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6. SEPTEMBER – Sonntag

06.09.2020 | Tageskommentar

AUDIO  ZUM START DES NEUEN DIREKTORS

Der neue Staatsoperndirektor ist im wahrsten Sinne des Wortes derzeit ein vielgefragter Mann

Das wird sich vielleicht ändern vielleicht auch nicht. Es kommt darauf an, was er zu sagen hat – und wie er seine Worte verpackt. Das Scharmützel mit dem Albertina-Direktor war da ein vielversprechender Auftakt, als Langzeitprogramm aber zu wenig.

Mit manchem ist er im Moment überfragt. Ob er an baldige Normalität im Opernbetrieb glaubt – das ist eine jener Fragen, die er mit einem „Spagat“ beantwortet.  Er will daran glauben, er muss auch daran glauben Wenn ich mir so manche „Weicheimeldung“ aus deutschen Landen anhöre (auf Corona maßgeschneiderte pausenlose Mini-Opern), so sind wir in Wien tatsächlich einen großen Schritt weiter.

Normalität für Wien heißt aber, dass der Tourismus wieder anspringt – und darauf hat der Operndirektor keinen Einfluss. Auch die Angstmache vor dem Sitznachbarn als „Todbringer“ war ein absolut  unverzeihlicher Akt, das Angstgefühl wird wahrscheinlich aus unserer Generation nicht mehr wirklich wegzubringen sein. Das ist auch der Grund, dass sich selbst der Domingo-Abschied nicht „von selbst“ verkauft“ und trotz halbiertem Kartenangebot immer noch Restkarten ihrer Käufer harren. 

Nein, leicht wird es nicht werden. Aber der Direktor scheint zumindest ein gestandener Mann zu sein, der dagegen hält!

ZUM HÖRBERICHT

Die Staatsoper – Schnarchbude oder Kunstparnass?
Die Staatsoper gilt vielen als „Opernmuseum“. Ein Novitätenhaus war der Operntanker tatsächlich nie. Eine Einordnung zum Beginn der neuen Direktion.

…Bogdan Roščić (2020– ?) wiederum öffnet das Haus in seiner ersten Saison nun für „legendär gewordene, stilbildende“ Inszenierungen und bringt so die weite Welt der gegenwartsnahen Opernregie in das Haus am Ring. Was nottut. Denn weder Holender, der absolut herrschende Sonnenkönig der Staatsoper, der das Haus auch als seine persönliche Bühne genoss, noch Dominique Meyer, der auf fernöstliche Weise leise und dauerlächelnde Diplomat, hatten auf diesem Gebiet Fortüne. Nun will Roščić das Haus rocken.
Der Standard

Die Publikumsreduzierung hat für die Besucher Nach- und Vorteile. Viel an Stimmung geht verloren – und wegen des Gemeinschaftserlebnisses geht man (auch) in ein Theater. Anderseits, was haben gestandene Operfans über Undisziplinierten von Gelegenheitsbesuchern gemeckert! In einer heute bei uns erschienenen Konzertkritik von Mag. Kohki Totsuka finde ich aber auch ein wichtiges Gegenargument: Die strenge Abstandsregelung im bringt abseits von allseits bekannten betriebswirtschaftlichen Zerwürfnissen doch einen nicht unerheblichen Vorteil für ernsthafte Musikliebhaber, denen die rezente Entwicklung der Wiener Konzertszene zur touristischen Massenunterhaltung für Halbgebildete zumindest suspekt, wenn nicht unerträglich geworden ist: So ist wohl erstmals in der Musikgeschichte ein von den sich unterhaltenden, hustenden, photographierenden, gelangweilt mit dem Handy spielenden und zwischen den Sätzen applaudierenden Sitznachbarn völlig ungestörtes Musikerlebnis möglich, ohne dafür eine ganze Loge für sich aufkaufen zu müssen (wie es ein Kollege mit besonders feinen Ohren aus guten Gründen immer getan hat)… (Zitat Ende)

NACHBESETZUNGEN / UMGANGSFORMEN

 

Ich bin kein Freund von Robert Meyer, nicht mehr, nachdem ich es die meiste Zeit meines Lebens war – ich schätzte ihn als besonderen Schauspieler, ich freute mich für ihn und mit ihm, als er Direktor der Volksoper wurde, ich kannte ihn ein wenig, wie man halt als Journalist en passant Künstler kennt, die man von Zeit zu Zeit interviewt. Dann habe ich mir seine und er hat sich meine Gunst zu hundert Prozent verscherzt, aber das ist Geschichte, die uns vermutlich beide längst nicht mehr interessiert.

Die Präambel nur, damit niemand meint, ich agiere – wie es in Wien so üblich ist, „über die Bande“ – in Meyers Sinn, wenn ich sage, dass ich das Verhalten von Staatssekretärin Andrea Mayer für ebenso unhöflich wie im Grunde unkorrekt halte. Einem Direktor, der sich um Vertragsverlängerung bewirbt, gleich unverblümt ins Gesicht zu sagen (und vielleicht noch stolz zu sein auf die „Offenheit“?), er solle sich schleichen (Wienerisch ausgedrückt), es will ihn eh keiner mehr – was sind das für Umgangsformen? Geht man so mit Menschen um, die ja doch etwas geleistet haben? Hoppala, wo samma denn? Was ist aus der Noblesse der Wiener Beamtenschaft geworden?…

….Und noch eins. Jetzt hat doch tatsächlich das Kuratorium des Salzburger Festspielfonds die Funktion der Präsidentin oder des Präsidenten der Salzburger Festspiele öffentlich ausgeschrieben. Und das, obwohl Helga Rabl-Stadler ganz gern noch ein Jahr bleiben und dann 2021 „richtige“ Festspiele veranstalten will. Und das hat sie auch verdient.

Zum „Apropos“ von Renate Wagner

Ich gehe davon aus, dass es sich bei diesem Termin „Ende 2020) um Gedankenlosigkeit bzw insgesamt um ein Missverständnis handelt. Denn eine „Ehrenrunde“ bei den Festspielen 2021 steht Helga Rabl-Stadler ganz einfach zu! Unter all den vielen absagenden  „Weicheiern“ hat sie mannhaft ihre Sache vertreten und erfolgreich umgesetzt!

Wiener Philharmoniker zahlen vier Abo-Konzerte zurück – und verkaufen diese neu
Sitzplätze im Musikverein auf die Hälfte reduziert, Abonnenten haben Vorkaufsrecht für neue Karten.
Kurier

Bayreuth
Piotr Beczala to Sing “Parsifal’ at Bayreuth Festival
https://operawire.com/piotr-beczala-to-sing-parsifal-at-bayreuth-festival/

Graz/ Musikverein für Steiermark: Musikverein startet mit Diagonale-Eröffnungsfilm

 

Der Grazer Musikverein startet am 8. September ausnahmsweise mit einem Film in die neue Saison: Präsentiert wird der Eröffnungsfilm der – abgesagten – Diagonale, „Der schönste Platz auf Erden“. Alle geplanten Konzerte können aber stattfinden.

https://steiermark.orf.at/stories/3065360/

Berlin/ Deutsche Oper
Ein moralischer Grenzfall an der Deutschen Oper: „Baby Doll“
Ein Abend der großen Emotionen: Marie-Ève Signeyrole konfrontiert Beethovens Siebte Sinfonie mit dem Grauen einer Fluchtgeschichte
Berliner Morgenpost

Baby Doll“ an der Deutschen Oper: Auf der Flucht
Donald Runnicles dirigiert den Neustart an der Deutschen Oper mit einer von Marie-Eve Signeyrol inszenierten Beethoven-Performance.
Tagesspiegel

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

MOSKAU/ Bolschoi-Theater: DON CARLO. Das DON CARLO-TEAM IM BOLSCHOI

6./8./10. September 2020

 

ZU INSTRAGRAM mit weiterem Foto

Bühnenprobe. Nach dem Dresden-Stückwerk nun Elisabetta komplett!

ZU INSTAGRAM mit VIDEO

Frankfurt / Opernhaus: „I PURITANI“ – WA 03.09.2020

Andrzej Filonczyk, Brenda Rae. Foto: Barbara Aumüller

Zur Eröffnung der Opernsaison 2020/21 präsentierte die Oper Frankfurt in auf 130 Minuten gekürzter Form, ohne Pause durchgespielt Vincenzo Bellinis herrliche Belcanto-Oper „I Puritani“ vor knapp 390 Zuschauern. Natürlich ist es eine Schande betrachtet man die unterschiedlichen Pandemie-Regeln unserer  Bundesländer.   Die Walküren-Fricka würde mit den Worten mir schaudert das Herz ihrer Empörung Ausdruck verleihen.  Wie sollte Einigkeit in Europa funktionieren wenn es nicht mal unsere provinziellen deutschen Landesväter sowie die Regierung in Berlin auf einen Nenner schaffen?..

Zum Bericht von Gerhard Hoffmann

BERN: Friedrich Smetana: Die Verkaufte Braut, Konzert Theater Bern, Wiederaufnahme: 04.09.2020

Foto (aus der Premiee vor Corona): Janosch Abel

 Vom Feuerwehrball zum Maskenball

Corona hat die Spielpläne durcheinandergewirbelt und tut dies noch: Da der aus Freiburg zu übernehmende Freischütz dort wegen Corona nicht produziert werden konnte, konnte nun die Verkaufte Braut von Konzert Theater Bern, die in der letzten Saison nach nur zwei Aufführungen wegen Corona abgesetzt werden musste, wiederaufgenommen werden, bevor sie zum Produktionspartner nach Graz weitergeht.

Zur Wiederaufnahme wurde die Produktion coronatauglich gemacht: im Graben dominieren Plexiglasboxen, auf der Bühne tragen der Chor die ganze Aufführung über und die Solisten, wenn sie nicht gerade singen, Masken. Adriana Altaras hervorragende Inszenierung lenkt rasch vom ungewohnten optischen Eindruck ab. Die Überraschung des Abends ist, dass sich die Corona-Massnahmen klanglich kaum auswirken…

Zum Bericht von Jan Krobot

BAYREUTH-BAROQUE: KARL DER KAHLE.

Max Emanuel Cencic (Anm.d.Redaktion: In dieser Maske hätte ich ihn nie erkannt). Foto: Falk von Traubenberg/Bayreuth-Baroque)

Der Online-Merker-Eigenbericht von Dr. Ingobert Waltenberger steht online

MAILÄNDER SCALA – Newsletter September

 

Gentile
Dopo il solenne Requiem verdiano in memoria delle vittime dell’epidemia (il 4, 7 e 9 settembre nelle Cattedrali di Milano e Brescia e nella Basilica di Santa Maria Maggiore di Bergamo, prima data in diretta su Rai Radio 3 e Rai 5), il Maestro Riccardo Chailly e i complessi scaligeri saranno protagonisti del ritorno in Teatro con la Nona sinfonia di Beethoven, dapprima in una recita speciale dedicata al personale sanitario il 12 settembre e poi con tre repliche aperte al pubblico il 14, 16 e 17. Solisti Krassimira Stoyanova, Ekaterina Gubanova, Michael König e Tomasz Konieczny.

Dal 15 al 28 settembre, rivive l’emozione dell’opera con La traviata in forma di concerto. Un cast di prim’ordine per la bacchetta di Zubin Mehta, che dirige per la prima volta questo titolo alla Scala: Marina Rebeka è Violetta, Atalla Ayan è Alfredo e Leo Nucci Germont.
Zubin Mehta è in cartellone anche il 29, 30 settembre e 1 ottobre in concerto con un programma tutto dedicato a Richard Strauss: dai celebri e struggenti Vier Letzte Lieder (solista Camilla Nylund) al roboante poema sinfonico Ein Heldenleben (Vita d’eroe).
La grande danza ritorna il 23, 24, 26 settembre e 2 ottobre in uno straordinario Gala di Balletto in cui i talenti del nostro Corpo di Ballo si alternano con le Étoile Svetlana Zakharova, Roberto Bolle e gli artisti ospiti Alessandra Ferri e Federico Bonelli. Dirige David Coleman.
Il 27 settembre appuntamento con Maurizio Pollini: il grande pianista milanese in recital eseguirà i Tre intermezzi di Brahms, i Drei Klavierstücke di Schönberg e le ultime tre sonate di Beethoven, considerate fra le più importanti pagine pianistiche dell’intero repertorio.
I biglietti per gli spettacoli dal 14 settembre al 20 ottobre sono in vendita online e in biglietteria a partire dalle ore 10 del 3 settembre.

WIEN/ Klaviergalerie Kaiserstraße: TANNHÄUSER mit Erwin Stephan am Samstag, 12.9.2020 um 19 h
 
 
180 Vorstellungen in 28 Inszenierungen weltweit hat Kammersänger Erwin Stephan die Rolle de Tannhäusers erfolgreich verkörpert Nun möchte er noch einmal für sein Publikum in einer konzertanten Aufführung in Wien seinen letzten Tannhäuser singen und zeigen, dass er immer noch diese schwere Partie singen kann .Gemeinsam gestaltet er mit seinen besten Sänger und Sängerinnen einen großen Querschnitt durch Richards Wagner Meisteroper  Tannhäuser !
Mehr darüber in unseren „Infos des Tages!
Wien
Burgtheater-Chef Kušej: „In der Kulturszene herrscht ein Vampirismusreflex“
Von Martin Kušej war in den vergangenen Monaten wenig zu hören: Der Burgtheater-Direktor über laute Kollegen und leere Theater
Der Standard
 
WIEN/ Alt Erlaa: Vernissage am kommden Freitag
 
Österreich
Protokoll der Aufregung: Rote Karte für gelbe Ampel
Der Unmut der Länder über die „Corona-Ampel“ ist dokumentiert. Oberösterreich und Wien sind im offenen Widerstand. Der KURIER zeichnet die umstrittene Kommissionssitzung nach.
Kurier

Anschober will Corona-Ampel stärker regional differenzieren
Laut dem Gesundheitsminister könnten große Bezirke beispielsweise auch geteilt bewertet werden.
Kurier
Diese Corona-Ampel wird der nächste Anschober-Flop. Wie viele darf er sich noch leisten? Dass die Ampel in Wien in absehbarer Zeit nicht auf Grün schalten wird, dafür sorgt schon die Bevölkerungsstruktur mit den Küsserkönigen. Die aber gehen kaum freiwillig in ein Theater
 
Wie kommt mein Wirt und sein Bedienungspersonal dazu, wieder Masken tragen zu müssen?  Gut, der Sommer ist (hoffentlich) vorbei, aber angenehm sind diese Masken wirklich nicht.
 
 
Angeblich sollen jetzt für den Flugverkehr trageleichte Masken in Form einer Schneebrille entwickelt worden sein.
 
Der Anblick eines Opernhauses mit Schneebrillen tragendem Publikum hat Gespenstisches an sich.
Aber es kommt ja die Impfung, dann wird alles wieder gut! Das haben Kanzler und Gesundheitsminister versprochen und denen können wir doch zu 100 % vertrauen.

Oder es kommt das nächste Virus, das gleiche Beachtung einfordern wird und zu diesem Behufe noch ein Schäufchen nachlegt (0,008 % Corona-Tote weltweit sind eine Latte, die jedes Nachwuchsvirus locker überspringt)

 
Einen schönen Tag wünscht
A.C.

 

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