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7. SEPTEMBER 2018

07.09.2018 | Tageskommentar

„Carmen“ gestern zum Wiener Saisonstart. Copyright: Wiener Staatsoper

Peter Skorepa: Weder Kosten noch Mühen hatte die Staatsoperndirektion diesmal für eine erfolgreiche Saisoneröffnung mit Zeffirellis Carmen gescheut: Mit sechs Debütanten wurde diesmal der Besetzungszettel unterfüttert für den Versuch, die etwas schläfrig gewordene Personenregie in dieser Inszenierung aufzumischen, was tatsächlich erst gegen Ende des dritten Akt gelang,  dann aber ein perfektes Finale dank Clémentine Margaine, der Debütantin in der Titelrolle und dem Debütanten als Don José, Spitzentenor Marcelo Álvarez ergab.

Erwin Schrott debütierte mit sonorem Organ als Escamillo, im Auftreten jeder Zoll ein spanischer Grande, im Werben um Carmen gar ein Don Giovanni. Sorin Coliban war als Zuniga nicht zu überhören, Manuel Walser gab den Dancairo, beide als die Debütanten die Nr.4 und Nr.5.

Am Pult der Debütant Nr.6: Frédéric Chaslin, der mit dem Staatsopernorchester das enorme Tempo vorgab.

Aus dem Ensemble ragten hervor neben der wunderbaren Micaela der Anita Hartig noch Hila Fahima, Margaret Plummer und Carlos Osuna.

Erst am Ende zeigte das ausverkaufte Haus im Schlussapplaus von circa sechs Minuten Länge jene lebhafte Spontanität, die man im Verlauf der Aufführung vermisst hatte.

Zum Bericht von Peter Skorepa

Wiener Staatsoper: HEUTE UMBESETZUNG ARIADNE AUF NAXOS

Besetzungsänderung in „Ariadne auf Naxos“ an der Wiener Staatsoper

Herbert Lippert singt in der heutigen, 7. September 2018, Vorstellung von „Ariadne auf Naxos“ den Tenor/Bacchus anstelle des erkrankten KS Stephen Gould.

Stephen Gould, den wir für einen der robusteten Tenöre überhaupt hielten, ist nun bereits längere Zeit „außer Gefecht“. Bereits in den letzten Bayreuth-Tagen musste er zweimal absagen! Für die beiden verbleibenden „Ariadne“-Vorstellungen ist er laut seiner Agentur noch angesetzt!

Herbert Lippert ist wieder einmal „der Mann für alle Fälle“. In seiner Website habe ich ein gar jugendliches Foto ausgegraben!

Am Freitag, 7. September 2018 wird Strauss’ Ariadne auf Naxos wiederaufgenommen: KS Adrianne Pieczonka verkörpert die Titelpartie, Herbert Lippert den Tenor/Bacchus, KS Sophie Koch den Komponisten, Daniela Fally die Zerbinetta, Jochen Schmeckenbecher den Musiklehrer und KSCH Peter Matić den Haushofmeister. Svetlina Stoyanova, in dieser Saison Stipendiatin von Novomatic, gibt als Dryade ihr Debüt im Haus am Ring, ihre Staatsopern-Rollendebüts geben Rafael Fingerlos als Harlekin und Jinxu Xiahou als Scaramuccio.
Patrick Lange leitet erstmalig Ariadne auf Naxos im Haus am Ring.

Dafür bekommt die Staatsoper ihren philharmonischen Cellisten wieder

#MeToo: Entlassener Professor vor Comeback an Staatsoper
Ein im April an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) entlassener Professor wird ab 17. September wieder an der Wiener Staatsoper tätig sein.
„Die Wiener Staatsoper und die Wiener Philharmoniker haben umgehend damit begonnen, die Faktenlage ausführlich zu prüfen, und in den folgenden Wochen und Monaten Dutzende Gespräche in unterschiedlichen Konstellationen – unter Beiziehung rechtlicher und psychologischer Beratung – mit MusikerInnen (auch SubstitutInnen) beider Institutionen geführt“, heißt es. Die Gespräche hätten jedoch „keinen konkreten arbeitsrechtlich oder strafrechtlich relevanten Vorwurf an den Musiker ergeben. Somit besteht derzeit keinerlei Anlass für eine weitere Dienstfreistellung“.
Kurier

Ich kenne den Herren nicht, aber Leute, die ihn kennen, können sich nicht vorstellen, dass es die angeführten Verstöße gab. Staatsoper und Philharmoniker unterstellen damit der „mdw“ indirekt eine zumindest „schlampige Recherche“. Wie geht es nun weiter?  „Fristlose“ bei „mdw“, volle Rehabilitierung bei den Philharmonikern  und in der Staatsoper – diese Lösung ist selbst mir als gelernten Wiener zu „wienerisch“.  Wenn die Anschuldigungen nicht haltbar sind, dann erfordert das auch Konsequenzen, nur diesmal in die andere Richtung!

Hamburg: Der Theatermann, der so grausam wie lustig ist
Regisseur Herbert Fritsch inszeniert an der Staatsoper das amouröse Verwirrspiel „Cosí fan tutte“. Am Sonnabend ist Premiere.
Hamburger Abendblatt

Frankfurt: Boom der Countertenöre. „Tri Sestri“ sind allesamt Counter

Ray Chenez (Irina), David DQ Lee (Mascha) und Dmitry Egorov (Olga) sowie links Ensemble. Copyright: Monika Rittershaus
Die erste Premiere der Oper Frankfurt in dieser Spielzeit: ein Werk, in dem alle Frauenrollen von Männern gesungen werden. Die Oper stammt aber nicht aus dem Barock, sondern von einem zeitgenössischen Komponisten.
Hamburger Abendblatt

ARD MUSIKWETTBEWERB GESANG

Hier ein Zwischenbericht vom ARD Musikwettbewerb Gesang.

 

Schöne Stimmen kann man beim zurzeit in München stattfindenden ARD Musikwettbewerb entdecken. Ich habe mir die letzten vier Nachmittage im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks um die Ohren geschlagen und im 1. Durchgang 23 von 60 Teilnehmer im Fach Gesang gehört. So viel Mozart hab ich noch selten gehört (stehe eher auf Wagner und Verdi). Aber auch viel Unbekanntes aus der Romantik. Eine Teilnehmerin, Nathalie Flessa, wagte sich gar an Wagner, die Waltraudenszene aus der Götterdämmerung. Mir hat sie ganz gut gefallen, schönes rundes Material, in die 2. Runde hat sie es aber nicht geschafft…

Vom ARD-Wettbewerb bericht Susanne Kittel May aus München (in unseren „Infos des Tages/ Aktuelles“

Prag: Der Norweger Per Boye Hansen wird neuer Operndirektor am Prager Nationaltheater
Der 60-Jährige werde die Stelle im September 2019 antreten, teilte die Leitung der wichtigsten tschechischen Bühne am Donnerstag mit. Hansen studierte in Oslo und Essen und war von 2000 bis 2005 zunächst künstlerischer Betriebs- und dann Operndirektor an der Komischen Oper Berlin. Von 2012 bis 2017 war er Opernchef in Oslo. Prag sei eine Stadt mit einer großen Operntradition und er freue sich, diese weiterentwickeln zu dürfen, erklärte Hansen.
Musik heute

Gent/ Antwerpen: Alejo Pérez wird Musikdirektor der Flämischen Oper
Der argentinische Dirigent Alejo Pérez wird ab der Saison 2018/19 neuer Musikdirektor der Flämischen Oper. Der 44-Jährige wurde von Jan Vandenhouwe ernannt, der zum gleichen Zeitpunkt als Künstlerischer Direktor der Oper antritt, teilte das Haus am Donnerstag in Gent mit
Musik Heute

Lucerne Festival Academy findet Ersatzdirigenten
Das Orchester der Lucerne Festival Academy hat kurzfristig Ersatzdirigenten für die Konzerte gefunden, die Principal Conductor Matthias Pintscher leiten sollte. Wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten, werde am (heutigen) Abend Jaehyuck Choi einspringen. Der Südkoreaner dirigiert gemeinsam mit Sir Simon Rattle und Duncan Ward Stockhausens „Gruppen“. Am Sonntag (9. September) steht die Deutsche Ruth Reinhardt bei „No hay caminos, hay que caminar … Andrej Tarkowskij“ von Luigi Nono am Pult. Das Konzert am 12. September in der Hamburger Elbphilharmonie leitet Peter Eötvös.
Musik heute

WIEN / Theater in der Josefstadt: DIE REISE DER VERLORENEN von Daniel Kehlmann
Basierend auf dem Buch „Voyage of the Damned“ von Gordon Thomas und Max Morgan-Witts
Uraufführung
Premiere: 6. September 2018

Foto: Theater in der Josefstadt

Ein Schiff voll von Flüchtlingen kreuzt am Ozean. Läuft in einen Hafen ein. Aber man lässt die Insassen nicht an Land. Man will sie nicht haben. Niemand will sie haben, jeder schiebt das Problem einem anderen zu… Eine Situation, die wir hier und heute kennen. Sie auf dem Theater vorzuführen, entspricht dem in der Ära Föttinger so gepflegten moralisierenden Duktus der Josefstadt.

Allerdings funktioniert die Parallele, die in „Die Reise der Verlorenen“ gezogen wird, nicht ganz. Denn wenn man erzählt, dass es all das auch 1939 gab, als die Nazis an die tausend Juden auf der „St. Louis“ von Hamburg nach Kuba schickten… was beweist das? Dass „wir“ auch nicht schlechter sind, als die „anderen“ (die Kubaner, die Amerikaner, die Engländer) es damals waren? Soll man den quasi „beruhigenden“ Schluss daraus ziehen, dass sich, seufz, die Geschichte eben wiederholt? Denn damals wie heute ergeben sich, wenn man das Thema durchdenkt, keine billigen Lösungen – auch wenn der Autor sie in Zeitungsinterviews anbietet.

Der Autor ist Daniel Kehlmann, und er hat die dokumentarische Aufarbeitung der „St. Louis“-Tragödie, wie sie in dem Buch „Voyage of the Damned“ von Gordon Thomas und Max Morgan-Witts geschildert wird, seinerseits zu einem Dokumentar- ja was? gemacht. Ein Theaterstück ist es ja wohl nicht. Ein Hörspiel. Ein Lehrstück aus dem Geschichtenbuch…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

KS. BERND WEIKL ALS SATIRIKER

  • Hoffentlich gelogen. Aus Oper, Politik, Kultur und drumherum … Eine Satire, Illustrationen von Horst Thom, Edition Va Bene, Wien und Klosterneuburg 1997, ISBN 3-85167-057-4

    Nachdem Bernd Weikl Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper wurde (1998), machte er sich Gedanken über diesen Titel

 

 

Burt Reynolds gestorben

Burt Reynolds in den Achtziger Jahren

Burt Reynolds kurz vor seinem Tod

Laut seinem Manager ist der US-Schauspieler Burt Reynolds tot. Er wurde 82 Jahre alt. Mit Filmen wie „Beim Sterben ist jeder der Erste“ wurde Reynolds in den 1970er Jahren berühmt. Für seine Darstellung eines Pornoproduzenten wurde er 1997 für den Oscar nominiert.

Es geht immer noch verrückter: Männliche Cheerleader im US-Football

Neuerung in der amerikanischen Football-Liga NFL : Erstmals gehen männliche Cheerleader an den Start. Statt Pompons tragen sie Handtücher. Für den Sport ist das eine Revolution.

Starten Sie gut in das Wochenende

A.C.

 

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