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7. MAI 2020 – Donnerstag

07.05.2020 | Tageskommentar

Kuss in der Krise? Hat es sich nicht nur am Theater ausgeküsst?

In Zeiten wie diesen scheint der Kontakt-Klassiker „out“. Aber: Vielküsser leben fünf Jahre länger! Wie stehst du zum Kuss?

Insgesamt 34 Gesichtsmuskeln und 112 Haltungsmuskeln sind aktiv, eine Espressotasse voller Speichelflüssigkeit, Eiweiß, Salzen und Millionen Bakterien wird ausgetauscht – klingt nicht sehr appetitlich? Dabei passiert all das bei einem Zungenkuss.

Keine Angst: Er ist trotzdem toll.

https://www.fitforfun.de/sex-soul/kuss-das-alles-passiert-beim-kuessen-248807.html

Der Frankfurter Schauspiel-Intendant Anselm Weber auf die Frage:

Wie werden denn Liebes- und Kampfszenen auf der Bühne künftig aussehen?

Wir werden uns bei den Liebesszenen etwas einfallen lassen. Das ist eine Frage der Kreativität. Es muss ja nicht immer ein Kuss sein. Wir wollen am 18. Mai mit den Proben für „Wie es Euch gefällt“ von William Shakespeare in der Regie von David Bösch beginnen. Diese Premiere übernehmen wir aus der jetzigen abgebrochenen in die neue Spielzeit. Da werden die Szenen mit zwei, maximal drei Schauspielern gestaltet. Es wird Doppelbesetzungen geben, und das Bühnenbild ist sehr einfach gehalten.

Das ganze Interview in der Frankfurter Rundschau: https://www.fr.de/frankfurt/corona-krise-frankfurt-anselm-weber-ueber-zukunft-theaters-13751175.html

Corona-Lockerungen in Nordrhein-Westfalen

Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos in NRW dürfen unter Auflagen ab dem 30. Mai wieder öffnen.

Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Mittwoch (06.05.2020) nach einer Bund-Länder-Schalte in Düsseldorf. Erste Lockerungen im Kulturbereich wird es schon ab kommendem Montag (11.05.2020) geben. Dann dürfen laut Laschet kleinere Konzerte und Open-Air-Veranstaltungen wieder stattfinden. Auch der Instrumentalunterricht an den Musikschulen wird teilweise wieder möglich sein.

Bei allen Veranstaltungen soll der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Besucher*innen gewährleistet werden. Durch den verstärkten Einsatz von Ordner*innen seien Ansammlungen im Warte- und Pausenbereich zu verhindern. Großveranstaltungen sollen weiterhin bis zum 31. August nicht stattfinden.
Stand: 06.05.2020, 20:17

In Sachsen geht es angeblich am 18.5. wieder los!

Betreff „Höhere Gewalt“

Ich erkundige mich da laufend und wundere mich über Zivilrecht immer mehr.

Bietet der Musiker als Aufnehmer seine Leistung ordnungsgemäß an (steht also buchstäblich vor der Theatertüre am Aufführungstag), dann muss er trotzdem nicht vertragsgemäß bezahlt werden, wenn das Theater als Auftraggeber die Leistung objektiv gar nicht annehmen kann (zB wegen behördlicher Schließung). Das klingt selbstverständlich, aber es ist gar nicht so einfach: Wenn ich bei Ihnen (Anm.d. Red.: ich war beruflich Betreiber einer Möbelerzeugung/Tischlerei/Schreinerei) einen maßgetischlerten Einbauschrank für mein neu errichtetes Haus bestelle, dann muss ich auch bezahlen, wenn mir die Hütte abbrennt. Aber gut, das Zivilrecht ist kompliziert …

Deswegen wären auch Klagen sehr riskant!

Na also, es tut sich ja etwas! Vielleicht kehrt doch wieder Normalität ein! Aber bitte nicht die „Neue Normalität“.

Theaterbetrieb: Alle fordern klare Ansagen, keiner kann sie geben
Kulturstadträtin Kaup-Hasler: „Klare Antworten kriegen wir nicht. Auch Experten können nur die nächsten Wochen betrachten.“
Kurier

Landestheater fordern schrittweise Öffnung
Man spricht sich für einen Produktionsbetrieb ab sofort aus, für Vorstellungen ab August
Der Standard

Die Fortsetzung des Repertoires mit anderen Mitteln
Auch in corona-bedingten Streaming-Zeiten bleiben die Opernhäuser ihren Images treu. Wagnisse geht niemand ein.
Wiener Zeitung

Vorhang auf und viele Fragen offen!
„Im Grunde war das Theater schon vor der Krise ein gefährlicher Ort“
Theater zeigen derzeit viel clevere Internet-Bühnenkunst. Aber die große Frage bleibt: Wann und wie könnte ein Spielbetrieb unter verschärften Hygienevorschriften neu beginnen?
Der Spiegel

Streaming allein genügt nicht: Will Kultur im Netz bestehen, muss sie Mehrwert schaffen – für die Zuschauer und für die Künstler
Kurz vor Ausbruch der Corona-Krise hat sich der Medientheoretiker Holger Noltze in seinem Buch «World Wide Wunderkammer» kritisch mit der Vermittlung von Kultur im Internet befasst.
Neue Zürcher Zeitung

Ich genieße zwar auch gerne Gratis -Streams, bin aber gleichzeitig immer noch Kaufmann und kenne auch die weitverbreitete Meinung, dass etwas, das nichts kostet, auch nichts wert sein kann. Keine Angst, den Online-Merker stelle ich trotzdem in absehbarer Zeit nicht kostenpflichtig, weil ich in Anlehnung an ein anderes Sprichwort verhindern will, dass die Suppe dann mehr als das Fleisch kostet!

Aber irgend etwas müssen sich die Streamanbieter einfallen lassen, wobei mir natürlich am liebsten wäre, wenn sie die Streams über Werbung laufen lassen würden. Mich wundert, dass die Künstler da still halten, die bekommen für ihre Teilnahme an den Streams angeblich einen Bettel. Aber nun rücken diese Streams stark in den Vordergrund – und „nach Corona wird nichts mehr so sein, wie vor Corona!

GÜNTHER GROISSBÖCK ERKLÄRT SEIN WIENER „TRISTAN-PROJEKT“ (Mai 2021 in der Kammeroper)

Günther Groissböck und Tristan und Isolde. Im Hintergrund sehen Sie Richard Wagner beim Protest gegen die Gesichtsmaske. Er war immer schon ein aufmümpfiger Geist (der Richard wie auch der Günther)

Günther Groissböck hat mir auf meine Bitte hin eine Erklärung seines Tristan-Projekts im Theater an der Wien/ Wiener Kammeroper im Mai nächsten Jahres geschickt. Klicken Sie untenstehenden Link an, er ist ganz exclusiv für den Online-Merker!

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Von wegen „Verona abgesagt“: Arena von Verona plant im August Galaabende

Saison zwar auf 2021 verschoben, aber Galaabende sollen im August stattfinden.

Auf den Tribünen sollen 3000 Zuschauer Anna Netrebko und Plácido Domingo lauschen können.
Wiener Zeitung

Die Intendantin Cecilia Gasdia hat bereits vor wenigen Tagen, verbunden mit der Absage, ein Alternativprogramm für den August angedroht. Das scheint nun zu stehen! Dass es so hart ausfallen würde – sogar mit dem Corona-erfahrenen Placido Domingo –  habe ich eher nicht erwartet. Aber ich hätte es wissen müssen: „Keine Party ohne Placido“!

Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben!  Ich bin gespannt, mit welchen Lockerungen unsere „Kulturstaatssekretärin aus Versehen“ und unser Gesundheitsminister-Darsteller aufwarten werden!

BAYERISCHE STAATSOPER:  #BSOfürzuhause – 6. Montagskonzert

 

Am 11. Mai um 20.15 Uhr ist bereits zum sechsten Mal ein Montagskonzert live von der Bühne der Bayerischen Staatsoper auf STAATSOPER.TV zu erleben. David Schultheiß und Myron Romanul interpretieren Johannes Brahms’ Sonate für Violine und Klavier A-Dur op. 100.

Im Anschluss singt Ensemblemitglied Okka von der Damerau unter anderem Lieder von Johannes Brahms, Gustav Mahler und Richard Strauss, begleitet von Sophie Raynaud am Klavier.

Durch den Spendenaufruf der Bayerischen Staatsoper konnten bereits knapp 150.000 Euro für die Freie Szene München gesammelt werden.

Außerdem neu auf STAATSOPER.TV: Ab 16. Mai, 12.00 Uhr ist Christoph Willibald Glucks Orphée et Eurydice in memoriam Sir Peter Jonas zwei Wochen als Video-on-Demand verfügbar.

Marina Abramović: „Ist es das wert, alles der Liebe zu opfern?“
Marina Abramović verbrachte die vorigen Wochen in München (und Fuschl). Der „Presse“ erzählte die Grande Dame der Performance über ihre Callas-Oper, die Anschuldigungen, Satanistin zu sein, und die virtuelle Zukunft der Kunst.
Die Presse

St. Margarethens Kartenverkauf startet: Hoffen auf nächste Saison
Die Premiere sowie alle Aufführungen der Puccini- Oper „Turandot“ im Steinbruch in St. Margarethen mussten auf das nächste Jahr verschoben werden. Der künstlerische Direktor der Oper im Steinbruch, Daniel Serafin, blickt aber zuversichtlich in die nächste Saison. Der Kartenverkauf für 2021 hat bereits begonnen.
https://www.krone.at/2148780

Wien/ Staatsoper: Patricia Nolz: „Fast wie von Engeln inszeniert!“
Patricia Nolz, 25, Mezzosopranistin aus Neidling, sprach mit Michaela Fleck über Engel, Kirschen, Träume und Bach.
Niederösterreichische Nachrichten

Das vorstehende Interview ist ein Beispiel dafür, welche Experten von den Zeitungen für Kulturnews aufgeboten werden. Patricia Nolz, Mitglied des Staatsoperensembles („Junge Oper“, oder wie das Projekt heißt. Mit dessen Leiter Michael Kraus wollen wir in „Normalzeiten“ darüber reden) „verkauft“ sich jetzt bereits recht gut und war auch bei der Staatsopernpräsentation im Einsatz. Wäre Frau Nolz aus Meidling und nicht aus Neidling, wäre sie schon bei uns gelandet, aber was nicht ist, kann ja noch werden. In der geplanten ersten Premiere an der Wiener Staatsoper ist sie als „Kate Pinkerton“ angesetzt – und unsere NÖ-Kulturexpertin handelt sie wie die Butterfly . Ob Frau Nolz da irgendwie widersprochen hat, weiß ich nicht!

Bühne Baden sagt IM WEISSEN RÖSSL ab

 Copyright Foto: Lukas Beck

 Mit allergrößtem Bedauern müssen wir bekannt geben, dass infolge der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie unsere Sommereröffnungsproduktion „Im weißen Rössl“, die am 19. Juni Premiere gehabt hätte,  absagt werden muss. (Aussendung Stadttheater Baden!

Met-Star Rosalind ELIAS ist am 2.5.2020 gestorben

 

Rosalind Elias, 90, American Mezzo Who Invested Every Role with Vocal Beauty, Dramatic Truth and Grace of Spirit, has Died https://www.operanews.com/Opera_News_Magazine/2020/5/News/Rosalind_Elias,_90,_American_Mezzo_Who_Invested_Every_Role_with_Vocal_Beauty,_Dramatic_Truth_and_Grace_of_Spirit,_has_Died.html

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/buehne/2059577-Die-Musik-Botschafterin-der-USA.html

300. „Stöckl.“-Ausgabe: Barbara Stöckl im Gespräch mit Elisabeth Kulman, Rudi Roubinek, Ali Mahlodji und Valerie Fritsch

HEUTE, am 7. Mai um 23.05 Uhr in ORF 2

Auch diese Woche spricht Barbara Stöckl in „Stöckl.“ mit ihren Gästen einzeln und unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen in einem externen Studio. Ihre Gesprächspartner/innen in der 300. Ausgabe des ORF-Nighttalks sind am Donnerstag, dem 7. Mai 2020, um 23.05 Uhr in ORF 2 Opernsängerin Elisabeth Kulman, Schauspieler und Kabarettist Rudi Roubinek, Unternehmer Ali Mahlodji und Schriftstellerin Valerie Fritsch.

Die weltweit gefeierte Opernsängerin Elisabeth Kulman erzählt, wie sie ihr Leben vor ein paar Jahren aufgrund einer persönlichen Krise komplett umgekrempelt hat: Sie löste ihren festen Wohnsitz auf, trennte sich von vielen Besitztümern und ging auf Reisen. Das, was die 48-Jährige heute zum Leben braucht, passt in einen Koffer, der weniger als 17 Kilo wiegt. Wie hat sie gelernt loszulassen und hilft ihr das auch in aktuellen Krisenzeiten?

Eine Leserin meint dazu: Sie will ja 2021 ganz aufhören, beschwert sich aber 2020 über mangelnde Unterstützung.

Da muss ich Elisabeth Kulman aber doch etwas in Schutz nehmen. Seit Jahren ist sie die „Mutter Teresa“ für sich benachteiligt fühlende Künstler. So gesehen kaufe ich ihr die Jammerei schon ab!

„Alarmierend“: Psychische Probleme in Österreich vervielfacht
Depressive Symptome, Schlafstörungen und Angstsymptome haben laut einer Studie der Donau-Uni-Krems während der Pandemie zugenommen.
Kurier

Fußball
Deutsche Liga bekommt grünes Licht: Geisterspiele noch im Mai
Die Entscheidung fiel einstimmig: Anders als in Österreich gefordert, müssen nach einem positiven Test nicht alle in Quarantäne.
Die Presse

Das ist eine Meldung, die auch richtungsweisend für unsere Bundesliga Kicker ist. Demnach ist „Alles paletti“?

Mitnichten, Freund. Es gibt einen Unterschied. Wenn ein deutscher Bundesligaspieler positiv auf Corona getestet wird, muss er in Quarantäe. Das ist klar. Es wird natürlich auch das nächste Umfeld zu testen und nötigenfalls aus dem Verkehr zu ziehen sein. Nicht aber gleich die ganze Liga!

Das aber ist derzeit angeblich für die österreichische Bundesliga angedacht. Wird ein Kicker positiv auf Corona getestet, wird gleich seine ganze Mannschaft und womöglich auch noch die des letzten Gegners in Quarantäne geschickt! Das wäre gleichbedeutend mit dem Abbruch der erneut beginnenden Meisterschaft.

Das ist wieder einmal eine typisch österreichische Vorzugsschüler-Fleißaufgabe! Auch hier bitte: Hirn einschalten und Machbares ermöglichen.

Übrigens hat Deutschland derzeit eine weit geringere Arbeitslosenrate als Österreich. Denken wir auch darüber nach!

Beste Grüße und hoffentlich bis Morgen

A.C.

 

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