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8. FEBRUAR 2021 – Montag

08.02.2021 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: Wiederaufnahme der Ponnelle-Inszenierung „Le nozze di Figaro“. Federica Lombardi, Virginie Verrez. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Renate Wagner in ihrer Premierenkritik über eine Vorstellung, die sie per Stream und TV erlebt hat: In der Ära Roscic versucht man nun bereits zum zweiten Mal mit Erfolg, Fehlentscheidungen des vorigen Direktors zu korrigieren, der sich mit der „Elektra“ des Harry Kupfer und mit „Le nozze di Figaro“ von Jean-Pierre Ponnelle von bewährten Meisterinszenierung getrennt und sie durch zweifelsfrei viel Schlechteres ersetzt hat.
Jean-Pierre Ponnelle (1932-1988), Franzose mit mütterlicherseits deutschen Wurzeln, war in seiner großen Zeit einer der wichtigsten Opernregisseure zwischen Salzburg und New York, Zürich, München und Wien, ein Künstler, der seine Ausstattungen selbst schuf und mit seinem untadligen Geschmack Ästhetik nie scheute, ein Interpret, der die Vorlagen aus der Musik und aus ihrer gegebenen Handlung heraus verstand. Sein Theaterverständnis war so groß wie die Sensibilität, mit der er die Werke anging. Er prägte das Opernglück von mindestens einer Generation von Opernbesuchern und starb, als sich das Regietheater anschickte alles wegzufegen, wofür er gestanden war. Er war das Opern-Pendant zu Giorgio Strehler, der das Regietheater noch voll erlebt hat und dazu nur sagen konnte: Warum so laut? Warum so hässlich? Warum so böse? Mit Ponnelle und Strehler sind Welten zu Ende gegangen…

Auch bei Philippe Jordan, obwohl dieser schon bei der Ouvertüre hören lässt, dass er nicht den „duftigen Mozart“ im Sinn hat (obwohl der natürlich auch sehr schön ist). Doch wo zu Beginn markige Präsenz zu hören ist, so erweist sich Jordan in der Folge als zwar immer „drängender“ (Durchänger gibt es bei ihm keine), aber nie gewaltsamer Diener des Werks. Er reüssiert nicht nur höchstpersönlich am Hammerklavier für die Rezitative, sondern vor allem als „mit.-atmender“ Begleiter, denn das ist ja das Geheimnis der großen Mozart-Dirigenten, die Sängern auf der Musik zu tragen. Und das gelingt ihm sehr schön.

Die Besetzung des Abends kann man – ohne in Jubelstürme auszubrechen – am besten mit „erfreulich“ bezeichnen. Die Herrschaften der Hauptrollen sind durchwegs jung, in ihren frühen Dreißigern (so weit das Internet ihr Alter preisgibt), das hebt das übliche Altersgefälle zwischen dem Grafenpaar und dem Dienerpaar auf, aber schließlich muss der Graf ja nicht ein alter Lustmolch und die einstige „Rosina“ nicht schon eine leidende Marschallin sein. Jede Aufführung mixt die Karten neu, und hier fegen junge Leute herum, gleich von Beginn an, wenn Figaro und Susanne eigentlich kuscheln – wie auch nicht, verliebt, wie sie sind…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Andre Schuen, Louise Alder. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Heinrich Schramm-Schiessl rezeniert wie folgt: Die Wiederaufnahme dieser Modellinszenierung von Jean-Pierre Ponnelle war wahrscheinlich die erfreulichste Mitteilung im Rahmen der Bekanntgabe seiner 1. Spielzeit durch Direktor Roscic. Sie wurde zunächst für die Salzburger Festspiele erarbeitet und dort 1972 unter der Leitung von Herbert von Karajan erstmals aufgeführt und blieb dann mit Unterbrechungen bis 1988 am Spielplan (spätere Dirigenten waren Bernhard Klee, Gustav Kuhn und James Levine). Als Herbert von Karajan 1977 an die Staatsoper zurückkehrte stand auch diese Inszenierung am Programm. Es war aber nicht einfach eine Übernahme sondern eigentlich eine Neuinszenieriung. Zwar blieb das Grundkonzept erhalten, aber Ponnelle – wie immer sein eigener Bühnenbildner – schuf veränderte Dekorationen. Waren diese in Salzburg elegant und sehr fein stilisiert, so gestalteten sie sich in Wien rustikaler…

Kommen wir nun zum musikalischen Teil – und hier ist die Begeisterung endenwollend. Wenn der Dirigent Philippe Jordan im Zusammehang mit dieser Produktion ankündigt, dass diese am Beginn des Aufbaus eines neuen Wiener Mozartensembles steht, so muß man sagen, dass hier noch viel Arbeit auf die Verantwortlichen zukommt. Die beste Leistung, und das war eigentlich zu erwarten, bot für mich Federica Lombardi als Gräfin. Sie ist in diesem Fach bereits an allen grossen Häusern – auch in Wien sang sie schon viermal die Donna Elvira – mit Erfolg tätig und sie vermochte am ehesten die Erwartung, die man in die Gestaltung dieser Rolle setzt, erfüllen. Sie verfügt über eine gut geführte Stimme und vermochte auch in der Lautstärke entsprechend zu differenzieren. Ihre große Arie sang sie gut, auch wenn das schwebende Piano im zweiten Teil der langsamen Passage nicht ganz gelang. Ihr am nächsten kam Louise Alder als Susanna…

Zum Premierenbericht von Heinrich Schramm-Schiessl

Wien/ Hofreitschule
Netrebko in der Hofreitschule: Vollendetes Ansingen gegen die Corona-Pandemie- Bezahlartikel
Superstar Anna Netrebko mit einem Galakonzert in der Spanischen Hofreitschule.
Kurier

Anna Netrebko singt als „Met-Star“ in der Winterreitschule
Berühmte Goldkehlchen singen für die New Yorker Metropolitan Opera „live in concert“. Am Samstag war Anna Netrebko dran – jetzt als Stream.
Der Standard.at

MÜNCHEN/ BAYERISCHE STAATSOPER: PREMIERENMATINEE „DER FREISCHÜTZ“

 

https://www.staatsoper.de/news/premierenmatinee-der-freischuetz.html

Die Neuproduktion von Der Freischütz, in einer Inszenierung von Dmitri Tcherniakov und unter der musikalischen Leitung von Antonello Manacorda, feiert seine Premiere am 13. Februar online mit der kostenlosen  Live-Übertragung auf STAATSOPER.TV in Kooperation mit BR-KLASSIK.  In den Hauptpartien erleben Sie Pavel Černoch (Max), Golda Schultz (Agathe), Anna Prohaska (Ännchen) und Kyle Ketelsen (Kaspar).

Graz
Styriarte schickt „Pariser Sinfonien“ online
Auf Grund der CoV-Pandemie hat die styriarte alle bis Ende Februar geplanten Konzerte abgesagt. Ganz verzichten muss man aber nicht darauf – die „Pariser Sinfonien“ etwa sind am Sonntag im Stream zu sehen.
https://steiermark.orf.at/magazin/stories/3088932

Ritterbands Klassikwelt 19: Die singenden Wände von Petworth House
Vor einigen Wochen, als man noch reisen konnte, fuhr ich in die englische Grafschaft West Sussex und besuchte das mächtige, der prunkvollen Architektur von Versailles nacheifernde Schloss Petworth House aus dem späten 17. Jahrhundert: Weit über die Grenzen Großbritanniens hinaus berühmt wegen seiner einmaligen Gemälde- und Skulpturensammlung. Diese, im „Goldenen Zeitalter“ des Schlosses 1774 – 1779 zusammengetragen von dem Eigentümer und ambitiösen Kunstmäzen, dem 3. Earl of Egremont, wirkt auf den heutigen Besucher allerdings weniger ästhetisch als vielmehr wegen ihrer gewaltigen Fülle und Dichte geradzu beängstigend – man will am ehesten sofort die Flucht ergreifen. Doch die hier an der Wand hängenden Gemälde und die mit Minimalabstand aufgestellten Skulpturen sind, für sich genommen, einzigartig. Der 3. Earl hatte nicht nur eine Unmenge Kunstwerke angehäuft – sondern auch unzählige Mätressen, von denen er nicht weniger als 43 Kinder hatte…
Charles E. Ritterband berichtet aus seiner Klassikwelt
Klassik-begeistert.de

Tenor Michael SPYRES – Videos auf Youtube

 

Ausnahmetenor Michael Spyres hat ja 2019 in Vorstellungen von Rossini’s La cenerentola an der Wiener Staatsoper debütiert und für große Begeisterung gesorgt. Seine für 2020 angekündigten Auftritte an der WSO sind dann aber leider ins Wasser gefallen. Im Juni 2020 hätte er den Edgardo in Lucia di Lammermoor singen sollen. Dazu kam es aufgrund des ersten Lockdowns und der Theaterschließungen bis zu Saisonende ja nicht. Zum Zeitpunkt der Absage war er aber immerhin schon für November 2020 als Gounod-Romeo angekündigt. Doch auch daraus wurde nichts. Denn just im Herbst ging unser Land bekannterweise in den zweiten harten Lockdown. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der „Wundertenor“ – dessen Stimmumfang von baritonaler Tiefe bis zu exorbitanter Höhe reicht – bald weitere Verpflichtungen hat, die ihn nach Wien führen werden. Bis dahin erfreut der aus dem US-amerikanischen Missouri stammende Startenor mit zahlreichen Videos auf Youtube. So zum Beispiel hier mit der Tenorarie aus der selten gespielten Bellini-Oper „Bianca e Fernando“ in der er am laufenden Band hohe Cs, Ds, Es, und ja, sogar ein hohes F (!!!) singt. Man springe beispielsweise nur mal zu Minute 5.00. Phänomenal!

https://www.youtube.com/watch?v=-vbp59gn7c4

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Ekaterina Gubanova singt die Ortrud („Lohengrin“ im Marinsky / St. Petersburg – vor Publikum, wie sie postet

🥳 I am absolutely thrilled to announce 2 performances of Lohengrin @mariinsky theatre on 7th and 17th of February! An absolute miracle not only to sing on stage in front of the public, but also to perform Ortrud, my newest “baby” whom I’m so eager to make grow! 🥳🥳🥳 Hip-hip hooray and FINGERS CROSSED that it will indeed happen!

 

 

ZU INSTAGRAM

Juan Diego Flórez, Gregory Kunde, Rosa Feola & Xabier Anduaga Headline Rai5 Broadcasts for Next Week
https://operawire.com/juan-diego-florez-gregory-kunde-rosa-feola-xabier-anduaga

CD-NEUERSCHEINUNGEN BEI GRAMOLA. Schubert , Chopin („Vocalisation“)

Heute haben Sie wieder die Möglichkeit, in Geschäfte zu gehen. Karl Masek empfiehlt zwei Gramola-Aufnahmen

Das Aufnahmedatum: 17. – 19. Februar 2020, Studio Wavegarden, im beschaulichen niederösterreichischen Örtchen Mitterretzbach, dicht an der tschechischen Grenze.
Zur Besprechung von Karl Masek

CD-Buch: REYNALDO HAHN „O MON BEL INCONNU“ – Weltersteinspielung; Palazetto Bru Zane

Zur Besprechung von Dr. Ingobert Waltenberger

Pop/Rock/Schlager
Deutschlands ESC-Hoffung setzt auf Authentizität. Jendrik Sigwart vertritt Deutschland beim Song Contest
Südtirolnews.it

Der Kölner Rosenmontagszug 2021
Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Kölner Rosenmontagszug 2021: 50 Jahre „Die Sendung mit der Maus“. Foto: Andrea Matzker

Erheblich abgespeckt, jedoch immerhin wetterunabhängig findet in diesem Jahr eine völlig neue Variante des Kölner Rosenmontagszuges statt. Pandemiebedingt kann der reale Zug von 7,5 km Länge mit ca. 12.000 Teilnehmern, einer Dauer von ungefähr 5 Stunden und rund 1 Million Zuschauern am Rande nicht stattfinden. Wie sich beim allerersten offiziellen Besichtigungstermin herausstellte, handelte es sich bei der erst- und bisher einmaligen Kollaboration mit dem traditionellen Kölner Hänneschen-Theater um einen Glücksfall, denn zunächst stand man dieser notgeborenen, aber innovativen Idee ein wenig skeptisch gegenüber.

Mehr darüber in den heutigen „Infos des Tages“

Pandemie: Die schlimmste Seuche ist die Verderbnis der Vernunft
Im 2. Jahrhundert nach Christus entvölkerte eine Pandemie ganze Landstriche. Wie ein römischer Kaiser Widerstand leistete

Kaiser Marc Aurel kämpfte gegen die Germanen und gegen die Pocken, die im Römischen Reich wüteten. Und schrieb ein Buch, das sich heute noch liest, als wäre es gestern geschrieben.
Neue Zürcher Zeitung

Psychologie/Hirnforschung: Warum ist uns jemand sympathisch?
Sympathie: Wer mag wen? Manche Menschen sind uns auf Anhieb sympathisch. Andere können wir einfach nicht ausstehen. Psychologische Experimente zeigen, wie wir in Sekundenschnelle über Fremde urteilen und wovon wir uns dabei beeinflussen lassen.
Spektrum.de

Monika Gruber und der Zeitgeist: „Es muass a Blöde geben“
Die Kabarettistin rechnet mit der Unvernunft in Corona-Zeiten ab.

Wiener Zeitung“: Frau Gruber, Sie verzweifeln in Ihrem Buch am Menschenverstand in hysterischen Zeiten und suchen nach Lösungen. Wie viel Mut gehört dazu, obwohl schon Schiller meinte: Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens?

Wiener Zeitung

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“:

Sabine Monauni verpasst die Wahl zur Regierungschefin Liechtensteins um 23 Stimmen: Monauni hatte als erste Frau in der Geschichte Liechtensteins für das Amt kandidiert – und es nun denkbar knapp verpasst. Ihre Fortschrittliche Bürgerpartei kam beim Urnengang am Sonntag auf 72 386 Stimmen – 23 Stimmen weniger als die Vaterländische Union mit 72 409 Stimmen. Der bisherige Stellvertreter Daniel Risch wird nun die neue Regierung anführen. Zum Bericht

Tom Bradys Tampa Bay Buccaneers gewinnen den 55. Superbowl: Der lockere 31:9-Sieg über die indisponierten Kansas City Chiefs ist auch der Verdienst der offensiven Spektakelmacher Tom Brady und Rob Gronkowski. Der Rekord-Quarterback Brady, der mit 43 Jahren der älteste Profi der Liga ist, heimst damit den siebten Titel ein. Zum Bericht

Sport/ Boxen
Ex-Schwergewichtsweltmeister Leon Spinks gestorben

Der wohl größte Moment im Leben des Leon Spinks: Er besiegte Muhammad Ali (Cassuis Clay)

Der US-Amerikaner hatte am 15. Februar 1978 in seinem erst achten Profikampf als Außenseiter Muhammad Ali geschlagen
Der Standard

Coronavirus“Südafrika-Mutante“: Weiter Warten auf Entscheidung über Tirol

 

 

Meine Opernmaus hat auch Verwandte in Tirol und konnte für mich den Kontakt herstellen. So spionierte für uns eine Maus im Büro des Tiroler Landeshauptmanns. Leider ist das eine Nachwuchsmaus und weniger frech, sie lauschte daher nur an der Türe. Dort hörte sie eine männliche Stimme in das  Telefon rufen: „Jetzt hör einmal zu, Bursche! Mei Tirol lasst man in Rua, sonst brauchst di bei uns nimmer blicken lassen“!  Wer nun der Rufer und wer der Angerufene war, konnte meine Maus nicht eindeutig sagen. Ich habe da allerdings einen Verdacht! Heute werden wir wohl mehr wissen. Als gelernter Österreicher vermute ich eine österreichische Lösung: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“!

Die Entscheidung, ob auf Tirol wegen der „Südafrika-Mutante“ noch verschärfte Maßnahmen zukommen oder doch nicht, hat auch am frühen Sonntagabend auf sich warten lassen.
http://www.kleinezeitung.at/politik/innenpolitik/5934016/Coronavirus_SuedafrikaMutante_Weiter-Warten-auf-Entscheidung

Corona-Mutation in Tirol: komplett abriegeln? RKI-Chef gibt „Tausenden Skifahrern“ Schuld
Münchner Merkur

Haben Sie einen schönen Tag und stürmen Sie nicht gleich alle Geschäfte! Morgen ist auch noch ein Tag, übermorgen übrigens auch!

A.C.

 

 

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