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6. MAI 2022 – Freitag

06.05.2022 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: DAS REINGOLD. Alles RING

Der Auftakt des im Mai zwei Mal aufgeführten Ring des Nibelungen in der Inzenierung von Sven-Eric Bechtolf kann mit einer Reihe von neuen Stimmen aufwarten. Nicht alle zeigen sich dafür so gut gerüstet, wie erhofft. Allen voran John Lundgren, der Wotan der Aufführungsserie, der an seine ansprechende Performance als Jochanaan in der Salome vor wenigen Wochen nicht anschließen kann. Von seinem kraftvollen Bariton ist an diesem Abend wenig zu vernehmen, eine Entwicklung, die sich seit seinem Bayreuth-Debüt 2016 allerdings schon des Öfteren angekündigt hat. Die stimmliche Durchschlagskraft des schwedischen Sängers ist offensichtlich einem Auf und Ab unterworfen, das dann auch seine Bühnenpräsenz beeinträchtigt. Jedenfalls agierte er diesmal nicht wie der selbstbewusste Wotan, der alle Warnungen ausschlägt und sich unbekümmert auf eine folgenschwere Untat einlässt, die letztendlich zu einer Katastrophe führen wird, sondern wirkt müde und resigniert. Es bleibt zu hoffen, dass sich Lundgren bis zur Walküre wieder einigermaßen stabilisiert.

Das dadurch entstehende Machtvakuum bietet allerdings Fricka, Wotans Frau, die Gelegenheit, die Zügel entschlossen in die Hand zu nehmen. Monika Bohinec ist bei ihrem ersten Einsatz als Fricka, mit ihrem ausdruckvollen, farbigen Mezzosopran und ihrer vielseitig erprobten Bühnenpersönlichkeit, eine durchsetzungsstarke Göttergattin. Es ist diesmal Fricka, die Hosen anhat. Ein hinreißend imponierendes Rollendebüt gelingt auch Daniel Behle als umtriebiger, listenreicher Loge. Der hochgeschätzte Mozart-Tenor, der ein breitgefächertes Repertoire pflegt und an der Staatsoper zuletzt als souveräner Belmonte gefeiert wurde, zeigt, dass er auch das Zeug zu einem Charaktertenor erster Güte hat. Sein Loge ist das, was man heute einen spin doctor nennen würde…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Wiener Staatsoper: Buhs bei „Rheingold“
Passable Wiederaufnahme von „Rheingold“ mit Schwächen im oberstern Götterbereich
DerStandard.at

Staatsoper: In Walhall fehlt nur ein würdiger Wotan (Bezahlartikel)
Die Presse.com

Wuchtig ans Werk
Die Staatsoper beginnt Wagners „Ring“ mit weitgehend glänzenden Stimmen.
WienerZeitung.at

Wien/ Konzerthaus: Andreas Schager und Günther Groissböck

WIEN / Konzerthaus / Großer Saal  
GREAT VOICES –  

Bestgelaunt beim Schlussapplaus: Charles Alexander Joel, Andreas Schager, Günther Groissböck. Foto: Renate Wagner

Renate Wagner besuchte das Konzert: Schon als sie beide noch pudeljunge Gesangsschüler waren, haben sie nebeneinander dieselbe Bank im Klassenzimmer gedrückt. Nun, rund zweieinhalb Jahrzehnte später, sind sie Österreichs Beitrag zur Weltklasse des Wagner-Gesangs: die beiden gebürtigen Niederösterreicher Andreas Schager und Günther Groissböck. Gemeinsam traten sie im zwar nicht ausverkauften, aber dicht gefüllten Großen Konzerthaussaal im Zyklus der „Great Voices“ (nomen est omen) mit einem Wagner-Programm an, das vom Publikum so enthusiastisch aufgenommen wurde, dass es kaum nach Hause gehen wollte.

Für die beiden Sänger war es zweifellos ein wichtiger Abend, sangen sie doch auch Rollen, in denen sie noch nicht auf Bühnenbrettern zu sehen waren. Zwar hat Andreas Schager mit Tristan und den beiden Siegfrieden schon den Olymp der Wagner-Tenöre erreicht (mehr geht nicht), aber Stolzing fehlt ihm noch, und den Tannhäuser (der laut Oparabase demnächst in Leipzig kommen soll) hat er wohl nicht ganz so präsent, dass er dazu immerhin Noten zu Rate zog. Was Groissböck dann auch für den Hans Sachs tat, der noch in einiger Ferne schwebt, während er den in Bayreuth covidbedingt ausgefallenen Wotan (bzw. alle drei) sicher bald nachholen wird…

Nehmt alles nur in allem, so war es ein Fest für Wagnerianer vom alten Schlag. Die gibt es auch noch.

Zum Bericht von Renate Wagner

GRAZ/Oper:  DER RING AN EINEM ABEND – Abendbericht der Premiere am 5. Mai 2022

Gut gefülltes Grazer Opernhaus. Foto: Dr. Klaus Billand

 Der unsterbliche Loriot…

 Gestern Abend ging mit großer Erwartung die Premiere des „Ring an einem Abend“ in einer Fassung für Erzähler, Sänger und Orchester mit verbindenden Texten von Vicco von Bülow alias Loriot am Opernhaus Graz über die Bühne. Man konnte fast glauben, als hätte sich nach einer äußerst schwach besuchten „Holländer“-Reprise der Neuinszenierung am Vorabend das ganze musiktheatralisch interessierte Graz eingefunden. Die Leitung der Grazer Philharmoniker hatte ihr Chefdirigent Roland Kluttig, und die sehr beliebte und mit viel Beifall empfangene Maria Happel sprach die Texte…

…Man spielte wesentliche der vielen Höhepunkte des „Ring“, mit einem sehr intensiv musizierten Vorspiel des „Rheingold“ beginnend und über Dialoge zwischen Wotan, Siegmund, Sieglinde, Siegfried, Brünnhilde, Mime etc. fortfahrend bis zum Trauermarsch und den letzten Takten von Brünnhildes Schlussgesang mit dem Finale der „Götterdämmerung…

Das Publikum war jedenfalls dem Häuschen. Die zweite Vorstellung gibt es an Wagners Geburtstag, dem 22. Mai.

Zum Bericht von Klaus Billand

Bayerische Staatsoper: Der Premierenplan steht, der neue Ballettdirektor wurde auch gekürt!

Ich weiß nicht wie es Ihnen damit geht, aber die Website der Bayerischen Staatsoper scheint mir etwas unübersichtlich. Da brauche ich Nachilfe. Deswegen lassen wir uns vom Münchner Merkur die genauen Daten geben . Ich erfahre, dass es nicht nur mir so ergeht. Der Spielplan ist allerdings grad noch zu finden; hier geht es los im September:

https://www.staatsoper.de/spielplan/2022-09

Dann mit dem Pfeil in der oberen Leiste zu den folgenden Monaten weiterklicken. Bitte, liebe Bayerische Staatsoper, überdenkt Euren Internetauftritt. Der mag modern erscheinen, aber viele Opernfreunde kennen sich nicht darin aus!

München
Bayerische Staatsoper: Serge Dorny über die nächste Saison und die drohende Schließung
MünchnerMerkur.de

Franzose Laurent Hilaire übernimmt Bayerisches Staatsballett
Personalie hat mit dem Ukraine-Krieg zu tun: Sein Vorgänger Igor Zelensky aus Russland hatte seinen Posten Anfang April niedergelegt. Hilaire kam von Moskau nach München
DerStandard.at

Das Genre Oper weiterentwickeln
Eröffnet wird die kommende Spielzeit mit dem Konzert „Oper für alle“ in Rosenheim und einem Festwochenende in der Münchner Residenz. Die zweite gemeinsame Saison des Intendanten Serge Dorny und des Generalmusikdirektors Vladimir Jurowski steht unter dem Motto „Gesänge von Liebe und Krieg“ und bringt Premieren von Monteverdi bis zur Gegenwart.
Münchner Abendzeitung

München/ Bayerisches Staatsballett
Laurent Hilaire wird neuer Chef des Staatsballetts
Nach dem Abgang von Igor Zelensky gibt es für das staatliche Ballettensemble schnellen Ersatz: Der Franzose Laurent Hilaire übernimmt – ab sofort. Seine offizielle Ernennung sollte noch am Donnerstag erfolgen. Als die Anfrage kam, ob er das Bayerische Staatsballett übernehmen wolle, musste Laurent Hilaire nicht lange überlegen. Er hatte gerade Moskau verlassen, seinen Posten als Ballettchef am Stanislawski- und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater geräumt. Weil es die Lage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine nichts anderes zuließ.
https://www.sueddeutsche.de/kultur/zelensky-staatsballett-hilaire-1.5578645

Laurent Hilaire hat bisher seine Brötchen in Moskau verdient, wie manch „Geächteter“ auch. Aber er schaffte rechtzeitig den Absprung bzw. „kratzte die Kurve“. Solch Flexibilität musste ganz einfach belohnt werden.

Nürnberg
Die neue Saison am Staatstheater Nürnberg
Zwei Jubiläen und ein Abschied
BR-Klassik.de

Meiningen
Kiewer Oper in Meiningen

Foto: Anastasia Maslakowa/ Staatstheater Meiningen

„Fidelio“ im KGB-Knast (Podcast)
Deutschlandfunk.de

Gastspiel der Oper Kiew: Wodka über der Kloschüssel
Solidarität in Kriegszeiten: Das Staatstheater Meiningen gibt der „Fidelio“-Inszenierung der Kiewer Oper eine Bühne. Ihre Premere erlebte sie noch in der Ukraine
Tagesspiegel.de

„Freiheit ist ansteckend“: „Fidelio“ aus Kiew kommt nach Coburg
Die Anreise war abenteuerlich, die männlichen Mitwirkenden müssen den Militärdienst fürchten: Beethovens Revolutions- und Freiheitsoper kam in der Ukraine wenige Tage vor Kriegsbeginn heraus und tourt jetzt durch Deutschland – mit Stalin im Gepäck.
BR-Klassik.de

Willkommen, bienvenue, welcome!

Musicalkonzert und Buchpräsentation am 19. Mai 2022

 

Im Rahmen des Konzerts Willkommen, bienvenue, welcome! wird am 19. Mai 2022 das gleichnamige Buch über die Geschichte des Musicals an der Volksoper präsentiert. Es beleuchtet die Kämpfe und Erfolge, Triumphe und Krisen von der ersten Kiss me, Kate (1956) bis zum zweiten La Cage aux Folles (2022). Zahlreiche Interviews, Illustrationen und ein Aufführungsverzeichnis bereichern den von Christoph Wagner-Trenkwitz verfassten Band.

Die Volksoper als Wiege des Musicals in Österreich

→ BUCH: Willkommen, bienvenue, welcome!

Ab 16. Mai erhältlich an der Tageskasse der Volksoper Wien, an den Bundestheaterkassen im Opernfoyer und unter www.volksoper.at sowie im gut sortierten Fachhandel.
Buchpreis: € 30,–

Mehr darüber in den heutigen Infos des Tages

Recordings
Dimitri Mitropoulos: The Complete RCA and Columbia Album Collection’ Review: A Lengthy Ovation for a Grand Conductor
https://www.wsj.com/articles/dimitri-mitropoulos-the-complete-rca-and-columbia-album-collection

Wiener Burgtheater: Die Premieren der neuen Saison im Überblick

Renate Wagner hat die Premieren für uns geordnet zusammengefasst

Sie finden die Übersicht in unseren „Infos des Tages“

Zufluchtsort: Burgtheater stellt Spielplan für kommende Saison vor
25 Produktionen wurden für die Spielzeit 2022/2023 angekündigt, darunter Uraufführungen von Peter Handke, Yasmina Reza und Daniel Kehlmann
DerStandard.at/story

Burgtheater: Emotional wie Roy Black
Das Burgtheater zeigt in der kommenden Saison Handke, Kehlmann und einen schrägen Raimund.
WienerZeitung.at

Der „Zauberberg“ kommt jetzt ins Burgtheater
Martin Kušej bringt viele Dramatisierungen von Prosa, darunter der „Dämonen“ und eines Handke-Texts.
Die Presse.com

BENEFIZKONZERT FÜR UKRAINE AM 1. MAI 2022 IN DER LINZER URSULINENKIRCHE

Von links/ 1. Reihe: Margaret Jung Kim, Elena Pierini, Maryna Lopez. Foto: Antoaneta Mineva.

Zu einem Benefizkonzert für die Ukraine am 1.Mai 2022 in der Ursulinenkirche in Linz haben sich die Mitglieder des Bruckner Orchester Linz (Violinen: JOHANNA BOHNEN und JANA KUHLMANN, Viola: GUNTER GLÖSSL, Violoncello: ANNEKATRIN FLICK ) gemeinsam mit der Mezzosopranistin Maryna Lopez und der Sopranistin Margaret Jung Kim unter der Leitung von Elena Pierini zum Musizieren eingefunden. Auf dem Programm stand Pergolesis „Stabat Mater“. 

Apostol Milenkov („Lila Schwan“)

 

Liebe Freunde, wir laden Sie herzlichst zu unserer nächsten Veranstaltung ein.

Das Konzert ENDE DES HERBSTES

https://www.bezirksmuseum.at/de/bezirksmuseum_8/veranstaltungen/?news=2829

findet am Mittwoch, 11. Mai, um 19:00 Uhr, im Bezirksmuseum Josefstadt, Schmidgasse 18, 1080 Wien statt.

Buchbesprechung

 

Annemarie Mitterhofer : WIENER ROSENMORD
Kriminalroman
284 Seiten, Gmeiner-Verlag; 2022

Als Leser ist einem Anna Bernini sofort sympathisch – dunkelhaarige tirolerisch-italienische Mischung, in Wien gelandet, seit zehn Jahren bei der Kriminalpolizei. Obwohl es keine Ich-Erzählung ist, weiß man dank ihrer Schöpferin, der in Wien ansässigen Tirolerin Annemarie Mitterhofer, immer, was sie gerade denkt und worüber sie reflektiert. Und das ist eine angenehme, gescheite Lektüre.

Die Frau Chefinspektorin steht vor einer Leiche, die sozusagen in roten Rosen begraben ist. Kein Wunder, das Opfer war auch Blumenhändler, und mit der Zeit dringt man ein wenig in die „Rosen, Tulpen, Nelken“-Branche ein, die einen Großteil ihrer Blumen aus dem Ausland bezieht.

Bei näherer Betrachtung stellen sich schnell einige Verdächtige ein: ein Halbbruder, der das Floristengeschäft gerne für sich gehabt hätte; ein Geliebter, den der Blumenhändler neben seiner Ehefrau liebte (worauf sich diese mit dem Schwager getröstet hat); und vor allem die rumänische Blumen-Mafia, die (mit dem stimmigen Namen Florescu) in ihren Lastwägen nicht nur Blumen, sondern auch Drogen und junge Frauen ins Land bringt…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Ukraine hat mithilfe von US-Informationen «Moskwa» versenkt: Geheimdienstinformationen der USA haben laut Medienberichten dem ukrainischen Militär dabei geholfen, das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte «Moskwa» zu versenken, indem sie es lokalisierten. Die US-Regierung habe aber keine Kenntnis über die konkreten Pläne der Ukraine gehabt, berichteten mehrere US-Medien am Donnerstagabend unter Berufung auf nicht namentlich genannte Personen.
Zu den neusten Entwicklungen
Die Länder Zentraleuropas fürchten einen radikalen Erdölboykott gegen Russland: Die EU-Kommission plant, über russisches Erdöl ein Embargo zu verhängen. In gewissen Ländern Zentraleuropas ist sie damit auf Skepsis oder gar Ablehnung gestossen – darunter Ungarn, aber auch die Slowakei, Tschechien und Bulgarien. Das hängt mit der speziellen wirtschaftlichen Lage dieser Staaten zusammen.
Zum Bericht
Formel 1 in den USA: Wie kann man das anspruchsvolle nordamerikanische Publikum für die komplizierten Autorennen aus Europa begeistern? Bisher hat die Formel 1 schon an elf Orten in den USA versucht, Fuss zu fassen – vergebens. Nun soll ein Party-Grand-Prix in Miami den wichtigen amerikanischen Markt für die Formel 1 erobern.
Zum Bericht

Zitat Ende „Neue Zürcher Zeitung“

Was ist an „Europäischen Autorennen kompliziert? Kompliziert ist die Website der Bayerischen Staatsoper

Nazi-Aussagen: Putin entschuldigt sich bei Israels Premier für Lawrow
Russischer Außenminister hatte behauptet, auch Hitler habe „jüdisches Blut“ gehabt.
Kurier.at

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

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