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7. FEBRUAR 2020 – Freitag

07.02.2020 | Tageskommentar

Dirigent Nello Santi gestorben! Foto: Instagram

 10 Fotos aus dem Album von Placido Domingo, der sehr viel mit Nello Santi gemacht hat, u.a. die unvergessliche Manon Lescaut in Verona (F.K.)

Wir hatten die Todesmeldung diesmal wirklich Stunden, bevor sie offiziell wurde. Ein befreundeter Sänger hat Renate Wagner darüber informiert, ich habe mit Vorbehalt in den gestrigen Tageskommentar eingestellt und trotzdem gehofft, dass die Meldung eine „Ente“ ist. Ist sie leider nicht, in den Abendstunden kam dann die Bestätigung. Mit Maestro Santi hatte ich sogar ein persönliches Erlebnis, wenngleich nur telefonisch. Das war 1995. Bariton Aldo Protti war gestorben, mitten im Hochsommer und in der Urlaubszeit der Opernhäuser. Nello Santi wollte die Wiener Staatsoper verständigen, aber es hob niemand ab. Irgendwie ist er dann zu meiner Telefonnummer gekommen und bat mich, die Meldung weiterzuleiten. Ganz so einfach war das damals auch nicht, die heutigen Kommunikationsmittel gab es noch nicht bzw. waren sie noch unterentwickelt. Ich habe mich bemüht, habe aber dennoch Stunden dafür gebraucht.

Laut Renate Wagner, die das Archiv bemüht hat,  hat Maestro Santi in Wien das gesamte italienische Repertoire dirigiert.  Heinrich Schramm-Schiessl hat einen Nachruf verfasst (siehe Aktuelles/ Infos des Tages) und dabei auch die Wiener Auftritte erwähnt (die schon sehr lange zurückliegen)

Er war ein Monolith in der Opernwelt: Nello Santi, der frühere Musikdirektor des Zürcher Opernhauses, ist tot
Neue Zürcher Zeitung

Nello Santi lebte die Musik
Kein Dirigent ist dem Zürcher Opernhaus so lange treu geblieben wie Nello Santi. Nun ist er 88-jährig gestorben.
https://www.tagesanzeiger.ch/16053757

Wiener Staatsoper: ELEKTRA am 6.2.

Christine Goerke, Waltraud Meier, Simina Ivan, Zoryana Kushpler. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

 Nach einer durchaus durchwachsenen Aufführung von „Leonore“ am Vortag, zu der meine Vorrezensenten alles gesagt haben, was es zu sagen gibt, konnte die erste Aufführung der aktuellen Elektra-Serie wieder versöhnen.

Eines hat diese Produktion mit der vorher erwähnten aber gemeinsam – das, was Regisseur Uwe Eric Laufenberg gemeinsam mit Bühnenbildner Rolf Glittenberg und Kostümbildnerin Marianne Glittenberg auf die Bühne stellen, ist – um es mit den Worten des Philosophen Edwin Neugebauer zu sagen (und bitte die Lautsprecher einschalten) –

https://www.youtube.com/watch?v=B2DQ651FtK0

Anm.d.Red.: Unser Rezensent meint nur den ersten Satz. Das eigentliche Video hat mit „Elektra“ nichts zu tun, wenn Sie aber originelle Sprüche unserer Fußballer hören wollen, schauen Sie im Video  weiter. Unter anderem hören Sie den legendären Spruch von Toni Pfeffer bei einem 0:6 Pausenrückstand „Hoch werden wir nicht mehr gewinnen“. Es geht nicht nur  darum, was er gesagt hat, köstlich ist, wie er es gesagt hat! Aber auch die Reaktion von Peter Pacult auf die Frage, ob er Druck verspürt, war „nicht ohne“: „Nur am Klo“!

Nach dem Leonore-Desaster des Vortags versöhnte diese Vorstellung – ich hoffe, dass die Gerüchte stimmen und diese Laufenberg-Produktion gekübelt wird und die Vorproduktion wieder auf die Bühne kommt.

Zum Bericht von Kurt Vlach

 

BAYERISCHE STAATSOPER STAATSOPER.TV – JUDITH (Stream am 7.2. – und dann wieder abrufbar ab 9.2. für 30 Tage)
 
Mit Judith feierte am 1. Februar 2020 ein außergewöhnlicher Opernthriller, bestehend aus Béla Bartóks Konzert für Orchester und Herzog Blaubarts Burg, Premiere an der Bayerischen Staatsoper.

Foto: Bayerische Staatsoper/ Wilfried Hösl
 
Die Vorstellung am 7. Februar 2020 wird ab 18.30 Uhr live auf STAATSOPER. TV übertragen und ist ab dem 9. Februar 2020, 12.00 Uhr für 30 Tage als Video-on-Demand verfügbar. In Zusammenarbeit mit BR-KLASSIK wird diese Neuproduktion – parallel zur traditionellen Radioübertragung – auch live auf BR-KLASSIK Concert verfügbar sein.
 
Außerdem gibt es wieder ein Live-Programm rund um den Stream: BR-KLASSIK-Moderator Maximilian Maier trifft vor der Vorstellung unter anderem Nina Stemme, Oksana Lyniv sowie zwei Expertinnen der Genderforschung und forensischen Psychiatrie zum Gespräch über Werk und Inszenierung.

HEUTE zeitgleich mit dem Münchner Stream: STREAM OTELLO AUS DER WIENER STAATSOPER (19 h)

Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

https://www.staatsoperlive.com/live

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

MAILAND/ Teatro alla Scala: Alexander Pereira hat seine kostspieligen Salzburger Produktion nach Mailand mitgenommen. Seit gestern wird „Il Trovatore“ an der Scala gezeigt. Von der Frau Präsidentin hört man nichts dazu

Die Trovatore-Besetzung in Mailand

 

ZU INSTAGRAM und weiteren Fotos

 

SONYA YONCHEVA IN BERLIN

(Staatsoper Berlin, MEDEA von Luigi Cherubini. 8./12./15./21.2.2020)

 

ZU INSTAGRAM

MADRID/ Proben zu DIE WALKÜRE: Die Herrenriege (die Rollen doppelt besetzt)

 

Rene Pape (Hunding), Christopher Ventris (Siegmund), Stuart Skelton (Siegmund), James Rutherford (Wotan), Ain Anger (Hunding)

Es fehlt auf dem Foto Wotan Tomasz Konieczny. Ohne Gewähr, ich hoffe, dass ich die Sänger richtig erkannt und benannt habe!

Nachstellung der Inszenierung von Robert Carsen vor etwa fünfzehn Jahren für die Kölner Oper.

Schock in Dresden: Al Sisi ist kein Opernfan
Es sind schockierende Enthüllungen, die die Veranstalter des renommierten Semperopernballs in Dresden erschüttern. Mit der guten Absicht, ein Zeichen für Frieden und Kultur zu setzen, hatte man im Vorfeld des Semperopernballs den St. Georgs Orden dem ägyptischen Präsidenten Al-Sisi verliehen. Doch dieser Orden wird ihm nun aberkannt!
http://www.hagalil.com/2020/02/semperopernball/

Heute findet der Semperopernball statt. Der Dresdner Opernball, auch: SemperOpernball, ist ein Tanzball in der Semperoper, der von 1925 bis 1939 jährlich stattgefunden hat und seit 2006 wieder jährlich vom Semper Opernball e. V. ausgerichtet wird. Künstlerischer Gesamtleiter ist Hans-Joachim Frey. Wikipedia. Und Herr Frey ist auch das Problem des Balls – aber Vertrag ist Vertrag.

Der heurige Semperopernball hatte Werbung genug, wenngleich nicht immer positive. Von der armenischen Sopranistin und dem Netrebko-Gatten, der mit ihr angeblich nicht auftreten wollte, redete bzw. schrieb die internationale Presse in den letzten Tagen kaum, der Herr Al Sisi, der angeblich gar kein Opernfan ist, lief den beiden glatt den Rang ab!

Saarbrücker Theater führt den „Ring“ auf
Nach über 30 Jahren gibt es wieder einen „Ring“ am Saarbrücker Theater, Wagners vierteiliges Monumental-Werk ist ein Kraftakt für jede Bühne. Diese Saison beginnt es mit „Rheingold“. Premiere ist am 28. März.
https://www.pfaelzischer-merkur.de/welt/kultur/saarbruecker-theater

Hamburg/ Staatsoper: „Lulu“ von Alban Berg steht auf dem Programm – und die Staatsoper ist wieder nur halb voll
Mit Alban Berg wird offenbar das Publikum heutzutage verschreckt. Das Haus war nur etwa zur Hälfte besetzt. Es müssen aber zahlreiche Berg-Liebhaber anwesend gewesen sein, denn der Beifall war lang andauernd und besonders herzlich für Veronica Eberle, Mojca Erdmann und Kent Nagano. Eine gegen die Gefühle der Oper gerichtete Inszenierung wird von einem angehängten Violinkonzert unterlaufen.
Dr. Ralf Wegner berichtet aus der Staatsoper Hamburg.
Klassik-begeistert

WIEN / Akademietheater des Burgtheaters: SCHWARZWASSER von Elfriede Jelinek
Uraufführung
Premiere: 6. Februar 2020

Copyright: Matthias Horn

Ungeheurer Run auf die Pressekarten, das deutsche Feuilleton wollte unbedingt dabei sein, wenn es Elfriede Jelinek ihren Landsleuten so richtig reinsagt. Aber die Frau Jelinek ist von ihrer Bedeutung und auch in ihrer Wirkung von Thomas Bernhard Lichtjahre entfernt. Renate Wagner kaufte sich also ihre Eintrittskarte selbst – und langweilte sich während der dreieinviertel (!) Stunden. Das zumindest hat Elfriede Jelinek Herrn Bernhard voraus!

Wenn jemand beispielsweise mit den Namen „Michelangelo“ lockt und dann in einer Großausstellung nur zwei bis drei von dessen Werken zeigt, nennt man das „Etikettenschwindel“. Wenn das Burgtheater in all seinen „Werbetexten“ ausführlich vom Ibiza-Skandal erzählt und Elfriede Jelineks Stück „Schwarzwasser“ als ihren Beitrag zu Österreichs Politskandal ankündigt – ja, dann ist die Rechnung wohl aufgegangen. Aber absolut nur in medialer, nicht in künstlerischer Hinsicht…

Der Run auf die Premiere war ungeheuerlich, das Pressebüro stöhnte unter den Anfragen, denn natürlich wollte auch das deutsche Feuilleton bei etwas dabei sein, das hundertprozentig einen brisanten Abend und mindestens einen Skandal versprach. Österreich-Beschimpfung, gewaltige Moralpredigt, die Nobelpreisträgerin sagt es ihren Landsleuten so richtig hinein!…

Kein Skandal, worauf hätte sich dieser schließlich beziehen sollen? Sie hat ja niemandem weh getan (abgesehen davon, dass Langeweile im Theater eine schwere Sünde ist). Im übrigen schienen ohnedies nur „Freunde“ im Theater zu sein. Also Beifall, weit mehr, als Stück und Aufführung verdienten.

Ja, und „Ibizia“? Davon hat man, seien wir ehrlich, so gut wie gar nichts bemerkt

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Übrigens, was das deutsche Feuilleton betrifft: Die schreibenden Damen und Herren mögen vor der eigenen Türe kehren, die Posse in Thüringen ist ja auch „nicht ohne“! Angeblich arbeitet Jan Böhmermann bereits an einem Stück darüber!

WIEN / Kammerspiele der Josefstadt: ENGEL DER DÄMMERUNG – MARLENE DIETRICH von Torsten Fischer und Herbert Schäfer
Uraufführung- Premiere: 6. Februar 2020 . Besucht wurde eine Voraufführung

Plakat. Copyright: Theater in der Josefstadt

Die Dietrich. Marlene. Wer war sie? Erinnert man sich an die Filme der Marlene Dietrich? Ihrem Sensationserfolg „Der blaue Engel“ hatte sie in Jahrzehnten von Filmrollen danach nichts Gleichwertiges hinzufügen. War sie wirklich eine so große Sängerin, womit sie ihre Karriere über Gebühr hinaus verlängert hat? Wohl kaum, denkt man vergleichsweise daran, wie Freundin Piaf das Publikum mit „Mylord“ oder „Je ne regrette rien“ von den Sitzen heben konnte: Dem hatte die Dietrich nichts Vergleichbares zu bieten. (Die „fesche Lola“, mit der sie berühmt wurde, hat sie – bzw. ihre Interpretin – an diesem Abend, der ihr in den Kammerspielen gewidmet wurde, übrigens nicht gesungen…)

Zum Bericht von Renate Wagner

Thüringen Thomas Kemmerich FDP
Mindestens 93.000 Euro: Kemmerich und sein Gehalt bei einem Rücktritt
Politisch ist die Wahl von Thomas Kemmerich hoch umstritten. Finanziell lohnt sie sich für den FDP-Politiker aber immens.Er wird insgesamt 93000 Euro kassieren – mindestens.

https://www.rnd.de/politik/mindestens-93000-euro-das-kassiert-fdp-mann-kemmerich-34A4CG7IRFHWBEE4XA6NUCQTNY.html

Auszug aus dem Artikel: Thomas Kemmerich (FDP) war ziemlich genau für 24 Stunden und 31 Minuten Ministerpräsident von Thüringen, bevor er seinen Rückzug ankündigte. Auf die Steuerzahler kommen trotzdem immense Kosten zu.

Wie ein Sprecher des Finanzministeriums in Erfurt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Donnerstagnachmittag bestätigte, erhält der FDP-Politiker für den Februar seine vollen Bezüge als Ministerpräsident.“

Gut, das ist ja noch irgendwie zu verstehen. Aber er bekommt das Gehalt noch weitere 6 Monate – und kann das gar nicht ablehnen. Er muss das Geld nehmen, kann es bestenfalls wohltätig spenden.

Vorschrift ist Vorschrift – auch in Deutschland. Wissen Sie, wie Sie eine Buchhalterin/einen Buchalter zur Verzweiflung bringen können? Überweisen Sie doch einen Euro zuviel! Diesen Euro aus der Buchhaltung zu bekommen, ist gar nicht so einfach!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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