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Die internationale Kulturplattform

6. JULI 2020 – Montag

06.07.2020 | Tageskommentar

Das Stehplatzthema schlägt in unserem Forum hohe Wellen. Was können wir tun, ohne unserer Sache zu schaden?

Der Trend „Weg vom Stehplatz“ ist nicht auf die Oper beschränkt. In großen Sportstadien gibt es nur mehr Sitzplätze, begründet wird das mit der Sicherheit. Sportliche Großereignisse werden an Stadien mit Stehplätzen nicht mehr vergeben.

Im konkreten Fall „Opernstehplatz“ geht es nicht um Sicherheit im eigentlichen Sinn, sondern um Absicherung der Gesundheit. So gesehen besteht die Hoffnung, dass der Stehplatz wieder aktiviert werden kann, wenn die Gesundheitsbedenken gefallen sind. In Stadien wird es wohl nie mehr Stehplätze geben, da das Argument „Sicherheit“ kein vorübergehendes ist.

Ich deklariere mich klar zum Stehplatz, ohne Stehplatz wäre ich nie zur Oper gekommen (in Opernkarten haben meine Eltern nie investiert), also gäbe es auch keinen Online-Merker, was wiederum viele wohl als sehr überschaubaren Schaden ansehen.

Wie aber können wir den Stehplatz retten? Seien wir doch ehrlich, wir sind eine Minderheit, die keine Massen bewegt. Eine Demo von 30 Personen würde lächerlich wirken und somit kontraproduktiv sein. Wir können aber sehr wohl auf den Operndirektor einwirken, sich vehement für den Stehplatz einzusetzen – wenn dafür die gesetzlichen Möglichkeiten wieder gegeben sind. Gerade vom Stehplatzpublikum geht viel Meinung aus, und mit Unterstützung zum Beispiel dieses Mediums kann Druck auf den Direktor ausgeübt werden.

Heinrich Schramm-Schiessl ist ein „alter Stehplatzler“ (ein früherer allerdings) und geht in einem Brief an mich die Sache pragmatisch an:

In der Verordnung zur Lockerung der Maßnahmen im Kulturbereich steht ausdrücklich „Veranstaltungen mit zugewiesenen Sitzplätzen“. Deshalb gibt es ja auch keine Popkonzerte usw. Oder glaubst Du, die SPÖ hätte das Donauinselfest abgesagt, wenn es eine Hintertür gegeben hätte?

Daher haben Proteste zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Sinn, da man einfach auf die Verordnung verweisen kann.

Interessant wird es, wenn einmal Stehplätze in anderen Bereichen (Popkonzerte, Fussballspiele nationaler Natur etc.) zugelassen werden und die Opern-Stehplätze nicht geöffnet werden, dann kann man berechtigterweiwe protestieren.

Im übrigen sehe ich eigentlich „nur“ das Stehparterre im wirtschaftlichen Sinn gefährdet, denn dort ließen sich locker 80 Sitzplätze unterbringen, die man relativ teuer verkaufen könnte. Ähnliches gilt natürlich für Burgtheater und Volksoper. Ich hab Dir ja schon geschrieben, dass das Jungbluth in den 80er-Jahren einmal probiert hat, aber an Protesten der Stehplatzler gescheitert ist. Außerdem würde argumentiert werden, dass es – wenn überhaupt – nur in ganz wenigen Häusern ein Stehparterre gibt. Anders schaut es mit den Balkon- und Galeriestehplätzen aus. Dort würde es sich bestenfalls bei den Galeriestehplätzen Halbmitte und Mitte lohnen. Auf der Seite brächte es gar nichts.

Ich bin zu 100% für den Erhalt des gesamten Stehplatzes, aber jeder Protest muss mit Bedacht geschehen! Wenn man jetzt, quasi profilaktisch protestiert, richtet man gar nichts aus und verdirbt nur das Gesprächsklima für später und den Fall des Falles. (Zitat Ende)

Wer mich kennt weiß.dass ich überhaupt nichts ergebenst hinnehme, sondern ein revolutionärer Geist bin. Ich bin aber auch Taktiker. Deshalb ist der Zeitpunkt wichtig! Im Moment ist es noch viel zu früh. Bedenken deponieren ist legitim, „mit den Säbeln rasseln“ angesichts unserer kleinen Zahl an tatsächlich Interessierten eher der Sache nicht dienlich!

Aus dem Nähkästchen…

 

Wenn nun „Post Meyer“ begonnen wird, aus dem Nähkästchen zu plaudern, müssen wir in diesem Fall nicht, wie alle es tun, ein Interview der „Oberösterreichischen Nachrichten“ nachbeten oder die APA paraphrasieren. Jetzt kann auch der Journalist, der brav den Mund gehalten hat, wenn es um „off the record“-Informationen ging, einiges aus erster Hand beisteuern.

Dass es sich bei Dominique Meyer und Franz Welser-Möst um keine „Liebesheirat“ handelte, erzählte mir die damalige Ministerin Claudia Schmied. Sie hatte Meyer vier Dirigentennamen genannt (die anderen drei erwähnte sie nicht namentlich), und Meyer hüpfte keineswegs vor Glück in die Luft, eine so tolle Persönlichkeit wie Welser-Möst angeboten zu bekommen. Vielmehr entschied er sich ganz pragmatisch für diesen, weil er hoffte, mögliche Einwände gegen den „Franzosen“ durch einen Österreicher abzufedern.

Am Anfang gab es, wie immer, große Worte, worum der Dirigent sich als Verantwortlicher kümmern sollte, wollte, würde, nicht nur Mozart und Janacek, sondern generell die Besetzungen im Haus…

Rausgekommen ist diesbezüglich rein gar nichts. Welser-Möst erzählte mir (das war 2014, ein paar Monate vor seinem Abgang, den er damals schon vor hatte), Meyer habe ihn von allen Entscheidungen fern gehalten, ihm keinerlei Informationen gegeben (den Spielplan der kommenden Saison hätte er am selben Tag erfahren wie die Journalisten), ihn nie in irgendwelche Überlegungen einbezogen, und außerdem sei er „total beratungsresistent“…

Weiterlesen in APROPOS

Meyer will Welser-Möst-Kritik nicht kommentieren
https://wien.orf.at/stories/3056487/

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Klaus Billand hat bereits 2006 gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Willy Guschlbauer Dominique Meyer interviewt – und das zu einem Zeitpunkt, in dem kaum ein Wiener Dominique Meyer kannte. Das Interview betont die ökonomische Seite an Meyer, der ja bekanntlich Volkswirt ist.

Das Interview von Willy Guschlbauer und Klaus Billand könnte auch etwas Klarheit in die augenblicklich entstehende Mystifizierung des Meyer-Abschieds bringen. 2008 kannte in Wien niemand Meyer. Wir hatten das Interview schon im Oktober 2006 mit ihm am Théatre des Champs Élysées gemacht.

Im Online-Merker ist es dann erschienen. Es lohnt, in Erinnerung gerufen zu werden. Hier der Link zu Klaus Billands Seite:

https://www.klaus-billand.com/deutsch/interviews/intendanten/gespraech-mit-dominique-meyer-direktor-des-thtre-des-champs-lyses-am-22-oktober-2006.html

Alternatives Top-Programm für Bayreuther Festspiel-Fans

„Götterdämmerung, 3. Akt (1979) Foto: Nationalarchiv der Richard Wagner-Stiftung Bayreuth

https://www.br.de/presse/inhalt/pressemitteilungen/bayreuther-festspiele-2020-richard-wagner-100.html

Für alle Wagner-Fans inszenieren die Bayreuther Festspiele gemeinsam mit BR-KLASSIK und 3sat ab dem 25. Juli – dem ursprünglichen Eröffnungstag der Bayreuther Festspiele – die Werke Wagners als Gesamtkunstwerk. Mit Corona-verträglichen Live-Veranstaltungen, exklusiven Archivschätzen und Sondersendungen wird das älteste Musikfestival Deutschlands in diesem Kultursommer adäquat gefeiert.

Ein Highlight des Programms: drei historisch maßstabsetzende Inszenierungen des „Ring des Nibelungen“ auf unterschiedlichen Ausspielwegen. Es sind die Ring-Inszenierungen von Frank Castorf (Premiere 2013), Harry Kupfer (Premiere 1988) und Patrice Chéreau (Premiere 1976).

Top-Programm für Bayreuther Festspiel-Fans in BR-KLASSIK und 3sat
Nahezu alle Sommerfestivals müssen vor dem Hintergrund der Corona Virus-Pandemie pausieren – auch die Bayreuther Festspiele. Für alle Wagner-Fans inszenieren die Bayreuther Festspiele gemeinsam mit BR-KLASSIK und 3sat ab dem 25. Juli – dem ursprünglichen Eröffnungstag der Bayreuther Festspiele – die Werke Wagners als Gesamtkunstwerk. Mit Corona-verträglichen Live-Veranstaltungen, exklusiven Archivschätzen und Sondersendungen wird das älteste Musikfestival Deutschlands in diesem Kultursommer adäquat gefeiert.
BR-Klassik.de

Wir werden in Corona-Zeiten verwöhnt, ohne Geld investieren zu müssen. Davon haben die Veranstalter nicht viel, aber das Bemühen werden wir  honorieren, wenn es wieder möglich ist. Versprochen!

Wotan muss warten …

Der Sänger Günther Groissböck- ein Film von Astrid Bscher
Sa 25. Jul um 22:55 Uhr
Erstausstrahlung
Im Leben geht nicht alles nach Plan: Diese Erfahrung macht auch der gefeierte Bassist Günther Groissböck immer wieder. Der Film begleitet den Sänger auf seinem anstrengenden Reiseleben.

Neu: Ennio Morricone ist verstorben
Ennio Morricone (* 10. November 1928 in Trastevere, Rom; † 6. Juli 2020 in Rom) war ein italienischer Komponist und Dirigent. Er arbeitete auch unter den Pseudonymen Dan Savio und Leo Nichols und komponierte die Filmmusik von mehr als 500 Filmen. Sein Name wird vornehmlich mit dem Filmgenre des Italowesterns in Verbindung gebracht, da er die Musik für 30 solcher Filme geschrieben hat, doch er komponierte auch Filmmusik für andere Genres.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ennio_Morricone

WIEN/Servitenkirche: „VIDALA“ – Argentinien und Wurzeln des Europäischen Barocks

Das Vidala-Quintett. Foto: Andrea Masek

Rubén Dubrovsky spielte sein „Erstes Konzert nach Corona“: Musikalische Lebensfreude pur

COVID 19 und die damit verbundenen Absagen seit März: Engagements sind weggebrochen. Im Fall des Rubén Dubrovsky Operndirigate von St. Gallen (Giulio Cesare in Egitto, Premiere) über Hannover (Neuinszenierung von Händels Alcina) bis zum  Münchner Gärtnerplatztheater (Don Giovanni-Vorstellungen  und die Premiere von Bernsteins „Mass“) sowie Konzerte seines Wiener Bach Consort  in Wien und „dem Rest der Welt“…

Zum Berichtvon Karl Masek

Operette „DIE BLUME VON HAWAII“ von Paul Abraham am 4.7.2020 im Hafen/STUTTGART

Flotte Abenteuer auf dem Floß

Martin Bruchmann, Moritz Kallenberg, Fiorella Hincapie, Matthias Klink, Natalie Karl. Foto: Matthias Baus

 In der szenischen Einrichtung von Marco Storman (Bühne: Susanne Gschwender; Kostüme: Miriam Schubach) und unter der musikalischen Leitung von Rita Kaufmann (Klavier) wird die Handlung von Paul Abrahams Operette „Die Blume von Hawaii“ etwas verändert. Vor allem erinnert man an das schillernde Leben Paul Abrahams, der als Operettenkomponist in der Weimarer Republik große Erfolge feierte, bis ihn die Nazis aus Deutschland vertrieben. Doch auch nach seiner Rückkehr aus Amerika konnte er sich in der alten Heimat nicht mehr integrieren und landete in psychiatrischen Kliniken…

Zum Bericht von Alexander Walther

WIEN /Online-Merker-Galerie: Arien und Duette mit Astrik Khanamiryan (Sopran) und Maryna Lopez (Mezzosopran)

Foto: Manfred A. Schmid

Der Liederabend des international gefeierten Bassisten Günther Groissböck mit Alexandra Goloubitskaia am Klavier am 15. Mai war – nach dem Lockdown, der ab Mitte März das gesamte Kulturleben der Stadt zum Erliegen gebracht hatte – vermutlich die erste öffentliche Kulturveranstaltung Wiens und wohl auch ganz Österreichs. Chapeau! Darauf folgte eine CD-Präsentation mit (Lieder von Sergei Prokofieff) mit Margarita Gritskova und Maria Prinz. Nun lädt Online-Merker-Chef und -Hausherr Anton Cupak erneut zu einem feinen Event: Die armenische Sopranistin Astrik Khanamiryan und die aus der Ukraine stammende Mezzosopranistin Maryna Lopez singen Arien und Duette aus Opern von Offenbach, Massenet, Verdi, Tschaikowski und Camille Saint Saèns. Am Klavier begleitet werden sie von Adolfo Lopez Gomez

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Wiener Philharmoniker: „Wir waren Gefährder“
Die Wiener Philharmoniker waren in Wuhan und blieben gesund. Gespräch mit dem Leitungsduo Michael Bladerer und Daniel Froschauer über Herbstpläne trotz Corona
https://www.derstandard.de/story/2000118504409/wir-waren-gefaehrder

… ES IST ALLES NOCH STEIGERUNGSFÄHIG:
 
Wegen Corona dichtet Mike Krüger seinen „Nippel“-Song um
 
 
 Andreas Wilke:
Und heute trägt man Maske. Gegen Corona muss das sein. Denn die Maske schützt den Mensch und dämmt das Virus ein. Nur einigen von uns ist das Binden noch zu schwer, weshalb ich es noch einmal kurz erklär‘: Sie müssen nur die Maske aus der Tasche zieh’n, weil Viren dann quasi von alleine flieh’n. Auf Mund und Nase kommt das Tuch, das Band über die Ohren. Und dann hat Corona bald verlor’n!
 
Und zusätzlich zur Maske gibt es jetzt eine App. Wer die runterlädt ist clever und wer nicht, der ist ein Depp! Denn wir halten fest zusammen, sind stark und unbeirrt, damit’s dann irgendwann wie früher wird: Sie müssen nur die Maske aus der Tasche zieh’n, weil Viren dann quasi von alleine flieh’n. Auf Mund und Nase kommt das Tuch, das Band über die Ohren. Und dann hat Corona bald verlor’n! – Genau!“
 
Der Hamburger Sänger Mike Krüger (68) hat sich von der Corona-Zeit inspirieren lassen und seinen berühmten „Nippel“-Hit („Sie müssen erst den Nippel durch die Lasche zieh’n“) umgedichtet.
 

STIEFVATER MIT STIEFSOHN

 
Yusif Eyvazov mit Thiago
 
CD-Besprechung – Rafael Fingerlos: Ein wenig heimatlos
Fremde Heimat
Rafael Fingerlos Bariton, Sascha El Mouissi Klavier
Der junge österreichische Bariton Rafael Fingerlos hat sich als Opern- und Konzertsänger bereits erfolgreich auch international betätigt, an der Wiener Staatsoper ist er Ensemblemitglied.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert

KREMS / Landesgalerie Niederösterreich: WACHAU – die Entdeckung eines Welterbes
Vom 1. Juli 2020 bis zum 6. März 2022


Thomas Ender: Blick auf Stift Melk. Foto: Landesgalerie NÖ

Ikonen der Malerei

Seit dem Jahr 2000 zählt die Wachau zum „Weltkulturerbe“ der UNESCO, was einen schützenden Effekt hat. Dieser besondere Abschnitt der Donau zwischen Melk und Krems, der dem Land Niederösterreich immer besonders teuer war, ist nun sicher vor den verheerenden Folgen eines heutzutage verbreiteten Tourismus. Keine Hotel-Bettenburgen, keine Fastfood-Angebote, keine Billig-Souvenir-Läden. Man erhält Natur und Baubestand. Kommt Neues hinzu, geschieht es so behutsam wie mit der Landesgalerie Niederösterreich, die vor etwas mehr als einem Jahr eröffnet wurde: ein moderne Gebäude, das aber keinesfalls das Stadtbild von Krems stört. Vielmehr fügt es sich perfekt in die „Kunstmeile Krems“. Und dort wird auch gezeigt, wie das heutige „Welterbe“ Wachau einst „entdeckt“ wurde.

Wachau. Die Entdeckung eines Welterbes
Bis 6. März 2022.
Öffnungszeiten:
Sommer (März–Okt.) DI–SO 10.00–18.00 Uhr, MO, wenn Feiertag
Winter (Nov.–Feb.)DI–SO 10.00–17.00 Uhr, MO, wenn Feiertag‘
Schließtage 24.12., 31.12. und 01.01.

Zum Berichtvon Heiner Wesemann

Taiwan
Verrückt? Oder doch nicht? Fernweh stillen am Flughafen
In Taiwans Songshan Flughafen werden „falsche“ Reisen angeboten. Boarding und einchecken inklusive, doch der Flieger hebt nie ab.

Wenn man schon nicht richtig urlauben kann, dann zumindest Flughafenluft schnuppern. Ganz nach diesem Motto haben über 7000 Menschen in Taiwan an einem Gewinnspiel teilgenommen, das eine Flugreise ohne Flug und ohne Reise, jedoch mit Flughafen-Atmosphäre verlost. 60 Gewinner wurden schlussendlich ausgelost. Sie stellten sich am Songshan Flughafen in Taipeh in die Check-in-Schlange, gingen durch die Passkontrolle und bestiegen auch das Flugzeug. Dieses hob jedoch nicht ab.

Die Presse

Kurios? Die Menschen werden auf das Fliegen nicht verzichten und proben schon mal am Trockendock. Dies auch Greta zur Info und Kenntnis!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 
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