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Die internationale Kulturplattform

7. JULI 2020 – Dienstag

07.07.2020 | Tageskommentar

 

Frankreichs Grüne machen die Kultur klein
Frankreichs Kultur droht der Populismus von links: Die Grünen haben in acht großen Städten die Kommunalwahl gewonnen. Jetzt räumen sie auf und verteilen um. Der geschmähten „Hochkultur“ geht es an den Kragen.
Frankfurter Allgemeine

Sandra Warnung meint: Das plötzliche Interesse für die kulturpolitischen Vorstellungen der französischen Grünen hat einen Grund: Seit dem vorletzten Wochenende regieren sie Marseille, Lyon, Bordeaux, Straßburg, Besançon, Poitiers, Tours, Annecy – Städte, die zwanzig und mehr Prozent ihres Haushalts für Kultur aufwenden.

 Fast alles Städte, die größere Opernhäuser haben, denen wird es zuerst „an den Kragen“ gehen wie im Artikel steht:

Grenoble: Den von Marc Minkowski geleiteten „Musiciens du Louvre“ strich der grüne Bürgermeister die städtischen Subventionen, den Beitrag für die renommierte „Maison de la Culture“ kürzte er. Ein Konzertsaal und zwei Bibliotheken wurden geschlossen.

Und in Lyon: Das Kulturbudget werde beibehalten, verspricht Doucet. Doch es werde eine „Umverteilung“ geben. „Die Bühnenbilder der Oper sind sehr teuer und werden nur für wenige Aufführungen verwendet“… (Zitat Ende)

Den Grünen die Kulturpolitik zu übertragen ist gleichbedeutend mit dem von Beginn an hoffnungslosen Versuch, einen Hund über einen Sack Knackwürste wachen zu lassen.

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

DIE MAILÄNDER SCALA SPIELT – IMMERHIN VOR 600 BESUCHERN

ZU INSTAGRAM

Foto: Instagram

Bekenntnis des Wiener Staatsoperndirektors zu Stehplatz

Auszug aus einem Schreiben von Dr. Florian Schulz, Prokurist der Wiener Staatsoper, an uns (im Auftrag des Herrn Direktors: …Faktum ist: Ab September 2020 sind laut der aktuellen Novelle der COVID-19-Lockerungsverordnung der Bundesregierung Veranstaltungen mit bis zu 5000 Personen in geschlossenen Räumen ausschließlich mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen unter Einhaltung des Sicherheitsabstands möglich. Stehplätze sind nicht erlaubt. 

Wir halten die Gleichsetzung von nicht bestuhlten Massenveranstaltungen mit dem Stehplatz der Wiener Staatsoper für vollkommen falsch und haben den politisch dafür Zuständigen gegenüber argumentiert, inwiefern der Stehplatz des Hauses sehr wohl mit den notwendigen Präventionsmaßnahmen wie z.B. einem zuverlässig eingehaltenen Mindestabstand vereinbar ist.

Wir tun das in der Hoffnung, ab der ersten Vorstellung im Herbst wieder Stehplätze anbieten zu können. Nehmen Sie daher bitte zur Kenntnis, dass die Einrichtung des Stehplatzes im Denken und Handeln der Direktion der Staatsoper einen hohen Stellenwert einnimmt. Welchen Stellenwert sie beim Wiener Publikum hat, wird man — so unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt sein sollten — im Herbst durch das weitgehende Ausbleiben der Touristen auch klar beobachten können. Damit ist aber jedenfalls nicht das Schwelgen in Jugenderinnerungen jener, die seit Jahrzehnten gute und günstige Sitzplätze zu kaufen wünschen, gemeint, sondern das Verhalten des real existierenden Opernpublikums des Jahres 2020…

Bum, das sitzt! Anderseits wäre wirklich interessant, was „der Stehplatz“ ohne die vielgeschmähten Touristen, aus Asien, Russland und Italien noch ist.  Falls der Stehplatz wieder geöffnet wird, sind die Wiener Opernfreunde wirklich gefordert. Wenn sie ausbleiben, dürfen sie sich nicht wundern, wenn Teile des Stehplatzes geschlossen werden. Welche Teile? Da unterstelle ich nun nicht, sondern fände es logisch, wenn jener Teil geschlossen würde, der attraktiv zu vermarkten ist.

Dr. Renate Wagner hat an Dr. Schulz zwecks Weiterleitung an Direktor Roscic wie folgt geantwortet:

Wir sind hoch erfreut über alles, was Sie uns über Herrn Direktor Roscic mitteilen, über seine emotionale Bindung an den Stehplatz und das Wissen um seine Bedeutung, von seinem Kampf um dessen Erhalt und die feste Absicht, nein, die Zusicherung, ihn bei erster Gelegenheit wieder zu aktivieren (wenn wir Sie richtig verstehen).

Wäre es nicht sinnvoll, genau das dem Publikum unmißverständlich mitzuteilen, das auf Umwegen von der Abschaffung des Stehplatzes erfahren hat, nämlich an der Kasse, als man Stehplätze kaufen wollte und hören musste: „Gibt es nicht.“

In dem Moment, wo Sie mit offenen Karten auf Ihr Publikum zukommen und über ihre Aktionen und Absichten keinerlei Zweifel aufkommen lassen, werden Sie auch jede Spekulation im Keim ersticken.

Wir werden jedes „Stehplatz“-Statement von Herr Dr. Roscic gerne veröffentlichen, und vielleicht kann er die Hitzköpfe in unserem „Forum“ davon abhalten, vor der Oper zu demonstrieren.

Hochachtungsvoll R.W.

Nachsatz von mir…Darüber, dass Belehrungen unangebracht sind, sind wir uns anscheinend einig. Das betrifft aber beide Seiten.

Jedenfalls rate ich im Moment von jeder Aktion ab. Den Staatsoperndirektor brauchen wir nun laut seinem Bekenntnis nicht mehr überzeugen, die Politiker werden jetzt Urlaub machen – und sind im Herbst wieder ansprechbar. Wer weiß, welche Situation uns dann erwartet!

Berlin/ Deutsche Oper
Dietmar Schwarz: Wir machen ein Best of draus
Die Deutsche Oper spielt große Opern ohne Chöre, kündigt Intendant Dietmar Schwarz für den Saisonstart an. Ein Moderator erklärt die Handlung.
Berliner Morgenpost

„Coronagerechte Opern“ (das Unwort im derzeitigen Operngetriebe) – ohne große Chorszenen! Wenigstens davon bleiben wir in Wien anscheinend verschont

The highest paid maestro of them all
https://slippedisc.com/2020/07/the-highest-paid-maestro-of-them-all/

Nur zur Erklärung, warum es mittlerweile schon eine recht beachtenswerte Schar von freiberuflichen Sängern gibt, die sich über das permanente „In-den-Rücken-Fallen“ dieses Herrn, der neben seinen diversen Gastengagementes etwas mehr als 1,6 Mio. fixes Jahresgehalt bezieht, empören. Keine Angst, über Liechtenstein etc. schreiben wir ohnehin nichts!

Das ist aber ein Beweis, wie relativ alles ist. 1,6 Millionen für FWM scheinen in der Musikszene sehr hoch, Kicker David Alaba verhandelt mit Bayern München über 20 Millionen im Jahr (derzeitiger Stand 14 Millionen).

Ritterbands Klassikwelt 15: „Miss Marple und Mozart“
Was ist der Zusammenhang zwischen Miss Marple und Mozart? Agatha Christie ist nach wie vor Englands beliebteste Krimi-Autorin, und ihre Hauptfigur, Miss Marple aus dem Dörfchen St. Mary Mead, die der lokalen Polizei zwar chronisch auf die Nerven , aber den Profis stets eine Nasenlänge voraus ist, ist seit 92 Jahren „Kult“. Mindestens acht verschiedene Generationen von Schauspielerinnen haben die pfiffigste „Spinster“ („alte Jungfer) der Krimi-Geschichte verkörpert. Meine persönliche Favoritin: die schrulligste von allen, Margaret Rutherford, Miss Marple von 1961 bis 1964 – aber von der Autorin Agatha Christie wurde sie nicht sehr geschätzt, und in einer Publikumsumfrage wurde Joan Hickson zur beliebtesten Miss Marple gekürt. Samstagabend amüsierte ich mich mit einer BBC-Verfilmung des 31. Kriminalromans von Agatha Christie unter dem Titel „The Body in the Library“ (Die Leiche in der Bibliothek) Februar 1942 – 31.
Pace, pace mio Tesoro
Was aber hat Miss Marple mit Mozart zu tun? Der Fall ist, wie immer vertrackt: Wie kommt die Leiche der jungen Frau in die Bibliothek im Landhaus des pensionierten Offiziers Mr. Bantry? Und handelt es sich bei der Toten bei der tatsächlich um die vermisste Ruby Keene? Miss Marple kommt den Tatsachen auf die Spur, als sie mit ihrer Freundin Dolly, der Gattin jenes Offiziers auf der Esplanade von Bournemouth entlang promeniert. Die (etwas dümmliche und allzu geschwätzige) Dolly pfeift unwillkürlich die Melodie vor sich hin, welches das Salonorchester des Grand Hotels am Abend zuvor intoniert hatte: Es ist das wunderschöne Terzett (Figaro, Susanna, Graf Almaviva) aus dem letzten Akt von Mozarts „Hochzeit des Figaro“ – „Pace, pace mio dolce tesoro“.
Von Dr. Charles E. Ritterband, Isle of Wight
Klassik-begeistert

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“: „Es ist schon alles gesagt! Nur noch nicht von allen!“

Die Wortakrobatik des Karl Valentin

Von Barbara Damm

Der Herr Valentin ist nicht der Herr Walentin, sondern der Herr Falentin, denn es heißt ja auch nicht, man hat einen Wogel, sondern einen Vogel. Nicht nur darauf hat der Wortzerklauber Karl Valentin bestanden. Er beharrte auf seinen sprachspielerischen Blödeleien, egal, in welche Absurditäten sie auch ausufern mochten. Seine Monologe, Dialoge und Szenen scheinen von allen Fesseln der Konventionen befreit. Sie leben von sorgsam entworfener Handlung einerseits und einer beinahe referenzlosen Sprache andererseits. Doch Valentins Wahnsinn hat Methode! Er verwendet seine Komik als eine Art ‚Dekonstruktion‘, um der Sprache auf den Zahn zu fühlen, und legt die elementaren Situationen der Kommunikation, der Wahrnehmung und Erkenntnis frei. Seine Wortspielkunst ist heute so aktuell wie damals. Und nicht vergessen: Der Herr Valentin ist nicht der Herr Walentin, sondern der Herr Falentin!

https://parapluie.de/archiv/worte/valentin/ (Gefunden von TTT)

Der Meister: Italienischer Filmkomponist Ennio Morricone ist tot
Seine Musik könne das erzählen, was Worte und Bilder nicht vermögen. Das sagte der Regisseur Sergio Leone, dessen Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ auch durch die Mundharmonikaklänge Morricones berühmt wurde. Ennio Morricone starb am Montagmorgen im Alter von 91 Jahren in Rom.
Berliner Zeitung

Filmkomponist Ennio Morricone ist tot
https://www.diepresse.com/5530297/filmkomponist-ennio-morricone-ist-tot—–

KREMS / Kunstmeile: Ernst Ploil / Michael Goldgruber / Robin Rhode / Fix & Foxi

Für jeden etwas

 

Es klang wie ein Erleichterungsseufzer – auf beiden Seiten. Endlich hat wieder eine ganze Museumslandschaft ihre Pforten geöffnet, denn ohne Publikum fühlt man sich gewissermaßen ganz verloren. Und endlich kann auch der Besucher viele divergierende Eindrücke in sich aufnehmen, wie sie von der „Kunstmeile Krems“ rund um die Großausstellung „Wachau“ angeboten werden.

Zum Bericht von Heiner Wesemann

KREMS / Landesgalerie Niederösterreich
SCHIELE – RAINER – KOKOSCHKA
DER Welt (M)EINE ORDNUNG GEBEN
DIE SAMMLUG ERNST PLOIL. EINE AUSWAHL
Bis 28. Februar 2021

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Dass die Geschichte ursprünglich, bei den Gebrüdern Grimm, „Hänsel und Gretel“ geheißen hat, muss uns nicht bekümmern, der Film „Gretel und Hänsel“ hat mit dem Original nur noch vage zu tun. Wobei man sich immer fragt, wer auf die Idee kommt, dieses Schauermärchen Kindern erzählen zu wollen – wo Kinder (immerhin die Identifikationsfiguren kleiner Leser) von Eltern aus dem Haus geworfen und von einer Hexe in einen Käfig gesperrt werden, und wo man am Ende jubeln soll, weil diese Hexe in den Ofen gesteckt wird… kein Bild, das im geringsten positiv besetzt ist. In das Genre des Horrorkinos können diese Ingredienzien allerdings passen (waren die beiden nicht zuletzt im Kino „Hexenjäger“!!!), und genau dort sind Elemente dieser Grimm-Story in dem Film von Oz Perkins auch gelandet.

Allerdings finden wir uns heute in der #metoo-Welt, wo Frauen über und gegen alles laut protestieren, also ist nicht einzusehen, warum Gretel hinter Hänsel kommen soll, nur weil sie eine Frau ist (wir müssen auch daran denken, demnächst „Romeo und Julia“ und „Tristan und Isolde“ im Titel umzustellen)…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Suspected case of bubonic plague in China’s Inner Mongolia
In the Chinese region of Inner Mongolia, a city is on high alert. On Sunday, they identified the suspected case of a disease that has persisted centuries after it caused the most deadly pandemic in human history — the bubonic plague.
https://www.cnn.com/2020/07/06/asia/china-mongolia-bubonic-plague-intl-hnk-scli-scn/index.html

….sogenannte 2.Welle, neue Schweinegrippe in China und jetzt kommen’s mit der Pest auch noch. Das muss doch langsam der Gutgläubigste durchschauen! Angst, Angst, Angst,… schüren ohne Ende.

Österreich
Das Bundesheer auf dem Weg zur Operettenarmee
Bei der Luftraumüberwachung setzen wir auf das Prinzip „Weiterwursteln“: Es gibt keine neuen Flieger und keine Aufrüstung der Eurofighter.
Die Presse

„Frau General“ ist die Fehlbesetzung des Jahrzehnts, der Generalstab „zerkugelt“ sich über sie. Sie würde wunderbar in eine Operette passen. Auf, liebe Komponisten und Librettisten: Schafft Neues!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

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