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7. SEPTEMBER 2021 – Dienstag

07.09.2021 | Tageskommentar

 

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San Francisco letzte Tosca, Heiratsantrag beim Schlussbeifall. Ailyn Perez sang Tosca, Soloman Howard eine Comprimario Rolle . Bombenstimmung

ZU INSTAGRAM mit Heiratsantrag-Video

Etwas zuviel Theater am Theater? Ganz neu ist die Idee nicht, dennoch ist das Video rührend. Aber viel mehr brauchen wir davon nicht. Können Sie sich eigentlich noch an die näheren Umstände Ihres Heiratsantrags erinnern? Ich erinnere mich ganz genau, so etwas vergisst man nicht, überhaupt, wenn es bei einem einzigen geblieben ist – auch ganz ohne Bühne!

Zur Netrebko-Absage im Konzerthaus bzw. ihrer Tournee: Der Vater ist gestorben!

All die Vermutungen und teilweise Unterstellungen sind gegenstandslos und richten sich von selbst: Der Vater von Anna Netrebko ist gestorben. Wer um das innige Verhältnis von Anna zu ihrem Vater weiß, versteht die Absage nun vollkommen!

WIENER STAATSOPER: BESETZUNGSÄNDERUNGEN IN DER PREMIERE VON »IL BARBIERE DI SIVIGLIA«

Die beiden „Neuen“ beim Wiener Barbiere. Foto: Wiener Staatsoper

An der Wiener Staatsoper laufen derzeit die Proben für die erste Neuproduktion dieser Spielzeit, Gioachino Rossinis Il barbiere di Siviglia. Regisseur Herbert Fritsch, deklarierter »Feuerwerker und Spiellust-Entfessler«, studiert mit dem Ensemble rund um Juan Diego Flórez als Conte d’Almaviva seine erste Produktion im Haus am Ring ein, Premiere ist am 28. September 2021.

Dabei kommt es zu zwei kurzfristigen, krankheitsbedingten Umbesetzungen, die unter anderem ein aufregendes Hausdebüt mit sich bringen:

Die am Beginn einer großen internationalen Karriere stehende russische Mezzosopranistin Vasilisa Berzhanskaya wird als Rosina das erste Mal an der Wiener Staatsoper zu hören sein. Sie war u. a. Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin und wird in den kommenden Monaten etwa an der Bayerischen Staatsoper oder am Londoner Royal Opera House debütieren. Zuletzt war sie mit großem Erfolg in Moïse et Pharaon beim Rossini Opera Festival in Pesaro zu erleben.

Den Figaro singt erstmals an der Wiener Staatsoper Etienne Dupuis – er debütierte in der vergangenen Saison mit großem Zuspruch von Publikum und Medien als Valentin in der Faust-Premiere und wird in dieser Spielzeit wieder als Valentin, als Marcello in La Bohème und als Albert in Werther zu sehen sein.

WIEN / Staatsoper: VERDIS LA TRAVIATA. Premiere vor Publikum in dieser Inszenierung
5. September 2021
So ganz voll war die Oper selbst bei einer „Traviata“ nicht – aber es werden noch bessere Zeiten kommen – verspricht zumindest der Kanzler. Auch schließt er einen Lockdown für Geimpfte aus. Planungssicherheit für die Opernleitung ist somit gegeben. Jetzt müssen nur noch die Touristen kommen!

Pretty Yende, Frédéric Antoun. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Verdi legte bei der Uraufführung von La Traviata im Jahr 1853 Wert darauf, dass die Handlung nicht – wie bisher in der Opernwelt üblich – ein historisches Ereignis widerspiegelt, sondern in der unmittelbaren Gegenwart angesiedelt ist. Simon Stones Einfall, in seiner Inszenierung den Schauplatz in das heutige Paris zu verlegen, erscheint so einigermaßen legitimiert. Stones Violetta Válery ist keine Kurtisane aus dem 19 Jahrhundert, sondern ein It-Girl, eine Influencerin im digitalen Zeitalter. Noch bevor sie einen einzigen Ton singt, wird während der Ouvertüre auf der kubusartigen, sich unablässig drehenden Bühne von Robert Cousins – in grellen Instagram-Postings, Chats und Selfies – ihre starke Online-Präsenz dokumentiert. Demnach erzielt sie mit ihren Aktivitäten in diversen sozialen Medien enorme Einnahmen, aber auch von ihren gesundheitlichen Problemen ist dort die Rede. Das geschieht in weiterer Folge immer wieder, wenn etwa ihr gesellschaftlicher Stellenwert und Einfluss, aber auch ihre Verschuldung und ihre Krisen in hämmernden Schlagzeilen aufgelistet werden. Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Avatar (Videos von Zak Hein) werden dadurch immer mehr verwischt.

Damit hat diese erfolgreiche Frau allerdings kaum mehr etwas mit Verdis ursprünglicher Frauenfigur zu tun. Verdis Titelheldin ist eine von der Gesellschaft geächtete, gemiedene und abgelehnte Frau, die ihre Lebensform als Weg zum Überleben gewählt und damit ihren verfemten Status auf sich genommen hat. Stones Violeta ist eine selbstbewusste, narzisstische junge Frau, die es bis an die Spitze der virtuellen Welt geschafft hat und allseits bewundert, gefeiert und beneidet wird…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Wien/ Staatsoper
„La Traviata“ an der Staatsoper: Tod in der Instagram-Hölle
Der Standard.at

Staatsoper: Textende Traviata besteht Praxistest
Wiener Zeitung

Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich Meinungen unserer Rezensenten durchaus auch mit Presseberichten konterkariere. Wir bieten Meinungen an, ohne dass wir  Ihnen diese „Aufs Auge drücken wollen“ – und lassen auch andere Meinungen gelten. Wir sind das Gegenteil von Meinungsterroristen!

Wien/ Staatsoper
Wiederaufnahme der „Tosca“ an der Staatsoper.
Axel Kober und die Wiener Philharmoniker lassen das Blut in den Adern gefrieren
https://www.derstandard.at/story/2000129419835/wiederaufnahme-tosca-an-der-staatsoper

Wiener Sängerknaben sagen alle Auslandstourneen ab
Die Entscheidung fiel aufgrund der steigenden Corona-Zahlen und der fehlenden Impfmöglichkeiten für Unter-Zwölfjährige. Bis Weihnachten soll es stattdessen 20 Konzerte in allen Bundesländern geben.
Die Presse.com

Salzburg
Das Ende eines Kartenhaus-Bauers. Hintergrund / Todesfall / Alberto Vilar
Mit einem Nachruf der Salzburger Festspiele auf ihren Mäzen Alberto Vilar ist eher nicht zu rechnen, obwohl ihnen der spendable Kunstfreund rund um die Jahrtausendwende als Programmsponsor rund drei Millionen Dollar zur Verfügung gestellt und auch für den Neubau des Hauses für Mozart ein ordentliches Sümmchen versprochen hatte.
DrehpunktKultur

Grafenegg
Abschluss mit Fleming und Orozco-Estrada: Grafenegg liegt gleich vor Sevilla
https://orf.at/grafeneggfestival21/stories/3227488/

40.000 Besucher kamen im Sommer zum 15. Grafenegg Festival
Puls24.news

Musikfest Berlin: Feine Musikware von RSB, Mahler Chamber Orchestra und Ensemble Musikfabrik
Beim Musikfest dreht sich 2021 (fast) alles um Strawinsky. Konzerte mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und dem Mahler Chamber Orchestra in der Philharmonie Berlin präsentieren Überraschendes vom späten Strawinsky. Insbesondere das RSB unter Wladimir Jurowski überzeugt mit spannungsvollen Interpretationen von selten Gehörtem. Das Mahler Chamber Orchestra stellt Vergnügliches von Knussen und dem Dirigenten des Abends, George Benjamin, vor. Solistin bei beiden Abenden: die Pianisten Tamara Stefanovich. Leicht enttäuschend die Sonntagsmatinée mit recht gleichförmigen Werken der irischen Komponistin Ann Cleare.
https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2021/09/06/musikfest-berlin-2021-strawinsky-benjamin-knussen-hindemith-ann-cleare/

Oper „La Traviata“ im Schloss Coburg zu Ebenthal (Vorstellung: 5. 9. 2021)

Das Schloss Coburg zu Ebenthal. Foto: „In höchsten Tönen)!“

Am späten Nachmittag des 5. September kam es im Schloss Coburg zu Ebenthal zu einem Gastspiel der „Oper in der Krypta“ mit der Aufführung der Oper „La Traviata“ von Giuseppe Verdi. Der barocke Schlossbau wurde vermutlich vom Wiener Baumeister Johann Enzenhofer errichtet und zählt zu den Marchfeldschlössern, wenngleich es geografisch bereits zum Weinviertel gehört. Das prächtige Schloss hat im 1. Stock einen barocken Festsaal – mit einem Deckenfresko von Paul Troger –, in dem die Oper zur Aufführung kam…

Zum Bericht von Udo Pacolt

INSTAG(K)RAMEREINEN – gefunden von Fritz Krammer
FAMILIE ALAGNA NACH DER „BUTTERFLY“ IN BERLIN

 

ZU INSTAGRAM

Und schon ist er in Belgrad:  Domingo da, Domingo dort

ZU INSTAGRAM mit zwei weiteren Fotos

VIENNA ROYAL ORCHESTRA IM WIENER „HAUS DER INDUSTRIE“ (Schwarzenbergplatz) – 11./18./19./25.9. um 20 h

Nächstes Konzert am kommenden Samstag (11.9.)
Beginn: 20:00 Uhr
Einlass: ab 19:15 Uhr

www.royal-classic.at

„Haus der Industrie“. Foto-Copyright: Vienna Royal-Orchestra

Details bzw. das Programm finden Sie in unseren „Infos des Tages“

KS. BERND WEIKL HÄLT MITTWOCH IN DER KRYPTA DER PETERSKIRCHE EINEN LAUNINGEN VORTRAG (für den Wiener „Richard Wagner-Verband) UND WAR GESTERN BEIM ONLINE-MERKER AUF BESUCH

 

KS. Bernd Weikl, Renate Cupak, Anton Cupak. Foto: Dr. Christiane Meine

Ein Video mit Bernd Weikl als Gabriel von Eisenstein – eine gesamte Fledermaus aus der Wiener Staatsoper. Da gibt es eine Stelle, wo er die Stiegen auf der linken Seite hinaufläuft und gleichzeitig als Sopran die Gruberova imitiert.  Der Beweis: Er kann auch das. Die Fledermaus 31.12.1980 Guschlbauer; Popp, Gruberova, Fassbaender; Weikl, Berry, Kunz, Hopferwieser, Anton Wendler als Blind, Helmut Lohner als Frosch u.a.
https://youtu.be/g2fLDG4TX6g

WIEN / Kammerspiele der Josefstadt: : DIE DREIGROSCHENOPER von Bertolt Brecht / Kurt Weill
Erste Premiere im TV, ORF III, 25. April 2021
Premiere:  5. September 2021

Foto: Theater in der Josefstadt

„Die Dreigroschenoper“, Brecht / Weills immer wirkungsvoller Klassiker aus der Unterwelt, wurde in Wien immer wieder gespielt. Zuletzt 2016 mit Tobias Moretti, Angelika Kirchschlager und Anne Sophie von Otter im Theater an der Wien. Den Darstellern, die nun in den Wiener Kammerspielen zusammen kommen, ist das Werk auch schon begegnet, sie haben nur (as time goes by…) die Rollen gewechselt. Herbert Föttinger, 2004 in der Josefstadt in der Regie von Hans Gratzer noch Mackie Messer, ist nun zum Jeremiah Peachum gereift. Susa Meyer und Maria Bill, 2011 in Schottenbergs Volkstheater die Mrs. Peachum und die Jenny, haben nun, in den Josefstädter Kammerspielen, die Rollen getauscht. An tiefsten ist der Fall von Marcello de Nardo: Vor zehn Jahren im Volkstheater noch Mackie Messer, ist er (auch noch zum Erschrecken weißhaarig geworden) zu Hochwürden Kimball abgerutscht… Was beweist: Weder Schauspieler noch Publikum entkommen auf die Dauer der „Dreigroschenoper“.

Nun muss sich jeder Regisseur wirklich etwas einfallen lassen, damit man über das alte Stück, aus dem nichts Neues mehr herauszuholen ist, wieder spricht. Für die Josefstädter Kammerspiele ging das bekannte Team Torsten Fischer und Herbert Schäfer (der mit Vasilis Triantafillopoulos für die bescheidene Ausstattung sorgt und selbst noch die Dramaturgie übernimmt) ans Werk. Es ist aus der Mode gekommen, für diese Show bunte, realistische Bettler / Nutten / Gefängnis-Kulinarik zu bieten. Hier ist von Anfang an düster-skelettierte Abstraktion auf einer Bühne der schrägen Ebenen angesagt. Kein Musical (was auch nie gemeint war), sondern eine echte Moritat. Immerhin sagt ja Bettlerkönig Peachum gleich zu Beginn, dass etwas Neues geschehen muss. Man probiert’s…

Die „Dreigroschenoper“ hat ihre – wenn auch vor allem historischen – Meriten, am überzeugendsten in dem Brecht / Weill’schen Zynismus, der vielfach heute noch ins Schwarze trifft. Die Kapitalismus-Satire allerdings greift seit den hundert Jahren, die das Stück bald auf dem Buckel hat, nicht mehr wirklich. Und ehrlich – eine Geschichte, die bereits so abgegriffen ist, interessiert letztendlich nur noch geringfügig und offenbart immer wieder ihre Längen, auch wenn sie in sich gut gemacht ist.

Zum Bericht von Renate Wagner

Filme der Woche

 

Filmstart:  9. September 2021
GOLI JAN – AFGHANISTANS STILLE HELDINNEN – Österreich  /  2019 
Drehbuch und Regie: Houchang Allahyari
Mit: Fatemeh Jaffari, Nematolah Amiri, Halimeh Nassim Amiri u.a.

Houchang Allahyari ist vor vielen Jahrzehnten nicht als Flüchtling, sondern als Medizinstudent aus dem Iran, der damals noch Persien hieß, nach Wien gekommen. Und er ist hier geblieben – als Arzt (Psychiater und Neurologe) und als Filmemacher mit dem besonderen Blick für die Benachteiligten und Ausgegrenzten der Gesellschaft.

So hat er sich seinen festen Platz in der österreichischen Filmszene erobert, die ihn nun, rund um seinen 80, Geburtstag, mit einer Retrospektive feiert. Und seinen neuesten Film zeigt, der 2019 entstanden ist und heute, durch das plötzlich so aktuelle Reizwort „Afghanistan“, natürlich besonderes Interesse erregt…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

1933-2021
Schauspiellegende Jean-Paul Belmondo verstorben

 

Ab Mitte der 1960er Jahre war er zwei Jahrzehnte lang als Komödiant und agiler Held Action-betonter Filme einer der erfolgreichsten Stars des europäischen Kinos.
Wiener Zeitung

Jean Paul Belmondo verstorben. Ein Nachruf
Der Standard.at

Jean-Paul Belmondo ist tot
Die französische Schauspiellegende Jean-Paul Belmondo ist im Alter von 88 Jahren am Montag in Paris gestorben. Das gab sein Anwalt Michel Godest bekannt. Bis über das 80. Lebensjahr hinaus war Belmondo vor der Kamera und als Autor aktiv geblieben.
https://orf.at/stories/3227590/

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Linke wollen das Bundesasylzentrum in Zürich schliessen: Nach Kritik an Sicherheitsvorkehrungen und Betreuung werden radikale Forderungen laut. Dass die Stadt für die Einrichtung auf dem Duttweiler-Areal einen laufenden Vertrag mit dem Bund hat, kümmert Grüne und Alternative wenig.
    Zum Bericht
  • Gattin von Gottfried Locher klagt die Kirche an: Ausgerechnet die Reformierten würden eine Inquisition veranstalten wie im Mittelalter – Barbara Locher nimmt ihren Ehemann in Schutz und spricht von einem «Schauprozess». Der ehemalige Präsident der der Evangelischen Kirche Schweiz hat sich seit seinem Sturz im Mai 2020 kaum öffentlich geäussert.
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  • Beschuldigte sehen sich im An-Nur-Prozess als Opfer: Eine Gruppe Islamisten soll in der Winterthurer Moschee vor fast fünf Jahren zwei nordafrikanische Männer misshandelt haben, die ihnen als Spione galten. Ein Bezirksgericht hatte 2018 acht der Beschuldigten verurteilt. Vor dem Zürcher Obergericht bestreiten sie nun erneut die Vorwürfe.
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  • El Salvador macht den Bitcoin als erstes Land zum offiziellen Zahlungsmittel: Das kleine mittelamerikanische Land meint es ernst mit seinem Experiment. Ab heute müssen Bitcoin überall als Zahlungsmittel angenommen werden, wo dies technisch möglich ist. Die internationale Kryptowährungs-Gemeinde ist euphorisch, die Bevölkerung nicht. Gemäss Umfragen wissen weniger als fünf Prozent überhaupt, was ein Bitcoin ist.
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Die Schweizer Fussballer wollen nach dem 0:0 gegen Italien weiter auf der Euphorie-Welle reiten: Beim WM-Qualifikationsspiel in Nordirland werden am Mittwochabend Lösungen in der Offensive gefragt sein. Vielleicht hält Trainer Murat Yakin eine weitere taktische Überraschung bereit.
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Zitat Zürcher Zeitung Ende

ORF-„Sommergespräch“: Kurz antwortet, ehe er gefragt wird
Als einziger der Parteichefs nutzte Sebastian Kurz das „Sommergespräch“ für eine halbwegs konkrete Ankündigung: Keine Lockdowns für alle mehr – aber bei hoher Belegung der Intensivbetten Einschränkungen für Ungeimpfte
Der Standard

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

 

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