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6. OKTOBER 2018

06.10.2018 | Tageskommentar

Bildergebnis für montserrat caballe
MONTSERRAT CABALLE IST TOT!

Keine hat die Opernwelt des 20. Jahrhunderts so geprägt wie sie. Neben zahlreichen Darbietungen klassischer Stücke gelingt Montserrat Caballé mit dem Song „Barcelona“ ein Welterfolg. Nun ist die Sopranistin im Alter von 85 Jahren gestorben.

https://www.n-tv.de/leute/Opernstar-Montserrat-Caballe-ist-tot-article20657350.html

Damit gingen beide in den Olymp ein

Montserrat Caballe und Freddy Mercury mit „BARCELONA“


„Les Troyens“ an der Wiener Staatsoper: Anna Caterina Antonacci (Cassandra). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Die Trojaner sind eine aufwendige Produktion, vermutlich die aufwendigste der Meyer Ära.  Premiere im am Sonntag, 14.10, die Matinée zum Kennenlernen bereits diesen Sonntag um 11 h

WIEN/Staatsoper: Gespräch mit dem jungen Bassisten Peter Kellner

Von Träumen, die dabei sind, wahr zu werden


Peter Kellner. Copyright: Kellner

Der sympathische 27-jährige Bassist Peter Kellner, der mir im Besprechungszimmer in der Direktionsetage der Wiener Staatsoper sichtlich gut gelaunt gegenübersitzt, hat in kurzer Zeit schon eine beachtliche Karriere hingelegt. Nach einigen Jahren an der Oper Graz, wo er quer durch das Repertoire vor allem jede Menge Mozart- und Rossini-Rollen singen konnte, ist er nun im Ensemble der Wiener Staatsoper gelandet, wo er gleich in der ersten Saison in der Neuproduktion von Les Troyens von Hector Berlioz mitwirken darf. Eine große Auszeichnung, auch wenn er, wie er sofort erläutert, nur in einer sehr kleinen Rolle auftreten werde. Als Panthée – eine Art Militärpfarrer, der das trojanische Heer begleitet – stehe er allerdings in allen fünf Akten fast immer auf der Bühne und habe dabei jeweils ein paar Sätze zu beizusteuern: „Kurze und prägnante Meldungen – und sehr trocken, wie es eben beim Militär zugeht.“

Zum INTERVIEW Peter Kellner von Dr. Manfred A. Schmid

Wiener Staatsoper: IL BARBIERE DI SIVIGLIA (Vorstellung vom 4.10.

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen, sagt eine alte Lebensweisheit. An einem Opernhaus muss das nicht unbedingt immer an einem Feiertag – dem Tag der Premiere – sein. Ganz im Gegenteil, da sind oft die im Vorfeld aufgeschaukelten Erwartungen größer als das, was einen dann tatsächlich erwartet, und die Enttäuschung groß.

Außerdem, und das ist eine weitere zur Erkenntnis gewordene Lebenserfahrung: Der Wert eines Opernhauses zeigt sich vor allem darin, wie es sich im Alltag des Repertoirebetriebs präsentiert. Und da ist die Wiener Staatsoper in der Regel doch recht gut aufgestellt, wie es sich derzeit bei der kleinen Aufführungsserie von Rossinis Il Barbiere di Sevilla wieder einmal bestätigen lässt. Basis dafür ist ein solides und gut gehegtes Ensemble, aus dem immer wieder spätere Stars hervorgehen – wie das im vorliegenden Fall wohl mit der famosen Margarita Gritskova zu erwarten sein dürfte…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Berlin / Deutsche Oper: Giacomo Puccinis „TOSCA in Luxusbesetzung, 04.10.2018


Erwin Schrott. Copyright: Agentur

Auf einen Scarpia wie Erwin Schrott habe ich schon lange gewartet. Auf solch einen gut aussehenden Mann mit echt kräftigem, facettenreichen Bass, dem man/frau die Gier, die Raffinesse, die gespielte Frömmigkeit und den Sadismus wirklich glauben kann. Der selbst offenbar an nichts glaubt, nur an seine Befriedigung und offen einräumt, dass er die Frauen eine Weile benutzt und sie dann, wenn sie für ihn langweilig geworden sind, wegwirft…

Weiters mit Anja Harteros und Marcelo Àlvarez, also absolute Starbesetzung

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Berlin/ Deutsche Oper: WOZZECK-Premiere
Berliner Allerlei: Tandberg inszeniert einen skandinavisch unterkühlten Wozzeck an der Deutschen Oper
Wozzeck war Norweger, ehrlich: Regisseur Ole Anders Tandberg reißt an der Deutschen Oper Berlin viele Löcher auf, stopft aber nur wenige. Ungewöhnlich bullig gibt Johan Reuter die Titelfigur, ungewöhnlich auch Elena Zhidkova (Marie) als gertenschlanke Flirtbombe – die DOB reicht Wozzeck als unterkühlten Skandinavien-Cocktail. Das Orchester unter Donald Runnicles mäandert diszipliniert und versponnen zugleich durch Bergs wundervolle Partitur.
https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2018/10/06/tandbergs-kuehler-wozzeck/
Anton Schlatz

Prag/ Brünn: Böhmisch-mährische Zitterpartie: „Libuše“ als klischeehafte Brüllorgie. 

Zum Republiksjubiläum versuchen sich Prag und Brünn an Friedrich Smetanas heikler, außerhalb des Landes kaum bekannter Nationaloper „Libuše“.

„Libuše“ in Prag mit Dana Burešová in der Titelrolle: eine klischeehafte Brüllorgie.
„Libuše“ in Prag mit Dana Burešová in der Titelrolle: eine klischeehafte Brüllorgie. – (c) Hana Smejkalova

Walter Gürtelschmied schreibt in „Die Presse“: Zwei Neuproduktionen, eine in Prag, eine in Brünn, machten nun nicht nur die Problematik dieses Werks deutlich, sondern beleuchteten auch die aktuelle Situation des tschechischen Musiktheaters: Da wird auf den urzeitlichen Mythos eine billige Politrevue draufgesetzt (in Brünn), dort wird tief in die Kitschkiste gegriffen und fahrlässig pauschal musiziert (in Prag). In beiden Fällen handelt es sich allemal um Staatsbühnen …

Böhmisch-mährische Zitterpartie
Zum Republiksjubiläum versuchen sich Prag und Brünn an Friedrich Smetanas heikler, außerhalb des Landes kaum bekannter Nationaloper „Libuše“.
Die Presse

Causa Erl: Künstler wollen Gustav Kuhn zurück

Die Causa Kuhn/Erl artet zu einer Schlammschlacht aus. Der Stiftungsrat hat die Suspendierung von Gustav Kuhn auch als Dirigent verfügt. Da der Stiftungsrat dieses Recht besitzt, kann man daher nicht von einem Rechtsbruch sprechen, selbst wenn die Damen und Herren „vorverurteilt“ haben.

Dass in dieser Causa übers Ziel geschossen wurde, liegt nahe. Die Stimmung ist durch diesen blöden Weinstein derart aufgeschaukelt, dass ein ernsthafter Diskurs nicht möglich ist. Das sich eine Front auch für Gustav Kuhn bilden würde, war voraussehbar. Eigentlich ist es aber nur ein „Fronterl“, denn es gehört Mut dazu, sich in dieser Situation der durch diverse Berichte (die ich inhaltlich nicht werten will) aufgeschaukelten Mehrheitsmeinung zu widersetzen. Gut, die Liste der Kuhn-Befürworter ist nicht eben prominent, die Liste der Kuhn-Gegner aber auch nicht. Irgendwie spielt sich die Causa im „Regionalliga-Niveau“ ab!

Für mich ist der Schlüssel zur Lösung der Herr Haselsteiner, der keineswegs zu meinen Freunden zählt. Aber Herr Haselsteiner hat das „Wunder Erl“ überhaupt erst ermöglicht – und wahrscheinlich wird Erl ohne den Mäzen Haselsteiner nicht weiter bestehen können. Es sei denn, das Land Tirol greift aus Tiroler Trotz tief in den Steuersäckel – aber das kann nur kurzfristig gutgehen! Lässt Haselsteiner, der in diesem Stiftungsrat sitzt, Maestro Kuhn fallen und sponsert weiter, ist es um Kuhn geschehen. Das Verhalten des Herrn Haselsteiner in dieser Sitzung des Stiftungsrates kenne ich nicht, zur Beurteilung der Situation wäre das Wissen darum aber ganz entscheidend.

Wie Herr Haselsteiner reagiert, weiß ich nicht. Ich weiß nur, wie ich reagieren würde: den Geldhahn abdrehen! Nun habe ich natürlich leicht reden, ich bin kein Bau-Gigant, der anderseits auch von öffentlichen Aufträgen auch des Landes Tirol lebt. Da könnte man sich freilich arrangieren. Ich denke das an, unterstelle es aber nicht.

In jedem Fall glaube ich, dass in dieser Sache aus einer Mücke ein riesengroßer Elefant gemacht worden ist! Sich da rauszuwurschteln wird für die Verantwortlichen nicht sein, allerdings gilt denen nicht mein Mitgefühl, denn sie haben sich auch reingewurschtelt!

Eines ist mir aber klar: Kuhn ohne Erl wäre nicht mehr das, was es einmal war. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Der „Harley-Fahrer“ hat ganz schön was angerichtet, seine GegenspielerInnen allerdings auch. Das Krisenmanagement: Bisher ein Fiasko – Regionalliga eben!

Die Presseberichte:
Sieben Künstler und Angestellte hielten Pressekonferenz ab, u. a. war die Rede von angeblichen Erpressungsversuchen durch Medien
Der Standard
Tiroler Festspiele: Einige Künstler wollen Kuhn zurück
Musik heute

BAYERISCHE STAATSOPER: Wagner-Wochenende mit Kirill Petrenko – STREAMPROGRAMM

Wir freuen uns, Ihnen für den 6. und 7. Oktober ein On-demand-Wochenende mit Kirill Petrenkos Interpretationen von Tannhäuser und Parsifal anbieten zu können! Romeo Castelluccis Inszenierung von Tannhäuser sorgte im Mai 2017 für Furore und begeistert mit einer Besetzung, die ihresgleichen sucht: Klaus Florian Vogt in der Titelpartie, Anja Harteros als Elisabeth und Christian Gerhaher in der Rolle des Wolfram von Eschenbach. Christian Gerhaher singt auch in Pierre Audis Inszenierung von Parsifal neben Jonas Kaufmann (Parsifal), Nina Stemme (Kundry) und René Pape (Gurnemanz).

6. Oktober: „Tannhäuser“

Tannhäuser
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Inszenierung: Romeo Castellucci
Mit Klaus Florian Vogt, Anja Harteros, Christian Gerhaher, Elena Pankratova, Georg Zeppenfeld

24 Stunden Video-on-demand
Sa, 6. Oktober 2018, 0.00 Uhr bis 23.59 Uhr

7. Oktober: „Parsifal“

Parsifal
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Inszenierung: Pierre Audi
Mit Jonas Kaufmann, René Pape, Nina Stemme, Christian Gerhaher, Wolfgang Koch

24 Stunden Video-on-demand
So, 7. Oktober 2018, 0.00 Uhr bis 23.59 Uhr
Stream ohne Untertitel oder Untertitel in englischer Sprache

RECIFE: Opernhaus Santa Isabel. Es trägt den Namen der Tochter des beliebten brasilianischen Kaisers Dom Petro II, Prinzessin Isabel.


Außenfront. Foto: Dr. Klaus Billand

Vor ein paar Tagen fand im ehrwürdigen Teatro de Santa Isabel in Recife, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Pernambuco, die Feier zum 75. Jubiläum der Katholischen Universität von Pernambuco statt. Dabei bot sich die Gelegenheit, dieses schöne Theater, das leider nur selten Opernaufführungen erlebt, etwas besser kennen zu lernen. Es wurde vom französischen Architekten Louis Léger Vauthier im neoklassischen Stil der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Brasiliens erbaut und 1850 eingeweiht. Wie beim Teatro Amazonas in Manaus (über das jährlich stattfindende Amazonas-Opernfestival wurde hier oft berichtet) wurden damals die Architekten und viele Fachkräfte für den Theaterbau aus Europa angeworben. Auch Baumaterialien wurden aus der „Alten Welt“ beschafft…

Weiterlesen in „Reise und Kultur“ (Feuilleton)

ORF: „dokFilm“ am 7. Oktober:
Aznavour“ (23.05 Uhr, ORF 2)
1924 als Sohn armenischer Flüchtlinge in Paris geboren, avancierte Charles Aznavour zum Weltstar: Er schrieb mehr als tausend Chansons, verkaufte weltweit mehr als hundert Millionen Alben und spielte in rund 70 Filmen. Sein Leben lang litt er jedoch darunter, dass er in seinem Heimatland Frankreich erst späte Anerkennung erfuhr. Bereits als Kind sang Aznavour im elterlichen Restaurant im Pariser Quartier Latin, nach seinem 14. Lebensjahr widmete er sich ganz der Musik und tourte ab 1944 mit dem Pianisten und Komponisten Pierre Roche durch Frankreich. Entdeckt wurde er schließlich von Édith Piaf, die ihn 1946 in einem Vorstadtcafé hörte – sie wurde zu seiner Mentorin, nahm ihn mit auf Tourneen durch Frankreich und die USA und half ihm, sich als Sänger zu etablieren. Anfang der 1960er Jahre gelang Charles Aznavour schließlich der internationale Durchbruch und seine Chansons wurden auch von Stars wie Liza Minnelli, Elton John, Johnny Hallyday und Ray Charles gecovert. Zu seinem 90. Geburtstag stimmte er erstmals einem umfassenden filmischen Porträt zu und erzählte vor der Kamera aus seinem bemerkenswerten Leben. Die Dokumentation von Marie Drucker und Damien Vercaemer zeigt öffentliche und private Filmaufnahmen, Interviews mit dem Sänger, sowie Berichte von Freunden und Bekannten und konzentriert sich dabei auf die Schlüsselmomente in Aznavours Karriere.

NÄCHSTE VERANSTALTUNG IN DER GALERIE DES ONLINE-MERKER

 

Ich wünsche ein schönes Wochenende

A.C.

 

 

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