3 Stunden vor deren Beginn anberaumt), lässt Raum für Spekulationen offen.

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C

 

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