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6. MAI 2019 (Montag)

06.05.2019 | Tageskommentar

Zwischen Mutterliebe und Gattenhass
Medée am Linzer Landestheater. Martin Achrainer und Theresa Grabner. Foto: Reinhard Winkler/ Linzer Landestheater

Unsere Linzer Berichterstatter mit Linzer Premierenabo (nicht mit Pressekarten), Dr. Helmut Huber und seine Frau Petra, waren zum Wochenende beim „Ring in New York (dreimal dürfen Sie raten, wer sie dort abgelöst hat. Es genügt wohl ein Mal,  natürlich ist es Klaus Billand, der nun den „Österreicher-Ring“ mit Jordan, Konieczny, Groissböck und Ernst verfolgt). Um deren Linzer Kritik fielen wir deswegen um, aber dafür springt Dr. Harald Lacina ein:  

Guy Montavon, Intendant des Theaters Erfurt, führte einige Striche in den Musiknummern und den langen Dialogen von François-Benoit Hoffman durch und verlegte die Handlung in die Zentrale eines Konzernes in einem Wolkenkratzer an der Wallstreet in New York. Während der Ouvertüre öffnet sich der Vorhang und wir erblicken ein von Annemarie Woods entworfenes Großraumbüro mit Computerarbeitsplätzen. Die Familienaufstellung erinnerte mich an die US-amerikanische Fernsehserie „Dynasty“ (1981-89), wobei die Rivalinnen Alexis Colby und Krystle Carrington sowie Blake Carrington bei Regisseur Montavon zu Médée, Dircé und Créon umgedeutet werden. Medea und Jason haben sich zunächst als fremde Zuwanderer ein eigenes Imperium an der Wallstreet aufgebaut. Auf Grund einer Finanzkrise überschrieb der wendehalsige Karrierist Jason dieses aber an den Magnaten Créon und hofft, dass sich ihm an der Seite des Firmenchefs und seiner Tochter Dircé, die in ihrem hellen Outfit an Melania Trump erinnert, bessere Zukunftschancen eröffnen werden. Im Businesslook von Annemarie Woods vergnügen sich die Angestellten dann auf der Hochzeit von Dircé und Jason in diesem Bürokomplex, der durch seine Transparenz keinerlei zwischenmenschliche Regungen aufkommen lässt. Jason verstößt Medea, verlangt von ihr aber, dass sie ihre beiden Söhne zurücklässt. Fulminant inszenierte Montavon schließlich das Ende der Oper, indem alle PCs im Créons Tower abstürzen und Medea den Weltenbrand wie in Wagners Götterdämmerung entzündet, indem alle Beschäftigten und sie selber in den lodernden Flammen des Hochhauses zu Grunde gehen.

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Brigitte Geller in der Titelrolle. Foto: Reinhard Winkler/ Linzer Landestheater

Das Premierenpublikum wurde von dem entfachten musikalischen wie szenischen „Weltenbrand“ förmlich mitgerissen und bejubelte die Produktion. Wie lange der Applaus gedauert hatte, entzieht sich dem zum Zug nach Wien eilenden Rezensenten! Ein Besuch dieser spannenden Produktion kann nur empfohlen werden!

Zum Premierenbericht von Harald Lacina

Zwischen Mutterliebe und Gattenhass
Bruno Weil dirigierte am Samstag im Musiktheater Linz die Premiere von Luigi Cherubinis Oper „Médée“.
Oberösterreichische Nachrichten

Berlin/ Deutsche Oper: Unselgträumerisch: „Fliegender Holländer“ eröffnet Wagner-Woche
Die Wagner-Woche an der Deutschen Oper Berlin ist eine Jungwagnerwoche, es gibt Tannengrin, Lohnhäuser, Rienzi und zur Eröffnung einen sehr gut besetzten FLIEGENDEN HOLLÄNDER. Die Idee des Regisseurs Christian Spuck, die tragische Figur des Jägers Erik in den Mittelpunkt zu stellen, besticht auch beim Wiedersehen zwei Jahre nach der Premiere, die Umsetzung der Idee dagegen nur in Maßen.
https://hundert11.net/unselgtraeumerisch/

Lebt Birgit Nilsson? Johohohe!
Der Star des Abends war Catherine Foster als Senta. Bereits mit ihrem ersten Johohohe! bewies die britische Paradebrünnhilde eindrucksvoll, wer die Chefin im Ring war.
Diese Stimme, diese Stimme, diese Stimme! Mit ihrer aus vergangener Zeit kommend scheinenden Stimmkraft bot sie eine durchwegs sehr präsente, aber zu keiner Zeit übersteuerte vokale Darbietung…
Ulrich Poser berichtet
Klassik-begeistert

Wiener Staatsoper: Calleja schwächelt bei „Rigoletto“

Auszug aus der Rezension von Karl Masek: Calleja  ist mittlerweile ein auch stimmlich stämmiger Duca, die erforderliche „Italianitá“ bringt der Mann aus La Valletta natürlich mit, Eleganz der Stimmführung geht ihm mittlerweile weitgehend ab. „Questo e quella“ im Einheitsforte. Am besten gelang ihm „Ella mi fu rapita“. Mit Fortdauer des Abends  klang die Stimme im passagio immer angestrengter, was schon die große Szene mit Gilda beeinträchtigte. Lag es an der Abendverfassung? Vielleicht wäre eine Ansage angebracht gewesen! Oder offenbaren sich doch gewisse stimmtechnische Probleme, die dann die Stimmbänder verkrampfen lassen – dann wird „La donna e mobile“ unwillkürlich zu einer Angststelle und zur tenoralen Nervenprobe. Es kündigte sich förmlich an. Calleja schmiss beim „Ohrwurm aller tenoralen Ohrwürmer“ den Schlusston und ging dann bis zum Ende, stimmverzittert, völlig ein.  Bleibt zu hoffen, dass sich Calleja bis zur nächsten Vorstellung am 9.5. wieder konsolidieren kann!

Zum Bericht von Karl Masek

„Rigoletto“ am 9.5. wird als Stream zu erleben sein!

Bleiben wir bei der Wiener Staatsoper: Thema „Stream“

Ich habe mich von Anfang an sehr für das Streaming der Wiener Staatsoper interessiert und auch eingesetzt. Die meisten der Streams wurden/werden im Online-Merker angekündigt und erreichen somit exakt die Zielgruppe. Ich halte fest, dass ich seit Jahren die von mir konsumierten Streams mittels Abo selbst bezahle, keinen einzigen Stream geschenkt bekommen habe, obwohl ich laufend kostenlose Werbung für das Produkt betreibe. Eine Gegenleistung in Form etwa eines „Pressezugangs“ (ich möchte gar nicht wissen, wer aller gratis zuschaut) , widerspricht meinem Naturell – und macht zudem abhängig!

Vor etwa drei Wochen hatte ich Probleme mit einem Stream, der „stecken geblieben “ ist. Ich habe die Fehlermeldung an die Staatsoper mit der Bitte um Ortung des Problems geschickt, die Antwort war „Schmecks“ – auf gut Wienerisch – also keine Antwort. Mittlerweile – wohl auf diese Zeilen hnauf –  hat das Pressebüro reagiert. Mit dem klappt die Kommunikation ohnedies, aber was nützt mir das Pressebüro bei einem technischen Problem?

Nun haben auch andere Kunden mich gebeten, diesbezüglich neuerlich in der Staatsoper vorstellig zu werden. Da die Streams zu bezahlen sind, sind es Kunden, nicht Beschenkte, die „einem geschenkten Gaul eben nichts ins Maul schauen sollen“, wie das bei den meist tadellos funktionierenden und geschenkten Streams aus München und neuerdings Stuttgart durchaus argumentiert werden könnte. Das habe ich versucht – und wieder keine Antwort bekommen.

Der Stream-Benutzer J.E. hatte das selbe Problem – der Stream blieb ganz einfach stecken:

Dass die Staatsoper ihre Streams nicht kostenlos anschaubar machen will, kann ich verstehen. Aber es scheint mir, dass ein gekauftes Jahres Abo für knapp 200 € mit jedem neuen SmartTV problemlos empfangen werden sollte (und nicht nur mit dem auf der Staatsopern-Homepage angegebenen SamsungSmartTV oder den anderen angegebenen Diensten)…

Steckt da eine Geschäftsidee dahinter? Mehr ins Detail gehe ich in den heutigen Infos des Tages!

Ich bitte um Rückmeldungen – auch von Besuchern, bei denen die Streams klaglos funktionieren, auch wenn sie nicht die ans Herz gelegten Markengeräte verwenden. Vielleicht bin ich tatsächlich so deppert, mit einem Stream nicht zurecht zu kommen. Das wäre für mich zumindest eine Erkenntnis!

Liedbegleiter Helmut Deutsch: «Viele Sänger sind Mimosen»
Seit Jahrzehnten begleitet Helmut Deutsch Startenöre und sensible Primadonnen; ein Liedfestival wie die Schubertiade ohne ihn wäre undenkbar. In seinen Memoiren erweist er sich als hinreissender Erzähler.
https://www.tagblatt.ch/kultur/solo-fur-einen-sangerversteher-ld.1115474

Stuttgart: NIXON IN CHINA – ein Zwitter zwischen Oper und Musical

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Jarrett Ott (Chou En-lai) und Staatsopernchor. Foto: Matthias Baus

Nach Henzes „Prinz von Homburg“ hat Operndirektor Viktor Schoner in seiner ersten Spielzeit erneut ein Werk zur Stuttgarter Erstaufführung gebracht, das einen früheren Fixpunkt des Repertoires nach langer Pause wieder aufgreift. John Adams 1987 entstandenes Musiktheater über die historische Begegnung von Mao Tse-tung und Richard Nixon schließt stilistisch an die berühmte, z.T. in Stuttgart uraufgeführte Trilogie von Philipp Glass („Echnaton“, „Satyagraha“, „Einstein on the beach“) aus den frühen 1980er Jahren an…

Zum Bericht von Udo Klebes

Puccini Festival at the Hungarian State Opera: 18 May – 10 June 2019

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 At the end of its Puccini’s Italy season, the Hungarian State Opera organises its traditional end-of-the year festival at the turn of May and June. The three-week Puccini Festival aims to do what no institute has ever done before: to showcase all Puccini’s stage and vocal works. Apart from his 11 operas, audiences get the chance to hear a different Puccini: songs, arias, special events, and spectacular productions will feature the best Hungarian artists along with international guest stars. As the reconstruction of the Opera House in Budapest is still undergoing, our performances can be seen at the Erkel Theatre and the newly opened Eiffel Art Studios.

See our promotional video here: https://www.youtube.com/watch?v=M8Ka9z0jQNA

For more information click on the image below or http://www.opera.hu/festivals.

New York: A New Wotan Reigns in the Metropolitan Opera’s “Ring’
The New York Times

New York/ Review: A New Generation Takes Up “Dialogues des Carmélites’
The New York Times

Übrigens: Samstag ist die Produktion in den Kinos zu sehen. Ein Kassenansturm ist bislang nicht zu verzeichnen.

St. Pölten/ NÖ: Akustische Geisterbahnfahrt am NÖ Landestheater
„Ödipus“ und „Antigone“ in den Fassungen von Müller und Brecht in St. Pölten
Wiener Zeitung

Klaus Maria Brandauer: „Man kann auch in der Heimat fremdeln“
Der Schauspieler liest Texte des evangelischen Märtyrers Dietrich Bonhoeffer – und kritisiert die österreichische Politik.
Kurier

Soviel zur „unpolitischen Kultur“. Keine Angst, ich kommentiere Herrn Brandauers Wortspende nicht.

HEUTE IM „MERKER-KUNSTSALON“

Bitte besuchen Sie diese Veranstaltung. sie wird sicher interessant! Für Kurzentschlossene: Karten bekommen Sie unter Garantie noch an der Abendkassa. Ich werde – so Gott will – auch dort sein!

„Falschinformation“ – das WhatsApp-Problem bei der EU-Wahl
Die EU-Wahl naht – und damit wächst in Brüssel die Angst vor Desinformation, Einflussnahme und Falschnachrichten. Seit Jahren versucht die EU, Facebook und Co. an die Kandare zu nehmen. Doch mit jedem Leck, das geschlossen wird, geht ein neues auf: So sorgten zuletzt in mehreren Ländern über WhatsApp verbreitete Falschnachrichten für Aufmerksamkeit. Eine Lösung dafür zu finden dürfte aber noch schwieriger sein als bei Plattformen.
https://orf.at/stories/3120531/

Was EU-kritisch ist, ist böse! Wer’s noch nicht verstanden hat: die EU ist eine allgemein gültige Religion und daran ist nicht zu rütteln, so wie seinerzeit die Erde ja auch einmal eine Scheibe war.

Deutschland/ Österreich
Heftiger Preisschock: Strom fürs E-Auto bald teurer als Sprit!
Preisschock für E-Auto-Fahrer: In Deutschland sind die Preise an einigen Gleichstrom-Ladesäulen heftig nach oben geschnellt. Eine Fahrt mit einem Elektroauto kann somit teurer werden als die mit einem Diesel oder Benziner!
https://www.krone.at/1916172

Die Autofahrer werden immer die Melkkühe der Nationen bleiben, selbst wenn man Kuhmist als Treibstoff verwenden würde. Wie naiv müssen Menschen sein, die glauben, dass etwas billiger wird?

Neue schwere Vorwürfe: HTL-Schüler von Lehrern zu Mobbing angestiftet?
Die Vorwürfe an der Wiener HTL Ottakring werden immer ungeheuerlicher: Nach neuesten Informationen sollen Lehrer der Schule Schüler aktiv dazu aufgefordert haben, den nun in den Fokus des Geschehens gerückten Professor zu mobben!
https://www.krone.at/1916318
Spuck-Lehrer gemobbt: Neue schwere Vorwürfe
https://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Spuck-Lehrer-gemobbt-Neu

Diese Schule hat in Wien einen sehr schlechten Ruf. Das ist kein Geheimnis. Vorweg, dass Lehrer ihre Schüler angestiftet haben, einen unbeliebten Kollegen zu mobben, kann ich aber trotzdem nicht glauben, das wäre ein unfassbarer Skandal.

Aber welcher Direktor „regiert“ eigentlich  diese Schule? Es gibt eine Facebookseite, die Unterschriften mit der Forderung nach Absetzung dieses Pädagogen fordert. Der Zulauf zur Liste ist enorm.

Angst um seine Existenz braucht der Direktor nicht zu haben. Er ist gut gebettet – wie in Wien eben üblich. Der freie Fall nach oben wäre sicher keine Überraschung.

Ich wünsche eine schöne Woche!

A.C.

 

 

 

 

 

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