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8. JUNI 2020 – Montag

08.06.2020 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: Trotz Vorstellung wird es heute in den Gängen der Wiener Staatsoper so ausschauen – Sie werden kaum Besucher sehen. 100 Besucher, keine Pause. Aber dennoch Aufbruchstimmung!

 

Werden die 100 Besucher in das Parkett „gepfercht“ oder dürfen die Logen auch benützt werden? Wir werden morgen mehr wissen und darüber berichten.

Die Staatsoper öffnet nach drei Monaten wieder ihre Pforten, wobei man die 100 Besucher locker durch einen Nebeneingang schleusen könnte. Aber die Opernfreunde nehmen die „Lockerung“ dankbar zur Kenntnis. Dankbar? So funktioniert es bei meinen Enkeln: zuerst nimmt man ihnen etwas weg, dann gibt man es ihnen wieder – und dafür sollen sie dann noch dankbar sein! Sind sie aber nicht, denn sie durchschauen das Spiel. Durchschauen Sie es auch?

Jedenfalls eröffnet heute Günther Groissböck mit Aleksandra Goloubitskaia die kürzeste Saison der Staatsoper. Ich werde per Stream dabei sein. 

Werden wir rezensieren? Ohne Pressekarten? Wir werden improvisieren (das kann ich sowieso besser als planen). Aber sie alle können die Streams auch kostenlos sehen. Für die letzte dieser Vorstellung – Dominique Meyers Abschiedsabend am 27. Juni – will der scheidende Direktor mit einer Sondergenehmigung 250 Besucher in die Staatsoper laden, zumal er das 3 Tage später ganz regulär dürfte! Ob ihm das gelingt?  „Vurschrift is Vurschrift“!

Wien/ Staatsoper: 14 Konzerte und Meyers Rücklagenpräsent
Der Staatsoperndirektor Dominique Meyer sperrt das Haus doch noch wieder ein bisschen auf und nimmt Lehrauftrag an
Der Standard

Dominique Meyer bleibt Wien also als Unversitätslehrer erhalten! Jetzt bin ich gar nicht sicher, dass ihm „die Vurschrift“ die Ausnahme am Abschiedsabend verwehrt!

Konzerte unter Coronabedingungen. Staatsopern-Chef Meyer: „Die Lust an der Musik überwiegt die Angst“
Direktor des Hauses am Ring verabschiedet sich ab Montag mit 14 Konzerten vom Wiener Publikum
Kleine Zeitung

München: “Fester Samstag I” – Bayerische Staatsoper 06.06.2020 – Jedermann-Abend

Jedermanns Kiste – Blick vom improvisierten Zuschauerraum auf der Bühne in den eigentlichen Zuschauerraum © Susanne Kittel-May

Nach 13 Wochen minus einem Tag heute endlich wieder im Nationaltheater. „Fester Samstag I“ heißt das Programm, eines der Angebote, mit denen die bayerische Staatsoper sich an den Spielbetrieb herantasten will. 50 Personen sind zugelassen; sie werden einzeln in Empfang genommen, müssen die Hände desinfizieren, werden auf einer Liste abgehakt und dann vorbei an den ausgebauten Sitzen der ersten Reihen – Renovierungsarbeiten, erfährt man von einem der vielen Ordner – durch einen verwinkelten Gang auf die Bühne geleitet. Die 50 Stühle, die dort stehen, jeder exakt einen Meter fünfzig von nächsten entfernt, wirken verloren auf der riesigen Bühnenfläche.

Zum Bericht von Susanne Kittel-May

Graz startet als erstes Opernhaus in Österreich! 4. 6. 2020, „Premiere“

 

Ab 29. Mai 2020 sind Veranstaltungen bis 100 Personen erlaubt. Und Graz reagierte blitzschnell:

Die Styriarte war wohl der erste Konzertveranstalter in Österreich, der sofort am ersten möglichen Tag ein öffentliches Konzert unter Einhaltung der vorgegebenen Bedingungen ansetzte – siehe dazu das informative 13-Minuten-Video. Über die Veranstaltungen des Festivals Styriarte ab 1. Juli wird noch an anderer Stelle ausführlich zu berichten sein.

Und die Oper Graz ist das erste österreichische Opernhaus, das bereits am 4. Juni wieder startete und im Juni insgesamt 12 Vorstellungen (inklusive Tanz, Liederabenden und Orchester!) im großen Haus anbietet!

Zum Bericht von Hermann Becke/ www.deropernfreund.de

Kunst und Kultur brauchen ein Publikum – Corona zeigt das deutlich
Theater, Konzerte und auch der Sport leben von Emotionen und Austausch – und brauchen dafür Zuschauer. Den Kern der heutigen Kultur bedroht Corona daher nicht nur finanziell.
Badische Zeitung

METROPOLITAN OPERA – STREAMS Woche 13 und 14

 

Die Met streamt bis zu 21. Juni
https://www.metopera.org/user-information/nightly-met-opera-streams

UPCOMING SCHEDULE

 

An der Met erkennt man die Werke meist noch an der Szenerie, somit stelle ich fest, dass die als „Aufmacher“ verwendete Oper in diesen beiden verbleibenden Wochen gar nicht auf dem Programm steht. Ich tippe im konkreten Fall auf „Eugen Onegin“.

Vielleicht sollten wir ein Rätselspiel veranstalten, bitte um geeignete Beispiele – auf denen der Fall nicht so klar ist. Die Zeit bis zur engültigen „Normalität“ in dieser Branche, unsere Durststrecke, ist ja noch lang.

Das Programm bis zum Saisonende finden Sie in unseren „Infos des Tages“

Erste gesamte Opernaufführung post-Covid: „Manon“ in Seoul – ein Europäer bei der Arbeit: der Regisseur Vincent Boussard
 
Unsere Opernwelt ist im Moment in größter Krise, die Theater können weltweit keine vollständigen Opern präsentieren, die Künstler verlieren ihre Gagen.
Wir alle kennen die aktuellen Probleme, die versprochenen öffentlichen Gelder helfen nicht, diese Situation wirklich zu kompensieren.
Inmitten all’ dieser Negativität bekommen wir immer mehr hoffnungsfrohe Nachrichten, wenn wir erfahren, dass Theater, Konzertsäle, Festspiele erste Öffnungen und neue Programme mitteilen.
Aber wann werden wir wieder ganz normale Oper spielen können? Keiner kann das mit Sicherheit sagen?

Foto-Copyright:  Laska
 
Keiner? Recht weit von hier im Seoul Arts Center, probt die Korean National Opera eine Wiederaufnahme von Massenet’s “Manon”, ganze Oper mit vollem Orchester und Chor, Bühnenbild, Kostümen und ganz normaler Aktion.
Die erste normale Opernproduktion am Ende der Covid-19-Krise feiert am 25. Juni ihre Wiederaufnahme; das Licht am Ende dieses langen Tunnels!

Bernd Weikl über eigene Inszenierungen und dumme Ankündigungen

Untenstehenden Link anklicken

Bernd Weikl hat auch selbst inszeniert! Und diese Inszenierungen sind keinesweg „altvaterisch“. Sehen Sie doch selbst nach. Bernd Weikl im Zitat: Ich habe 5 Inszenierungen von mir beschrieben und Fotos davon in meinem Vortrag. Hier das YouTube.
 

Die Bläsersektion Wiener Volksopernorchesters spielte am 6.6. unter dem Dirigat von Dir. Robert Meyer ein spontanes Platzkonzert vor der Volksoper:

 

https://www.youtube.com/watch?v=ybvO3ULrxcA

Jetzt dirigiert er auch noch, der singende und spielende Direktor!

Sprechtheater / Regisseur Peymann zum Burgtheater: „Schlimmer als jede Viruserkrankung“
Der legendäre Burgtheaterdirektor, der heute 83 wird, über Corona, Politik, Krankheit – und warum er an der Josefstadt inszeniert
Kurier

Österreich
Sommerbühnen: Wie anders dieser Theatersommer wird
„Wir spielen!“ – Ansagen täuschen darüber hinweg, dass kaum ein Spielplan eingehalten werden kann
Der Standard

Buchbesprechung:

Edith Kneifl: WELLENGRAB. Ein Griechenland-Krimi
368 Seiten, Haymon Verlag, 2020

 

Edith Kneifl hat es immer geschafft, ihre in den Jahren herangewachsene treue Krimi-Leserschaft für bestimmte Zentralfiguren zu interessieren, ob eine rassige Zigeunerin im Wien von heute oder ein lässiger Aristokrat zur Kaiserzeit – und ist ihnen stets nach ein paar Büchern untreu geworden. Sie will offenbar weder sich noch ihre Leser mit Vertrautem langweilen.

„Wellengrab“ wird nun als der erste Teil einer auf drei Bände angelegten Urlaubskrimi-Reihe angekündigt. Das klingt anheimelnd, ist es aber nicht. Denn so, wie sie hier geschildert werden, sind die Griechischen Inseln keine Sehnsuchtsorte… aber die Kompetenz der Beschreibung beweist, dass sich die Autorin dort gründlich umgesehen hat. Mit wachem Blick für die Region, ihre Stärken (die meist in der Geschichte und in Erzählungen der Mythologie liegen) und ihre klar gesehene Schwächen (die fest in der Gegenwart und näheren Vergangenheit verankert sind)…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

AUSSTELLUNG: Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter, Landesmuseum Zürich, 20.03. – 16.08.2020

Starke Ausstellung über starke Frauen

Blick in die Ausstellung. Copyright: © Schweizerisches Nationalmuseum

Mit der Wechselausstellung „Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter“ ist dem Landesmuseum Zürich (Schweizerisches Nationalmuseum) erneut eine hervorragende Schau gelungen.

Ziel der Ausstellung ist es, einen Einblick in die komplexe mittelalterliche Glaubens- und Klosterwelt zu geben und die beachtlichen politischen und wirtschaftlichen Spielräume mittelalterlicher Äbtissinnen vor der am Zweiten Vatikanum erfolgten Koppelung von Weihemacht und Juristischer Macht aufzuzeigen. Seither hat die juristische Macht nur, wer auch die Weihemacht hat: Nonnen bleiben also aussen vor. 15 ausgewählte Nonnen (deren Namen im vorliegenden Text kursiv gedruckt sind) repräsentieren mittelalterliche Klosterkultur und Formen weiblicher Frömmigkeit wie auch den Wechsel von der dem Mann auf Grund ihrer Körperlichkeit unterlegenen Frau der Scholastik hin zu der gerade auf ihrer Körperlichkeit Christus näheren Frau der Mystik…

Zum Ausstellungsbericht von Jan Krobot

INTERVIEW AUF SERVUS TV: MICHAEL FLEISCHHACKER SPRICHT MIT BUNDESKANZLER SEBASTIAN KURZ
(62 Minuten)

 

ZUM INTERVIEW SEBASTIAN KURZ/ MICHAEL FLEISCHHACKER / SERVUS TV

Kurz bei Fleischhacker: „Warum sind Sie eigentlich so großartig?“
Viele harte und teils auch sarkastische Fragen zu seinen Entscheidungen in der Coronakrise musste Kanzler Kurz auf Servus TV beantworten.
http://www.diepresse.com/5822646/kurz-bei-fleischhacker-warum-sind-sie-eigentlich-so-grossartig

Ich wünsche eine schöne Woche!

A.C.

 

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