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7. AUGUST 2019 – Mittwoch

07.08.2019 | Tageskommentar

Franz Welser-Möst begrüßt in Salzburg die deutsche Kanzlerin 15 Minuten vor Konzertbeginn

Zaungäste hatten keine Chance, in Salzburg einen Blick auf Angela Merkel zu werfen, die vorgestern ihren obligaten Festspielbesuch angetreten hat. In  einer schwarzen Limousine, in der auch ihr Ehemann Joachim Sauer sowie der frühere österreichische Minister Martin Bartenstein und seine Frau Ilse saßen, fuhr sie direkt in den Innenhof des Festspielhauses (der kann nicht eingesehen werden). Dort warteten bereits Festspielpräsidentin Helga Rabl Stadler, Markus Hinterhäuser und Dirigent Franz Welser-Möst, um Frau Merkel zu begrüßen.
Nun, die Festspielpräsidentin und der Programmmacher sind dort am richtigen Ort, nicht aber ein Dirigent, der sich eigentlich auf sein 15 Minuten später beginnendes Konzert konzentrieren sollte.

Wenn ich ein Fußballspiel als Schiedsrichter zu leiten hatte – und das waren wirklich nicht sehr wichtige Spiele – und es wollte mich jemand 15 Minuten vor dem Spiel in der Kabine besuchen, ist er rausgeflogen! Schon gar nicht wäre ich 15 Minuten vor Beginn jemand nachgelaufen – in einen Innenhof. Höchste Konzentration war ich Spielern und Publikum schuldig, zumindest habe ich das so empfunden. Eigentlich hätte ich das auch von FWM erwartet!

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Salzburg
Angela Merkel besuchte gleich am ersten Tag die Salzburger Festspiele

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hörte sich am Montagabend ein Konzert der Wiener Philharmoniker bei den Salzburger Festspielen an – Schaulustige erhaschten aber höchstens einen kurzen Blick auf die prominente Politikerin.
Salzburger Nachrichten
 
Inwieweit Frau Merkel den Empfang durch den Dirigenten gewünscht hat, weiß ich natürlich nicht. Volle Konzentration auf unmittelbar bevorstehende Aufgaben (auch Arbeiten – wie eben in meiner früheren Proession mit sehr gefährlichen Maschinen)  ist aus meiner Sicht eine Selbstverständlichkeit. Mir geht der Hut hoch, wenn ich so sehe, wer sich da aller im Umfeld herumtreibt. Das gilt auch für manche unserer „Merker“, die  (ist wohl nur bei kleineren Konzerten möglich) gerne befreundete Künstler vor Auftritten schnell begrüßen. Raus mit denen, das ist absolut unprofessionell!
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Salzburg: Kritik Medée bei uns eingetroffen – Bekenntnisse eines Bekehrten

„MÉDÉE“ Großes Festspielhaus (4.8.2019). Bekenntnisse eines Bekehrten

Meine erste spontane Reaktion auf die Vorankündigung des Konzepts dieser Festspielproduktion lautete schlicht und lapidar: „Oh je, wieder einmal!“ – Beim Terrassen-Talk des Pressebüros mit Simon Stone und Thomas Hengelbrock wurde ich freilich hellhörig und war vom wesentlichen Anliegen des Regisseurs, vor allem eine Geschichte zu erzählen, angenehm berührt: Kein zeitgeistlicher Versuch also, von der Bühne aus die Welt neu erklären und die Menschheit wachrütteln zu wollen. Beim Besuch der Generalprobe war ich bis zur Pause mit mir selber uneinig: fasziniert von der Präzision der Abläufe und der Grundidee von drei Darstellungsebenen und Medien, in der filmische Sequenzen und Reminiszenzen von Szenen einer scheiternden Ehe, das eigentliche Bühnengeschehen im modernen Gewande, dazu bei geschlossenem Vorhang telefonische Anrufe der Titelheldin beim Gatten Jason im Spannungsfeld von Bitte und Drohung, fast demütiger Bescheidung und trotziger Selbstbehauptung, koexistierten und einander dramaturgisch wie ästhetisch ergänzten, bisweilen überlappten…

Zum Bericht von Univ.Prof. Dr. Oswald Panagl

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Netrebko auch 2020 nicht bei Bayreuther Festspielen
Derzeit gibt es keine weiteren Planungen.

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/buehne/2021798-Netrebko-auch-2020-nicht-bei-Bayreuther-Festspielen.html

Das ist auch logisch – und zwar von beiden Seiten! Der Zug scheint abgefahren zu sein!

Korrektur: Reiseziel der Tamilie Eyvazov/Netrebko nicht Krasnodar – sondern Baku!

Yusif Eyvazovs Mutter feierte Geburtstag in Baku/ Azerbaijan, natürlich war er mit Anna und Thiago dabei!

Yusif Eyvazov mit seiner Mutter. Foto: Instagram

In der Familienrunde: Foto: Instagram

Besonders gut scheint das Verhältnis des Tenors zu seinem Stiefsohn Thiago zu sein. Beobachten Sie bitte, wer wen umarmt! Einen Kinderfreund spielen – das ist leicht. Ein echter Freund sein – das ist schon schwieriger.

5 Fotos aus Baku: https://www.instagram.com/p/B009U6hHAw0/?igshid=l59m47hzqe46

Danke, Fritz Krammer!

Darum kann die kranke Netrebko shoppen, aber nicht singen
Die Welt.de

Was soll man angesichts solcher Unterstellung (immerhin in „Die Welt“ – was blamabel genug ist) sagen. Frau Netrebko ist nicht krank, sie will nach der Hysterie in Salzburg bloß Ruhe haben (das ist noch lange kein Burnout). Deshalb kann sie auch shoppen, ohne dass das irgendeine Zeitung etwas angeht.

Netrebko: Burnout oder Baby
Nach ihrem krankheitsbedingten Ausfall nimmt sich die Sopranistin eine Auszeit.
https://www.oe24.at/leute/oesterreich/Netrebko-Burnout-oder-Baby/391847711

Nochmals – und ich bleibe dabei: Vor Bayreuth wurde sie gewarnt. Die Absage ist eine kluge Entscheidung.

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Opera Australia: Jonas Kaufmann singt ANDREA CHENIER (konzertant)

Umberto Giordano’s 1896 opera Andrea Chenier is tough on the singer’s throat in more ways than one. For the three principal roles — soprano, tenor and baritone — it’s a big night of singing. And, in this opera about the Reign of ­Terror that followed the French Revolution, two of the cast — poet Andrea Chenier and his lover Maddalena — really do get it in the neck when they meet their destiny with Madame Guillotine.

Tenor Jonas Kaufmann first sang the title role at the Royal Opera House in London in 2015, and this week he’s in Australia to sing just three concert perform­ances for Opera Australia in Sydney and Melbourne…

Mehr darüber morgen!

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Unsere JUBILÄEN AUGUST 2019 entstehen: Die Geburtstage sind bereits online!

Ein Nachtrag: 3.8. Simon KEENLYSIDE wird 60

Foto: Bayerische Staatsoper/ Uwe Arens

Er studierte 1980-83 Zoologie am St. John’s College in Cambridge, dann ließ er 1983-87 am Royal Northern College of Music in Manchester seine Stimme ausbilden. 1986 gewann er den Richard Tauber-Concours. In der Spielzeit 1987-88 debütierte er an der Staatsoper von Hamburg als Graf in »Le nozze di Figaro«. Er sang dann 1989 an der Scottish Opera Glasgow den Marcello in »La Bohème« und den Danilo in Lehárs »Die lustige Witwe«, 1990 den Guglielmo in »Così fan tutte«, 1991 den Schaunard in »La Bohème« und den Figaro im »Barbier von Sevilla«…

Zu den Geburtstagen August 2019. Weil es ständig Interventionen von Fans gibt: Berücksichtigt werden nur runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er!

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KULTUR.SOMMER.SEMMERING . Kulturgenüsse im einmaligen Ambiente

 

Konnte einst der auf Sommerfrische weilenden Arthur Schnitzler noch in den luxuriösen Zimmern des Südbahnhotels Quartier beziehen, darf man am kommenden Wochenende im legendären Nobelhotel wieder auf den Spuren seines „Anatols“ wandeln. Mit Michael Maertens, Gerti Drassl und Daniel Keberle werden die Anekdoten des berühmten Lebemannes heuer zum wiederholten Male im prunkvollen Waldhofsaal zum Leben erweckt, bevor man den Abend im großen Speisesaal – wie bereits anno dazumal – mit einem viergängigen Souper genußvoll ausklingen lassen kann. Den Auftakt zum literarisch-, musikalisch- und kulinarischem Reigen im Südbahnhotel gibt am kommenden Wochenende Beatrice Berrut im Rahmen des Bösendorfer Artists Zyklus. Neben Schrammelmusik mit Wolfgang Böck und einer jüdischen Spurensuche von Andrea Eckert darf man sich auch auf eine neuen Pilgerfahrt zu Beethoven mit Branko Samarovski und Florian Krumpöck freuen, die exklusiv für den Kultur.Sommer.Semmering die stetigen Umzüge und die turbulente Haushaltsführung des Komponistengenies beleuchten wird.

10. & 11. August 2019I 15.30 Uhr I Südbahnhotel I Jahrhunderwende-Lesezyklus Literarische Sommerfrische

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages!

WIEN/ ImpulsTanz im Akademietheater: Agudo Dance Company mit „Silk Road“ (5.8.2019)

Agudo Dance Company: SilkRoad. (c) Karolina Miernik

Eine Reise durch die Kulturen. Der andalusische Tänzer und Choreograf Jose Agudo stellt mit „Silk Road“ die erste, 2017 entstandene Arbeit seiner eigenen, im selben Jahr gegründeten Kompanie vor. Flamenco, Kathak und fernöstliche Elemente verbindet Agudo hier zu einer konzertanten Tanz-Performance…

Zum Berichtvon Rando Hannemann

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Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Madame Claire Millaud macht im Hörsaal eine hervorragende Figur, wenn sie über Literatur doziert, wie es ihr Beruf ist. Privat begegnet man ihr als weniger glücklich: Geschieden, weil vom Ehemann für eine Jüngere verlassen (was sie einfach nicht verkraftet hat), sieht sie ihre halbwüchsigen Söhne, die bei ihrem Mann und dessen neuer Gefährtin leben, selten. Sie ist einsam, sie sehnt sich nach Sex, aber auch die beiläufigen Verhältnisse, die eine noch attraktive Frau jenseits der 50 eingeht, enden darin, dass der Mann sich verflüchtigt…

Gespräche mit Psychiatern sind derzeit offenbar die beliebteste aller Rahmenhandlungen. Hier spricht Claire mit Madame Bormans (Nicole Garcia), die kritisch und verständnisvoll zugleich ist, und schildert ihr in aller Offenheit die Leere ihres Lebens, die Defizite der Gefühle (dergleichen ähnelt einer „Off“-Erzählung und kann viel erklären). Bis sie tatsächlich etwas zu erzählen hat…

Und da begibt sich dieser Film des französischen Regisseurs Safy Nebbou auf die aktuellste Ebene aller zeitgenössischen Themen: das Internet, die sozialen Medien, die Möglichkeit, mit völlig Fremden Kontakt aufzunehmen – und was daraus werden kann. Schon vor zwei Jahren gab es ziemlich genau diese Problematik in „Monsieur Pierre geht online“ mit Pierre Richard: Man erfindet sich neu, ein alter Mann, eine ältere Frau erfindeen sich jung und schön, und weil sie innerlich jung ist, haben sie keine Schwierigkeit, das einem unsichtbaren Partner glaubhaft zu machen (wenn man aufpasst, kein allzu erwachsenes Vokabular zu verwenden)

Boris Johnson, der Brexit und die EU: Will er oder will er nicht?
Theresa May pokerte mit dem britischen Parlament – ohne Erfolg. Boris Johnson versucht hingegen, Druck direkt auf die EU-Staaten aufzubauen. Er wolle ja verhandeln, aber die EU nicht.
Die Presse

Merken Sie den Unterschied? Ich bin gespannt, was passiert!

Russland ersetzt den Dollar durch den Euro
Putin macht ernst und verdrängt den Dollar aus dem Geschäft: Bei Russlands Handel mit Europa und China steigt der Anteil an Euro-Zahlungen rasant. Mit Indien handelt Russland sogar in der eigenen Währung, dem Rubel.
Die Presse

Österreich
Bargeld wird zum Wahlkampfthema
https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Bargeld-wird-zu-Wahlkampf-Hit/391851810

Abschaffung des Bargelds – das ist der gläserne Mensch! Mich wird das kaum noch betreffen – aber vielleicht ist es mir noch vergönnt, meine Enkel in der Anfangsphase der Menschenformung zu kritischen Menschen (mit)zu erziehen. In meiner Familie fällt man ganz einfach nicht auf den plumpsten Schmäh rein.

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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