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6. JÄNNER 2021 – Mittwoch, „Dreikönigstag“

06.01.2021 | Tageskommentar

 

Als Heilige Drei Könige oder Weise aus dem Morgenland bezeichnet die christliche Tradition die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums (Mt 2 EU) erwähnten „Sterndeuter“ (im griechischen Ausgangstext Μάγοι, Magoi, wörtlich „Magier“), die durch den Stern von Betlehem zu Jesus geführt wurden. Im Neuen Testament werden sie nicht als „Könige“ bezeichnet, auch gibt es keine Angabe über ihre Anzahl. Diese Angaben entstammen einer umfangreichen Legendenbildung, die erst im späten 3. Jahrhundert ihren Anfang nahm.
Die orthodoxe Kirche feiern  Christi Geburt erst heute, am 6. und 7. Jänner. Der Grund dafür sind unterschiedliche Kalender.

Die derzeitige Situation an der Wiener Staatsoper. Bogdan Roscic informiert.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebes Publikum,

im Namen der Wiener Staatsoper wünsche ich Ihnen ein gutes, gesundes Neues Jahr 2021.

In den Wochen rund um den Jahreswechsel haben wir an einer Adaption unseres Jänner-Spielplans gearbeitet, der die Vorgaben der Bundesregierung, unter anderem ein Einhalten der Ausgangsbeschränkungen ab 20.00 Uhr, berücksichtigen sollte. An den Wochenenden 22.-24. und 29.-31. Jänner hätten wir somit ein überarbeitetes Programm sowohl an den Vor- wie auch an den Nachmittagen angeboten.

Heute wollten wir Ihnen diesen Spielplan vorstellen, der aber, wie so vieles andere, in der Zwischenzeit hinfällig geworden ist. Der politische Streit um das sogenannte „Freitesten“ bedeutet, dass das erste von uns geplante Wochenende 22.-24. Jänner nicht stattfinden kann.

Was wir stattdessen machen werden, ist eine Verlängerung unserer gemeinsamen Aktion mit dem ORF, durch die schon im Dezember ein sehr breites Publikum erreicht werden konnte. Im Jänner wird nun nicht nur Piotr Beczalas Wiener Rollendebüt als Werther ausgestrahlt (10. Jänner, 20.15 Uhr, ORF III), sondern wir werden auch am 22. Jänner eine Wiederaufnahme von Nabucco mit Plácido Domingo rund um dessen 80. Geburtstag spielen. Leider ohne Publikum, aber für die TV Kameras. ORF III wird die Aufzeichnung am 24. Jänner um 20.15 Uhr ausstrahlen.

Wann nun für die Theater das tatsächliche Ende des Lockdowns kommen wird, ist immer noch offen und wird wohl auch von der Entwicklung der aktuellen Corona-Zahlen abhängen. Es ist uns daher nicht einmal möglich, Ihnen heute zu sagen, was wir im Jänner noch anbieten werden können. Zu den Rahmenbedingungen für unsere Aktivitäten im Februar, darunter immerhin die Premiere einer neuen Carmen, ist uns ebenfalls nichts bekannt.

Sobald wir wissen, dass – und unter welchen Bedingungen – wir das Haus wieder für Publikum öffnen dürfen, werden wir Sie umgehend informieren. Bis dahin kann ich Sie nur um Geduld und Verständnis ersuchen.

Ich danke Ihnen für Ihre Treue zur Wiener Staatsoper und freue mich, Sie endlich wieder persönlich im Haus am Ring begrüßen zu dürfen.

Bogdan Roscic

Bekommen Theaterbesucher, die wegen Fehlens eines nicht negativen Corona-Tests nicht in das Theater belassen werden, ihr Eintrittsgeld zurück?

 

Diese Frage gilt es, so wie viele andere, zu klären!

Eines ist klar, ein Covid-Test ergibt nur dann Sinn, wenn er sozusagen „brandaktuell“ ist ( genau genommen nicht einmal dann). Karten im Vorverkauf müssen aber früher gekauft werden, zu einem Zeitpunkt, an dem die Besucher keine Kenntnis von ihrem „Covid-Stand“ haben.

Gesetzt den Fall, die Kunden sind „besuchsbereit“, das Theater weist sie aber ab, ist nicht bereit bzw. gesetzlich nicht in der Lage, seine Leistung dem Kunden gegenüber zu erbringen! Was geschieht dann mit den Eintrittskarten?

Wenn ich eine Leistung nicht erbringen kann bzw. will, darf ich auch keine Gegenleistung im Form des Eintrittspreises entgegennehmen!

Rechtlich ist das eigentlich ein klarer Fall. Was aber ist klar in diesem Chaos, in dem wir uns befinden?

Leserin Sheryl C. wirft diese Frage auf:

… Der Verkaufsmodus MUSS sich ändern, sollte BK Kurz und Co. die Notwendigkeit von negativen Covid-Testergebnissen für Kulturveranstaltungen durchsetzen.

Dieses Anliegen betrifft ALLE Kulturveranstalter, angefangen mit den Bundestheatern bis zum letzten, kleinen Theater im Lande.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß z.B. weder in Florenz bei Maggio Musicale noch in Barcelona beim Liceu solche Testergebnisse verlangt werden.  Beide Theater betreiben ein Sicherheitsprotokoll, ähnlich dem im Musikverein und in Grafenegg im Sommer 2020.

…Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass das Konzerthaus (sowie auch alle anderen Veranstalter) in Zukunft (solange eine Testung Bedingung ist) alle Kunden darauf aufmerksam machen muss, dass der Einlass ins Konzert von einem Covid-Test (PCR oder Antigen) abhängen wird. 

Wenn ein negatives Testergebnis Bedingung für den Veranstaltungsbesuch  wird, bedeutet das bereits  finanzielle Ausgaben für die Besucher, die diese nicht rückerstattet bekommen, die sozusagen Teil ihres Risikos sind. Wer wird unter solchen Voraussetzungen Karten zu kaufen? Zumindest MUSS jeder Besucher das Recht haben  zu erfahren, unter welchen Voraussetzungen die Karten verkauft werden und ob die Rückerstattung des Eintrittspreises „im Fall des Falles“ gesichert ist. Das wäre das Risiko, das die Theater zu tragen hätten. Bei den Bundestheatern ist klar, dass der Eigentümer (Staat, sprich Steuerzahler) die Stelle ist, an der sich die Theater schadlos halten können bzw. auch schadlos halten werden. Was aber ist bei den anderen Theatern und sonstigen Veranstaltern?

Diese Frage gehört dringend geklärt, ein Blindflug ist weder den Besuchern noch den Theatern zuzumuten!

Wiener sagen: „Es ist ohnedies bereits alles wurscht, wenn die Kuh hin ist, kann das Kalb auch hin sein“. Wer behält in diesem Chaos noch die Übersicht? Auf keinen Fall der eigentlich zuständige Vizekanzler und die ihm „aufs Auge gedrückte“ Kultur-Staatssekretärin!

Einnwurf aus dem Leserkreis (W.B.): Mir scheint die Lage (laienjuristisch) ganz einfach: der Geschäftsvorgang ist rück-abzuwickeln, weil die Bedingungen des Kaufes nicht mehr Bestand haben. Vorab verkaufte/gekaufte Karten hatten eine andere Geschäftsgundlage, die nun nicht mehr existiert. (Zitat Ende)

Das sehe ich auch so. Es wird aber möglicherweise eingewendet werden (die zuständigen Stellen haben ja tolle Juristen, wie sich jeden Tag immer eindringlicher  herausstellt), dass am positiven Test der Kartenkäufer selbst schuld ist. Damit begeben wir uns aber auf gefährliches Terrain, denn dann würde auch jeder Erkrankte an seiner Krankheit selbst schuld sein und zum Schadenersatz herangezogen werden dürfen!

Wird der Kartenkauf zum Glücksspiel? Haben die Theater überhaupt eine Glücksspiel-Lizenz? 

Leserbrief
Riccardo Mutis Aufruf an die Regierenden
Salzburger Nachrichten

Gastkommentar: Die gekränkte Gesellschaft
In Sachen Corona kommt es nicht darauf an, was die Dinge mit uns, sondern was wir mit den Dingen machen

...Es liegt im Wesen einer auf technologischen Fortschritt gebauten Gesellschaft, dass sie sich für unverwundbar hält. Die Corona-Pandemie macht dem Glauben an die Machbarkeit einen dicken Strich durch die Rechnung. Es fällt uns schwer, Schwäche einzugestehen.

Es liegt im Wesen einer auf technologischen Fortschritt gebauten Gesellschaft, dass sie sich für unverwundbar hält. Die Corona-Pandemie macht dem Glauben an die Machbarkeit einen dicken Strich durch die Rechnung. Es fällt uns schwer, Schwäche einzugestehen. Eine naheliegende, aber selten gegebene Antwort wäre: „Wir alle sind gekränkt“…
Neue Zürcher Zeitung

Interview
André Heller: „Gestorben aus Dummheit, Habgier, Hybris …“
Der Poet und Ermöglicher unter anderem über die Auswirkungen der Pandemie, die Zeitenwende und den herzlosen Kanzler.
Kurier

Die Lockdowns beflügeln die Kreativität

„Hereinspaziert“, meine Damen und Herren, Sie sind jetzt meine mit großer Freude erwarteten Gäste und ganz herzlich willkommen. Fühlen Sie sich bitte bei mir wie zu Hause, obwohl ich Ihnen kein Glas Wein oder Wasser reichen kann. Wir müssen ja Abstand halten.“

Das aber ist gar nicht schwierig. Denn bei dieser imaginären Begrüßung sitze ich daheim vor dem großen Bildschirm, und meine Gäste sind weit entfernt. Mitunter trennen uns tausende Kilometer. Die während des Corona-Lockdowns deutlich verbesserte Technik überwindet diese Entfernung jedoch blitzschnell.

Dementsprechend hat das Streamen einen Aufschwung sondergleichen erlebt, und Kulturfans haben allen Anlass, dieses Angebot dankbar anzunehmen, wenn live-Erlebnisse unmöglich sind. Manches lernen lässt sich daraus außerdem…

Ursula Wiegand lässt Sie an ihren Erkenntnissen teilhaben.

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Oper Graz: Das war das Neujahrskonzert 2021

 

Schwelgen Sie noch einmal im Neujahrskonzert 2021 der Oper Graz!

Unter dem Motto „La Dolce Vita“ starteten die Grazer Philharmoniker unter der Leitung von Chefdirigent Roland Kluttig am 1. Jänner 2021 in das neue Jahr. Erleben Sie diesen schwungvollen Jahresbeginn noch bis zum 10. Jänner 2021 unter diesem Link.

LINK ZUM VIDEO

Lesen Sie mehr im Programmheft zum Konzert

Musikalische Leitung: Roland Kluttig
Gesang: Piotr Buszewski
Flöte: Vanessa Latzko, Oboe: Kamen Nikolov
Grazer Philharmoniker
Moderation: Gerhard Hafner
Livestream vom 1. Jan 2021: Reziprok

SIRENE OPERNTHEATER: „Die Verwechslung“ als Stream zu erleben

Verfilmung der gleichnamigen Kammeroper (UA)

Text. Helga Utz | Musik. Thomas Desi | Regie. Kristine Tornquist | sirene Operntheater für Wien Modern 33

Copyright: Kristine Tornquist

Die Verwechslung hätte eine Oper werden sollen. Die Uraufführung war beim Festival Wien modern im November 2020 geplant. Dazu ist es nicht gekommen, aber die Produzenten – Kristine Tornquist und Jury Everhartz vom sirene Operntheater – haben einen Film daraus gemacht.

Der Film kann gesehen werden auf den Seiten von:

sirene Operntheater | Wien Modern | œnm | F23 | Youtube | Vimeo

MÜNCHEN/ Bayerische Staatsoper: Online-Premiere: „Paradigma“ mit dem Bayerischen Staatsballett 4.1.2021

Online-Premiere: „Paradigma“ mit dem Bayerischen Staatsballett im Nationaltheater am 4. Januar 2021/MÜNCHEN 

Als Erzählung mit beispielhaftem Charakter präsentiert hier das Bayerische Staatsballett drei interessante choreographische Arbeiten. „Broken Fall“ in der Choreographie von Russell Maliphant (Musik: Barry Adamson) spielt raffiniert mit Hebe-, Fall- und Wurffiguren in den verschiedensten Variationen. Manchmal ist es auch ein facettenreiches Spiel mit dem Loslassen.

 

Zum Bericht von Alexander Walther

„Paradigma“ – Ich werde mir dieses Stück – hoffentlich bald – im Nationaltheater live anschauen
Bayerische Staatsoper, München, Stream am 4. Januar 2021 der Premieren-Aufführung ohne Publikum vom 18.12.2020
Rezension des Videostreams: Montagsstück VIII: Paradigma (Ballett)
von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

Berlin/ Netzkultur
Gorki Theater streamt Antifaschismus-Stück
„Schwarzer Block“ von Kevin Ritterberger steht diese Woche zweimal am virtuellen Spielplan.
Wiener Zeitung

TV/ Film

Inge Maux: „Ich will hinter meinen Rollen verschwinden“

Inge Maux. Foto: privat

Die oberösterreichische Schauspielerin Inge Maux ist stark im Fernsehen unterwegs
https://volksblatt.at/inge-maux-ich-will-hinter-meinen-rollen-verschwinden/

Rowan Atkinson findet Rolle des Mr. Bean „stressig und anstrengend“
Dennoch würde der 66-Jährige nochmals in die Rolle des Blackadder schlüpfen.
Wiener Zeitung

Vorsicht, Satire (muss man leider schon extra dazuschreiben)

Als Fußballschiedsrichter habe ich gelernt: Wenn die Fans an den Zäunen hängen und einen wüst beschimpfen, dann ist das „Berufsrisiko“ und nicht wirklich schlimm – besonders für einen, dem die Rolle des „Buh-Mannes“ eigentlich sogar gefällt.

Schlimm wird es – und das tut furchtbar weh, wenn die Leute nicht mehr schimpfen – wenn sie nur noch lachen!

Gestern landete ein Zeitungsbeitrag bei mir, von dem der Übermittler angenommen hat, dass geschilderte Zustände sich so zugetragen haben, er es den handelnden Personen also zutraut! Ich habe das natürlich sofort als Satire erkannt, aber es ist schlimm, wenn man darüber erst einmal nachdenken muss. Das tut weh, die genannten Personen müssten vor Schmerzen laut schreien:

Hoffentlich nicht wahr, aber nicht subventionierte Zeitungen trauen es ihm zu:
Gelben Zettel verloren: Anschober kommt nicht an 60.000 Impfdosen in Post-Abholbox
Die Tagespresse

Wien/ Impfskandal?
Das ist jetzt schon weniger lustig und auch Realität

Übriggebliebene Impfdosen in Eigenregie verimpft: Auch an IKG-Präsident Deutsch
Bei der Corona-Impfung im Maimonides-Zentrum blieben Impfdosen übrig. Erhalten haben sie auch Unter-30-Jährige und Mitglieder des IKG-Vorstands. Präsident Deutsch entschuldigt sich.
Kurier

Und das ist nun ein Grenzfall. Soll man darüber lachen – oder soll man sich ärgern?

Sonn-derbar? Solis in Wien haben trotz Lockdowns offen
Null Sonnenstunden gab es im neuen Jahr bisher in Wien. Die Solarien haben trotz Corona und Lockdowns offen – und freuen sich über regen Zulauf.

Wir hatten im heurigen Jahr bisher keine einzige Sonnenstunde in Wien“, bestätigen die Meteorologen der Hohen Warte. Auch für die Sonne gibt es zwischen abgesagten Silvesterfeiern und Lockdown-Verlängerung offenbar nichts zu lachen. Und mit nur 29 Sonnenstunden – im Schnitt sind es normalerweise 52 – war auch der vergangene Dezember mehr wolkig als heiter.

Heute.at

Wie dem auch sei, wenn Sie Humor haben, dann behalten Sie diesen. Wenn Sie humorbefreit sind, dürfen Sie diese Eigenschaft auch behalten – nur bitte nicht weitergeben, das soll ansteckend sein.

Wenn Ihnen meine Art von Humor fehlt oder gar missfällt, (der ist auch nicht jedermanns Sache), dann empfehlen Sie mich bitte nicht an Gleichgesinnte weiter! So einfach kann das Leben sein!

Schönen Tag

A.C.

 

 

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