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7. AUGUST 2020 – Freitag

07.08.2020 | Tageskommentar

Österreichischer Musiktheaterpreis: 20 Gewinner wurden in Salzburg ausgezeichnet

Donnerstagabend wurde der von Karl-Michael Ebner initiierte Preis bereits zum achten Mal vergeben. Plácido Domingo wurde für sein Lebenswerk geehrt und Günther Groissböck mit dem Medienpreis ausgezeichnet.

Salzburg (LCG) – Trotz COVID-19 wurde der Österreichische Musiktheaterpreis unter verstärkten Sicherheitsauflagen am Donnerstagabend in der Festspielhauptstadt verliehen. Insgesamt 20 Auszeichnungen, „Goldene Schikaneder“-Statuetten, wurden am Salzburg Airport W. A. Mozart vergeben, darunter fünf Sonderpreise wie die Ehrung für sein Lebenswerk an Plácido Domingo und der Medienpreis an Günther Groissböck. Mit dem Sonderpreis für internationales Kulturengagement wurde Claudia Yang gewürdigt und der Sonderpreis für das beste Orchester ging an das Bruckner Orchester Linz. Erstmals wurde heuer auch ein Sonderpreis für die beste Jugend- und Kindermusiktheaterproduktion vergeben, der an „Land des Lächelns für Kinder“ bei den Seefestspielen Mörbisch ging.

15 reguläre Kategorien wurden von der Jury nominiert und bewertet. Sie setzte sich heuer aus den Fachpublizisten Susanna Dal Monte (Ö1), Dietmar Baurecht (Burgenländische Volkszeitung), Johannes Enzinger (Kronen Zeitung), Peter Jarolin (Kurier), Nikolaus Köhler (Art Quarterly), Joachim Leitner (Tiroler Tageszeitung), Boris Priebe (Verlag Felix Bloch Erben Berlin), Robert Quitta (Die Bühne) sowie Michael Wruss (Oberösterreichische Nachrichten) zusammen. Auch die Spielhäuser hatten die Möglichkeit zu Nominierungen.

Soweit die erste Info. Eine weitere ist auch an uns ergangen, jedoch mit Sperrfrist Samstag. Da kenne sich einer aus! Apropos auskennen. Es fällt auf, dass beim Österreichischen Musiktheaterpreis die Flaggschiffe Wiener Staatsoper bzw. Salzburger Festspiele keine Rolle spielen.

Bislang sah ich den Grund darin, dass man sich für diesen Preis selbst bewerben muss – und beide Institutionen das eben nicht getan haben. Soweit wäre das klar.

Nun aber entnehme ich obigen Pressetext, dass es eine Jury gibt, die nominiert und „sich die Spielhäuser auch bewerben können“. Hat keiner der Juroren die Staatsoper bzw. die Salzburger Festspiele für eine Nominierung wert befunden?

Was Salzburg betrifft, gibt es eine Erklärung, die jedoch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Ich möchte nicht wieder wegen der Salzburger Festspiele mit Anwälten herumstreiten! Das mögen andere tun, wenn sie das nötige Kleingeld aufbringen wollen.

Die wichtigsten Preise (komplette Liste in unseren „Infos des Tages“)

Sonderkategorie: Ehrung für das Lebenswerk – präsentiert von Stix Immobilien
Plácido Domingo

Sonderkategorie: Medienpreis
Günther Groissböck

Sonderkategorie: Bestes Orchester – präsentiert von LSG
• Bruckner Orchester Linz

Kategorie: Beste weibliche Hauptrolle – präsentiert von Nägele & Strubell
• Ursula Pfitzner als Die Herzogin in „Powder Her Face“ an der Volksoper Wien

Kategorie: Beste männliche Hauptrolle – präsentiert von Compact Electronic
• Gábor Bretz als Don Quichotte in „Don Quichotte“ bei den Bregenzer Festspielen, übernommen von Michael Csar in Vertretung

Kategorie: Beste weibliche Nebenrolle – präsentiert von der Sektkellerei Szigeti
• Aurelia Florian als Roxane in „König Roger“ an der Oper Graz, übernommen von Marlene Hahn in Vertretung

Kategorie: Beste männliche Nebenrolle – präsentiert von Palais Hansen Kempinski
Daniel Luis de Vicente als Paolo Albiani in „Simon Boccanegra“ am Tiroler Landestheater

Fortsetzung in unseren Infos des Tages

Placido Domingo wehrt sich gegen Weinstein-Vergleich
Der an Covid-19 erkrankte und inzwischen genesene Opernsänger und Dirigent Placido Domingo will sich gegen Anschuldigungen des sexuellen Fehlverhaltens, die gegen ihn erhoben wurden, entschlossener verteidigen. „Ich bin heute eine andere Person, ich habe keine Angst mehr“, so der Künstler im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Donnerstag-Ausgabe).
https://orf.at/stories/3176430/

Salzburger „Cosi“ – Jubelarie

Herr Loy erhielt für die Frankfurter Cosi von der doch recht überbewerteteten Zeitschrift „Opernwelt“ für die Cosi den Ehrentitel Regisseur des Jahres https://de.wikipedia.org/wiki/Kritikerumfrage_der_Opernwelt und den Faust-Theaterpreis. Den erwähnen sogar die Salzburger Festspiele in ihrem Loy Porträt, ohne zu vermerken, dass eben diese in Frankfurt 2008 herausgebrachte Arbeit in Salzburg gezeigt wird. Warum wird das verschwiegen, das ist doch in Ordnung! Oder doch nicht?

Wien/ Schönbrunn
Sommernachtskonzert der Philharmoniker heuer nicht-öffentlich, Park gesperrt

 

Am 18. September spielen die Philharmoniker in Schloss Schönbrunn vor einem leeren Park – und bitten, das Konzert via Fernsehen zu verfolgen.
Kurier

Hoppla, was ist das? Ein Publikum wird es dennoch geben, fragt sich wie zahlreich (10 000?) und wer.

„Aufgrund der aktuellen Situation und der behördlichen Vorgaben zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie sind wir gezwungen, beim diesjährigen Sommernachtskonzert die Anzahl der ZuschauerInnen stark zu begrenzen.

Aus diesem Grund ist am Konzerttag der Zugang zum Schloßpark und zum Zuschauerbereich für die Öffentlichkeit leider nicht möglich.

Alle Tore zum Park werden aus Sicherheitsgründen gesperrt sein.

Da es uns in diesem Jahr leider nicht möglich ist Sie in gewohnter Weise vor Ort willkommen zu heißen, bitten wir Sie, das Sommernachtskonzert 2020 ausnahmsweise bequem und sicher im Fernsehen mitzuverfolgen.“

Und was heißt das? Was stimmt nun? „Leerer Park“ oder Zuschauer, die offenbar über der Öffentlichkeit stehen, für die der Ausschluss des gemeinen Volks, eben der „Öffentlichkeit“, nicht zutrifft ? Es wird Privilegierte geben, die gleicher als gleich sind. Wir werden ein Auge darauf haben!

Was nun mich betrifft – der ich keine 1000 Meter vom Geschehen meine Wiener Wohnung habe: Wer mich einmal auslädt/ aussperrt, braucht mich niemals mehr einzuladen. Soviel Stolz besitze ich.

Also ab nächstes Jahr: „Nun denn allein!“

PS.: Eine genaue Stellungnahme der Philharmoniker und auch das Programm des Konzerts finden Sie morgen in unseren „Infos des Tages“

Lech Classic Festival – 5.8.2020: – Special Edition
Eröffnungsgala – ein vielfältiges Programm mit enthusiastischen Künstlern

Foto: Facebook

Seit März sind Corona-bedingte Absagen von Kultur-Veranstaltungen nun weltweit schon zur traurigen Gewohnheit geworden. So mussten auch heuer die 6 Beethoven-Konzerte in der stimmungsvollen Lecher Kirche auf das nächste Jahr verschoben werden, was bei den 80 Künstlern, aber auch bei den Einheimischen der Tourismus-Branche und den zahlreichen Gästen für große Enttäuschung sorgte. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass die Veranstalterin Marlies Wagner kurzfristig ein Festival organisieren konnte, das hervorragende, weltberühmte Solisten in diesen zauberhaften Ort am Arlberg – bekannt für seine traumhafte Kulisse und als beliebte Wintersport-Region – bringt und so den Dorfbewohnern und nationalen bzw. internationalen Besuchern klassische Musik auf allerhöchstem Niveau näherbringt…

Zum Bericht von Susanne Lukas

Kurzvideo vom Schlussapplaus/   Facebook Beczala

Lech am Arlberg: Camilla Nylund und Piotr Beczala proben

Bitte untenstehenden Link anklicken

ZU INSTAGRAM mit Video und Fotos

Bas Festival findet noch bis Sonntag (9.8.) statt. Restkarten noch erhältlich

Wien/ Theater im Park: Konzert Camilla Nylund/ Helmut Deutsch am 11.8.2020 leider abgesagt

 

https://theaterimpark.at/programm-tickets

Nächste Veranstaltungen:

Heute Michael Niavarani ausverkauft

7.8. Viktor Gernot (es gibt noch Restkarten)

9.8. 16 und 20 h Thomas Stipsits (es gibt noch Restkarten)

10.8. Thomas Stipsits (es gibt noch Restkarten)

12.8. Michael Niavarani (es gibt noch Restkarten)

13. 8. Gery Seidl (es gibt noch Restkarten)

14.8. Torsten Schäfer (es gibt noch Restkarten)

24.8. Jonas Kaufmann/ Helmut Deutsch ausverkauft

Michael Schade startet in Niederösterreich neue Konzertreihe

Michael Schade. Copyright: Daniela Matejschek

Musikliebhaber*innen erwartet ab September eine neue außergewöhnliche Konzertreihe von Startenor Michael Schade: Unter dem Titel „Michael Schades musik.salon“ schickt er sein Publikum auf eine klangvolle Reise durch Niederösterreich. Im Mittelpunkt der vierteiligen Reihe steht jedoch weniger der Initiator selbst, als der musikalische und künstlerische Nachwuchs.

ALLE Informationen auch unter: www.wachaukulturmelk.at

Perchtoldsdorf: Romeo und Julia, ein liebes Paar
Bei den Sommerspielen flocht Regisseurin Veronika Glatzner viel Humor in Shakespeares Tragödie ein. Das Publikum freute sich an der jugendfrischen Aufführung.
https://www.diepresse.com/5849458/romeo-und-julia-ein-liebes-paar

„Romeo und Julia“ in Perchtoldsdorf: Wunderbar poetisch
Bei den Sommerspielen vor der Burg Perchtoldsdorf ist eine sinnliche „Romeo und Julia“-Inszenierung von Regisseurin Veronika Glatzner zu erleben
Der Standard

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Menschen sind wir alle, aber manche leisten wirklich das Besondere. In der Welt der Wissenschaft nimmt die gebürtige Polin Marie Curie einen überdimensionalen Rang ein, nicht zuletzt wegen der Folgen, die ihre Forschungen und Entdeckungen hatten: Immerhin hat sie – im Team mit ihrem Gatten – das entdeckt, was man „Radioaktivität“ nennt. Und darum belässt es die aus dem Iran stammende, vorwiegend in Frankreich tätige Regisseurin Marjane Satrapi bei ihrem Film über Marie Curie nicht allein beim „Biopic“. So, wie man heutzutage kaum mehr Ausstellungen klassischer Kunst ohne moderne „Interventionen“ sieht, so schneidet sie in die historische Handlung immer wieder Szenen hinein, die zeigen, welche Folgen die Entdeckung von Radioaktivität, Polonium und Radium hatte (von den klassischen Bildern von Atombombentests bis Tschernobyl) …

Aber eigentlich geht es um Marie, die in der Rahmenhandlung als sterbende alte Frau gezeigt wird – und in der Rückblende 1891 als Marie Sklodowska aus Warschau nach Paris kam, um ihre Studien an der Sorbonne fortzusetzen. (Ein Lob am Rande für die ungemein „echt“ wirkende Ausstattung der ausklingenden Belle Epoque.) In einer Welt, wo studierende Frauen belächelt wurden, ließ sich die damals 24jährige durch keinerlei männliche Schikanen von ihrem Weg abbringen. Es war sicher ein Glücksfall ihres Leben (ihrer beider Leben), dass sie den Franzosen Pierre Curie traf, der auf ihrem Gebiet forschte und sie voll anerkannte, den sie 1895 heiratete und der gleichberechtigt mit ihr zusammen arbeitete. Zwei leidenschaftliche Forscher eben…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Hamburg: Kabarettistin Lisa Eckhart von Literatur Festival ausgeladen
Die Kabarettistin hätte Mitte September in Hamburg mit ihrem ersten Roman auftreten sollen
Der Standard

Angst vor linkem Protest: Kabarettistin Eckhart von Festival ausgeladen
Die Österreicherin, die mit antisemitischen Klischees Kontroversen anfachte, wird dennoch am 27.8. im Wiener MQ lesen.
Kurier

Kommentar: Was Satire nicht darf
„Satire darf alles.“ Das weiß man, seit Jan Böhmermann dem türkischen Präsidenten geschrumpfte Hoden andichtete und dies, da quasi unter Anführungszeichen gestellt, in einem Großteil der deutschsprachigen Medien als Satire auf der Metaebene gerühmt wurde. Aber Recep Tayyip Erdogan ist nun einmal der Buhmann Europas, wozu er freilich selbst allerhand beigetragen hat.
Wiener Zeitung

Wer nun wissen will, warum Lisa Eckhart in Acht und Bann ist, lese den Kommentar von Edwin Baumgartner in der „Wiener Zeitung“ . Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Wenn ich also die Eckhart-Satire an dieser Stelle kundmache, rufe ich sofort meine sich erhaben fühlenden Moralapostel aus dem Forum auf den Plan – und die brauche ich wie einen Kropf!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

 

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