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6. JULI 2018

06.07.2018 | Tageskommentar

Elina Garanca startet auch Nachwuchswettbewerb. Copyright: AMI Promarketing, Rudolph/Schiffl

Mit einem Programm, das sie selbst als einen „Höhepunkt“ in ihrer Karriere bezeichnet, begeisterte Elīna Garanča am Mittwoch auf Stift Göttweig ihre knapp 4.500 Fans. Gemeinsam mit ihren musikalischen Gästen, der Sopranistin Anna Pirozzi und dem Tenor Gregory Kunde, spannte sie einen Bogen von Verismo-Opern, über große lateinamerikanische Werke bis zu Bernsteins West Side Story.

Das Konzert wird am 15.7. um 20.15 Uhr auf ORF III ausgestrahlt. Wer so lange nicht warten möchte, hat kommenden Samstag, den 7. Juli, in Kitzbühel bei „Klassik in den Alpen“ die nächste Gelegenheit,Elina Garanca zusehen. Noch gibt es Restkarten.

Elina Garanca vor barocker Kulisse in Göttweig
In Abwandlung dieses nun schon zum elften Mal vor der Fassade des niederösterreichischen Benediktinerstifts Göttweig abgehaltenen Festival-Abends „Klassik unter Sternen“ möchte man formulieren: Ein Superstar unter Sternen. Denn Elina Garanca, die zweifellos führende Mezzosopranistin der Welt, ist unbestritten der Opern-Superstar in ihrem Fach – vergleichbar nur noch dem Weltstar Anna Netrebko im Sopran-Fach (die sich ja auch zunehmend der Mezzo-Stimmlage anzunähern beginnt).
Dr. Charles Ritterband berichtet von „Klassik unter Sternen“ aus Göttweig.
https://klassik-begeistert.de/elina-garanca-and-friends-klassik-unter

Die Lektüre dieser Besprechung ist zu empfehlen, weil sie sich mit den Eindrücken deckt, die ich vor 8 Jahren auf Kaufkarte gewinnen konnte. Seither meide ich diesen Event

Dir. Erwin Hameseder, Elina Garanca, Karel Mark Chichon. Copyright: AMI Promarketing, Rudolph/Schiffl

Elina Garanca sucht Nachwuchstalente
https://noe.orf.at/news/stories/2922697/

Große Überraschung zum Konzertende: Elīna Garanča startet den Nachwuchswettbewerb „Zukunftsstimmen“ – die Siegerin oder der Sieger des Wettbewerbes wird bei Klassik unter Sternen 2019 zu hören sein.

Es ist geradezu rührend, wie sich Sängerinnen und Sänger um den Opernnachwuchs kümmern. Nun gibt es also einen Gesangswettbewerb mehr! Sollen wir darüber jubeln? Ist das nicht bereits eine inflationäre Entwicklung?

Meine Lebenserfahrung lässt mich darüber nachdenken, warum gerade Sänger so wild darauf sind, Wettbewerbe zu veranstalten.

Gewiss, das Format bietet sich ja geradezu an. Auf dem Schauspielsektor wären solche Bewerbe schwierig bis nicht durchführbar, da entscheiden meist teils selbsternannte Juroren über Leistungen, die sie vielleicht gesehen haben – oder auch nicht.

Placido Domingo hat so ziemlich als erster reagiert und seinen Gesangswettbewerb zur Firma gemacht. Der Mann hat einen ausgeprägten Geschäftssinn, auch viel Familie zu erhalten, muss also „Geld machen“, was möglich ist. So eine „Firma Gesangswettbewerb“ bietet natürlich viele Möglichkeiten, die Siegern später Dank abstatten zu lassen – aber dazu will ich mich gar nicht äußern – zumindest nicht, bevor ich einen guten und preiswerten Medienanwalt habe.

Wie der nunmehr neueste Bewerb rechtlich statuiert ist, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass es auf der Welt sehr wenige echte Wohltäter gibt. Und das lässt mich über Beweggründe nachdenken!

Rätsel Bayreuth: Was lief da bei der „Lohengrin-Besetzung hinter den Kulissen?

Uns liegen zwei Interviews vor, eines von Piotr Beczala, eines von Christian Thielemann. Aus dem Beczala-Interview geht hervor, dass der Tenor den Dresdner-Lohengrin“ als Generalprobe für Bayreuth empfunden hat und das Engagement für ihn nur eine Formsache zu sein schien. Thielemann wiederum sagt, dass sich Roberto Alagna um den Lohengrin geradezu „gerissen“ haben soll. Wer da warum „umgefallen“ ist, werden wir wohl nie erfahren (ich kann damit durchaus leben).

Lesen Sie doch selbst:

Bayreuth: Piotr Beczala: „Ich sehe das nicht als Genugtuung“
„Eine schwere Geburt“ sei dieses Bayreuth-Debüt gewesen, sagt Piotr Beczala. Ein Interview mit dem neuen Bayreuther Lohengrin
Münchner Merkur

Christian Thielemann über den neuen Lohengrin: Heimliche Proben mit Piotr Beczala
Während sich gerade die Nachricht verbreitete, dass der polnische Tenor Piotr Beczala in der Bayreuther Lohengrin-Neuproduktion die Titelrolle übernehmen wird, saß unsere Autorin bei dem Bayreuther Musikdirektor Christian Thielemann. Der hat schon 2016 mit Beczala als Lohengrin gearbeitet, in einer vielbeachteten Produktion mit Anna Netrebko als Elsa. Ein Gespräch über eine Traumbesetzung, Tenöre aus „südländischen Gefilden“ und Sängerentscheidungen nach dem Motto „machen wir das doch einfach mal“.
BR-Klassik

Ab heute in Berlin/ Gendarmenmarkt: Classic Open Air – ein Schaulaufen der Sänger
Bei der „First Night“ auf dem Gendarmenmarkt treffen Popstars, Klassiker und Schauspieler aufeinander.
Berliner Morgenpost

Berlin/ Waldbühne: Star-Tenor Jonas Kaufmann singt italienische Opern im ZDF
Opernstar Jonas Kaufmann steht vor einem Karrierehöhepunkt – das ZDF zeigt sein Konzert. Auch abseits der Bühne genießt er den Moment
Berliner Morgenpost

HEUTE IM WIENER CAFE SCHOPENHAUER: DOKUMENTARFILM ÜBER HILDE ZADEK „GESANG ALS WEG“

Der Dokumentarfilm über Hilde Zadek „Gesang als Weg“ (Regie: Walter Wehmeyer) wird am Freitag, dem 6. Juli um 19 Uhr im Café Schopenhauer gezeigt. 

Hilde Zadek. Foto: Wehmeyer

Adresse: Staudgasse 1, 1180 Wien, Reservierung 01-406 32 88. 

Ein kurzer Ausschnitt ist hier zu sehen: https://youtu.be/iop6LH6dpBA 

Ein 60-min. Porträt der Sopranistin, die nach der Flucht vor den Nazis und den Jahren des Exils in Palästina als erste jüdische Sängerin nach 1945 an die Wiener Staatsoper kam und Weltkarriere machte.

Ich habe den Termin gecheckt, der Besuch dieses Filmes ginge sich zwischen den beiden heutigen Spielen der Fußball-WM aus – wenn Frankreich gegen Uruquay nicht in die Verlängerung geht!

Christian Gerhaher als Amfortas – am Sonntag sehen wir den Stream aus München

Auszug aus unserem Forum (av ist der Autor, bitte nicht verwechseln mit ac)

erschreckend, wenn man – wohlmeinend wie man ist und deshalb allmählich unruhiger werdend – hört, mit welch ungeheurem rhetorischen aufwand, von wallender dramaturgenlyrik umwölkt und mit intellektueller suada geschärft, sich gerhaher der realität der partie des amfortas – jedenfalls im interview – entzieht, um dann – auf dem boden der tatsache – mit einer dynamik vom gerhaher-pianissimo (lippenlesen erforderlich) zum zweimalig-übersteuerten grido die rechnung zu präsentieren, welche der zahlende kunde beglückt zu begleichen hat.

Hamburg/ Staatsoper: „Das Lied der Erde“ : Wie tanzt man Depression?
Um ehrlich zu sein: Ich habe nichts verstanden, schreibt unsere Gastautorin. Nichts von den Texten, nichts von der Musik, nichts von den Tänzen. Der Protagonist, ein junger Mann ist depressiv. Und zwar den ganzen Abend lang. Wie tanzt man Depression? Nach paar Minuten sind alle Schritte, Griffe und Kniffe gezeigt und abgenutzt. Depression ist unbeweglich, dunkel, antikommunikativ. Der depressive Mensch lebt nicht, er vegetiert. Für einen Ballettabend eine – in meinen Augen – unlösbare Aufgabe.
Teresa Grodzinska berichtet aus der Staatsoper Hamburg.
https://klassik-begeistert.de/das-lied-von-der-erde-ballett-von-john

„Getanzte Depression“ – das wird wohl das Motto der Schläpfer Ära bei uns in Wien werden. Jedenfalls könnten viele Tänzer des Wiener Staatsballett bald Erfahrung mit diesem Titel machen!

NÖ Theatersommer / Festspiele Reichenau:  DAS VERMÄCHTNIS von Arthur Schnitzler
Premiere: 4. Juli 2018,
besucht wurde die Generalprobe

Copyright: Festspiele Reichenau

Keine Frage, gerade Arthur Schnitzler hat das österreichische Theater mit einer Reihe unanfechtbarer Meisterwerke bereichert, die zu Recht immer wieder gespielt werden – „Professor Bernhardi“ und „Das weite Land“, „Der einsame Weg“ und „Reigen“, „Anatol“ und „Liebelei“. Und eine Reihe exzellenter Einakter, deren Meister er war. Aber wenn man, wie in der Schnitzler-Hochburg Reichenau, in den 30 Jahren seines Bestehens durch all diese Werke „durch“ ist? Dann kommen die schwächeren, die es auch gibt, und wenn man Glück hat wie diesmal, dann gelingt es, am unzweifelhaft weniger Gelungenen die Stärken aufzuzeigen.

„Das Vermächtnis“ entstand bald nach „Liebelei“ und denkt die Situation weiter, die eine gesellschaftlich damals durchaus virulente war…

Zum Bericht von Renate Wagner

NÖ Theatersommer / Festspiele Reichenau: CELLA
Neue Bühnenfassung von Nicolaus Hagg
nach dem Roman „CELLA oder die Überwinder“
von Franz Werfel
Premiere: 5. Juli 2017,
besucht wurde die Generalprobe

Copyright: Festspiele Reichenau

Muss man Romane dramatisieren? Nein. Man muss absolut nicht. Dennoch geschieht es allerorten. Am Burgtheater. An der Josefstadt. Und seit vielen Jahren in Reichenau. Sei’s drum, ob es gut ausgeht oder nicht, ist Glückssache, jedenfalls ist der Prozentsatz des Geglückten nicht hoch.

Immerhin – im nächsten Jahr will Reichenau den Scott-Fitzgerald-Dichter-und-Säufer-Roman „Die Schönen und Verdammten“ auf die Bühne bringen. Da ist uns Franz Werfel – mit seiner Alma auch einst Semmering-Bewohner – schon näher. Nicht, dass „Cella oder die Überwinder“ zu seinen großen Büchern zählte. Aber wenn man es denn schon „spielen“ muss, dann heuer, wo mit „80 Jahre nach dem Anschluß“ immerhin ein Gedenkjahr gegeben ist. Schließlich begibt sich die Handlung des Buches rund um jenen „Gott schütze Österreich“-März 1938…

Zum Bericht von Renate Wagner

Der Präsident der Münchner Musikhochschule zu Umgang mit Missbrauchsfällen „Wir wollen noch besser werden“
Es gibt einiges aufzuarbeiten an der Hochschule für Musik und Theater. Der ehemalige Präsident der Hochschule, Siegfried Mauser, wurde wegen sexueller Nötigung zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde bekannt, dass die Hochschule Daten einer Umfrage zu sexuellem Missbrauch zurückgehalten hat. Der wiedergewählte Präsident Bernd Redmann will sich nun für einen neuen Umgang mit dem Thema einsetzen
BR-Klassik

Österreich/ Innenpolitik: 12-Stunden-Tag: Was das neue Gesetz für Arbeitnehmer bedeutet
Flexible Arbeitszeit oder höhere Belastung durch 12-Stunden-Tage? Was das von der Regierung beschlossene Gesetz für Auswirkungen hat.
Tiroler Tageszeitung

Gegenüber unserer Online-Galerie befindet sich eine große Baustelle. Als ich mich gestern auf den Weg nach Baden zum Konzert machte –  es war  18,30 h – herrschte noch reger Betrieb auf der Baustelle. Arbeitsbeginn ist 6,30 h.

Heute früh war kein Mensch auf der Baustelle zu sehen – Freitag ist der Tag, den man zum verlängerten Wochenende heranziehen kann. Und die Möglichkeit wird auch genützt!

Dieser Tage habe ich mit einem Arbeiter gesprochen, der freiwillig (da noch kein Gesetz) auf dieser Basis arbeitet. Und zwar begeistert, denn drei Tage Wochenende sind großartig, zumal die Familie 200 km entfernt wohnt. War er demonstrieren?  Nein, er hatte keine Zeit – obwohl er von der Gewerkschaft gelöchert wurde.

Heute geht die Fußball-WM in die entscheidene Phase – die Semifinalisten werden ermittelt.

Kann Uruquay Frankreich besiegen? Eher nicht, obwohl ich es gerne erleben würde. In Uruquay leben keine 4 Millionen Menschen! Auch Belgien ist nicht groß. Die Chancen gegen Brasilien stehen aber nicht schlecht. Brasilien hat durch die peinlichen „Sterbeszenen“ von Neymar viele Sympathien verloren – wie ich gestern beim „Karl-Wirt“ bei mir ums Eck feststellen konnte. Als ihm ein Mexikaner leicht auf den Fuß stieg (gewiss war das eine Unsportlichkeit, aber trotzdem völlig harmlos) war man im Stadion schon geneigt, nach einem Priester für Neymar zu rufen, so herzzerreissend hat er sich auf dem Rasen gewälzt.

Eine heute veröffentlichte Statstik beweist, dass Neymar bei dieser WM bereits 14 (!) Minuten mit schmerzverzerrter Miene auf dem Stadionboden gelegen hat, eine Komödie in bereits 5 oder 6 Akten. Das ist Weltrekord!

Ein zweites Mal geht so eine Einlage hoffentlich nicht mehr durch!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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