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6. SEPTEMBER 2018

06.09.2018 | Tageskommentar

HEUTE „Vorgang auf“ in der Wiener Staatsoper. „Carmen“ ist luxuriös besetzt. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Clémentine Margaine in der Titelrolle ist die für Wiener Opernfreunde „große Unbekannte“, das könnte sich heute schlagartig ändern. Neben ihr Luxus pur: Marcelo Alvarez als Don José  und Erwin Schrott als Escamillo

Erwin Schrott. Copyright: Thommy Mardo.

Der erste Staatsopern-Stream der neuen Saison:

 

Der „Freischütz“ in weitgehend geänderter Besetzung ist am kommenden Dienstag weltweit via Stream zu erleben, Mittlerweile höre ich bereits leise Stimmen, dass diese in Grund und boden verdammte Inszenierung „doch gar nicht so schlecht“ sei. Was der Vergleich mit hochgehandelten Festspielen doch alles bewirken kann!

Lucerne Festival: Matthias Pintscher wirft hin

Matthias Pintscher. Copyright: „Kairos“

Überraschender Wechsel in Luzern: Der Dirigent und Komponist Matthias Pintscher legt die Leitung des Orchesters der Lucerne Festival Academy aus persönlichen Gründen nieder – per sofort
Neue Zürcher Zeitung
Dirigent Pintscher verlässt Lucerne Festival Academy
Der Dirigent Matthias Pintscher verlässt die Lucerne Festival Academy. Der 47-Jährige „ist aus persönlichen Gründen außerstande“, seinen weiteren Verpflichtungen nachzukommen, teilte die Festivalleitung am Mittwoch mit. Pintscher war seit 2016 Principal Conductor des Orchesters der Festivalakademie. Derzeit suche man nach Ersatz für die anstehenden Konzerte, die der Deutsche dirigieren sollte. Am kommenden Mittwoch (12. September) etwa gastiert das Orchester der Lucerne Festival Academy in der Hamburger Elbphilharmonie
Musik heute

WIEN MODERN MIT 80 UR- BZW. ERSTAUFFÜHRUNGEN

 

1988 wurde Wien Modern von Claudio Abbado gegründet, 2017 feierte das Festival für vielfältige neue Musik sein 30. Jubiläum. Die 31. Ausgabe im November 2018 lädt unter dem Thema «Sicherheit» zu unterschiedlichsten Grenzgängen und musikalischen Drahtseilakten. Das Programm ist jetzt online unter www.wienmodern.at.

An 34 Spieltagen und 30 Spielstätten in 11 Wiener Gemeindebezirken finden über 110 Veranstaltungen mit rund 80 Ur- und Erstaufführungen statt. Der Generalpass gibt Zugang zu fast allen Produktionen (€ 130 / € 85) und ist heuer erstmals auch als Stipendium erhältlich. Als weitere Neuerung gibt es in diesem Jahr eine Vorteilskarte, die 30% Rabatt gewährt. Das Programm ist online unter www.wienmodern.at, der Vorverkauf läuft ab dem 10. September.

MUSIKVEREIN FÜR STEIERMARK/ GRAZ: SAISONSTART

Oksana Lyniv, YOUTH SYMPHONY ORCHESTRA OF UKRAINE. Copyright: I.Sereda

  1. FESTKONZERT Mo 17.09.2018
    Konzert für Menschenrechte I Saisoneröffnungsfest
    Uhrzeit: 19:30 Uhr
    Ort: Stefaniensaal

OKSANA LYNIV, YOUTH SYMPHONY ORCHESTRA OF UKRAINE
ANTONII BARYSHEVSKYI Klavier
Werke von Ludwig van Beethoven | Franz X. Mozart

„Konzertgänger in Berlin“: Musikfest 2018: Deutsche Oper zimmermannt
Zur Kugelgestalt wird hier die Zeit. Eins der apartesten Zusammentreffen beim Musikfest bietet das Orchester der Deutschen Oper unter Donald Runnicles in der Philharmonie: Richard Wagner meets Bernd Alois Zimmermann. Letzterer einer von mehreren Schwerpunkten im diesjährigen Programm.
https://hundert11.net/musikfest2018-deutscheoper/

Die Wiener Theatersaison hat begonnen – nicht eben aufregend!

Copyright/ Website Burgtheater/ Bernd Uhlig

WIEN / Akademietheater des Burgtheaters:
KOMMT EIN PFERD IN DIE BAR nach dem gleichnamigen Roman von David Grossman
Premiere bei den Salzburger Festspielen am 8. August 2018
Premiere in Wien: 5. September 2018

Renate Wagner berichtet aus dem Akademietheater: Ein Alleinunterhalter ist ein armes Schwein. Unten eine träge Masse, unhomogen, unbekannt, die „unterhalten“ werden will. Oben ein Mann, der das irgendwie in den Griff bekommen muss. Es gibt sie ja, die Stand-Up-Comediens, wie die amerikanische Entertainment-Branche sie nennt, die das können. Und ein jüdischer Komiker – ja, der müsste das schaffen?

Im Roman von David Grossman ist es Dov Grinstein, Künstlername Dovele G. Punkt (schon das gibt Hinweise darauf, dass es recht obszön zugeht), der vor einem Publikum in einer israelischen Kleinstadt steht – dummerweise ganz nahe dem Ort, wo er geboren und aufgewachsen ist. Er will mit seinen Witzen beginnen, aber die Leichtigkeit stellt sich nicht ein. Beim Publikum nicht und bei ihm selbst nicht… Ob der Autor übrigens unterstellen will, dass Dov in seinem Job nicht sehr gut ist, das wird nicht klar…

Der Monolog wird hektischer, entgleitet. Man merkt bald, dass es da nicht darum geht, das Publikum zu unterhalten, sondern sich selbst zu hinterfragen, selbst zu entblößen. Dov gerät in einen Rausch, erzählt alles, was ihn selbst berührt – die Lage in Israel, das Militär, die Araber, vor allem aber seine Eltern…

...Selbstverständlich bejubelte das Publikum am Ende die enorme Gedächtnisleistung des Hauptdarstellers und bezog auch den Autor ein. Aber keine Frage, dass der Mühseligkeitsfaktor des Abends weit höher ist als jeglicher Unterhaltungswert, den man fälschlich und vergeblich erhoffte.

Zum Bericht von Renate Wagner

Wien/ Theater in der Josefstadt: Föttingers Vertrag verlängert
Direktor bleibt bis 2026 dem Theater erhalten.
Kurier
Theater in der Josefstadt: Direktor bleibt, neue Bühne soll kommen
Herbert Föttinger wird bis 2026 als Direktor am Theater in der Josefstadt verlängert. Mit der „Josefstadt-Box“ soll außerdem eine dritte Bühne entstehen
Die Presse
Theater in der Josefstadt: Föttinger verlängert und bekommt dritte Bühne
Der Direktor bleibt bis 2026. Am Spielplan stehen heuer u. a. Uraufführungen von Kehlmann, Glattauer und Schalko
Der Standard

Eine Vermisstenanzeige

Von Manfred A. Schmid

 

Gesucht wird das Stück „3. November 1918“ von Franz Theodor Csokor, zuletzt gesehen vor vielen, vielen Jahren irgendwo auf einer Bühne im seligen Österreich. Dabei war das Drama des großen – heute leider ziemlich vergessenen – österreichischen Autors, Demokraten und kosmopolitischen Patrioten Csokor einst dem Theaterpublikum hierzulande bestens vertraut. Anlässlich des Todes des PEN-Präsidenten 1969 würdigte ihn das Nachrichtenmagazin Der Spiegel folgendermaßen: „1938 emigrierte der entschiedene Nazi-Gegner nach Polen, später nach Rumänien und Jugoslawien. Das neue Österreich ehrte ihn mit vielen Preisen; dauerhaften Erfolg hatte er mit dem Schauspiel vom Ende der Donaumonarchie, „3. November 1918“ — es wird an jedem 26. Oktober, dem österreichischen Nationalfeiertag, im Burgtheater aufgeführt.

Ob das 1937 am Burgtheater uraufgeführte Stück, wie es im Spiegel-Nachruf heißt, dort in grauer Vorzeit tatsächlich jedes Jahr von neuem angesetzt worden war, und bis wann derlei an der Burg Tradition gewesen sein soll, lässt sich auf Anhieb nicht so leicht eruieren. Ich erinnere mich aber lebhaft daran, es dort tatsächlich einmal gesehen zu haben und schwer beeindruckt gewesen zu sein. Warum ist es dann urplötzlich von der Bühne verschwunden? Etwa weil es zum „Pflichtstück“ am Nationalfeiertag herabgekommen war und man es dann einfach satt hatte?Das wäre eine mögliche Erklärung, begründet aber nicht, warum man es jetzt, nach jahrzehntelanger Abstinenz, nicht doch wieder hervorholen sollte…

Zur Glosse von Manfred A. Schmid

Heinrich Schramm Schiessl dazu: Vom „3. November 1918“ gibt es eine tolle Fernsehproduktion des ORF aus dem Jahr 1965 mit Größen wie Erik Frey, Erich Auer, Walter Kohut, Wolfgang Gasser, Fritz Muliar, Hugo Gottschlich, Kurt Sowinetz u.a.m. Ich bin gespannt ob das zum gegebenen Datum vom ORF wieder gezeigt wird

Das Urania-Puppentheater wird es voraussichtlich weiterhin geben – das „Inserat“ wegen 100 000 Euro hatte Erfolg

Die beiden Volksschullehrer Hans Kraus (1923–1995) und Marianne Kraus († 1999) richteten 1948 in der Volkshochschule Stöbergasse gelegentlich ein Puppentheater ein. Noch im gleichen Jahr wurde eine Spielstätte im Gasthaus Figl im 3. Bezirk eingerichtet und am 11. Juni 1949 eröffnet. Ab dem folgenden Jahr wurde die Puppenbühne von der Wiener Urania beherbergt. Die Urania hatte im Strandbad Gänsehäufel von der Bäderverwaltung die südöstliche Spitze der Insel zugewiesen bekommen, auf der ein Puppentheater für die Unterhaltung der Kinder sorgen sollte. Am 30. Juli 1950 ging auf der Freiluftbühne der Vorhang für die erste Aufführung des „Theaters der Kleinen“ auf; an den Wochenenden kamen bis zu 1.200 Besucher. Im Herbst wurde kurzzeitig der Josefsaal im 8. Bezirk verwendet.

Nach dem Tod von Marianne Kraus hat Manfred Müller die Bühne geleitet, ob sich Frau Kraus zuvor die Bühne finanziell ablösen hat lassen, weiß ich nicht. Grundsätzlich ist eine Ablöse legal , die 100 ooo Euro, die verlangt werden, sind sicher nicht unverschämt. Von einem „Lebenswerk“ kann man allerdings bei 19 Jahren auch nicht sprechen, das Puppentheater ist das Lebenswerk von Kraus & Frau.

Bernhard Paul ist sicher kein Scharlatan. Mich stört, dass diese Ablöseforderung jetzt so offen publiziert wird. Bei einem „Geschäftsadel“, dem ich mich hochtrabend zugehörig fühle, bleibt so etwas „unter der Tuchent“. Über Geld redet man nicht, das hat man – oder man hat es eben nicht!

Übernimmt Bernhard Paul das Urania-Puppentheater und rettet Kasperl?
Laut Betreiber Manfred Müller gibt es vier bis fünf ernstzunehmende Interessenten, der Aufkauf würde 100.000 Euro kosten
Der Standard

Sachsen: Ministerpräsident Kretschmer zu Chemnitz „Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd“
Sachsens Ministerpräsident hat sich in einer Regierungserklärung zu den Krawallen in Chemnitz geäußert. Darin lobte er die Polizei – und übte Kritik an Teilen der Berichterstattung.
Der Spiegel

Die Staatsanwaltschaft hat festgestellt, dass es zwar Pöbeleien, aber keine Menschen-Hetzjagd gegeben hat. Das ist hiemit Fakt!

Dass nicht nur Medien, sondern auch Politiker Menschen öffentlich als „Mob“ bezeichnen, halte ich für falsch und auch gefährlich. Für mich ist kein Mensch „Mob“!

Asia Argento: Ihr Anwalt dreht den Spieß um
Der Anwalt von Asia Argento stellt die Geschehnisse mit Jimmy Bennett ganz anders dar: Bennett habe Argento belästigt, nicht umgekehrt.
https://www.gala.de/stars/news/asia-argento–ihr-anwalt-dreht-den

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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