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Die internationale Kulturplattform

6. NOVEMBER 2020 – Freitag

06.11.2020 | Tageskommentar

Scala-Eröffnung diesmal mit Gala-Konzert?

Die Mailänder Scala muss auf ihre  Eröffnungspremiere am 7. Dezember verzichten,  nachdem die Lombardei, Europas erste von der Epidemie getroffene Region, zur „roten Zone“ mit hoher Ansteckungsgefahr erklärt wurde. Ab heute beginnt für die Region ein Lockdown mit totaler Ausgangssperre. Alle Theater, Opernhäuser und Konzertsäle sind seit der Vorwoche in Italien geschlossen.

Die Scala-Saisoneröffnung am 7. Dezember, ein Höhepunkt nicht nur  der Mailänder Kulturszene am Tag des Heiligen Ambrosius ( Schutzpatron Mailands) soll durch ein Galakonzert ohne Besucher ersetzt werden, die öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI soll übertragen.  Details zum „Ersatzprogramm folgen am 23. November. Die beiden vorgesehenen Hauptrollensänger der „Lucia“, Lisette Oropesa und Juan Diego Florez sollen dabei sein, natürlich auch Jonas Kaufmann und die Meyer-Entdeckung Aida Garifullina – aber selbstverständlich auch andere Stars, die in Coronazeiten leicht verfügbar sind.

Traditionelle „Inaugurazione“ findet nicht statt. Saisoneröffnung an der Mailänder Scala abgesagt
Auch die „Inaugurazione“ an der Mailänder Scala wird dieses Jahr ausfallen. Zumindest soll die Saisoneröffnung, die das weltberühmte Opernhaus traditionell am 7. Dezember veranstaltet, wenn überhaupt ohne Publikum stattfinden, so berichtet die große italienische Zeitung „Corriere della Sera“. Hinter den Kulissen arbeite man derzeit an einem Plan B, um das weltberühmte Opernhaus trotz aller Widrigkeiten dennoch nicht verstummen zu lassen.
BR-Klassik.de

Scala muss auf ihre Eröffnungspremiere verzichten
Intendant Meyer denkt an Gala ohne Zuschauer mit RAI-Übertragung.
Wiener Zeitung

Mailand
Ersatzprogramm zur Scala-Saisoneröffnung
Scala di Milano, cast di stelle per il concerto che sostituirà la Prima cancellata del 7 dicembre.
Oropesa, Flórez, Kaufmann, Garifullina e tanti altri: sono gli artisti che il teatro sta contattando per il concerto diretto da Riccardo Chailly che sarà trasmesso in tv e in streaming. Salta anche, sempre per l’emergenza Covid, il recital di Daniel Barenboim del 5 dicembre
http://milano.repubblica.it/cronaca/2020/11/05/news/prima_della_scala_coronavirus_milano_annullata_concerto-273264671/?fbclid=IwAR1bRB1_ZxN0k6em1kDLYbArtU-anlKo5NGTj_fnkdKD3zadYIrDC8kNfsU

HEUTE: Uraufführung von Sofia Gubaidulinas Orchesterwerk Der Zorn Gottes bei Wien Modern im Musikverein

Sofia Gubaidulina. Copyright: russkiy-mir.com

Im kostenlosen Online-Stream aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins wird am Freitag 06.11.2020 um 19:30 Uhr Der Zorn Gottes von Sofia Gubaidulina mit dem RSO Wien unter der Leitung von Oksana Lyniv uraufgeführt. Dass das Claudio Abbado Konzert 2020 fast wie geplant stattfinden kann, verdankt sich dem gemeinsamen Einsatz von Wien Modern, RSO Wien, ORF Ö1, Musikverein, dem Wiener Konzerthaus, MUK, mdw und weiteren Festivalpartnern für die öffentliche Zugänglichkeit von Kultur in Österreich trotz Lockdown und Veranstaltungsverbot.

Nach vier vorausgegangenen Versuchen durch die Osterfestspiele Salzburg und die Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann fällt die mit Spannung erwartete Uraufführung nun in eine Woche dramatischer Ereignisse in Wien. Sofia Gubaidulina versteht die Aufführung als Zeichen des Friedens in einer Zeit des zunehmenden Hasses und «einer allgemeinen Überanspannung der Zivilisation“.

Der Stream ist anhörbar auf www.wienmodern.at  sowie den Seiten von Musikverein (www.musikverein.at) und ORF RSO (https://oe1.orf.at/buehne). Geplanter Sendetermin auf ORF Ö1 ist der 26.11. um 19:30 Uhr.

Wien Modern 2020 läuft nach dem Lockdown online weiter: An voraussichtlich mindestens 24 Abenden während der Ausgangsbeschränkungen und des Veranstaltungsverbots macht das Festival über seine Website sowie teilweise über ORF Ö1 mehr als die Hälfte des angekündigten Programms kostenlos öffentlich zugänglich.

WIENER STAATSOPER: HEUTE STREAM „EUGEN ONEGIN“

Piotr I. Tschaikowski 
EUGEN ONEGIN (Vorstellung vom 31. Oktober 2020)
Musikalische Leitung: Tomáš Hanus
Inszenierung und Bühne: Dmitri Tcherniakov

Andre Schuen (Onegin). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Tatjana: Nicole Car
Eugen Onegin: Andrè Schuen
Olga: Anna Goryachova
Lenski: Bogdan Volkov
Fürst Gremin: Dimitry Ivashchenko

Die Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar.
Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Falls Sie bereits einen Account besitzen, können Sie sich hier einloggen, um auf den Stream zugreifen zu können: play.wiener-staatsoper.at/login.
Falls nicht, können Sie sich hier registrieren: play.wiener-staatsoper.at/register.

MALMÖ/ Schweden: Schweden bildet eine Ausnahme was die momentane Schließung der Theater angeht. Samstag Premiere FALSTAFF

Alle Vorstellungen werden gestreamt

Schweden bildet ja eine Ausnahme was die momentane Schließung der Theater angeht und am Samstag findet die Premiere von „Falstaff“ mit  Jacquelyn Wagner an der Malmö Opera statt. Das Theater wird jede der Vorstellungen live auf ihrer Webseite streamen. Meist wird ja nur eine Vorstellung einer Serie gestreamt, wahrscheinlichhat bisher  kein anderes Theater wirklich jede einzelne Vorstellung einer Serie übertragen.

Lotte de Beers Neuinszenierung von Verdis Falstaff mit Misha Kiria und Jacquelyn Wagner als Falstaff und Alice Ford aus der Oper von Malmö ist über Livestreaming weltweit zu sehen. Das schwedische Opernhaus ist eines der ersten Theater, das jede einzelne Vorstellung einer Serie streamt. Die Premiere findet am 7. November um 18:00 Uhr statt. Tickets für die Übertragung können auf www.malmoopera.se/falstaff-streaming erworben werden.

Lotte de Beer. Foto: operafront

Lotte de Beer wurde letzten Monat zur Direktorin der Wiener Volksoper ernannt (ab der Saison 2022/23) und gehört zu den gefragtesten jungen RegisseurInnen in Europa. Gemeinsam mit Bühnenbildner und Kostümbildner Christof Hetzer interpretiert sie Arrigo Boitos Libretto neu und versetzt das Stück in eine Welt, in der menschliche Interaktion über digitale Kanäle stattfindet. Der amerikanisch-deutsche Dirigent Steven Sloane, Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker und Leiter des Symphonieorchesters der Universität der Künste Berlin sowie der deutsche Dirigent David Niemann sind für die musikalische Leitung zuständig.

Jacquelyn Wagner . Foto: Harald Hoffmann

Text aus der Presseaussendung: Die in Berlin lebende Amerikanerin Jacquelyn Wagner ist als Alice Ford zu erleben. Die Künstlerin gilt als eine der wichtigsten Sängerinnen unserer Tage und ist regelmäßig an Theatern wie der Deutschen Oper Berlin, der Semperoper Dresden, der Staatsoper Hamburg, der Pariser Oper oder der Mailänder Scala in einem breitgefächerten Repertoire zu erleben, das Partien Mozarts, Händels, Verdis oder Puccinis und besonders auch große Rollen Wagners, Strauss und Webers umfasst. Sir John Falstaff wird vom georgischen Bariton Misha Kiria interpretiert, der bereits an der Deutschen Oper Berlin, der Mailänder Scala und in Glyndebourne aufgetreten ist.

Die Kolumne von Peter Raue: Das Kulturverbot ist krachend rechtswidrig
Die zweite Welle fordert einen Teil-Lockdown. Das versteht jeder. Was hat aber die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen bewogen, Kultur als genauso nicht-systemrelevant aus unserem Leben zu verbannen, wie Spielhallen, Maniküre und Bordelle.
http://www.bz-berlin.de/kultur/das-kulturverbot-ist-krachend-rechtswidrig

Die Worte des prominenten Anwalts und Kulturexperten Peter Raue sind zwar verständlich und als Ansicht auch zu teilen, als „krachend rechtswidrig“ empfinde ich die Situation als Nichtjurist freilich nicht. Es gibt nämlich kein „Kulturverbot, es gibt lediglich die Anordnung, keine Zuschauer zuzulassen. Die heutige Uraufführung im Wiener Musikverein findet ja unter den gleichen Anordnungen statt.

Zudem ist der Staat oder die Stadt in den meisten Fällen Eigentümer der Theater und der jeweilige Eigentümer kann von sich aus bestimmen, was nun im eigenen Haus stattfinden darf und was nicht. Verstehen Sie mich bitte nicht (wiederum) falsch, ich bin eindeutig gegen den Kulturlockdown, aber als Anwalt kann ihn Herr Raue nicht als „krachend rechtswidrig“, sondern nur als höchst unverständlich/unlogisch bezeichnen!

Vielleicht meint Herr Rau den Verfassungsgrundsatz?  Es gibt einen Verfassungsgrundsatz, der da sagt: „Einschränkende Maßnahmen sind nur dann verfassungsmäßig (und damit zulässig), wenn der angerichtete Schaden nicht größer ist, als der abgewendete“.

Der angerichtete Schaden ist offensichtlich, darüber sind wir uns wohl einig.  Ob Schaden mit den Maßnahmen abgewendet wird, ist eine Frage, die wohl unmöglich jemals objektiv zu klären sein wird.  Als ich dieser Tage von der „Stunde der Wahrheit“ geschrieben habe (die Fallzahlen müssten stark sinken, damit die Richtigkeit der Maßnahmen bestätigt wird), erntete ich in Teilen der Ärzteschaft wohl mitleidiges Lächeln.

Veranstaltungsbranche auf Standby
Seit Anfang November steht coronabedingt in vielen Branchen wieder alles still. Besonders betroffen ist die Veranstaltungs- und Kulturszene.
https://news.wko.at/news/steiermark/Veranstaltungsbranche-auf-Standby.html

Deutschland
Debatte um Theater-Lockdown: Nicht system-, sondern lebensrelevant

In der Theaterwelt herrscht Empörung über die neuen Schließungen. Die Maßnahmen werden vielerorts als unverhältnismäßig verurteilt. Stephan Märki, Intendant in Cottbus, vertraut darauf, dass Theater kreative Lösungen finden und bald wieder öffnen können.
Deutschlandfunk/Kultur

Frankfurt
„Die Politik stuft die Oper als Unterhaltung ein, als Anhängsel“
Rainer Pudenz, Chef der Frankfurter Kammeroper, über eine nun wiederum verschobenePremiere und die Nöte von Sängerinnen und Sängern in der Pandemie.
Frankfurter Rundschau

Berlin/ Deutsche Oper
„Alles ist Spaß auf Erden“…
Die Deutsche Oper Berlin verabschiedet sich mit „Falstaff“ imposant in Coronapause. Als sich Ensemble und Orchester schon das zweite Mal vor dem Publikum verbeugt hatten und sich bereits einige Besucher in Richtung Ausgang bewegen wollten, trat der Dirigent Ivan Repušić an den vorderen Rand der Bühne. Mit einer Lächeln auf dem Gesicht und mit erhobener Hand brachte er den mit Beifallsbekundungen erfüllten Saal zur Ruhe. Er bedankte sich für die Treue des Publikums in den für den Kulturbetrieb schwierigen Zeiten. In dem Wissen, dass das Opernhaus an der Bismarckstraße in den kommenden Wochen nicht von Musik erfüllt sein wird, kündigte er eine Zugabe an. Erneut sammelte sich das Sängerensemble auf der Bühne und intonierte die große Schlussfuge aus Verdis Alterswerk, die einige Minuten zuvor bereits erklungen war: „Alles ist Spaß auf Erden, der Mensch ein geborener Thor.“
von Lukas Baake, Berlin
Klassik-begeistert

Es gab Zeiten, da habe ich schon viel mehr Spaß gehabt!

Bass Monsters 2020. MIDOU AND MUSIC /gegen den strom…
The Cosmos is Vibration, Music is Vibration
http://artvisionandmidou.wordpress.com/2020/11/03/bass-monsters-2020

Buchbesprechung

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK


Katrin Unterreiner hat sehr elegant die Nachfolge von Brigitte Hamann angetreten. Wo immer man im Fernsehen ein kompetentes Habsburg-Statement braucht, kommt sie ins Bild. Und mittlerweile blickt die Historikerin, die lange das Sisi-Museum betreut hat, auf eine mehr als stattliche Liste von Büchern, hauptsächlich zur Familie Habsburg, zurück. Auch die jüngste Publikation versucht dem ewigen und offenbar unerschöpflichen Thema neue Aspekte abzugewinnen (und das gelingt). Es geht um das Vermögen der Habsburger.

Immer wieder haben sich Autoren und Wissenschaftler diese Frage gestellt, allein die Bibliographie zu diesem Buch verweist auf Dutzende von Untersuchungen dazu. Katrin Unterreiner ist der Sache gewissermaßen vom Beginn bis zum Ende nachgegangen, und sie hat nicht Sekundärliteratur nachgeplappert, sondern vor allem die Quellen befragt, wie sie in zahlreichen Nachlässen, Archiven und den (oft mit Vorsicht zu genießenden) Überlieferungen von beteiligten Zeitgenossen zu finden sind.

Das ergab nicht nur einen umfassenden Blick, sondern auch manche neue Darstellung. So ist nun zweifelsfrei klar, was aus dem „verschwundenen“ Kronschatz der Habsburger geworden ist – und wie Karl, Zita und ihre Familie im Exil gelebt haben…

640 Jahre Habsburg in Österreich, eine stattliche Epoche, in der ein aus der Region Schweiz stammendes Grafengeschlecht seine Chance erkannte, als sie das kleine Herzogtum der ausgestorbenen Babenberger übernehmen konnten. Sie machten daraus, wie Katrin Unterreiner gleich zu Beginn feststellt, „ein Weltreich mit 52 Millionen Einwohnern, das von der heutigen Ukraine bis Spanien und darüber hinaus nach Südamerika reichte.“ Sie waren damit über Jahrhunderte eine der mächtigsten Dynastien der Welt. Aber wie reich waren sie?…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Film: Neuer Leiter für Locarno-Filmfestival
Giona A. Nazzaro wird ab 1. Jänner 2021 neuer künstlerischer Leiter des Filmfestivals Locarno. Das teilte Festivalpräsident Marco Solari am Donnerstag mit. Die bisherige Chefin Lili Hinstin hatte im September die Leitung überraschend zurückgelegt, deren Stellvertreterin Nadia Dresti übernahm daraufhin interimistisch.
https://orf.at/stories/3188409/

ORF : „Karajan-Klappe“ bei „Was gibt es Neues?“ am 6. November in ORF 1 (Heute)

 Mit Resetarits, Straßer, Schreiner, Scheuba und Gernot =

Wien (OTS) – Hochkultur bei Oliver Baier! Zum 65. Jahrestag der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper möchte er in einer neuen Ausgabe von „Was gibt es Neues?“ am Freitag, dem 6. November 2020, um 22.25 Uhr in ORF 1 u. a. wissen, worauf sich Beethovens letzte Worte „Schade, schade, zu spät“ bezogen. Darüber rätseln Lukas Resetarits, Katharina Straßer, Clemens Maria Schreiner, Florian Scheuba und Viktor Gernot – und bekommen entsprechende Opern-Goodies für originelle Antworten. Auch der berühmte Dirigent Herbert von Karajan ist Gegenstand einer Frage: Was versteht man unter der „Karajan-Klappe.

HEUTE/ ORF III am Freitag: „So ein Theater“-Tripel mit u. a. Fritz Muliar in „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“

 Außerdem: „Der falsche Jacobson“ und „Die Perle Anna“; tagsüber „ORF III AKTUELL“, im Vorabend „Miteinander – Füreinander“ 

 „So ein Theater“ heißt es am Freitag, dem 6. November 2020, wieder, wenn ORF III Kultur und Information einen dreiteiligen Theaterabend mit Schauspielikonen wie Fritz Muliar, Elfriede Ott oder Ossy Kolmann präsentiert. Bereits am Vormittag, ab 9.30 Uhr, meldet sich Rebekka Salzer in „ORF III AKTUELL“ zu den Themen des Tages. Für seelischen Beistand und Zuspruch sorgt im Vorabend wieder eine Ausgabe von „Miteinander – Füreinander“ (20.10 Uhr).

Rätsel nach Anschlag: Wie kam der Täter zum Tatort?
https://www.heute.at/s/raetsel-nach-anschlag-wie-kam-der-taeter-zum-tatort-100110843

Derzeit gilt in Österreich die Version „Einzeltäter“ als von Amts wegen gesichtert. Tatsächlich spricht einiges dafür, zum Beispiel, dass nach 20,10 Uhr – also dem Zeitpunkt des Todes des Terroristen, entgegen der teils hysterischen Berichterstattung eines Privatsenders keine Schüsse mehr fielen. Anderseits frage ich mich, wie der Mann in dieser Montur mit all seinen Waffen unbehelligt in die Innenstadt gelangt ist?

Renate Wagner schickt mir ihre Überlegungen dazu:

Ich kann mich mit der Theorie des Einzeltäters nicht befreunden. Um 20 Uhr geht ein Notruf an die Polizei (der erste und einzige???), um 20.09 wird der Täter bei der Ruprechtskirche erschossen.

Bis dahin soll er vier Menschen getötet und 17 verletzt haben und das an Orten wie Graben, dem Bauernmarkt, dem Fleischmarkt, der Seitenstettengasse, dem Morzinplatz und dem Salzgries – ohne dass es jemandem aufgefallen wäre? Jeder der Wien kennt, weiß, dass diese Schauplätze zwar „Innere Stadt“ sind, aber auch nicht so nahe von einander – allein vom Graben zum Schwedenplatz geht man knappe 10 Minuten, zum Bauernmarkt und Fleischmarkt müsste man abbiegen, und das Salzgries ist auch um ein paar Ecken weiter.

Gut, es war Abend, dunkel, wie viel auf den Straßen los war, kann ich nicht sagen, aber selbst wenn er gerannt ist, kann ein Täter nicht in kürzester Zeit an all diesen Orten „tätig“ gewesen sein. Zumal er ja, mit einem nicht so kleinen Sturmgewehr, nicht wirklich gerannt sein kann. Wild herumballern, Leute erschießen und verletzen– und weiter? Wie soll das gehen?

Meines Erachtens müssen mindestens drei Männer gleichzeitig vor 8 Uhr terroristisch tätig gewesen sein (wobei noch immer rätselhaft ist, wieso niemand die vielen Schüsse angezeigt hat). Und sie müssen, weil sie ja auch mit den Waffen wohl kaum in den Öffis fahren konnten (na ja, in Sporttaschen vielleicht), meines Erachtens einen „Fluchtwagen“ gehabt haben, der sie ins Stadtzentrum brachte (man kann am Schwedenplatz mit einem Auto halten, am Stephansplatz kurz auch) – und zwei von ihnen haben dann das Fluchtauto wieder erwischt und leben heute im Untergrund, nehme ich mal an. Denn in Corona-Zeiten kommt man ja nicht so ohne weiteres über die Grenze…

Ich verlange vom Innenministerium und der Polizei einen genauen „Fahrplan“, an welchem Ort „der Einzeltäter“ zu welcher Zeit angeblich war und auf die nun Toten und Verwundeten geschossen hat – und ob das überhaupt menschenmöglich war. Meines Erachtens ist es auch von einem adrenalin-gepeitschten Jugendlichen rein körperlich nicht zu schaffen, an all diesen Orten gewesen zu sein und die Taten vollbracht zu haben.

Bevor es diesen „genauen“ Fahrplan des Terror-Anschlags von Wien nicht gibt, kann ich nicht an die Ein-Täter-Theorie glauben. Der ach so harmlos eingeschätzte junge Mann war ja wohl kein Comic-Wunderheld, der von einem Ort zum andern düsen konnte.

Bitte um rasche Aufklärung und kein Wischi-Waschi-Herumgerede, das ist eine Regierung ihren Bürgern wohl schuldig.

P.S.  Die Route des Terroristen

Eine Leserin ließ mich, vielen Dank, die Route wissen,
https://kurier.at/chronik/oesterreich/diese-route-nahm-der-attentaeter-von-wien/401089338

Der Fehler in der Information bestand wohl darin, noch Graben und Salzgies anzugeben. Auch Bauernmarkt und Fleischmarkt zusätzlich wären wohl zu viel gewesen. Gut zu wissen (was ist daran gut?), dass es nur einer war… (nur?).

Der deutsche Corona-Selbstbetrug
Deutschland glaubt noch immer, besser als andere durch die Pandemie zu kommen. Das stimmt aber nur im Vergleich zu Ländern, die im Kampf gegen Corona versagen. An den erfolgreichsten Staaten gemessen, ist die Bilanz ernüchternd…
Wer Deutschland mit den Ländern China, Südkorea, Taiwan und Vietnam vergleicht, sieht: Seit Mitte März, also bereits seit der ersten Welle, macht Deutschland eine schlechtere Figur – und zwar konstant.
https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_88850478/der-deutsche-corona

Von Österreich ist da gar nicht zu reden. Trotz des wohl besten und auch teuersten Gesundheitssystems der Welt sind wir vom Coronabekämpfungs-Weltmeistertitel ebensoweit entfernt wie unsere Fußballer in deren Disziplin!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

 

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