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6. AUGUST 2020 – Donnerstag

06.08.2020 | Tageskommentar

Ab heute:  Retz Festival offene Grenzen 06.08.-16.08. Bernarda Bobro. Copyright: Festival Retz

Heute ist es soweit: das Festival Retz „Offene Grenzen“ öffnet am 06. August 2020 seine Tore. Wir möchten Ihnen unser abwechslungsreiches Programm ans Herz legen das zwei Wochen lang Retz zu einem Hotspot der Barockmusik und Literatur werden lässt.

Von Donnerstag bis Sonntag (vom 06.08. bis 09.08.2020 und 13.08.-16.08.2020) hat das Publikum die Wahl zwischen Schlosskonzerten, Liederabenden, einem Konzertpfad, zwei Literaturpfaden sowie Opernkino unter Sternenhimmel im Festivalgarten.

Termine: Do. 06.08 – So. 09.08.2020, Do 13.08.2020 – So 16.08.2020

Karten unter: https://festivalretz.at/kartenverkauf/

Weitere Infos: www.festivalretz.at

Halbzeit beim Kultur.Sommer.Semmering 2020

Literarisch-musikalische Sternstunden in fordernden Zeiten

Bereits seit vier Wochen dürfen Kulturliebhaber musikalisch-literarische Sternstunden an einem Ort erleben, der bereits seit weit über 100 Jahren Künstlerpersönlichkeiten inspiriert und geradezu magnetisch anzieht. Insbesondere Stefan Zweig und seinem Novellenschaffen wird diesen Sommer im Südbahnhotel Semmering ein eigener Schwerpunkt gewidmet. Nach Elisabeth Orth, Gerti Drassl und Fritz Karl lädt am Freitag Stefan Zweigs legendäre „Schachnovelle“ – gelesen von Cornelius Obonya – diesmal auf ein wogendes Atlantikschiff ein. Mit Droste Hülshoff-Gedichten sowie Klavierliteratur zu 2 und 4 Händen mit u.a. Elisabeth Leonskaja steht der kleine Höhenluftkurort jedoch auch am kommenden Wochenende wieder ganz im Zeichen der kulturellen Vielfalt.  

HEUTE Donnerstag, 6. August 2020 I 19.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Annette von Droste-Hülshoff – Mein Paradies im Herzen


Copyright: PR

Mit Corinna Harfouch & Johannes Gwisdek

Corinna Harfouch, eine der herausragendsten Schauspielerinnen ihrer Generation, verkörpert mit Radikalität und Sensitivität seit mehr als dreißig Jahren die Extreme der menschlichen Existenz. Bei ihrem ersten Besuch im Südbahnhotel taucht sie tief in die feinsinnige Welt der Literatin Annette von Droste-Hülshoff ein. Neben Auszügen aus ihrer berühmten Novelle „Die Judenbuche“ und einer Auswahl an symbolhaft-allegorischen Gedichten gewährt Corinna Harfouch dem Publikum dabei auch schonungslose Einblicke in das tragische Leben der „Droste“. Musikalisch wird dieser Abend von Harfouchs Sohn Johannes Gwisdek mit einfühlsamen Eigenkompositionen untermalt.

Das weitere Programm der nächsten Tage finden Sie in unseren „Infos des Tages“ / Aktuelles

HEUTE: ROMA  – OPERA AL CIRCO MASSIMO
Due recital il 6 e 9 agosto 2020

 

AL CIRCO MASSIMO L’ATTESISSIMO RITORNO
DI DUE STAR INTERNAZIONALI:
ANNA NETREBKO E YUSIF EYVAZOV IN “OMAGGIO A ROMA”
Sul podio dell’Orchestra del Teatro dell’Opera
il maestro Jader Bignamini

Giovedì 6 e domenica 9 agosto l’attesissimo ritorno a Roma di due star internazionali: Anna Netrebko e Yusif Eyvazov in un concerto straordinario dall’emblematico titolo “Omaggio a Roma”. Diretti dal maestro Jader Bignamini e accompagnati dall’Orchestra del Teatro dell’Opera di Roma interpreteranno celeberrimi brani di Giuseppe Verdi, Francesco Cilea, Giacomo Puccini, Michail Glinka, Antonín Dvořák, Pietro Mascagni e Umberto Giordano. Coppia nell’arte e nella vita, i due divi ritornano a cantare insieme a Roma quasi sette anni dopo la Manon Lescaut diretta dal maestro Muti che li ha fatti incontrare.

SALZBURGER „COSI“ EIN „ALTER HUT“?

Foto: Monika Rittershaus/ Salzburger Festspiele

Grundsätzlich ist es nichts Böses, wenn gute Produktionen eingekauft und adaptiert bzw. in vielen Bereichen überarbeitet und danach präsentiert werden. Diesbezüglich steht uns in Wien ja die „Butterfly“, „Eugen Onegin“ und so manch andere Produktion bevor. Man soll es nur sagen (in Wien wissen wir es) und sich nicht mit Lob für ein spontan erstandenes Meisterwerk überhäufen lassen – ohne zu widersprechen. Nun, spontan war offenbar der Entschluss, eine bestehende Produktion aus 2008 (?) aufzupolieren – mit gutem Erfolg. Nur soll man sich halt nicht zu viel bejubeln lassen (die Berufsjournalisten jubeln beruflich mit Überschwang, im Online-Merker gibt es Kritiker, die sich unabhängigen Journalismus leisten können. Und da relativiert sich das Lob schon etwas). Vor allem sollte man Frau Gerlach von ARTE nicht in die Nähe lassen, denn deren penetrante Lobhudelei fordert kritische Stimmen geradezu heraus.

Wir wurden von mehreren Lesern darauf hingewiesen, dass der Loy-Geniestreich bereits 2008 in Frankfurt zu sehen war und vom Regisseur für Salzburg offenbar nur abgestaubt werden musste. Ob zum Preis einer neuen Produktion, weiß ich nicht.

Hier sind einige Links:
http://www.frankfurt-live.com/f-uumlnfte-wiederaufnahme-von-cosi-fan-tutte-an-der-oper-frankfurt-99817.html

Frankfurt 2008

https://www.deutschlandfunkkultur.de/paare-von-heute-auf-selbsterfahrungstrip.1013.de.html?dram:article_id=167779

http://www.publicopera.info/opera200708/cosifantutte_ffm_recensioni.html
https://www.yumpu.com/de/document/read/47824567/opernmagazin-marz-april-2008-oper-frankfurt

Wie gesagt, die Idee, die „Cosi“ einzukaufen/anzusetzen war grundsätzlich eine gute, nur sollte man das auch kommunizieren. Kann man der Frau Gerlach nicht irgendwo an einem der schönsten Orte der Welt einen Urlaub während der Salzburger Festspielzeit  bezahlen, damit sie in Salzburg nicht den Mund aufmacht? Die Investition würde sich lohnen!

Weinviertler Festspiele Mikulov
Buntes Programm: „Not only Wagner
“Weinviertler Festspiele starteten mit vielen großen Namen.
Intendant Peter Svensson, Festspielpräsidentin Eva Walderdorff, Musikdirektor Matthias Fletzberger und seine Gattin Gesine Görlich-Fletzberger haben es trotz Coronakrise geschafft, in kürzester Zeit Stars der Opernwelt auf die Bühne zu bringen: Kurt Rydl, Günther Groissböck, Thomas Weinhappl, Tomasz Konieczny, Thomas Johannes Mayer, Sebastian Holecek, Daniela Fally, Franz Hawlata und Peter Edelmann sind nur einige der großen Namen.
Mit 157 Fotos
Niederösterreichische Nachrichten

Wie geschrieben, vom Galaabend gibt es 157 Foto zu sehen. Aus urheberrechtlichen Gründen darf ich keines davon veröffentlichen (und die Veranstalter haben mir keine Fotos geschickt, obwohl ich Werbung ohne Ende gemacht habe) – aber zippen Sie sich durch die NÖN. Fotobeschriftungen gibt es keine – und das ist auch besser so, wenn man sich die einzige Beschriftung anschaut!

BUDAPEST: Jonas Kaufmann am 19. August

 

Musical life is resuming at the Hungarian State Opera – outdoors. On 19 August 2020, the eve of the National Holiday, the park
surrounding the new venue called Eiffel Art Studios will host a massive gala programme featuring the artists of the institute and
one of the most popular tenors of our time: Jonas Kaufmann.

Bariton Thomas Weinhappel: Aus Don Giovanni wird Silvio

Thomas Weinhappel freut sich auf die Premiere der Reichenauer Festspiele »SommerSalon Wartholz« am Freitag, den 14.8.2020, wo man ihm die Rolle des Silvio in Leoncavallos Bajazzo angeboten hat. 

Thomas Weinhappel (Silvio) mit dem Intendantenteam Peter Doss (Tonio) und Ekaterina Doss-Hayetskaya (Nedda) im Garten von Schloss Wartholz in Reichenau an der Rax. Foto: Weinhappel

Das Angebot kam gerade in dem Augenblick, als 10 Vorstellungen von Don Giovanni, in dem er mit großem Erfolg die Hauptrolle an der Pariser Opera Massy gesungen hat, infolge von Corona im März abgesagt wurden. Es ist auch deshalb mehr als ein Trostpflaster, zumal es sich dabei um ein Rollendebüt für Thomas Weinhappel handelt. Er verwandelt sich also gerne vom spanischen Draufgänger zum süditalienischen Liebhaber.

Premiere Freitag, 14.08.2020, Beginn: 19:30 Uhr

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 6. –12. AUGUST 2020

 

8.8. ORLANDO (aus Amsterdam, Aufnahme v. 21.3.2009) Radio 4Hilversum-19 Uhr
MARTHA (aus Schwerin, Aufnahme v. 18.4.2009) Deutschlandradio-19.05 Uhr
MARIA STUARDA (aus Wien, Aufnahme v. 28.9.1985) ORF Ö1-19.30 Uhr
PIQUE DAME (aus London, Aufnahme v. 26.7.1992) BBC 3-19.30 Uhr
IPHIGENIE EN TAURIDE (aus Salzburg, Aufnahme v. 2.8.2000) Bayern 4-20.05 Uhr
LA CAMBIALE DI MATRIMONIO (Live aus Pesaro) RAIn 3-20.30 Uhr

Sommereggers Klassikwelt 47: Das Lied der hohen Gattenliebe
Auch in der Welt der Musik bilden sich immer wieder Paare, die durch die gemeinsame Liebe zum Musizieren zusammenfinden. Der Wunsch den jeweiligen künstlerischen Beruf gemeinsam mit dem Partner auszuüben, ist durchaus legitim. Problematisch wird er erst, wenn ein Teil deutlich besser und erfolgreicher ist und den anderen in seine Aufführungen, Konzerte, etc. einschleust und dadurch protegiert. Die Beispiele dafür in Vergangenheit und Gegenwart sind zahlreich, der Umgang mit dieser Problematik aber auch von Fall zu Fall verschieden.
Peter Sommeregger berichtet immer mittwochs aus seiner Klassikwelt
Klassik-begeistert

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Man hätte einen dringlichen Wunsch: Dass dieser Film nicht „Berlin Alexanderplatz“ hieße und der Name Alfred Döblin nie erwähnt würde. Dann könnte man mit einem künstlerischen Produkt sui generis umgehen und müsste nicht dauernd vergleichen, wiegen und viel zu leicht befinden. Nein, man versteht wirklich nicht, warum sich Regisseur Burhan Qurbani bei diesem Film mit einem Vorbild beschweren muss, dem er nicht gerecht werden kann – und ob ihm der funkelnde Titel des Buches, das auf einen der großen deutschen Romane des 20. Jahrhunderts verweist, heute in der Zeit abnehmender Bildung überhaupt noch etwas nützt?

Man kennt die Tendenzen, „klassische“ Stoffe in die heutige Zeit zu versetzen, aus dem Theater heute. Das Ergebnis ist meist dasselbe wie hier: Man erkennt das Original nicht mehr, hält nicht viel von der Neuinterpretation und fragt sich am Ende nur, was das Ganze soll. Ähnliches bewegt einen nach diesem Film, der außerdem mit einer Spielzeit von fast dreieinhalb Stunden so unökonomisch und ermüdend ist, dass man sich schwer tut, das Interesse an „Francis“ aus Schwarzafrika (das ist nämlich aus Franz Biberkopf geworden) aufrecht zu erhalten…

Döblins Roman, man muss es erwähnen, ist nicht nur wegen seines Helden und der Figuren um ihn herum interessant, sondern wegen dem Berlin der Zwanziger Jahre. Es umfängt Franz Biberkopf vom ersten Augenblick an, wenn er aus dem Gefängnis kommt: Berlin, die brodelnde Stadt, in deren untersten Segment er sich bewegt und keine Chance hat, hoch zu kommen, und auch keine Chance, sich anständig durchs Leben zu bringen. Bei Burhan Qurbani wird ganz am Ende, zum Abspann, ein charakteristischer Blick auf den Alexanderplatz geworfen, im übrigen könnte die Geschichte ganz unspezifisch in jeder deutschen Großstadt spielen, wo Flüchtlinge, meist Illegale, zu überleben suchen…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Vorsicht Satire
Musikszene gerettet – Konzerte in volle Flugzeuge verlegt
Da heben die Musikerinnen und Musiker in Deutschland ab vor Freude: Sie dürfen endlich wieder in voll besetzten Räumen spielen. Die fehlenden Abstandsregeln in Flugzeugen machen’s möglich.
„Danke, ihr wart ein tolles Publikum“, ruft der Gitarrist Michael Gniedler am Ende seines Konzerts in die voll besetzten Reihen, „und einen fetten Zusatzapplaus für den Piloten!“
https://www.welt.de/satire/article212922972/Musikszene-gerettet-Konzerte

Heutzutage muss man auf Satire eigens hinweisen. Eigentlich schaut ja unsere derzeitige Situation nach Satire aus!

Österreich/ Fußball
Märchen ausgeträumt, Abstieg & Liquidation! SV Mattersburg am Ende

Die Würfel sind gefallen, der Käse ist gegessen und die allerletzte Messe ist gelesen: Der SV Mattersburg ist am Ende und ab sofort Geschichte! Was im Jahr 2003 mit dem erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga, die Beletage von Österreichs Fußball, wie ein Märchen begann, geht nun im August 2020 wie in einem Albtraum mit einem Konkurs zu Ende. Die Lizenz wird freiwillig zurückgegeben, der Verein liquidiert, der Spielbetrieb eingestellt
https://www.krone.at/2205700

Man sollte der Kronen-Zeitung nicht alles glauben! Von einer Liqidation bzw. Einstellung des Spielbetriebs ist keine Rede, den traditionsreichen Fußballclub wird es weiter geben, nur eben nicht in der Bundesliga! In Mattersburg steht Burgenlands einzige Fußballakademie (ein Gymnasium mit Fußball-Schwerpunkt)  und dieses muss und wird erhalten bleiben. Aus dieser Akademie wird der Club weiterhin Spieler beziehen. Das Modell ist ja nicht neu, auch Admira-Wacker führt – nebst anderen Clubs – eine derartige Akademie.

Die Frage ist nur, wo die erste Mannschaft des SV. Mattersburg in der kommenden Saison spielen wird. Die Regionalliga (also die dritthöchste Leistungsklasse, die Liga unterhalb der Bundesliga) , wird angestrebt.  In der Regionalliga Ost hat Mattersburg bereits gespielt, schon in meiner Jugendzeit habe ich mir auf dem Wackerplatz Spiele zwischen Wacker Wien und Mattersburg angesehen, mein erster Besuch in Mattersburg datiert aus dieser Zeit, da bin ich mit meinem Vater und anderen Wacker-Fans zu Auswärtsspielen nach Mattersburg gefahren. Das Viadukt neben dem Sportplatz bleibt immer in meiner Erinnerung.  Das Fußballwunder, das Herr Pucher mit viel finanziellen Schaden für Unbeteiligte geschaffen hat, endet also exakt dort, wo es begonnen hat!

Ich wünsche diesem sympathischen Club aufrichtig alles Gute – und eine Funktionärsmannschaft, die nicht aus Träumern mit kriminellen Neigungen sondern aus Realisten, die dennoch „Macher“ sein dürfen,  besteht!

Ihnen wünsche ich einen schönen Tag!

A.C.

 

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