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6. SEPTEMBER 2021 – Montag

06.09.2021 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: FALSTAFF als herzeigenswerte Wiederaufnahme. Wolfgang Koch, Boris Pinkhasovich. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Auszug aus der Besprechung von Walter Nowotny: …„Falstaff“ ist eine Ensembleoper und gibt einem Haus wie dem der Wiener Staatsoper Gelegenheit zu beweisen, wie gut das hauseigene Ensemble ist. Und tatsächlich kam man an diesem Abend mit nur zwei Gästen aus. Dass es an diesem Abend in der Besetzung keine Schwachstelle gab, stellt der Staatsoper dann tatsächlich ein ausgezeichnetes Zeugnis für die Ensemblepflege aus. (Dass auch alle sehr spielfreudig bei der Sache waren, sei nur am Rande erwähnt.) Mit Ausnahme von Monika Bohinec (Mrs. Quickly) und Thomas Ebenstein (Dr. Cajus), die beide ihre Partien bereits in der McVicar-Inszenierung gesungen haben, gaben alle übrigen Sänger an diesem Abend ihr Rollendebüt an der Wiener Staatsoper.

Wenn ich nicht irre, dann ist Wolfgang Koch  der erste deutsch(sprachig)e Sänger, der den Titelhelden an der Wiener Staatsoper singen darf seit Walter Berry (in der Ära von Lorin Maazel)…

Giuseppe Verdi und das gute Ensemble hätten sich eigentlich ein volles Haus verdient. Die vielen freien Sitzplätze im Zuschauerraum ließen beinahe den Verdacht aufkommen, als würde die Covid-Verordnung, dass nur 50 % der Sitzplätze verkauft werden dürfen, noch gelten. Dem ist aber nicht so. Zumindest im Moment nicht. Ich kann den Besuch dieser Aufführung nur empfehlen. Gelegenheit dazu gibt es noch bei den Reprisen in gleicher Besetzung am 8., 12. und 16. September.

Zum Bericht von Walter Nowotny

Wir sind dabei, unser Rezensententeam zu „verjüngen“, Nowotny mag da als Beispiel gelten. Im technischen Bereich haben wir das längst getan. Wann ist ein Rezensent „im besten Alter“? Diese Frage wäre zu diskutieren. Besonders in der Auslandsberichterstattung haben wir da eher einen „jungen Schnitt“. Übrigens ist auch der im Forum so angegriffene Thomas Prochazka im Vergleich zu mir ein Jüngling und noch viele Jahre nicht pensionsberechtigt.

Was nun diverse Angriffe im Forum betrifft: Wir wissen mittlerweile, woher der Wind weht, aus Rücksicht auf meine Informanten darf ich nicht näher darauf eingehen. Nur so viel: So wird es nicht funktionieren, wir sind auch nicht „auf der Nudelsuppe dahergeschwommen“!

Was war nun der Grund für die neuerlichen Attacken? Die Einwände zur Eröffnungs-Tosca.

WIEN/ /TOSCA. Instagram-„Vorhangfotos“ nach dem ersten und dritten Akt

Eine weitere Kritik der „Eröffnungs-Tosca“ ist online

Zum Bericht von Dominik Troger

Vorhang nach dem 1. Akt mit Giannattasio, Tezier und Unterreiner

ZU INSTAGRAM (4 Fotos von Helena Ludwig)

Auch die „Presse“ hat ihre Tosca-Rezension veröffentlicht:

Saisonstart mit schwachen Debüts in Puccinis „Tosca“
Ludovic Tézier in Bestform sprang für Erwin Schrott ein.

…Darstellerisch wie stimmlich lieferte Tézier die beste Leistung des Abends, stark abfallend hingegen die weiteren Rollendebütanten unter dem gemächlichen Dirigat Axel Kobers: Carmen Giannattasio als Tosca und Fabio Sartori als Cavaradossi.
https://www.diepresse.com/6029860/saisonstart-mit-schwachen-debuts-in-puccinis-bdquotoscaldquo

So, und jetzt vergleichen Sie diese Kritik mit unserem Gastbeitrag bzw. der weiteren mittlerweile eingestellten Troger-Kritik. Gar so falsch liegen wir meist nicht!

Freddie De Tommaso: Tenorgesang muss so aufregend sein wie der Hochseilakt im Zirkus!“
https://crescendo.de/freddie-de-tommaso-tenor-passione-1000121981/

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Familie Ildar Abdrazakov im Wiener Prater

ZU INSTAGRAM mit 10 Fotos

HEUTE ORF in memoriam Jean-Paul Belmondo

 Nachrufe in „Kultur Heute“ und „kulturMontag“, danach Doku „Der Unwiderstehliche“ =

Wien (OTS) – In memoriam Jean-Paul Belmondo ändert der ORF sein Programm und zeigt heute, am Montag, dem 6. September 2021, nach Nachrufen in „Kultur Heute“ (19.45 Uhr, ORF III) und „kulturMontag“ (22.30 Uhr, ORF 2) um 23.30 Uhr in ORF 2 im Rahmen von „kulturMontag“ die 2015 entstandene Dokumentation „Belmondo, der Unwiderstehliche“. Das für heute um 23.30 Uhr geplante Porträt „Heimito und die Doderers – Eine Familie und ihr Schriftsteller“ entfällt.

Verona:  Video vom Verona Konzert Kaufmann Serafin. Schluss Duett Andrea Chenier

 

ZU INSTAGRAM mit Video

Verona 1
„Nessun dorma“ gerät zum grandiosen „Turandot“-Triumph in Verona
Alle Protagonisten dieses Abends waren exzellent: Die Turandot der Russin Elena Pankratova zeigte überragende Stimmkraft, die aber der Schönheit ihres Gesangs sowie Präzision und Sicherheit des Vortrags keinerlei Abbruch taten.
Von Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert.de

Verona 2
Großer Jubel für „La Traviata in Verona
In letztlich eher unbefriedigendes Regiekonzept mit einer zumeist unglücklichen Wahl des virtuellen Bühnenbilds auf den riesigen, digitalen LED-Screens kontrastierte mit zumeist hervorragenden sängerischen Leistungen
Von Dr. Charles E. Ritterband
https://klassik-begeistert.de/giuseppe-verdi-la-traviata-arena-di-verona-02-september-2021/

„Konzertgänger in Berlin“
Erwartbar unerwartet: John Eliot Gardiner, Vladimir Jurowski & die Ihren
Zu den erwartbaren Höhepunkten beim Musikfest Berlin gehören die Konzerte von John Eliot Gardiner und Vladimir Jurowski mit ihren jeweiligen Ensembles. Was nicht heißt, dass alles, was da in der Philharmonie kommt, erwartbar wäre – im Gegenteil: Erwartbar ist, dass man überrascht wird. Und belehrt und beglückt.
https://hundert11.net/erwartbar-unerwartet/

„wien modern“ Uraufführung der Oper «Poppaea» in Basel am 10. September 2021: Eine Frau zwischen Macht, Gewalt und Emanzipation

Michael Herschs Kammeroper On the Threshold of Winter ließ das Magazin The New Yorker beeindruckt zurück: «Hersch, now in his second decade as one of the most prominent composers in the country, writes masterly modernist music of implacable seriousness.» Nun blicken Hersch und die Librettistin Stephanie Fleischmann, beide aus den USA, mit Spannung auf ihre gemeinsame erste grosse Oper: Poppaea. Die Oper erzählt aus der weiblichen Perspektive der Poppaea von Machtkämpfen, Gewalterfahrungen und Emanzipation. Ihre Uraufführung erlebt die schweizerisch-österreichische Produktion der Festivals ZeitRäume Basel – Biennale für neue Musik und Architektur und Wien Modern am 10./12.09.2021 in Basel und wird anschliessend 05.–07.11.2021 in Wien gezeigt. Die Proben laufen seit Anfang August im Gare du Nord Basel, Koproduktions- partner im Rahmen des Netzwerks zur Entwicklung formatübergreifender Musiktheaterformen. 

Buchbesprechung
„Hier gilt´s der Kunst“ von Anno Mungen
Wieland Wagner Mungen sieht Wieland Wagner so: „Ohne ihn wäre die Kunstform Oper, so wie sie sich bis heute entwickelt hat, in Deutschland nicht denkbar.“
https://www.freitag.de/autoren/asansoerpress35/hier-gilts-der-kunst-von-anno-mungen

Staatstheater Mainz: Premiere ADRIANA LECOUVREUR von Francesco Cilèa
am 12. September um 18.00 Uhr im Großen Haus

Copyright: Staatstheater Mainz

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

WIEN / Burgtheater:  MARIA STUART von Friedrich Schiller
Wiener Premiere: 5. September 2021 

Birgit Minichmayr, Bibiana Beglau. Foto: Matthias Horn/ Burgtheater

Nachdem die Salzburger Festspiele das „Recht der ersten Nacht“ erhalten hatten, kehrte Martin Kusejs Inszenierung von Schillers „Maria Stuart“ im Burgtheater ein, wo sie hin gehört und das renovierte Haus nach langer Schließzeit neu eröffnete. Der Besucher darf so unbescheiden sein anzumerken, dass der Vorzug der neuen Bestuhlung so gewaltig nicht ist (gut, die alten Sitze waren etwas ausgeleiert) und dass man die Nummern der Sitzplätze und auch der Reihen miserabel sieht. Da wird man noch nachkorrigieren müssen.

Kusej und die Klassiker, die natürlich ins Burgtheater gehören. „Faust“ und „Don Carlos“ hat er nach Wien mitgebracht, die „Hermannsschlacht“ und nun auch „Maria Stuart“ hier erarbeitet. Sein Grundkonzept bleibt gleich – einen Großteil der Personen wegholzen und dramaturgisich stark bearbeiten, indem man das, was einst vom Dichter gefügte Akte waren, in Kurzszenen zerlegt, von Dunkelpausen durchbrochen. Theater für Leute, die nicht die Geduld haben, ein Stück in voller Breite dahinrollen zu sehen.

Bei der „Maria Stuart“ hat  Martin Kusej der schottischen Königin nicht nur ihr ganzes Begleitpersonal weggenommen, sondern auch noch einen Clou gesetzt, von dem man nicht weiß, ob er wirklich Sinn macht. Statt des Priesters, der der Schottenkönigin vor ihrem Tod die Beichte abnimmt, ist da Graf Leicester in dieser Funktion zur Stelle, was der Szene etwas Irreales gibt und nicht unbedingt einleuchtet…

Foto: Matthias Horn/ Burgtheater

…Eine großteils also wirklich gute Besetzung – und doch ein über weite Strecken lähmender und in der Künstlichkeit seiner Aktionen nicht übermäßig überzeugender Abend mit ein paar effektvollen Bildern am Schluß (vor allem rund um den Tod von Maria Stuart).

Direktor-Regisseur Kusej, beim Schlußapplaus in weißen Turnschuhen mit offenem Hemd, konnte mit der Zustimmung zumal für seine Protagonistinnen zufrieden sein. Dennoch hätte man sich gerade mit diesen beiden eine entschieden spannendere Version des Stücks vorstellen können.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Wien/ Burgtheater
Politische „Feierstunde“ zur Wiedereröffnung des Burgtheaters
Corona und Umbau sorgten mit 307 Tagen für die längste Schließzeit in der Geschichte des Hauses.
Wiener Zeitung

„Fehlende Scham“: Burgtheater mit Ebrahimi-Festrede wiedereröffnet
Neue Klimaanlage und angenehmere Bestuhlung: Nach 307 Schließtagen öffnete das Burgtheater mit einem sonntäglichen Festakt seine Pforten
Der Standard.at

St. Pölten
Landestheater startet mit Rachetragödie
Mit der Premiere von Shakespeares Rachetragödie „Othello“ startet das Landestheater am 11. September in die neue Saison. Der britische Regisseur Rikki Henry nimmt sich nach seiner umjubelten „Hamlet“-Inszenierung nun den nächsten Shakespeare-Stoff vor.
https://noe.orf.at/stories/3119082/

Buchbesprechung

Reinhard Tötschinger:  ROCHADE. Roman, 288 Seiten, Picus Verlag

 

Das Kunsthistorische Museum in Wien besitzt einen einzigen Vermeer, in den Maßen nicht sehr groß (etwas über einen Quadratmeter), aber eine Kostbarkeit –  das Bild heißt „Die Malkunst“, zeigt den Maler selbst mit dem Rücken zum Betrachter an seiner Staffelei, vor ihm eine schöne junge Frau in Blau mit einer Trombone in der Hand, ein in allen Details (vom Boden bis zu den Vorhängen) wunderbar sorglich ausgeführtes Werk. Und, wie gesagt, es ist der einzige originale Vermeer, den man in  Wien besitzt.

Er wurde nun indirekt zum Helden eines Romans von Reinhard Tötschinger, den man an sich als Unternehmensberater und Psychotherapeut vielfach im Internet angekündigt findet, der sich aber nun, nicht zum ersten Mal, als Autor betätigt. „Rochade“ ist hier nicht als Begriff aus dem Schach gemeint, aber um „Austausch“ (wie dort) geht es sehr wohl…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Epidemiologe Tanner: «Die Bürgerinnen und Bürger müssen wieder in der Pflicht sein. Sonst bleiben wir immer im Krisenmodus». Für den Basler Epidemiologen Marcel Tanner ist der Faktor Mensch entscheidend, um der Corona-Pandemie beizukommen. Der langjährige Direktor des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts (Swiss TPH) verweist auf Erfahrungen bei der Seuchenbekämpfung in Afrika und Asien. Neben der möglichst raschen Impfung und dem Covid-Zertifikat befürwortet er deshalb, dass die Verantwortung für die Bekämpfung des Virus wieder an die kantonalen und kommunalen Behörden und Institutionen sowie an die Bürger zurückgeht. Denn nur so sei es auf Dauer möglich, mit dem Virus zu leben, ohne ständig von Einschränkungen erdrückt zu werden.
Zum Interview

  • Uno und EU verurteilen mutmasslichen Umsturzversuch in Guinea: Schüsse, Militärfahrzeuge, Ausgangssperre –der Präsident Guineas, Alpha Condé, soll gestürzt worden sein. Die genauen Umstände sind unklar, aber das Ausland ist entsetzt und fordert seine Freilassung.
    Zum Bericht
  • Schwere Ausschreitungen begleiten Amtseinsetzung des höchsten Bischofs von Montenegro: Die Einsetzung des Oberhaupts der serbisch-orthodoxen Kirche ist seit Wochen ein Politikum. Am Sonntag ist die Situation eskaliert.
    Zum Bericht
  • Brasilianische Gesundheitsbeamte unterbrechen WM-Qualifikationsspiel zwischen Brasilien und Argentinien: Vier argentinische Nationalspieler sollen bei der Einreise nach Brasilien falsche Angaben gemacht haben, danach traten sie eine angeordnete Quarantäne nicht an. Ob und wann das abgebrochene Spiel nachgeholt wird, ist offen.
    Zum Bericht
    Tennisstar Naomi Osaka und ihre neuerliche Wettkampfpause:
    Nach der Niederlage am US Open sagte sie: «Ich muss mir klarwerden, was ich will.» Sie ist nicht die Einzige, die unter dem öffentlichen Druck einzubrechen droht. Doch ein Grossteil von diesem ist hausgemacht.
    Zum Bericht

Zandvoort
Formel 1 – Niederlande-GP: Verstappen siegt im Tollhaus Zandvoort klar vor Hamilton – Vettel enttäuscht
Max Verstappen hat den Großen Preis der Niederlande gewonnen. Bei seinem Heimrennen (Liveticker zum Nachlesen) siegte der Red-Bull-Pilot vor dem Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Sebastian Vettel kam im Aston Martin nicht über Platz 13 hinaus, Mick Schumacher (Haas) wurde 18.
spox.com

Start-Ziel-Sieg von Verstappen. Nur so geht es. Denn da hat der bekannt faire Sportsmann Lewis Hamilton keine Chance, den Gegner „rauszubugsieren“!

Was Sebastian Vettel betrifft: Ereilt ihn auch das Schicksal vieler Künstler, die nicht wissen, „wann der Ofen aus ist“. Hinterherfahren kann doch keinen Spaß machen!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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