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7. DEZEMBER 2020 – Montag

07.12.2020 | Tageskommentar


Ganz wichtig in Zeiten wie diesen Zeiten: Wie bekomme ich negative Gedanken aus dem Kopf?

Sie sitzen wie kleine Teufel im Kopf und machen jeden Erfolg zunichte: negative Gedanken. Wie aber lässt sich dieser Kreislauf durchbrechen? Coach Lothar Seiwert rät zu einem radikalen Schritt: Loben Sie sich selbst!

https://www.wiwo.de/erfolg/management/rat-der-weisen-wie-kriege-ich-negative-gedanken-aus-dem-kopf/26675544.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Sie merken, dass Herr Seiwert viel Kundschaft unter den Politikern hat! Aber schnorren Sie bei unserem „Programm für die gewöhnlichen Menschen“ mit und studieren Sie die Vorschläge!

Ein Rezept gegen negative Gedanken hilft derzeit mehr als Streams, die Begräbnis-Stimmung vermitteln.

Trauerfloristik – brauchen wir nicht bei Ballettpremieren!

Ich habe mir gestern auf Arte TV den Stream der Wiener Ballett-Premiere angesehen. Für mich als Ballett-Muffel war das Gesehene durchaus interessant und keineswegs ein „Nie wieder“-Erlebnis, aber die „Schlusszeremonie („Schlussapplaus“, der nicht möglich ist) war ein echter Stimmungskiller. Auf- bzw. besser formuliert Abtritte wie bei einem Begräbnis, eigentlich noch trauriger. Muss das sein?

Ich bin gespannt, wie die Mailänder Scala heute ihre Saisoneröffnung feiert!

Im Theater selbst kann keine Stimmung aufkommen, angeblich sind die Beiträge bereits aufgezeichnet und harren der Ausstrahlung. Anderseits kann ich mir nicht vorstellen, dass Medienprofis eine so stimmungslose Inszenierung zulassen. Wir brauchen Aufbruchsstimmung, wie wir sie kurzzeitig vor einigen Monaten hatten. Diese Stimmung wurde von Leuten, die sich nur selbst inszenieren können, brutal zerstört

Aufnahmen sind teilweise bereits „im Kasten“. RAI stellt Florez bereits ein!

FACEBOOK (Liebestrank/ Nemorino)

Juan Diego Florez macht Werbung für die Gala

Da muss sich auch Vittorio Grigolo melden
ZU FACEBOOK

Im Anhang die Scala Info von Sonntag 18,30 Uhr

Am Sonntag haben Alagna, Kurzak und Oropesa ihre Programmteile aufgenommen.

Heute Montag folgen Domingo, Nylund und Schager.

Domingo absolviert somit am 7.12.2020 seine 10. Scalaeröffnung

Das genaue Programm finden Sie in unseren heutigen „Infos des Tages“

Heute auf Arte TV (ab 20,30): Eröffnungsgala der Mailander Scala
https://www.arte.tv/de/videos/101180-001-A/operngala-an-der-mailaender-scala/

Deutschland
Scholz plant Corona-Schutzschirm für Veranstaltungen
Hoffnung für Theater und Konzertveranstalter: Der Staat will mit einer Kostenausfallgarantie helfen – aber die Mehrwertsteuer soll wie geplant wieder steigen.
Tagesspiegel

Lippenbekenntnis? Beruhigungspille? Wer soll das bezahlen?

Kommentar zu Klageabsichten in Bayern gegen die Schließungen der Theater und Konzertsäle
Am Freitag war auf dem Onlineauftritt von BR-Klassik zu lesen, dass am folgenden Montag (7.12.20) eine Gruppe um den Sänger Christian Gerhaher und den Dirigenten Hansjörg Albrecht vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof München auf Aufhebung der „pauschale(n) Schließung von Konzert- und Opernhäusern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie“ klagen will. Auf einer Pressekonferenz wollen sie das ebenfalls am Montag konkretisieren. Allerdings ist die Kernaussage so deutlich, dass man sich jetzt schon Gedanken dazu machen kann.
Neue Musikzeitung/nmz.de

„Manchmal denk ich ich pfeif drauf“: Kulturschaffende in der Pandemie-Krise
Auftritte, Lesungen, Drehs: abgesagt. Wie geht es den Kulturschaffenden abseits der großen Stars jetzt? Der KURIER hat nachgefragt.
Kurier

Giuseppe Verdi: Simon Boccanegra, Opernhaus Zürich, Premiere live auf ARTE: 06.12.2020

Kalter Kaffee


Christof Fischesser (Jacopo Fiesco), Christian Gerhaher (Simon Boccanegra), Jennifer Rowley (Amelia Grimaldi); Foto © Monika Rittershaus.

Jan Krobot hat diese Neuinszenierung via TV verfolgt und lässt uns an seinenen Eindrücken teilhaben:

Regisseur Andreas Homoki hat sich entschieden, die Mittelalter-Handlung von Verdis „Simon Boccanegra“ ästhetisch näher an unsere Zeit heranzurücken und lässt etwa zwischen 1895 und 1920 spielen. Eine uns eher vertraute politische Situation, in der die aristokratischen Eliten vom Bürgertum verdrängt wurden, sei der 1. Weltkrieg. Sein Ausstatter Christian Schmidt hat ihm dazu reichlich mit Türen bestückte Palastmauern auf die Drehbühne gestellt (Künstlerische Mitarbeit Bühnenbild: Florian Schaaf). So erinnert das Bühnenbild an die hauseigenen Produktionen von „Don Pasquale“, „I Capuleti“ oder „Tristan und Isolde“. Ein Schiffswrack stellt den Bezug zu Boccanegras Karriere als Korsar wie auch zum Ort der Handlung, Genua her. Mit der Drehbühne wird ohne Umbaupausen gespielt, was mit sich bringt, dass der Wechsel zwischen Innen und Aussen vor allem durch prägnante Beleuchtungswechsel (Lichtgestaltung: Franck Evin) angedeutet wird. Die Uniform der Militärs erinnert deutlich an die Uniformen des Faschismus, der in dieser Zeit (1922) in Italien an die Macht gekommen ist. Den Schlachtruf „Guerra a Venezia“ (zu Beginn der Ratsszene) unterstreicht ein Uniformträger mit einem gehobenen rechten Arm.

Leider vermag die Inszenierung nicht zu überzeugen. Der Abend wird durch den häufigen Einsatz der Drehbühne unnötig unruhig. Ob das nervöse Spiel des Titelheldens zur Inszenierung gehört, wird nicht wirklich klar. Immer wieder tritt ein kleines Mädchen als Vision Marias auf…

Zum Bericht von Jan Krobot

Erich Wolfgang Korngold: „Die tote Stadt“ als Live-Stream-Premiere der Oper Köln (4.12.2020)

AUFWÜHLEND UND ELEKTRISIEREND

Copyright: Oper Köln

„Ich finde an Marietta das Spannendste, dass sie keine wahre Person ist“, sagt die Sopranistin Ausrine Stundyte, die die Tänzerin Marietta in Korngolds Oper „Die tote Stadt“ eindrucksvoll verkörpert. 100 Jahre nach der Uraufführung ist dieses unglaubliche Werk eines 23jährigen „Wunderkindes“ wieder am selben Ort zu erleben. Unter der Leitung von Otto Klemperer wurde es am 4. Dezember 1920 im Stadttheater Köln aus der Taufe gehoben. Die Texte stammen übrigens von einem gewissen Paul Schott, einem Pseudonym, unter dem der bekannte Wiener Musikkritiker Julius Korngold, Erich Wolfgang Korngolds Vater, und der Komponist selbst zusammenarbeiteten…

So ist die Premiere zu einer Hommage an den berühmten Hollywood-Filmkomponisten Erich Wolfgang Korngold geraten, der zwei Oscars erhielt und als Opernkomponist zeitweilig zu Unrecht in Vergessenheit geriet. Bleibt zu hoffen, dass man das Werk bald wieder im richtigen Opernhaus erleben kann. 

Zum Bericht von Alexander Walther

Den Stream habe ich mir gestern angesehen, die Oper Köln hat die „Kinderkrankheiten (es war der erste Stream der Kölner Oper) blitzschnell bereinigt und der Stream ist hochinteressant. Eine so grandiose Singschauspielerin wie Ausrine Stundyte findet man selten!

Köln
An der Bar das Leben vergessen – die Kölner Oper ging mit Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ ins Netz
Neue Musikzeitung/nmz.de

CLEMENS UNTERREINER MUSS SEIN WEIHNACHTSKONZERT FÜR DIE „HILFSTÖNE“ WEGEN CORONA ABSAGEN!

Aufgrund der Lockdownverlängerung bis Jänner nicht in Frage. Als Künstler stehe ich auch für höchste künstlerische LIVE Qualität und den direkten Kontakt mit dem Publikum. Ein ONLINE Konzert ohne Publikum ist daher aus mehreren Gründen leider NICHT möglich. Als Veranstalter ist mir natürlich die Sicherheit und vor allem die Gesundheit meines Publikums, meiner Künstlerinnen und Künstler und der ehrenamtlichen Mitarbeiter das Wichtigste.

Diese Absage ist ein schwerer Schlag für die HILFSTÖNE und meine karitative Arbeit für Menschen in Not. Dieses Konzert war und ist der wichtigste finanzielle Faktor für unsere karitative Arbeit.

C.U.

München/ Gärtnerplatztheater
Digitales Belcanto-Glück vom Gärtnerplatz: Donizettis „Anna Bolena“
Neue Musikzeitung/nmz.de

Wien
Opernsänger und Schauspieler Klaus Ofczarek gestorben

Der Vater von Burgschauspieler Nicholas Ofczarek wurde 81 Jahre alt. Er wirkte viele Jahre an der Volksoper und trat in etlichen Fernsehproduktionen auf.
Die Presse

Wien
Schauspielerin Senta Wengraf 96-jährig gestorben

Spielte sich u.a. in den „Sissi“-Filmen, an der Josefstadt und bei der „Familie Leitner“ ins Herz des Publikums.
Kurier

Ausstellungen/Kunst: Viele Wiener Museen locken mit neuen Ausstellungen
Wiedereröffnung des MAK mit fünf neuen Präsentationen bei freiem Eintritt, Täglich 100 Freitickets im mumok, „The Essl Collection“ in der Albertina Modern und Maja Vukoje im Belvedere.
Wiener Zeitung

Plan: Ab Jänner Bonus für Corona-Massentests
Eine Art chinesisches Social-Credit-System auf Österreichisch eben mit Schnitzel-Gutschein und noch nicht zentral, digital erfasst…
https://www.krone.at/2292102

Österreich ist bemüht, seinem Ruf als Operettenstaat vollauf gerecht zu werden. „Gutschein für eine Testung“ – das ist österreichisch, das liebe ich an meinen Landsleuten so!

 

Apropos Operettenstaat: Soeben erlebe ich auf „Fellner-TV“ eine Direktschaltung in die Wiener Messehalle. Bundeskanzler Kurz und Bürgermeister Ludwig lassen sich auf Corona testen – und das ist doch die Aufmerksamkeit der Bevölkerung wert – Direktübertragung im TV. Wo in der Welt gibt es so etwas noch?

Freilich, die Privatzone muss gewahrt bleiben. Wenn mit den Staberln in den Nasen der hohen Herren gebohrt wird, ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen. „Genug ist genug“!

Bayern verschärft erneut seine Corona-Einschränkungen
Kein Alkohol im Freien
https://www.krone.at/2292254

Der Schlauberger 28: Und dann kommt der Knaller – sprachlich uneinholbar
Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.
von Reinhard Berger
Es geht wieder los. Mit der besinnlichen Adventszeit. In Wort und Bild. Sprachlich hat sich seit vorigem Jahr nicht viel getan. Auch bildlich ist keine Bewegung in der Szene zu erkennen. Im Minutenrhythmus ploppen auf meinem Handy Adventskränze auf. Voriges Wochenende an die 30 Stück. Mit EINER brennenden Kerze. Heute, Sonntag, werden es schon zwei Kerzen sein. Und dann drei. Bis die Absender vom Kalender ausgebremst werden.
https://klassik-begeistert.de/der-schlauberger-28-klassik-begeistert-de/

Heute ist in Österreich ein „Fenstertag“ (in Deutschland nicht, weil morgen beim Nachbarn kein Feiertag ist! Übertreiben Sie den gelockerten Lockdown nicht, sie bekommen auch heute nichts geschenkt. Corona vielleicht – aber da lehnen Sie besser ab – quatschen Sie sich nicht durch die Gegend.

Reden ist Silber, schweigen ist Gold! Das gilt nicht nur für Corona

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

 

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