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7. SEPTEMBER 2020 – Montag

07.09.2020 | Tageskommentar

Bayreuth/ Markgräfliches Opernhaus: Nur 200 Besucher durften Joyce DiDonato erleben

Damit das Konzert überhaupt stattfinden konnte, lediglich 200 Zuhörer waren zugelassen, wurde von den Veranstaltern von Bayreuth Baroque das ursprüngliche Programm reduziert. Statt einem Programm in „normaler“ Länge gab es am 6.9. also zwei Konzerte mit gleichem Programm. Mit Arien aus Opern von Monteverdi, Cesti, Hasse und Händel bewies die Sängerin, dass sie in diesem Fach heute wohl konkurrenzlos ist (die Intendantin der Pfingstfestspiele in Salzburg möge mir meine Meinung verzeihen). Und mit Il pomo d´oro hatte sie kongeniale orchestrale Begleiter. Die zugelassenen 200 Besucher – jede zweite Reihe musste frei bleiben, zwischen den Besuchern zusätzlich freie Plätze (wir klagen in Wien wirklich auf hohem Niveau) – waren begeistert. Und vor der Zugabe bedankte sich DiDonato mit ergreifenden Worten für die Möglichkeit, nach monatelanger Pause in diesem Haus (das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth ist eines der letzten erhaltenen barocken Opernhäuser) wieder auftreten zu dürfen.

„Carlo il Calvo, das Opernwunder von Bayreuth

Foto: Falk von Traubenberg

Nach fünf Stunden Opera seria bester neapolitanischer Schule sind die barocken Wonnen zu Ende. Jubel, Bravos ohne Ende. Fast konnte einer glauben, dass das Haus voll war, so dankbar und enthusiastisch reagierte das Publikum auf einen szenisch und musikalisch denkwürdigen Abend. Es war die zweite Aufführung von Nicola Antonio Porporas „Carlo il Calvo“, 1738 am führenden Opernhaus Roms, dem Teatro delle Dame, uraufgeführt…

Zum Bericht von Dr. Ingobert Waltenberger

Im Vergleich dazu dürfen heute in Wien bei der Butterfly-Premiere 1200 Opernfreunde in unseren Musentempel.

Aber es können noch viel mehr Menschen diese „Butterfly sehen

Asmik Grigorian. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

TV-Tipps für den Montag: „Madama Butterfly“ live aus der Staatsoper oder „Wonder Woman“
Kleine Zeitung

„Madama Butterfly“ Asmik Grigorian: „Ich darf lieben, ich darf töten“ Bezahlartikel
Die litauische Sopranistin eröffnet am Montag (7. September) an der Wiener Staatsoper die Ära von Direktor Bogdan Roščić.
Kurier

Asmik Grigorian: Interview aus der neuen BÜHNE, mit einem Video Clip:
Die Bühne

Philippe Jordan: Premiere für den „Neuen“ an der Wiener Staatsoper
Puccinis „Madama Butterfly“ am 7. Septemter ist die erste Premiere für Dirigent Philippe Jordan als neuen Musikdirektor der Wiener Staatsoper. Davor sprach er über die Oper und seinen Respekt vor dem Amt.
Kleine Zeitung

Wiener Staatsoper: Das neue Magazin
http://www.wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/aktuelles/magazin/

Berlin/ Deutsche Oper: „BABY DOLL“, eine Flucht mit Beethovens 7. Sinfonie. 06.09.2020

Foto: Thomas Aurin/ Deutsche Oper Berlin

Genau das ist der offizielle Titel, aber wer sollte wohl mit einer Mischung aus Baby Doll und Beethoven angelockt werden? Wer sich davon Besonderes versprochen hatte, geht nach zwei Stunden vermutlich enttäuscht vondannen.

Eine Baby Doll gibt es tatsächlich in diesem Stück, das die Deutsche Oper Berlin aus Frankreich geerbt hat, wo es Corona bedingt nicht aufgeführt werden konnte. Doch trotz der französischen Wurzeln ist Baby Doll kein frühreifes Girl, sondern nur eine Stoffpuppe, was sich  später herausstellt…

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Heute ist bereits die letzte Vorstellung

Live aus Grafenegg: Beethoven und die Konzertrevolution

Dass das Schaffen Ludwig van Beethovens einen Wendepunkt in der klassischen Musik bedeutet, hat man in diesem Jubiläumsjahr oft gehört. Vielleicht muss man es auch direkt erleben, um die Kulturrevolution Beethovens zu spüren. Wenn nun Rudolf Buchbinder im Finale seines Grafenegg Festivals Beethovens Klavierkonzerte in B-Dur und c-Moll gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern in den Wolkenturm bringt, dann darf man auch live hier die Urgewalt Beethovens miterleben.
https://orf.at/stories/3179932/

München/ Cuvilliestheater
Ambroise Thomas‘ „Mignon“ in München: Als Ganzes wenig wirkungsvoll, und doch, ich kann genießen…
Ich fange früh in der Vorführung an, die Aufführung zu analysieren. Das ist schlecht! Es bedeutet, ich bin emotional nicht eingefangen. Warum? Die Sängerinnen und Sänger sind sehr gut, das Orchester hat einen kraftvollen Klang trotz der verhältnismäßig kleinen Besetzung. Warum komme ich nicht in einen emotionalen Flow in meinem ersten Operngang nach etwa sechs Monaten? Ist die übergroße Vorfreude schuld? Nein.
Die Erkenntnis trifft mich mit Fallen des Vorhangs zum Ende des ersten Akts: das Libretto ist Stückwerk. Nach der Vorlage Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre frei entwickelt, klingt die Handlung nicht so schlecht – wie sie sich mir darstellt.
von Frank Heublein, München
Klassik-begeistert

Hamburg
Molto Agitato“ an der Hamburgischen Staatsoper: So fackelt Castorf Amerika ab
Nach 176 Tagen Zwangspause eröffnete die Hamburgische Staatsoper mit einem Abgesang auf Amerika: Kapitalismus-Kritiker Frank Castorf knöpfte sich in „Molto Agitato“ Sexismus und Ausbeutung vor. Das überzeugte wegen der „hochtourigen“ Mitwirkenden.
BR-Klassik.de

Staatsoper: Castorf inszeniert Musiktheater „Molto agitato“

Die Staatsoper Hamburg hat am Samstag nach fast halbjähriger Corona-Pause die neue Saison mit einer Produktion der besonderen Art eröffnet. „Molto agitato“ (italienisch für „stark bewegt“) heißt das eigens zusammengestellte Programm, Regie führt Frank Castorf. Vom Barock bis in die 1960er-Jahre reicht der musikalische Bogen, von Händel bis Ligeti.

Er umfasst nicht nur Musiktheater, sondern auch die Vier Gesänge op. 43 von Brahms. Die Bühne bleibt fast leer, die Distanzen sind riesig.

Sueddeutsche Zeitung

Frank Castorfs Debüt an der Staatsoper Hamburg
Statischer Abend mit Hang zum Autismus
DeutschlandfunkKultur

Frank Castorf inszeniert „molto agitato“ in Hamburg

Alles bleibt anders. Statt wie ursprünglich geplant mit Mussorgskis „Boris Godunow“ hat die Staatsoper Hamburg nach fast einem halben Jahr Zwangspause die neue Saison mit einem selbst zusammengestellten Programm eingeläutet…

…Trotz der drastischen Bilder atmet das Ganze eine tiefe Melancholie. Auch das winzig besetzte Philharmonische Staatsorchester klingt unter der Leitung von Generalmusikdirektor Kent Nagano entrückt, selbst noch in der Weill-Besetzung mit Blech und Schlagzeug. Saal, Bühne – alles drei Nummern zu groß. Freundlicher Beifall aus den schütter besetzten Publikumsreihen. So ist sie, die neue Realität.
Frankfurter Rundschau

7 Deaths of Maria Callas – ein Opernprojekt von Marina Abramovic

Plattencover Lucia di Lammermoor mit der „echten“ Callas, Marina Abramovic als Callas. Foto: Wilfried Hösl
http://onlinemerker.com/muenchen-bayerische-staatsoper-7-deaths-of-maria

Marina Abramovics Oper: Mitunter sterbenslangweilig
https://www.monopol-magazin.de/7-deaths-maria-callas-marina-abramovic-oper

METROPOLITAN OPERA – STREAMS  – 26. Woche

Week 26 (French Week)

 

Monday, September 7
Massenet’s Manon
Starring Anna Netrebko, Piotr Beczała, Paulo Szot, and David Pittsinger, conducted by Fabio Luisi. From April 7, 2012.

Tuesday, September 8
Gounod’s Roméo et Juliette
Starring Diana Damrau, Vittorio Grigolo, Elliot Madore, and Mikhail Petrenko, conducted by Gianandrea Noseda. From January 21, 2017.

Wednesday, September 9
Berlioz’s La Damnation de Faust
Starring Susan Graham, Marcello Giordani, and John Relyea, conducted by James Levine. From November 22, 2008.

Das komplette Programm finden Sie in unseren Infos des Tages

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Elisabeth von Valois ist bereit –  in Moskau

ZU INSTAGRAM

Berlin/Grunewald: Enteignung mit Sekt und Klassik
Im Grunewald wird eine Oper zum Thema Umverteilung aufgeführt – sozialistisch-satirisch im besten Sinne
Neues Deutschland

Kommentar: Berlin, du kannst es besser!
Die selbsternannte Weltkulturhauptstadt ist kleinmütig, wenn es um Zukunftsmodelle für die von Corona gebeutelte Kultur geht. Es fehlt der Politik an Visionen und Ehrgeiz, kritisiert Gero Schließ.
https://www.dw.com/de/kommentar-berlin-du-kannst-es-besser/a-54804575

Bescheidenheit ist eine Zier!

Dortmund
Mozarts „Entführung“ in Dortmund: Puppen haben kein Corona
Die Welt.de

Berlin/ Staatsballett in der Komischen Oper: LAB_WORKS COVID_19

WAVES OF FLESH mit Dana Pajarillaga und Lukas Malkowski. Foto: Yan Revazov

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Sprechtheater. Joachim Meyerhoff: „Es muss immer enden im Schrecken“
Ende 2018 hatte der Schauspieler einen Schlaganfall. Kurz zuvor hatte er dem KURIER ein Interview gegeben – mit Caroline Peters.
Kurier

Wiener Galerien: Du sollst dir ein Bild machen!
Mit dem Festival Curated by startet der Wiener Kunstmarkt in eine ungewisse Zukunft. Ein beeindruckender Kraftakt der gebeutelten Galerien. Die anstehende Kunstmesse Viennacontemporary hat jedoch an Unterstützung verloren.
https://www.diepresse.com/5862714/wiener-galerien-du-sollst-dir-ein-bild-machen

Buchbesprechung

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

DIE KUNST IM GEWANDHAUS |
THE ART AT THE GEWANDHAUS
Ein Gesamtkunstwerk aus Form, Farbe und Klang |
Autoren: Sigrid Hofer, Luisa Senkowsky, Peter Sondermeyer
176 Seiten, 172 farbige Abbildungen, mit Schwarz-Weiß-Abbildungen, Verlag: Seemann, 2020

Ab 17. September im Buchhandel!

Ein „Gewandhaus“ ist es heute freilich längst nicht mehr, aber als in Leipzig, einer Stadt, die in Deutschland immer für ihre Musikkultur führend war, 1743 ein Orchester gegründet wurde, das anfangs in einem Gasthof spielte, übersiedelte man 1781 in das Zunfthaus der Tuchhändler. Seither ist „Gewandhaus“ das Synonym für Leipziger Musikleben.

Und der Name blieb erhalten, so sehr sich die Gebäude für die Musikausübung auch ändern sollten. 1884, als man sich ein neues Haus baute, 1944, als es im Bombenhagel unterging, 1981, als die DDR das (auf starke Initiative von Kurt Masur) neu errichtete Gebäude am Augustusplatz eröffnete. Es war ein für die damalige Zeit höchst „moderner“ Bau, der auch heute noch mit seiner großen, offenen Glasfassade höchst zeitgemäß wirkt.

Wie viele diktatorische Regime hat die DDR besondere Aufmerksamkeit auf die Pflege von Kunst und Kultur gerichtet und hat ihren futuristischen Bau, der an sich der Musik galt, mit Kunstwerken bestückt. (Man hat auch nach der Wiedervereinigung einiges hinzugefügt.)

Nun zeigt ein großformatiger zweisprachiger (Deutsch und Englisch) Bildband, dass in Leipzig jeder Konzertbesuch auch zum Museumsbesuch werden kann. Großformatige Fotos blenden in einzelne Räumlichkeiten, fokusieren aber auch einzelne Kunstwerke. Darüber gibt es eine Übersicht über Künstler und Werke, wobei – was niemanden verwundern wird – viele Musikerbüsten ins Auge fallen…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Österreich: Kurz nach Kritik: „Die Ampel wird uns leiten“
https://www.krone.at/2224659

Das große Interview
Kartnig: „Irgendwann kommt alles ans Tageslicht“

Mit dem Einzug in die Zwischenrunde der Champions League hat der SK Sturm Graz vor 20 Jahren Fußball-Geschichte geschrieben. Einer der Schöpfer des schwarz-weißen Fußballwunders hat seitdem von den Höhen der Society-Welt bis in den tiefsten Justiz-Sumpf eine emotionale Achterbahnfahrt erlebt: In seinem Haus in Graz-St. Peter hat Hannes Kartnig der „Krone“ Einblick in sein Gefühlsleben gewährt…
https://www.krone.at/2224441

Autorennsport
Mega-Spektakel in F1: Nach Hamilton-Strafe Sensationssieger in Monza
Was war das für ein Mega-Spektakel in Monza! Pierre Gasly hat sich am Sonntag bei einem chaotischen Formel-1-Grand-Prix von Italien sensationell zum Premierensieger gekürt. Der 24-jährige Franzose vom Red-Bull-Zweitteam AlphaTauri profitierte von einer Strafe gegen Weltmeister Lewis Hamilton und setzte sich knapp vor McLaren-Mann Carlos Sainz und Lance Stroll im Racing Point durch. Für Ferrari setzte es ein Doppel-Aus
https://www.krone.at/2224706

Für den Autorennsport ist dieser Sieg ein echter Segen, obwohl Pierre Gasly vermutlich nicht das Zeug zum Weltmeister hat. Aber er hat die Gunst der Stunde genützt – und dieser Sieg in Monza (das ist ja nicht irgendeine Rennstrecke, sondern ein echter Klassiker) macht zwar die Weltmeisterschaft nicht mehr spannend, aber er zeigt, dass es nicht nur darum geht, wer hinter Lewis Hamilton Zweiter wird. Dem Serien-Weltmeister wurden Grenzen gesetzt, denn bisher galt, dass Regeln für alle, nur nicht für Hamilton gelten! Damit ist es nun hoffentlich vorbei!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

 

 

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