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6. JÄNNER 2020 – Montag / Feiertag Hl. Drei Könige)

06.01.2020 | Tageskommentar

Probenbeginn an der Mailänder Scala: ROMEO ET JULIETTE  unter Lorenzo Viotti, mit Diana Damrau und Vittorio Grigolo

An der Met ist Vittorio Grigolo derzeit ausgesperrt (in London auch?), Wien und Mailand ist das herzlich egal.

ZU INSTAGRAM  (noch ein zweites Foto)

Wiener Staatsoper: Bericht zur gestrigen Nachmittagsvorstellung „Hänsel und Gretel“ online (5.1.)

Alle Partien sind Hausbesetzungen, die sich gut aufeinander abgestimmt erweisen. Es ist wohl kein Abend – pardon: Nachmittag – der großen Stimmen. Geboten wird dafür aber eine insgesamt fein ausgewogene Ensembleleistung, die das musikalisch oft zu Unrecht unterschätzte Werk vor allem von innen her erstrahlen und leuchten lässt.

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Haben Sie sich die Dokumentation „Oper ein knallhartes Geschäft angesehen?

Wenn nicht, dann stelle ich nochmals den Link dazu ein:

Bereits in der 3SAT Mediathek: Oper – das knallharte Geschäft
Man kennt sie, die großen Stars der Opernwelt, von Anna Netrebko bis Cecilia Bartoli, von Jonas Kaufmann bis Rolando Villazon. Sie alle haben mal klein angefangen, irgendwann studiert und dann den großen Sprung geschafft auf die Weltbühnen der Opern- und Konzerthäuser. Doch wie ist ihnen das gelungen? Wie wird man zum Opernstar? Warum schaffen es die einen, und andere nicht?
https://www.3sat.de/kultur/kulturdoku/oper-das-knallharte-geschaeft-100.html

Interessant und erschreckend zugleich: 90 % der Absolventen der Musikhochschulen in Deutschland schaffen nie ein Festengagement an einem Opernhaus, nur die Besten, Robustesten, Glücklichsten haben eine Chance. Zeitlebens ist der Beruf mit einer Unsicherheit behaftet, was die Existenz betrifft. Zitat aus dem Bericht: „Die Hochschulen bilden professionelle Arbeitslose aus“. Eigentlich dürfte man den Schritt nur wagen, wenn man durch die Familie abgesichert ist, notfalls aufgefangen wird. Selbst Jonas Kaufmann hatte zu Beginn seiner Laufbahn Zweifel, dachte auch über Alternativen nach.

Ganz schrecklich war für mich aber die Aussage des Frankfurter Intendanten und neuerdings „Erlkönigs“ Bernd Loebe: „Wenn ich ein Vorsingen von Absolventen amerikanischer Musikhochschulen veranstalte, könnte ich von 20 Sängern 19 sofort engagieren. Bei Absolventen deutscher Ausbildungsinstitute ist das Verhältnis genau umgekehrt: Von 20 Kandidaten könnte ich guten Gewissens nur einen einzigen nehmen„!

Wie das? Ist die Ausbildung so schlecht? Ich maße mir da kein Urteil an. Mit der Mentalität mag es aber doch zusammenhängen. Amerikaner, Koreaner, Russen etc. gehen die Ausbildung viel konzentrierter an, sie wissen, sehr viele Chancen tun sich nicht auf.

Auch Piotr Beczala meldet sich zu Wort: „Die oft in ihrer eigenen Karierre gescheiterten Lehrer mögen ausgebildete Gesangslehrer sein – das ist eigentlich absurd. Diese Lehrer unterrichten nicht Gesang, sondern ihre eigenen Komplexe“!

Die Zahlen aus Wien, dem Wunschort der musikalischen Ausbildung allein des Namens wegen, kenne ich nicht. Mir tut aber jede/ jeder leid, die/der zu kämpfen hat, deshalb biete ich oft genug Unterstützung an . Früher habe ich sogar Teile der Ausbildungskosten übernommen – eigentlich ziemlich erfolglos. Einen Star durfte ich noch nie unterstützen!

AKTUELL IN UNSERER WEBSEITE: DIE GEBURTSTAGE JÄNNER 2020 IN UNSEREN „JUBILÄEN“ SIND ONLINE

10.1. Sherrill MILNES wird 85

 Der Sohn eines Farmers studierte an der Drake University in Des Moines. Während seiner Ausbildung spielte er zeitweilig Kontrabass in einer Tanzband um damit seine Gesangstudien finanzieren zu können. Seine Stimme wurde durch Boris Goldovsky in Tanglewood ausgebildet. Er trat frühzeitig bei der Tanglewood Opera Company in kleinen Rollen auf…

ZU DEN GEBURTSTAGEN/ JUBILÄEN

NEU IN UNSEREN KRITIKEN: „LA CENERENTOLA“ GROSS „IN MODE“

ZÜRICH/ 3. Vorstellung der Wiederaufnahme-Serie: Cecilia Bartolis Angiolina ist ein Erlebnis. Hebt sich der Vorhang, kniet sie, wie es der Name sagt, als engelsgleiche Erscheinung vor dem Kamin und putzt die Schuhe der Schwestern. Die technische Perfektion, die unglaublichen Farben, die Koloraturen, alles, was ihre Stimme ausmacht ist unverändert da und wird durch ihr charmantes, absolut natürliches Spiel unterstützt. Javier Camarena ist ihr Prinz, singt aber wie ein Kaiser. Mit absoluter technischer Perfektion und unglaublichem Atem gestaltet er seine Partie. Die Koloraturen, die Piani, die Fiorituren, das Messa di voce: schlicht meisterhaft! Nach „Sì, ritrovarla io giuro“ orkanartiger Applaus: für ein „Bis“ hat es ganz knapp nicht gereicht. Aber es gibt ja noch eine Vorstellung…

Zum Bericht von Jan Krobot

STUTTGART: LA CENERENTOLA-Wiederaufnahme

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Petr Nekoranec, Diana Haller. Foto: Martin Sigmund

Wenn Angelina in ihrem finalen Glück das schon bereit gehaltene Brautkleid abweist und mit ihrem sich seiner Krawatte entledigt habenden Prinzen den Schauplatz verlässt, erhöht dieser bescheidene Zug noch die Sympathie für das seinem Dienstboten-Schicksal entkommene Aschenputtel. Eine der positiven Ideen in Andrea Moses Inszenierung, die zusammen mit vielen anderen Details für einige übertrieben klamaukvolle und von den Solisten zu sehr ablenkenden Aktivitäten der individuell gezeichneten und vokal bestens aufgelegten Herren des Staatsopernchores ( Einstudierung: Bernhard Moncado) versöhnt. Die 2013 entstandene Produktion erwies sich auch bei dieser 47.Vorstellung als zumeist köstliche Unterhaltung in Stück bezogenem gegenwärtigen Gewande (Bühne: Susanne Gschwender, Kostüme: Werner Pick)…

Zum Bericht von Udo Klebes

SCHWERIN: „ANDREA CHENIER“ – letzte Vorstellung am 3.1.


Zurab Zurabishvili in der Titelrolle tritt als „moderner“ Literat ohne Perücke und in langem Mantel auf. Foto: Silke Winkler

Als in Roman Hovenbitzers Inszenierung des Revolutionsdramas in Schwerin Maddalena de Coigny im dritten Akt das Messer ergreift und gegen Gérard richtet, wähnt man sich für einen Moment in „Tosca“ – aber die Entwicklung nimmt einen anderen Gang: Carlo Gérard, der Diener, der einst auf dem Schloss der Coignys die hungernden Bauern angeführt und sich gegen die Willkür des hedonistischen Adels aufgelehnt hat, ist sich sehr wohl bewusst, dass er seinen einstigen Kampf gegen das Elend und für das „Gewissen der Menschheit“ und den „Geist der Wahrheit“ jetzt nur noch für gemeinen Hass und seine Begierde führt…

Zum Bericht von Werner Häußner

Koblenz
Søren Nils Eichbergs Oper „Wolf unter Wölfen“ in Koblenz uraufgeführt
Neue Musikzeitung/nmz.de

Wuppertal
Uraufführung: ›Chaosmos‹ von Marc Sinan / Tobias Rausch / Konrad Kästner im Opernhaus Wuppertal / in der Reihe on stage
Premiere: Sa. 11. Januar 2020, 19:30 Uhr, Opernhaus. ›Chaosmos‹ ist eine interaktive Logistik-Oper über das Wesen des Menschen permanent und zwanghaft Ordnung erschaffen und zerstören zu wollen. Die Oper wird zum Logistikzentrum. Hier arbeiten Jay und Joe, sie fahren mit ihrem Gabelstapler Kisten ohne Unterlass hin und her. In jeder Box befindet sich dabei ein Teil der Partitur, die eine Geschichte erzählt. Joe sortiert die Geschichten, Jay bringt sie durcheinander. Dadurch entstehen permanent neue Muster auf der Bühne.
https://www.theaterkompass.de/beitraege/urauffuehrung-chaosmos-von-marc

SAMSTAG IN MÜNCHEN:

TERMIN BITTE VORMERKEN: LIEDERABEND MARYNA LOPEZ (MEZZOSOPRAN) BEIM „ONLINE-MERKER“ – 28. FEBRUAR 2020 um 19 h


Maryna Lopez
Robert Schumann: Dichterliebe Opus 48.

Liederkreis aus Heinrich Heines „Buch der Lieder“.

Die  Dichterliebe op. 48 ist Robert Schumanns umfangreichste Vertonung eines Textes von Heinrich Heine und wird den bedeutendsten Liederzyklen der Romantik zugeornet.

Maryna Lopez (Mezzosopran

Adolfo Lopez (Klavier)

Bildergebnis für robert schumann dichterliebe

Impressionen aus der Türkei (3)
Text: Renate Wagner / Fotos: Heiner Wesemann

Auf den Spuren der Hethiter


Museum/ Steinkopf. Foto: Wesemann

Die Ägypter haben die Pyramiden, die Pharaonen, die Hieroglyphen und eine im Ganzen überwältigende Kultur. Der Irak hätte, wenn man ihn denn bereisen könnte (nicht mehr in diesem Leben vermutlich) die Babylonier und die Assyrer. Die Türkei hat die Hethiter, die dritte große alte Hochkultur der Antike, und über sie weiß man weniger als von allen anderen. Wie kommt das schon wieder?


Renate Wagner auf Besichtigungstour. Foto: Wesemann

Dem Reisenden, der sich den Nahen Osten vorgenommen hat, kommen die Hethiter erst einmal auf Umwegen unter. Wie glorios zelebriert sich Ramses II. doch in dem Tempel von Abu Simbel auf einem Relief, das bescheidene 17 Meter lang und 9 Meter hoch ist, als Sieger in der Schlacht von Kadesch gegen die Hethiter! Da braust er auf einem Streitwagen dahin, packt die Verlierer gleich mehrere auf einmal am Schopf. Und auch in seinem Ramesseum wird des Ereignisses ausführlich gedacht. Ganz so toll ist die Schlacht zwar nicht ausgegangen, aber das erfährt man erst bei näherer Recherche, die unvermeidlich ist, wenn man sich mit den Hethitern auseinander setzt…

Mehr in unseren heutigen „Infos des Tages“ oder mit den vorhergehenden Berichten zusammengefasst in „Reise und Kultur/ Feuilleton

Impressionen aus der Türkei

„Oma-Gate“ des WDR

Lassen wir die „Neue Zürcher Zeitung“ einen Blick auf das „Oma-Gate“ werfen.

«Der andere Blick»: Warum Deutschlands öffentlich-rechtliche Riesensender eine Schrumpfkur benötigen
Das «Oma-Gate» des Westdeutschen Rundfunks war kein Ausrutscher. Die grösste gebührenfinanzierte Anstalt des Landes begreift sich als weltanschauliche Orientierungsmaschine, die dem Publikum die Teilnahme an gesellschaftlichen Leben überhaupt erst möglich macht. Ihre Anmassung ist Programm.
Neue Zürcher Zeitung

Österreich: Lunaceks heikle Kulturexpedition
Dass die Kunst- und Kultur-Agenden in ein Staatssekretariat abwandern, sorgt für Unmut. Institutionen kritisieren die kulturellen Vorhaben der neuen Regierung
Der Standard

Um diesen Job beneide ich Frau Lunacek nicht. Den „Institutionen“ kann man es nie recht machen, zudem war bereits eine andere Kulturoberste im Gespräch, die natürlich ebenso kritisiert worden wäre.

Ich wünsche einen schönen Ausklang der Feiertagswelle und freue mich auf den Normalzustand!

A.C.

 

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