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6. DEZEMBER 2018

06.12.2018 | Tageskommentar

Ab heute: Nabucco an der Wiener Staatsoper

 Ab dem heutigen Donnerstag, 6. Dezember 2018 zeigt die Wiener Staatsoper wieder Verdis Nabucco: In der Titelpartie gibt der international gefragte italienische Bariton Luca Salsi sein Debüt im Haus am Ring. Erstmals verkörpern an der Wiener Staatsoper Liudmyla Monastyrska die Abigaille, Szilvia Vörös (anstelle von Margarita Gritskova) die Fenena und Leonardo Navarro den Abdallo. Ain Anger ist als Zaccaria zu erleben und Olga Bezsmertna als Anna. Lukhanyo Moyake, neu im Ensemble, stellt sich als Ismaele dem Staatsopernpublikum vor.

Es dirigiert: Paolo Carignani.
Reprisen: 9. und 12. Dezember

Wiener Staatsoper: „Die Weiden“  erste Meinungen zum Werk nach der Generalprobe

Ich kann noch so diverse mediale Ausritte des Komponisten als „Patschertheiten“ empfinden, an der Einschätzung seiner Arbeit darf das nichts ändern. Der Maurer in unserer Online-Galerie (nein, nicht der im dunklen Anzug) leistet hervorragende Arbeit, da ist mir völlig egal, was er dabei Politisches vor sich hinbrabbelt.

Also, erster Eindruck nach der Generalprobe: ja, „Die Weiden“ werden ein toller Erfolg, weil es 1.) wirklich sehr gut ins Szene gesetzt ist,  2.) starke, berührende Bilder zu sehen sind und 3.) musikalisch sehr Packendes dabei ist.

Die große Gefahr in dieser ja grundsätzlich begrüßenswerten Uraufführung liegt anderswo. Um das einschätzen zu können,  müssen wir  erst die Premiere abwarten.

INTERVIEW- SERIE ZU „DIE WEIDEN“: ANDREA CARROLL – ihre Oma war eine Wienerin…

Andrea Carroll, die schwarzhaarige Schönheit der Wiener Staatsoper mit dem exotischen Flair einer Maya-Prinzessin, verkörpert in der Uraufführung von „Die Weiden“ die zweite weibliche Hauptrolle – Kitty, die Fremde, die das Publikum irritieren und zweifellos auch faszinieren wird. Frisch verheiratet mit einem in Österreich lebenden Deutschen, Enkelin einer emigrierten Wienerin, wird Andrea Carroll nun vermutlich hier sesshaft werden.

Das Gespräch führte Renate Wagner in englischer Sprache

Andrea Carroll. Copyright: Carroll

Renate Wagner sprach mit Andrea Carroll: Frau Carroll, Sie sind seit der Saison 2015/16 an der Wiener Staatsoper engagiert und haben 2015 auf Anhieb eine Premiere und eine Hauptrolle bekommen – die Fatima in „Fatima, oder von den mutigen Kindern“ von Johanna Doderer. Und nun kreieren Sie in der Uraufführung von „Die Weiden“ die Kitty. Moderne Musik, Rollen ohne Vorbild – Ihre Kollegen empfinden das als große Herausforderung. Wie spannend ist das für Sie?

Natürlich versuche ich grundsätzlich jeder Rolle mein persönliches Profil zu geben, aber wenn man eine Gilda, eine Susanna singt, dann haben das Tausende Sängerinnen vor einem getan und das Publikum hat seine Vergleichsmöglichkeiten. In diesem Sinn sind ganz neue Rollen eine Chance. Was die Fatima betrifft, so muss ich ehrlich sagen, dass ich gar nicht für die Premiere vorgesehen war, sondern Aida Garifullina, aber als sie nicht konnte, war ich an der Reihe, und das war natürlich großartig, so ganz neu an einem Haus, wo man als Page in „Rigoletto“ begonnen hat. „Fatima“ war allerdings eine Kinderoper im Märchengewand – die Kitty in „Die Weiden“ ist etwas anders….

…Wien spielt in Ihrer Familiengeschichte eine besondere Rolle?

Meine Großmutter und ihre Familie konnten wirklich in letzter Minute aus Europa fliehen und landeten erst einmal in Chile. Dort hat Großmutter ihren Mann kennen gelernt, der ein Flüchtling aus Ungarn war. Ihr Sohn, mein Vater, wurde dann in Rom geboren – und er hat eine Guatemaltekin geheiratet. Daher kommt mein Aussehen, das die Leute dazu bringt, mich ein wenig schief anzusehen und sich zu fragen, woher ich wohl komme. Viele tippen auf Persien, aber ein Teil von mir ist südamerikanisch, der andere sehr europäisch…

ZUM INTERVIEW

WIEN/ Lutherische Stadtkirche: BENEFIZ-WEIHNACHTSKONZERT CLEMENS UNTERREINER UND SEINE EHRENGÄSTE

Stephanie Houtzeel, Günther Groissböck, Dominique Meyer, Clemens Unterreiner mit dem Scheck. Foto: privat

ZUM KONZERTBERICHT von Maria und Johann Jahnas

Das Unterreiner-Adventkonzert ist schon zu einem Fixpunkt in Wien geworden. Gemerkt hat das auch Elena Habermann vom „Merker-Kunstsalon“, die ihr Adventkonzert in der Gatterburggasse just zum Unterreiner-Termin angesetzt hat. Letzlich fand sich zwar dennoch eine ansehliche Zahl von Besuchern in der Gatterburggasse ein, im nächsten Jahr muss freilich der Termin abgestimmt werden.

Wiener Volksoper: Musical-Star Drew Sarich an der Volksoper
Der Sänger im Gespräch über eine ungewohnte Rolle, über Proben mit Popstars und Boxen mit Wladimir Klitschko.
Wiener Zeitung

„Wonderful Town“: Ab 9. Dezember an der Volksoper,
Regie: Matthias Davids; Dirigent: James Holmes

OPER FRANKFURT: DER KURZFILM ZU „I PURITANI“  IST FREIGESCHALTET

Brenda Rae. Copyright: Barbara Aumüller

Der Kurzfilm von Thiemo Hehl zur Neuinszenierung von Vincenzo Bellinis I puritani / Die Puritaner (Musikalische Leitung: Tito Ceccherini; Inszenierung: Vincent Boussard) im Internetauftritt der Oper Frankfurt ist freigeschaltet: 

https://oper-frankfurt.de/de/mediathek/?id_media=166

Wiener Konzerthaus: Schuldenberg abgebaut
Wiener Konzerthaus kann seinen Kredit dank Stadt und Bund tilgen.

Auszug aus „Wiener Zeitung“: Es war eine Frage, die seit Jahren routinemäßig gestellt wurde: Wann kommt der Tag, an dem das Wiener Konzerthaus von seiner Schuldenlast befreit sein wird? Man arbeite an einer Lösung, antworteten die wechselnden Intendanten darauf ebenso routiniert. Wirklich konkret wurden die Auskünfte aber nie.

Umso überraschender, dass das Problem nun tatsächlich gemeistert ist. Am Mittwoch konnte das Wiener Konzerthaus die frohe Botschaft verkünden: Zum Jahreswechsel wird der Kredit in der Höhe von 6,41 Millionen Euro Geschichte sein. Geschultert wird die Summe von der Konzerthausgesellschaft selbst und seitens der öffentlichen Hand. Der Bund und die Stadt Wien tragen jeweils 1,5 Millionen Euro bei, das Konzerthaus übernimmt 3,09 Millionen Euro. Die restlichen 320.500 Euro erlässt die Bank seinem Kreditnehmer.

Wiener Zeitung

Künstler wie auch Kunstmanager tun meist so, als wären sie auch die besseren Politiker. Wenn es darauf ankommt, brauchen sie aber doch die ansonsten Geschmähten. Immerhin hat den größten Anteil des Schuldenabbaus aber doch die Konzerthausgesellschaft selbst „gestemmt“

LINZ: Die Petition #LINZLIEBTSEINTHEATER ist gestern Nacht zu Ende gegangen.
21.603 Unterschriften konnten in etwas mehr als zwei Wochen gesammelt werden.

Grund für die Petition ist die Aufkündigung des Theatervertrages durch die Stadt Linz, die am 6. Dezember in der Gemeinderatssitzung beschlossen werden soll.

Gemeinderätin Elisabeth Leitner-Rauchdobler, Stadträtin Eva Schobesberger, Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer, Vbgm Mag. Bernhard Baier, Betriebsratsvorsitzender Johann Stütz (Technik & Verwaltung), Betriebsratsvorsitzende Gotho Griesmeier (Kunst) und Betriebsratsvorsitzender Josef Fuchsluger (Bruckner Orchester Linz) . Copyright: Sakher Almonem

Gestern Nacht wurde die Sammlung beendet und heute Früh wurden die 21.603 Unterschriften von den Betriebsratsvorsitzenden des Landestheaters Linz und des Bruckner Orchesters Linz an Vertreter der Stadt Linz vor dem Alten Rathaus übergeben. 9.606 Unterschriften wurden handschriftlich auf eigenen Unterschriftsbögen gesammelt. Die Online-Petition #LINZLIEBTSEINTHEATER haben 11.997 (Stand: 05.12.2018 um 07:15 Uhr, Petitionsende war 04.12.2018 um 23:59 Uhr ) unterschrieben und tausende von Kommentaren hinterlassen.

Unter den Unterstützern der Petition finden sich auch Peter Simonischek, Nicholas Ofczarek, Claus Peymann, Friedrich Cerha, Joachim Meyerhoff, Hermann Beil, Franz Welser-Möst, Cornelius Meister, Bertrand De Billy, Christian Muthspiel, Wolfgang Breinschmid, die Ex-Intendanten Rainer Mennicken und Michael Klügl, Dennis Russell Davies, Walter Haupt, HK Gruber, Johannes Maria Staud, Christian Dolezal, Adi Hirschal, Christoph Nußbaumeder, Peter Konwitschny, Uwe Eric Laufenberg, Carl Philip von Maldeghem, Adrian Eröd, Thomas Köck und Ramesh Nair.

Heute wird über den Theatervertrag (erstmals) angestimmt. Das Abstimmungsergebnis – so es eines gibt – scheint klar, denn Linz hat ein funktionierende Koalition. Das Theater selbst ist in keiner Sekunde in Gefahr, es geht nur um politische Vertrags-Umschichtungen. Die wenigsten Petitionsunterzeichner wissen, wie dieser umstrittene Vertrag aussieht. Wohlgemerkt, es geht um einen Vertrag (der durch einen anderen ersetzt werden kann), nicht um den Bestand des Hauses.  Aber es unterzeichnen Leute, die keine Details wissen – und diese nehmen dann brachiale Worte wie „Verbrechen“ in den Mund. Es geht hier auch um Panikmache und letztlich um Leute, die sich leicht instrumentalisieren lassen. Künstler sind auch nicht immer die Hellsten!

Heiße Themen und viel Emotion im Linzer Gemeinderat
LINZ. Wenn heute um 14 Uhr das Stadtparlament tagt, sind Konflikte programmiert. Theatervertrag, LASK-Stadion und die Stadtfinanzen stehen auf der Tagesordnung.
Oberösterreichische Nachrichten

WIEN / Theater der Jugend im Renaissancetheater: DER KLEINE LORD nach Frances Hodgson Burnett
von Gerald Maria Bauer und Sebastian von Lagiewski
Premiere: 4. Dezember 2018

Foto: Rita Newman

Das Theater der Jugend spielt einen Jugendbuch-Weihnachtsklassiker: „Der kleine Lord“, der allerdings mit dem weißhaarigen Kopf des „alten Lord“ von Alec Guiness in der Verfilmung von 1980 im allgemeinen Bewusstsein wohnt. Geschrieben 1886 von der britisch-amerikanischen Kinderbuchautorin Frances Hodgson Burnett, ist die Geschichte rührender Sozialkitsch, der wahrscheinlich auf Dickens-Spuren wandeln wollte…

Das Theater der Jugend verfährt mit dem „Kleinen Lord“ wie neulich mit „Oliver Twist“: Man holt eine Geschichte aus dem 19. Jahrhundert voll und ganz in die Gegenwart, damit die Kinder die Optik und die Sprache erkennen. Allerdings ist „Oliver Twist“ ein Meisterwerk der Weltliteratur, bei dem man heikler ist. „Der kleine Lord“ verliert zwar enorm, wenn sein historisches Ambiente fällt, aber für einen lauten Theaterabend, der auch schon für die jüngsten Schulkinder gedacht ist, funktioniert es, und man zerstört schließlich kein Meisterwerk…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Filme der Woche

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Keine Frage, dass Florian David Fitz & Matthias Schweighöfer ein gutes Leinwand-„Paar“ (nicht so) abgeben (wie schon in „Der geilste Tag“, 2016) – man glaubt ihnen die „Buddies“, die eng zusammen geschweißten und dennoch konkurrierenden Freunde… hätte Florian David Fitz den Film, den er (Drehbuch und Regie) rund herum gedreht hat, nicht dermaßen überlastet, wäre ihm das Drehbuch nicht so außer Form geraten, man hätte vielleicht mehr Spaß an der ganzen Sache.

Dabei hat Fitz versucht, ein paar (vielleicht ein paar zu viel) durchaus relevante Themen hier zu verpacken: Der Konsumwahn unserer Welt, der in Kaufrausch ausarten kann und viele Menschen dazu bringt, sich manisch Dinge zuzulegen, die sie nicht brauchen. Schuldenfalle, verstopftes Leben und verklebte Hirne sind die Folgen. Aber es geht auch um die „Verführer“, die via Laptop und Smartphones dauernd mit Angeboten locken, bis Mann/Frau nicht mehr widerstehen kann. Und es geht um die Frage, wie viel man davon braucht – und was wichtig ist im Leben… Ganz schön überfrachtet…

Ein Artikel aus der Neuen Zürcher Zeitung: «Der muslimische Antisemitismus ist der gefährlichste»

Der deutsch-jüdische Historiker Michael Wolffsohn sieht drei Quellen des wieder aufflammenden Judenhasses. In der jüngsten Ausgabe von «NZZ-Standpunkte» spricht er über das Bündnis von linkem und muslimischem Antisemitismus und erklärt, wieso ihn die Ausfälle der AfD am wenigsten schrecken.
Neue Zürcher Zeitung

Haben Sie einen schönen Tag

A.C.

 

 

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