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8. DEZEMBER 2018

08.12.2018 | Tageskommentar

Attila in Mailand. Ansonsten das übliche Szenario zur Festspieleröffnung: Bravos und Buhs, Proteste vor dem Opernhaus, eigentlich zum Gähnen. Foto: Brescia & Amisano/Mailand

Ach ja, „Attila“  gab es auch noch. „Es hat schon schlechtetere Saisoneröffnungen gegeben – meint der „Kurier“:

Fest und Protest bei Scala-Saisoneröffnung mit Attila
Mit Rauchbombe und Knallkörpern haben einige italienische Linksaktivisten am Freitagnachmittag vor Beginn der Saisonpremiere der Scala mit Giuseppe Verdis „Attila“ in Mailand gegen die Regierung aus rechter Lega und populistischer Fünf Sterne-Bewegung protestiert. Einige Aktivisten trugen wie die französischen Demonstranten gelbe Westen.
Kleine Zeitung
ScalaSaisoneroeffnung-mit-Attila
Viel Applaus für Verdi-Rarität
Kurier

Ich habe die Übertragung nicht gesehen, kann nur eine Anleihe aus dem Forum nehmen:

Ja genau, ich habe insgesamt 20 Minuten gesehen und gehört, aber insgesamt aufgezeichnet, es war bescheuert. Z.B. irrt Odabella im Abendkleid mit Perlenkette und Nerz über ein Schlachtfeld, dann die üblichen Nazi(?) Uniformen usw usw- Die Sänger kann ich so recht noch nicht einschätzen. Klang allerdings nicht so dolle und Sartori platzt bald

Opernabend im Radio Opernabend
Giuseppe Verdi: „Attila“

Gesamtaufnahmen oder Liveübertragungen von den großen Opernbühnen wie München, Mailand und New York – samstags ab 19.05 Uhr auf BR-KLASSIK

Netrebko und Holender auf ukrainischer „Staatsfeindeliste“

19 Personen mit Österreich-Bezug finden sich laut APA-Recherchen derzeit auf der berüchtigten „Mirotworez“-Liste ukrainischer „Staatsfeinde“. Neben Politikern stehen auch Kulturschaffende aus Österreich darauf.

…Betroffen ist auch Ex-Staatsoperndirektor Ioan Holender, der im Oktober für ServusTV einen Dokumentarfilm auf der Krim drehte und gegenüber einem russischen Fernsehsender die Halbinsel dabei als „russischer als russisch“ bezeichnete…
Die Presse

Baden-Baden: Daniele Gatti zog die Reissleine eund ersparte den Berliner Philharmonikern einen Gewissenkonflikt

Er sagte sein Dirigat bei den Osterfestspielen 2019 aus gesundheitlichen Gründen ab

WIEN: WEITERE SZENENFOTOS ZU „DIE WEIDEN“ (PREMIERE HEUTE)

Kompositionsaufträge erhielt der österreichische Komponist Johannes Maria Staud u.a. von den Wiener und Berliner Philharmonikern ebenso wie vom Cleveland Orchestra oder den Salzburger Festspielen, Opernuraufführungen brachte er ferner bei der Münchener Biennale und dem Lucerne Festival heraus. Für die Wiener Staatsoper schrieb er nun gemeinsam mit dem Librettisten Durs Grünbein eine überaus politische Oper, die Bezug zum allgemeinen europäischen Rechtsruck nimmt.

Im Zentrum der Handlung steht das junge, frischverliebte Paar Peter und Lea, das sich auf eine Flussreise begibt, auf eine Expedition den Großen Strom hinab – mitten in das Herz Europas, eines neuerdings wieder zerrissenen Kontinents. Peter präsentiert Lea seine Heimat, die sich anfangs von ihrer freundlich-pittoresken Seite zeigt, mit Fortgang der Geschehnisse jedoch immer unwirtlicher und düsterer wird. Das geht an der Beziehung der beiden nicht spurlos vorüber. Das Böse in dieser Oper ist das Politisch-Böse…

Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Monika Bohinec, Herbert Lippert. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Was man zum großen Opernaufreger „Die Weiden“ wissen sollte
Acht Jahre ist es her, dass an der Staatsoper ein Werk uraufgeführt wurde. Am Samstag hat das kontroverse Stück „Die Weiden“ Premiere. Die wichtigsten Infos vorweg
Der Standard
Komponist Johannes Maria Staud: Engagierter Advokat der Moderne
Der 44-Jährige hat mit „Die Weiden“ eine kontroverse Oper geschrieben, die jetzt an der Staatsoper uraufgeführt wird – derstandard.at/2000093345779/Komponist-Johannes-Maria-Staud-Engagierter-Advokat-der-Moderne
Der Standard
Unsere aktuelle Gesellschaft lehrt uns das Gruseln“
Die Welt.de

Renate Wagner hat gestern das für die Autoren und deren Werk bestmögliche Ritual wie auch das schlechtestmögliche genannt. Warten wir ab, Prognosen sind tatsächlich schwer zu erstellen.

Die Premiere ist nunmehr ausverkauft, wenn die Staud-Erzählungen also Kalkül waren, ist dieses aufgegangen. In der Mailänder Scala hat man versucht, die Stimmung durch angebliche  Blasphemie aufzuheizen, in Wien setzt man darauf, dass sich Besucher mit unterschiedlichen politischen Affassungen „matchen“. Das wird nicht stattfinden, denn wenn das Werk nicht für sich selbst spricht, sondern (gefühlte) hundert Zeitungsinterviews des Komponisten braucht, um zu polarisieren, merkt man die Absicht und ist entweder verstimmt oder gleichgültig.

Essen/Aalto-Theater
„Der Freischütz“ im Aalto: Die Wolfsschlucht ist nicht weit

Heute ist Premiere, es inszeniert Tatjana Gürbaca. Der Artikel ist kostenpflichtig, ich habe ihn aber gestern gelesen, wo er noch „frei“ war. Die Regisseurin meinte darin: Kein Happy Ending; Wir müssen uns fragen, ob wir diese Musik so enden lassen können. Diese Naivität können wir uns nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr leisten.

https://www.waz.de/staedte/essen/der-freischuetz-im-aalto-die-wolfsschlucht-ist-nicht-weit-id215949653.html

Zitat Frau Gürbaca zu ihrem Freischütz: Es steckt sehr viel drin, was uns heute bewegt: die große Glaubenskrise, die Industrialisierung, der Kapitalismus, ein Nationalismus, der mit dem Zweiten Weltkrieg endet und bei den rechtsradikalen Übergriffen in Chemnitz wieder seine Fratze zeigt“, erklärt Tatjana Gürbaca. „Es ist eine Mahnung, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

Steckt das tatsächlich drin, Frau Gürbaca? Oder denken Sie es sich hinein?

Graz: Chefdirigentin Oksana Lyniv verlässt Grazer Oper
Überraschender Wechsel an der Grazer Oper: Chefdirigentin Oksana Lyniv verlässt das Haus nach nur drei Spielzeiten. Ihr folgt der Deutsche Roland Kluttig nach.
Die Presse
Roland Kluttig neuer Chefdirigent an der Oper Graz
Wiener Zeitung

So überraschend ist der Wechsel nicht, Oksana Lyniv hat sich in Graz einen guten Namen gemacht und wagt nun den Schritt auf den freien Markt!

Schweizer Intendant der Semperoper Dresden: «Wir müssen mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen»

Seit Beginn der Spielzeit leitet der Schweizer Peter Theiler die traditionsreiche Semperoper. Bei der künstlerischen Erneuerung des gebeutelten Hauses sieht sich der gebürtige Basler auch mit der heiklen politischen Situation in Sachse
Neue Zürcher Zeitung

DARMSTADT: DER TENOR LEONARDO CAIMI RETTET HEUTIGE „BALLO“-PREMIERE

Der italienische Tenor Leonardo Caimi wird am 8. Dezember 2018 kurzfristig die Rolle des Gustavo III in Verdis Un ballo in maschera am Staatstheater Darmstadt übernehmen. Die Premiere der Neuproduktion von Valentin Schwarz wird von Daniel Cohen dirigiert werden. Keri Alkema, Julian Orlishausen, Katrin Gerstenberger und Cathrin Lange werden in den weiteren Hauptrollen auftreten.

Leonardo Caimi. Foto: Agentur

Leonardo Caimi rettete bereits in der Spielzeit 2017/18 eine wichtige Premiere, als er als Henri in Verdis Les vêpres siciliennes an der Bayerischen Staatsoper in München einsprang. Diese Saison ist der Tenor viel in Deutschland zu hören. An der Oper Leipzig tritt er als Don José in einer Neuinszenierung von Carmen auf und wird dort auch Calaf in Turandot singen, am Aalto-Theater in Essen wird er die Partie des Mario Cavaradossi in Tosca verkörpern.

FRIEDBERG /Wetterau/ Theater Altes Hallenbad (Hessen) : Die unbezähmbare Muse

Das Theater Altes Hallenbad ist ein besonderer Ort. Ursprünglich ein Jugendstilbad, siechte es Jahrzehnte dahin und war beinahe schon dem Verfall preisgegeben, bevor eine Bürgerinitiative sich dem Objekt mit viel Liebe uns Herzblut annahm und die Umnutzung als Kulturzentrum realisierte. 2013 fanden die ersten Veranstaltungen in diesen historischen Mauern statt und schön bei der offiziellen Eröffnung vor geladenen Gästen war die dramatische Sopranistin Cornelia Haslbauer mit der Arie „Dich teure Halle, grüß’ ich wieder“ mit von der Partie. Das künstlerische Profil des Hauses gleicht ein wenig einem kulturellen Gemischtwarenladen. So vielfältig wie die ehrenamtlichen Mitarbeiter im kurz aHa genannten Alten Hallenbad ist auch das Programm. Es reicht von ländlichem Amateurtheater bis hin zu künstlerischen Hochgenüssen, wie den szenischen Liederabend „Die unbezähmbare Muse“, der sich mit dem Leben Alma Mahler-Werfels befasst.

Cornelia Haslbauer und Nadia Belneeva, Foto: Marc Rohde

Die Theatercompagnie Tagträumer setzt unter Regie von Veronika Brendel die Beziehungen Almas zu ihren drei Ehemännern Gustav Mahler, Walter Gropius, Franz Werfel und Liebhabern wie Oskar Kokoschka in den Fokus. Texte und Briefe aus drei Büchern lieferten die Vorlage, aus der die Regisseurin diese clevere Adaption erarbeitete. Das so entstandene Format ist ein spannender und packender Abend, der von vier imposanten Frauen gestaltet wird. Die Schauspielerinnen Ute Eckhard und Ingeburg Amodé erzählen in der Rolle als Alma Werfel amüsante, bewegende und teilweise tragische Geschichten. Als es um den frühen Tod eines ihrer Kinder geht, haben auch im Publikum einige Besucher Tränen in den Augen.

Zum Bericht von Marc Rohde

Salzburger Marionettentheater kämpft ums Überleben
Stadt und Land bekennen sich zur Unterstützung des Marionettentheaters – unter Bedingungen. Je 150.000 Euro sind zum Überleben notwendig.
Salzburger Nachrichten

Welche Bedingungen? Das Marionettentheater möchte eigenständig bleiben. Vizebürgermeister Auinger stellt klar, dass es einen städtischen Subventionszuschuss für das Marionettentheater nur mit einem tragfähigesn und kooperativen Konzept für eine Weiterführung geben könnte. Er könnte sich auch eine eigenständige Fortsetzung des Betriebs nur „unter dem Dach des Landestheaters“, vorstellen. Das meint auch Heinrich Schellhorn von den „Grünen“

Nächster Einkaufssamstag in Wien:  Wenn Sie schon in der Innenstadt sind, dann besuchen Sie auch das Konzert in den Ringstraßengalerien

 

Frankreich
Gefesselte Schüler auf Knien – Video von Polizeieinsatz bei Paris schürt Unmut
Die Bewegung der Gelbwesten in Frankreich erhält Unterstützung von Schülern und Studenten. Die Radikalisierung wird gefördert durch das Video eines schockierenden Polizeieinsatzes.
https://www.nzz.ch/international/gefesselte-schueler-auf

Wer dieses Video sieht , ist geschockt. Macron als „Monsieur Europa“? Die ach so unparteiischen Medien haben ihm zum Sieg verholfen – und nun wollen sie es nicht gewesen sein!

Gestern wurde bei der Scala-Eröffnung in Mailand auch gegen Macron demonstriert. Ich gehe davon aus, dass er nicht in Mailand gewesen ist, denn wenn er trotz der Situation in Frankreich keine anderen Sorgen als einen Opernbesuch hat, hat er wirklich in seinem Amt nichts verloren!

Ich wünsche einen schönen Feiertag!

A.C.

 

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