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8. AUGUST 2021 – Sonntag

08.08.2021 | Tageskommentar

Vito Priante (Leporello), Mika Kares (Komtur), Davide Luciano (Don Giovanni). Foto: Ruth Walz/ Salzburger Festspiele

SALZBURG/Festspiele: DON GIOVANNI – TV-Übertragung am 7.8.2021

»Alles und von allem das Höchste«, postulierte Hugo von Hofmannsthal 1922. Anstelle desssen präsentieren die Salzburger Festspiele heute »interessante Konstellationen«. Romeo Castellucci und Teodor Currentzis verbrämen als szenisch und musikalisch Verantwortliche Alltagskost mit dem religiös-fanatischen Banner der »Neudeutung«. Die Versprechung lockt viele nach Spektakel Süchtige. Wiegt die Unkundigen im Glauben, etwas Besonderem teilhaftig zu werden. Dabei doch: des Kaisers neue Kleider.

Teodor Currentzis hetzt die Sänger und das musicAeterna Orchestra nicht mehr durch die Partitur wie noch vor Jahren, im Gegenteil: Immer wieder hemmt er den musikalischen Fortgang. Dann wandelt sich ein Allegro assai zu einem Molto Adagio, für einige Takte bloß. Grundlos; denn in der Partitur finden sich hierfür keine Begründungen…

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http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=B2C6E058-CA52-7D87-2FA62F054FBCADAD

Thomas Prochazka/ www.dermerker.com

HEUTE BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN (11 h bis 12,50 h) (und auf Arte Concert (19,30):

 

GUSTAV MAHLER – SYMPHONIE Nr.3

TERMINE UND KARTEN

Violeta Urmana Alt
Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor
Wolfgang Götz Choreinstudierung
Chor des Bayerischen Rundfunks
Howard Arman Choreinstudierung
Wiener Philharmoniker
Andris Nelsons Dirigent

Sonntag, den 8. August, um 19.30 Uhr. >Zum Stream auf ARTE Concert

SALZBURGER FESTSPIELE: COSÌ FAN TUTTE: FOTOS UND KRITIKEN VON DER WIEDERAUFNAHME /Premiere

Marianne Crebassa, Elsa Dreisig, Johannes Martin Kränzle. Foto: Monika Rittershaus

Salzburg
Warum Joana Mallwitz‘ „Cosi fan tutte“ eine Sternstunde ist
Nordbayern.de

Die Liebes-Dinge sind kompliziert
Corona geschuldet hat man im Vorjahr den Rotstift angesetzt an Così fan tutte. Die Produktion hat sich trotzdem als derart schlüssig erwiesen, dass man sie heuer ohne die wieder mögliche Erweiterung übernommen hat. Obwohl zweieinhalb pausenlose Stunden mit Maske in nun wieder prall gefüllten. beengenden Reihen eigentlich eine Zumutung am Rande der Folter sind, stellte sich wieder das große Mozart-Erlebnis ein.
DrehpunktKultur

Kritik – Mozarts „Così fan tutte“ bei den Salzburger Festspielen. Weniger ist mehr
Im letzten Jahr war es geradezu sensationell, dass die Salzburger Festspiele nicht nur stattfanden, sondern auch szenische Opern zeigten. Mozarts „Così fan tutte“ wegen Corona in einer geschickt gekürzten Fassung ohne Pause. Regie führte Christoph Loy, am Pult der Wiener Philharmoniker stand damals erstmals bei einer Salzburger Premiere eine Frau: Nämlich Joana Mallwitz, die sonst Generalmusikdirektorin in Nürnberg ist. Nach der umstrittenen Don-Giovanni-Premiere gab es nun gestern Abend mit der Wiederaufnahme der Così-Produktion des letzten Jahres die zweite Mozart-Oper in Salzburg.
BR-Klassik.de

Innsbruck – Festwochen-Eröffnung mit viel Musik
Am Freitag sind die 45. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik auf Schloss Ambras eröffnet worden.
https://tirol.orf.at/stories/3115914/

Innsbrucker Festwochen starten in 45. Auflage: Dankbare Vorfreude
Tiroler Tageszeitung

Bernardo Pasquinis „Idalma“ bei den Innsbrucker Festwochen
Prunkvolle Barockopern-Ausgrabung
BR-Klassik.de

„Idalma“ als umjubelte Eröffnungspremiere in Innsbruck
https://www.vol.at/idalma-als-umjubelte-eroeffnungspremiere-in-innsbruck/7086012

Lech am Arlberg: „LECH CLASSIC FESTIVAL –FIDELIO konzertant“

Leah Gordon, Michael Güttler, Peter Kellner, Matthias Hausmann. Copyright: Lech-Klassik-Festival/ Hurnaus

„eine Annäherung an das glühende Freiheitsmanifest“ 6.8.2021

In der reduzierten Orchesterfassung von Igor Retschitsky werden alle Rezitative gestrichen und auch die Sprechtexte fehlen. Um auch jenen Gästen die Handlung näher zu bringen, die das Werk noch nicht kennen, führt Kammerschauspieler Joseph Lorenz zwischen Arien und Ensemblestücken durch die Geschichte in ein Staatsgefängnis bei Sevilla am Ende des 18. Jahrhunderts. Dies gelingt auf jeden Fall mit so einer ausdrucksstarker Bühnenpersönlichkeit – manchmal wird allerdings vom Zettel abgelesen. Für Opern-Stammgäste, für die Beethovens meisterliche, symphonisch-konzipierte Musik bereits das Geschehen auf der Lecher Bühne eindringlich und ausreichend „erzählen“ kann, können diese Pausen, die den Spielfluss unterbrechen, auch störend wirken…

Zum Bericht von Susanne Lukas

POYSDORF / Kellergstetten: Gustav Mahlers DAS LIED VON DER ERDE und MÄRCHEN von Ravel

Benjamin Bruns, Nadine Weissmann, Matthias Fletzberger und Orchester. Foto: Gesine Görlich-Fletzberger

Große Werke in kleiner Besetzung dem Publikum näher zu bringen, das ist das anspruchsvolle und mutige Konzept von Klassikamplatz.at. im nördlichen Weinviertel. Der Aufführungsort – ein muschelförmiger Platz am Eingang zum Kellergassenviertel von Poysdorf – bietet nicht nur eine überraschend gute Akustik, sondern wurde auch gewählt, um mit der Einbindung in das Alltagsleben der Stadt neue Besucherschichten anzusprechen. Zur Komplettierung des verlockenden Angebots dürfen auch kulinarische Genüsse und die vorzüglichen regionalen Weine selbstverständlich nicht fehlen…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Benjamin Bruns beim „Lied von der Erde“. Foto: Gesine Görlich-Fletzberger

Was die Publikumsauslastung betrifft, ist noch etwas Luft nach oben. Kommenden Freitag sind Camilla Nylund und Anton Saris mit Auszügen aus „Ariadne auf Naxos“ zu Gast. Ein Aufruf an die Wiener und die Bewohner rundum: Aufwachen, liebe Leute! Und von Wien sind es im Auto auch nur rund 45 Minuten!

TORRE DEL LAGO / 67. Festival Puccini: TOSCA

 

Dieser Scarpia ist ein Schlächter. Auf seinem Schreibtisch liegt frisches rotes Fleisch, das Blut rinnt vom weißen Tuch. Der noble Baron in historisierendem Rock taucht seine Hände in die blutige Masse und wäscht sie dann in einer gewaltigen gläsernen Bowl. Hinter ihm hängt ein riesiger Stadtplan von Rom, schwarz und weiß, durch den sich der Tiber in grellem Fuchsienrot schlängelt.

Die Farben der Fuchsienblüte sind für Regisseurin Stefania Sandrelli Symbol der Gewalt gegen Frauen. Feminizide, Me Too, Frauen als Opfer – das will die bekannte Schauspielerin im Gran Teatro Puccini in Torre del Lago ansprechen…

Zum Bericht von Werner Häußner

Bayreuther Festspiele: Die Walküre, 2. Aufführung am 03.08.2021

Farb- und Musikrausch in Bayreuth

Copyright: Bayreuther Festspiele/ Enrico Nawrath

Kurz vor dem Einlass kam an diesem Dienstagnachmittag ein Gewitter über den Grünen Hügel und entlud sich mit Blitzen, Donner und heftigem Regen. Die Besucher rannten, um ein trockenes Obdach unter Schirmen und Vordächern zu ergattern. Und Richard Wagner wollte es so, dass es drinnen mit dem Vorspiel zur Walküre genauso weiterging. Rasant sausten die Quint- und Sextolen der Kontrabässe auf und ab und gaben dem realen Wetter den passenden musikalischen Ausdruck…

Zum Bericht von Fabian Kropf

Der ewige Fall Furtwängler
Ein musikalisches Genie mit „Wigelwagel-Charakter“, das mit den Nazis paktierte, eine Peinlichkeit Adornos plus Wiener Lokalkolorit: Zum Essayband „Furtwänglers Sendung“.
https://www.diepresse.com/6018087/der-ewige-fall-furtwangler

Gera
Ein Freund für alle Fälle – Gerd Natschinskis „Mein Freund Bunbury“ im Theater am Park in Gera

Wer heutzutage mit einem Sommerspektakel unter freiem Himmel sein Publikum unterhalten will, ist gut beraten, wenn er eine Schlechtwettervariante in petto hat. In Gera hätte man die, denn die Bühne am Park, auf der jetzt der DDR-Musical Klassiker „Mein Freund Bunbury“ Premiere hatte, liegt gleich neben der Oper – der Fluchtweg ins Trockene wäre kurz. Am Donnerstag zur Premiere konnte Generalintendant Kay Kuntze beruhigt darüber flunkern, dass man eventuelles regnerisches Wetter als Londoner Lokalkolorit betrachten solle. Doch das Wetter hielt über die gesamten knapp zwei Stunden.
Neue Musikzeitung/nmz.de

Madrid
Teatro Real de Madrid 2020-21 Review: Tosca
The Madrid Season Comes to a Close with a Disappointing Cast Led by Anna Netrebko
https://operawire.com/teatro-real-2020-21-review-tosca/

Neuer ORF-Generaldirektor: Weißer Rauch über dem Küniglberg
Roland Weißmann dürfte das Rennen um den ORF-Chefsessel machen.

Dienstag werden im sechsten Stock des ORF-Zenturms auf dem Wiener Küniglberg die Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Es steht die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors an. Langzeit-Amtsinhaber Alexander Wrabetz tritt erneut an, zudem haben die Stiftungsräte weitere Bewerber für das Hearing nominiert: ORF-Vizefinanzchef Roland Weißmann, ORFeins-Managerin Lisa Totzauer sowie Technik-Vizechef Thomas Prantner und Harald Thoma. Aus ihnen wählt der stets politiknah besetzte 35-köpfige Stiftungsrat den Generaldirektor.
Wiener Zeitung

Dr. Wrabetz hat sich geschickt immer Mehrheiten beschafft, über Parteigrenzen hinweg. Taktisches Geschick ist für einen ORF-General eine wichtige Voraussetzung, so gesehen ist die mögliche Abwahl (der Vertrag läuft ab, weitere Bewerber haben sich für den Job angemeldet) eigentlich nicht zwingend nötig.  Aber auf Notwendigkeit/Logik kommt es sowieso nicht an, Politik ist angesagt. Herr Wrabetz hat bei all seinen bisherigen Vertragsverlängerungen sehr viel auch ihm politisch Fernstehenden versprochen, gehalten hat er nur das Nowendigste. Aber selbst das muß den Versprechensempfängern klar gewesen sein, es geht aber darum, wie man erklärt, dass man etwas“im Moment“ nicht so einhalten kann“. Und da hat Wrabetz anscheinend ein Defizit, er hat politische Steigbügelhalter aus anderen Parteien ganz einfach nicht mehr gekannt. Das rächt sich nun – oder gelingt dem Dr. Wrabetz ein Sensationscoup? Ich glaube es nicht, schließe es aber auch nicht gänzlich aus!

Wichtig ist (egal wer nun das Rennen macht): Der ORF darf nicht Nordkorea werden!

Die Olympischen Spiele 2020 (so die offizielle Bezeichnung, obwohl erst 2021) gingen heute zu Ende, den abschließenden Marathonlauf gewann ein Kenianer in 2,08 Stunden (erwartungsgemäß, Menschen aus dieser Region sind dafür wie geschaffen).

Wie ist der Marathonlauf enstanden?

490 v. Chr. lief der Bote Pheidippides vom Schlachtfeld in Marathon nach Athen (42,195 km), um die Siegesbotschaft über die Perser zu verkünden. Mit einer Grußformel in der Hand soll er der Sage nach in Athen vor Erschöpfung tot zusammengebrochen sein.


Pheidippides verkündet seine Botschaft – und stirbt. Denkmal bei Marathon. Foto: Wikipedia

Welche Zeit Pheidippides damals gelaufen ist, ist nicht überliefert. Gerade diese wäre aber sporthistorisch interessant. Mit dem damaligen Schuhwerk werden es wohl über drei Stunden gewesen sein!

Der österreichische Heeressportler Peter Herzog lief die Strecke in 2,22 Stunden und wurde Einundsechzigster – sozusagen standesgemäß. Einen Marathon bin ich nie gelaufen (im Gegensatz zu unserem Arbeitsminister Kocher, der angeblich ganz gute Zeiten hinlegt) , ich war ein ganz passabler Läufer, aber bei Zehntausendern habe ich mich schon sehr geplagt. Meine Paradestrecke waren die 5000 Meter, noch vor 20 Jahren bin ich (schönes Wetter vorausgesetzt) vor der Arbeit um 6 h früh nach und durch Schönbrunn gelaufen (ich wohne nahe dem Eingang zur Gloriette, es war ein nicht sonderlich erfolgreicher Kampf gegen die unnötigen Kilos!).

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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