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8. JULI 2018

08.07.2018 | Tageskommentar

Bildergebnis für zu viele köche

Wiener Staatsoper „neu“: Das „Roscic-Team“ nimmt Gestalt an

Nun hat der designierte neue Staatsoperndirektor einen Chefdramaturgen (Sergio Morabito ist ein linksideologischer, intelligenter Mann), der ihm die Regisseure aussuchen soll. Aber nicht nur den hat er. Er hat seit kurzem endlich auch einen Castingdirektor, sehr spät zwar, aber hoffentlich nicht zu spät.  Bisher werkte als Besetzungssucher der von Drodza wohl als Bedingung eingesetzte Dr. Florian Schulz, der zwar ein Opernfreund ist, aber zu wenig Ahnung von der Materie hatte, um einem Haus künstlerisches Sängerprofil zu geben. Angeblich soll Ex-Staatsoperndirektor Ioan Holender sogar Auftrag erhalten haben, die Besetzungen für die Premieren der ersten Saison zumindest mitauszusuchen. Dazu passend ist eine Betriebsdirektorin aus der Ära Holender, die offensichtlich den künstlerischen Alltagsbetrieb weiterhin leiten wird, sowie ein Chefdirigenten und Herr Dr. Schulz, von dem man nicht so recht weiß, ob er der Betriebsdirektor werden wird, dem man Sabine Hödl als eine Art Chefdisponentin unterstellen wird oder ob er als pers. Referent des Direktors eher im administrativen Bereich arbeiten wird.

Somit sind nun alle wichtigen Entscheidungsbereiche abgedeckt und wir dürfen uns wohl ernsthaft fragen, was der Direktor selber noch entscheiden wird und wo man ihn denn dann noch braucht? Prinzipiell ist nichts dagegen einzuwenden, wenn er sich gute Berater und Vertraute an das Haus holt für die Bereiche, in denen er nicht so firm ist, aber alle Bereiche aus der Hand zu geben, bedeutet doch, dass er alles abgibt, was dem Haus ein persönliches Profil  geben könnte. Wozu brauchen wir dann noch für viel Geld auf einem hoch dotierten Job jemanden, der alle wichtigen Entscheidungsposten an andere abgibt?

Soweit eine Information, die mir zugegangen ist. Darüber kann es natürlich auch eine andere Meinung geben. Wenn sich  Herr Roscic in der Lage fühlt, all diese Synergien zu bündeln, sich die Letztentscheidung in all diesen Bereichen vorbehält, dann könnten auch diese „vielen Köche“ nicht den Brei verderben.

Bildergebnis für graue eminenz

Es heißt, Ioan Holender habe die entscheidende Weichenstellung initiiert. Ob das stimmt, weiß ich nicht, zuzutrauen wäre es ihm aber

Man mag zu Holender stehen, wie man will, aber der Mann hat in seiner Direktionszeit alles entschieden, von den Regisseuren angefangen bis zu den Dirigenten und Sängern, von denen nicht einmal jene für die kleinsten Rollen von ihm Vertraute auswählen durften. Das ist aber auch die eigentliche Aufgabe eines Direktors, die ganze Sache zu steuern und so dem Haus Profil zu geben.

Bildergebnis für teuer

Was ist teuer, was ist zu teuer? Personelle Fehlentscheidungen sind auf jeden Fall zu teuer. Im „Roscic-Team“ sind aber Fachleute vertreten. Ob diese auch zu Wien passen, wird sich weisen (den Herrn Schläpfer lasse ich da aus dem Spiel, der ist für Ballett zuständig und stört hoffentlich die Oper nicht zu sehr). Wien ist ein ganz schwieriger Boden, das musste auch der amtierende Direktor erst mit der Zeit erkennen. Ein Fehler in Wien ist ein Fehler zuviel!

Ein Vergleich „Team Holender“ und „Team Roscic“:

 Holender hatte:

-) eine Betriebsdirektorin und die dazu nötige Abteilung für den künstlerischen Betrieb

-) einen Chefdirigenten

-) eine Dramaturgie, die aber so gut wie gar keinen Einfluß hatte

 Also mehr oder weniger 2 Abteilungen, die ihn im künstlerischen Bereich unterstützten

 Roscic wird folgendes haben:

-) einen Chefdramaturgen, zuständig für die Auswahl der Regisseure

-) einen Chefdirigenten

-) einen Castingdirektor

-) eine Betriebsdirektion

-) ein hoch dotiertes Direktionsmitglied (Dr. Schulz), das entweder den Direktor vertreten oder im künstlerischen Betrieb eingeordnet werden wird

 Das ist ein kostspieliger, mehr als doppelt so großer Stab als ihn Holender hatte.

 Darüber darf man wohl in Zeiten wie diesen erst recht laut nachdenken.

Natürlich kommt es auf die Qualität des Personals an, unnötige Posten gibt es nicht nur in Opernhäusern, sondern auch in vielen Firmen. Ob der „Betrieb Roscic“ nun teuer oder zu teuer ist, werden wir erst wissen, wenn „der Laden angelaufen ist“ .

Wir werden die  Entwicklung im Auge behalten!

Und schon gibt es eine Leserreaktion:

Guten Morgen, wie ich heute so den Anfang Ihres Tageskommentars lese kam mir in den Sinn, wie seinerzeit Dr. Egon Seefehlner als Direktor zurückgeholt werden musste nachdem Lorin Maazel scheiterte. Ich denke …

Ja, bitte denken! Ich denke mir auch etwas. Schreiben ist aber zu gefährlich!

Das „Standbein“ Sabine Hödl, eine gute Kraft und sehr treu, sie arbeitete schon bei Holender in der Mariahilferstraße, bleibt!!!!!!

http://historisch.apa.at/cms/apa-historisch/dossier.html?dossierID=AHD_19550928_AHD0217

 

Heute Stream aus München: PARSIFAL um 17 h

Nikolaus Bachler zu „Oper für alle“ Viel Platz für Parsifal

„Das Interesse an Kunst im Allgemeinen und der Oper im Besonderen nimmt zu, denn der Mensch braucht die Alternative zum Chaos der modernen Welt“ – sagt Staatsintendant Nikolaus Bachler. Viel Platz für einen Meilenstein der Musiktheater-Geschichte bietet am Sonntag „Oper für alle“ am Münchner Max-Joseph-Platz. Auf großer Leinwand gibt’s dort die aktuelle Parsifal-Produktion der Münchner Staatsoper.
BR-Klassik

Thema „Lohengrin“ in Bayreuth:

„Hans Lick“ ist in unserem Forum natürlich ein Pseudonym, ich weiß aber, dass der dahinter stehende Mann ein absoluter Insider ist. Im Forum nimmt er Stellung zu diesem „Sommertheater“:

jetzt wo der aktuell beste lohengrin dort ist wo er hingehört, drei betrachtungen:

katharina wagner ist sicher nicht die alleinschuldige in dem quiproquo, man vergesse ihre „böse hügel schwester“ nicht, die werkte lange im voraus planend dort oben, hatte enge alagna kontakte und war eine karriere lang bekannt umtriebig.

wo war thielemann, der mit beczala probierte dann alagna akzeptierte? bekanntlich ist er rückgrat biegsam und wendehalsig, zeigt kaum zu einem fall gesicht, antichambriert gern. Auch er ist immer kostspielig wie katharinas schwester.

ist domingo’s heuriges walküre dirigat aus dem blauen bayreuth himmel gefallen, auch eine schwestern versprechen‘ s altlast ? 

http://www.festspieleblog.de/2…..-pasquier/

Comeback für Star-Pianist Lang Lang nach monatelanger Pause
Nach einer monatelangen Zwangspause wegen einer Sehnenentzündung im linken Arm hat der chinesische Pianist Lang Lang in der Nacht auf Samstag in den USA sein Comeback gefeiert. Mit dem Eröffnungskonzert beim Tanglewood-Festival im Staat Massachusetts kehrte der 36-Jährigen offiziell auf die Bühne zurück
Salzburger Nachrichten

Falkenstein bzw. Heldenberg/NÖ: Absage: Zu wenig Zeit für eine gute Idee

Das auch an dieser Stelle angekündigte Festival in Falkenstein findet nun zumindest heuer nicht statt. Die Veranstalter sind etwas zu blauäugig an die Sache herangegangen, als politisch denkender Mensch war mir klar, dass sich der Naturschutz auf einem Freigelände nicht im Eilzugstempo aushebeln lässt. Schade, die Idee ist nicht schlecht, prominente Namen standen auf der Besetzungsliste. Die schauen nun voraussichtlich durch die Finger!

Lesen Sie mehr darüber in den lokalen Zeitungen!
NÖ-Nachrichten/Hollabrunn
Falkenstein kein Standort für Wagner-Festival
NÖ-Nachrichten/Mistelbach

Peter Svensson, seines Zeichens Heldentenor, ist ein sympathischer Mann, den wir einen Erfolg gegönnt hätten – und diesen auch zu unterstützen bereit waren. Allein, das war gar nicht so leicht möglich.  Zur Präsentation des Projekts wurden wir erst gar nicht eingeladen, obwohl in der Branche bekannt ist, dass der „Online-Merker“ seine Ankündigungen als Service an die Leserschaft betrachtet und völlig kostenlos schaltet. Als ich trotzdem auf das geplante Festival hinwies, wurde ich von einer Dame angerufen, die mir erklären wollte, was ich nun schreiben darf und was nicht. Auf meinen Einwand, dass sie mich zur Präsentation einladen hätte können, erwiderte sie, dass sie grundsätzlich nur die APA einlädt!

Na Bravo, das ist eine sehr professionelle Vorgangsweise. In diesem Moment wusste ich, dass ich mir Sorgen um diese Idee machen muss!

Letzlich ist das Projekt aber nicht an fehlender Pressepräsenz (APA-Meldungen habe ich kaum gelesen, Berichte in der NÖN wenden sich sicher nicht an die Zielgruppe „Opernfreunde aus Wien und Umgebung“), sondern an der Bürokratie gescheitert.

Wir wünschen Herrn Svensson, dass sich seine Idee in der Folgesaison doch noch verwirklichen lässt – mit der gebotenen Professionalität und mit tauglichen Mitarbeitern

Tiroler Festspiele Erl: ERMIONE von G. Rossini    Eröffnungspremiere  6.7.2018

Dieses Jahr fungiert die Oper Ermione als Eröffnungspremiere des Festivals. Rossinis frühe Opera seria, die der Pesareser Maestro für Neapel komponierte, und die danach im 19. Jahrhundert nicht mehr gespielt wurde, wurde im 20. erst beim Rossini Festival in Pesaro wieder entdeckt. Die lange Periode der Vergessenheit liegt aber sicher nicht an dem Stoff aus der klassisch griechischen Tragödie, die um 1820 noch sehr beliebt war, sondern an Rossinis Komposition, die weit auf sein spätes Werk (Semiramide, Guillaume Tell) seiner Pariser Zeit  vorausweist. Ermione hat hier mit den Opera seria-Konventionen gebrochen…

Zum Bericht von Friedeon Rosén

STUTTGART: „ERDBEBEN.TRÄUME“ von Toshio Hosokawa  6.7.2018 (Uraufführung 1.7.2018) – Klangtunnel durch eine Naturkatastrophe


Copyright: A.T.Schaefer

Der letzte Monat der Direktion von Jossi Wieler steht ganz im Zeichen seiner Regiearbeiten. Neben der Wiederaufnahme der vor zwei Jahre zur Premiere gebrachten „I Puritani“ von Bellini und zwei Reprisen von „Fidelio“ steht die beim japanischen Komponisten Toshio Hosokawa in Auftrag gegebene Oper im Mittelpunkt…

Zum Bericht von Udo Klebes

Zum Bericht von Alexander Walther

Linz: DEATH IN VENICE. Derniere


Copyright: Sakher Almonen

Als Koproduktion mit der Opéra Nice Côte d’Azur und dem Theater Bonn stellte das Landestheater Linz, die 1973 uraufgeführte letzte Oper des englischen Komponisten, basierend auf Thomas Manns Novelle aus dem Jahr 1913, in einer Inszenierung von Intendant Hermann Schneider , die dieser bereits 2016 für Nizza entwickelt hatte, auf die Bühne…

Zum Bericht von Alexander Walther

Garsington Opera, Wormsley: The Skating Rink review – smart murder mystery opera is unfussy and clear

Fine performances and first-rate conducting drive a taut plot in David Sawer’s new opera, but it ultimately leaves you cold

https://i.guim.co.uk/img/media/9fb5525c3a6ef59beace257e2f4d122c82ea509b/0_300_4497_2698/master/4497.jpg?w=620&q=55&auto=format&usm=12&fit=max&s=8d6901549af5e0c744fe557bb3f41d84
Alice Poggio as Nuria and Grant Doyle as Enric. Photograph: Johan Persson

The Skating Rink review – smart murder mystery opera is unfussy and clear
The Guardian
The Skating Rink, Garsington Opera, Wormsley, review

A superb cast can’t save a thin plot and banal libretto
The Independent

Österreich( Innenpolitik
Chaos bei Liste Pilz, nächster Austritt: „Pilz kein guter Parteichef“
Die Liste Pilz kommt nicht zur Ruhe – und muss jetzt einen weiteren Abgang verkraften. Laut einem Medienbericht verlässt Tierschutz- und Kinderrechte-Sprecher Sebastian Bohrn-Mena die Partei. Es herrsche eine „autoritäre, fast demokratiefeindliche Umgangsweise mit Parteimitgliedern“, kritisierte er. Bei den Finanzen rieche es nach Verschleierung, erhob der Politiker schwere Vorwürfe gegen die eigene Partei.
https://www.krone.at/1736235

Fußball-WM: Nun stehen die Semifinalisten Fest: Belgien, Kroatien, Frankreich und England

Jene Mannschaften, die meine Sympathien hatten, sind nun aus der WM ausgeschieden. Jene Mannschaften, die meine Sympathien so gar nicht hatten, sind aber auch draußen. Nun kann ich mir in Ruhe die noch ausstehenden vier Spiele anschauen. Mit drei Semifinalisten als Weltmeister könnte ich gut leben, mit dem vierten werde ich wohl leben müssen!

Der „Zirkus Neymar“ hat sich auch bereits verabschiedet


Der Brasilo-Star kann nun nicht mehr die russischen Stadien als Liegewiese benützen (besonders die Strafräume waren für ihn Anziehungspunkt), zumindest in den nächsten Tagen ruft die Copa Cabana.

Ich wünsche einen schönen Sonntag

A.C.

 

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