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6. APRIL 2021 – Dienstag

06.04.2021 | Tageskommentar

Auch die Semperoper Dresden streamt: „Die Zauberflöte“ (die Köpplinger-Inszenierung).  Foto: Youtube

Die Semperoper Dresden beschenkte ihr Publikum am Ostermontag mit einem Stream ihrer im November 2020 neuinszenierten Fassung von Mozarts „Zauberflöte“. Damals musste man auf eine gekürzte Corona-Fassung zurückgreifen. Weshalb diese nun die Grundlage des Streams ist, erschließt sich nicht wirklich, ist man doch nicht mehr an die Regeln des Zuschauerbetriebes gebunden. Viele Arien und Ensembles sind gekürzt, das Priesterduett fiel ganz zum Opfer, so dass die beiden betreffenden Sängersolisten als Schauspieler ihr Dasein begründeten. Eine fragwürdige Entscheidung des Hauses. Überhaupt wundert man sich, wieso die Dresdner Oper erst ein Jahr nach der pandemiebedingten Schließung mit einem Stream um die Ecke kommt, wo andere Häuser dieses Format längst für sich entdeckt haben und ihrem Ensemble somit die Chance gegeben haben, sich in der unbefriedigenden Zeit an ihr Publikum zu wenden. Fraglich ist auch, wieso man bei einem hauseigenen Ensemble auf so viele Gastsänger zurückgegriffen hat, selbst bei den mittleren Partien…

Zum Bericht von Sigrid E. Werner

ZUM ARTE-VIDEO (136 Minute)

Weitere Fotos betreffend die Wiener PARSIFAL-Premiere

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos

MÜNCHEN/ Bayerische Staatsoper: Montagsstück für Kinder – „Töröööö“: Die Bayerische Staatsoper im Tierpark Hellabrunn am 5.4.2021

Ein tierischer Ausflug

Foto:Bayerische Staatsoper

Dieses Konzert als Rundgang durch den Tierpark Hellabrunn hatte es in sich. Die Gesangssolisten Mirjam Mesak, Yajie Zhang, Michael Nagy und Milan Siljanov begaben sich auf eine 25minütige Reise in den Tierpark, um dort vor den Tieren zu singen. Im Affenhaus, der Vogelvoliere und bei den Elefanten ging immer wieder die Post ab. Star des Tierparks war hier der kleine Baby-Elefant Otto, der mit seinem kraftvollen „Töröööö“ für Aufsehen sorgte. Lieder wie „Alle Vögel sind schon da“ und „Der kleine Pinguin“ wurden ausgesprochen lebendig vorgetragen. Weitere Nummern wie „Kommt ein Vogel geflogen“ „Wenn ich ein Vöglein wär“, „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“, „Was müssen das für Bäume sein“, „Die Affen rasen durch den Wald“ und „Der Kuckuck und der Esel“ sorgten für ausgesprochen rasante Unterhaltung…

Zum Bericht von Alexander Walther

STREAM-PROGRAMM DER METROPOLITAN-OPERA 5.- 18. APRIL

 

Monday, April 5

Gounod’s Faust
Starring Marina Poplavskaya, Jonas Kaufmann, and René Pape, conducted by Yannick Nézet-Séguin. Production by Des McAnuff. From December 10, 2011. (zu sehen wegen der Zeitverschiebung heute, am Dienstag)

Tuesday, April 6
Verdi’s Rigoletto
Starring Christiane Eda-Pierre, Isola Jones, Luciano Pavarotti, Louis Quilico, and Ara Berberian, conducted by James Levine. Production by John Dexter. From December 15, 1981.

Wednesday, April 7
Tchaikovsky’s Eugene Onegin
Starring Anna Netrebko, Elena Maximova, Alexey Dolgov, Peter Mattei, and Štefan Kocán, conducted by Robin Ticciati. Production by Deborah Warner. From April 22, 2017.

Thursday, April 8
Zandonai’s Francesca da Rimini
Starring Renata Scotto, Plácido Domingo, and Cornell MacNeil, conducted by James Levine. Production by Piero Faggioni. From April 7, 1984.

Das vollständige Programm finden Sie in den heutigen „Infos des Tages“

Wien
Posaunen-Projekt: „Ich würde gern den ganzen Dom vermessen“
Bertl Mütter hat die Stille des ersten Lockdowns genutzt, um mit seiner Posaune den Stephansdom „abzuhorchen“.
Wiener Zeitung

Steinway: Das Klavier spielt selbst

Foto: Steinway & Sons

Als ob Horowitz noch einmal am Flügel säße: Steinway hat eine Technik perfektioniert, die Flügel von selbst spielen lässt und sie zum Aufnahmegerät macht – aber wer kauft sich so ein sündteures Instrument?

…Thomas Hoffarth will da keine Missverständnisse aufkommen lassen. Ein Steinway-Flügel, das sei noch immer ein Steinway-Flügel, sagt der gelernte Klavierbauer, der bei dem traditionsreichen Unternehmen für das jüngste Projekt zuständig ist. Fragen könnte man sich das ja schon, wenn man weiß, dass in viele Modelle nun Dinge eingebaut werden wie Wlan, eine 500-Gigabyte-Festplatte oder ein HDMI-Buchse. Was das soll? Nun, es ist eigentlich nur das Beiwerk für eine Menge anderer Technik. Technik, die bis vor wenigen Jahren noch nicht zu den etwa 12 000 Teilen gehörte, die in einem Flügel stecken. Es geht um kleine Motoren, um Infrarot-Sensoren, um Platinen. Und natürlich geht es um Software – ohne sie wüssten die kleinen Motoren am Ende der Tasten im Inneren des Instruments gar nicht, was sie wie tun sollen. Das sollen sie aber: Denn diese Flügel können von selbst spielen, und zwar exakt so, wie ein Mensch es eingespielt hat – oder sogar noch besser.
Sueddeutsche Zeitung

Was kostet das Wunderklavier? Von 175 000 Euro aufwärts, je nachdem, welche Extras sie noch dazu wollen.

SONY PRÄSENTIERT: BRUCKNERS „DRITTE“ UNTER THIELEMANNMIT DEN WIENER PHILHARMONIKERN

Christian Thielemann / Wiener Philharmoniker

 

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 3 in d-moll, WAB 103 (Ed. Nowak)

Vorverkauf! 
Diese CD erscheint am 23. April 2021. 

https://www.wienerphilharmoniker.at/de/shop/article/bruckner-sinfonie-3-thielemann/173599

Linz
Performance-Kritik: Pandemische Klopapier-Tänze
Linzer Tanzdirektorin Mei Hong Lin denkt im „Liebesbriefe“-Stream über die Corona-Zeit nach.

„Diese Begegnung ist wohl die entfernteste, aber auch die intimste. Wir kommen direkt zu ihnen nach Hause. Wie sehr wir die Bühne und unser Publikum vermissen kann ich nicht mit Worten beschreiben“, sagt Mei Hong Lin zur Einführung von „Liebesbriefe“. Das jüngste Stück der Linzer Tanzdirektorin ist unter dem Sammelbegriff „Netzbühne“ bis 10. April auf der Website des Linzer Landestheaters zu sehen. Eigentlich war die Premiere für 6. März geplant, einen Tag vor der Uraufführung hat jedoch Jonatan Salgado Romero das Stück gefilmt, um es nun als Netzpremiere zu veröffentlichen.
Wiener Zeitung

Österreich
Gezerre um Gatterer-Preise geht weiter: Gerichtsverfahren droht
Der ÖJC sieht in dem neu geschaffenem Journalistenpreis eine Markenrechtsverletzung und fordert die Löschung des Namens.
Kurier.at

Buchbesprechung

 

Oliver Rathkolb
SCHIRACH
Eine Generation zwischen Goethe und Hitler
352 Seiten, Molden Verlag, 2020

Ein Label am Schutzumschlag besagt, dass dieses Buch für den Preis „Wissenschaftliches Buch des Jahres 2021“ nominiert ist, und es bringt viele Voraussetzungen mit, hier zu gewinnen. Es ist eine glänzend recherchierte und dabei überaus lesbar erzählte Biographie, ein breites Spektrum eines Lebens, eingebettet in seine Zeit, Darstellung und Analyse zugleich. Eines allerdings fällt durchgehend auf: Der Autor hegt absolut keine Sympathie und nur bedingt Verständnis für seinen Gegenstand. Wie auch, wenn es sich um einen der großen Nazi-Bonzen handelt?

Oliver Rathkolb, der sich unermüdlich am Dritten Reich abarbeitet, hat sich Baldur von Schirach vorgenommen, einen Mann, der zwar so „deutsch“ war, wie es sich der Führer von seinem dortigen Adel nur erwarten konnte, dessen Name aber gerade in Österreich aber noch wetterleuchtet. Er war es, der in den Kriegsjahren so etwas wie „Wiener Kultur“ hoch gehalten hat, in Theater, Oper, Ausstellungen und vor allem mit den Wiener Philharmonikern, von denen ihm manche über den Krieg hinaus noch treues Andenken bewahrten.

Rathkolb, der allerdings nie bereit ist, Schirach in irgendetwas, das er tat, edle Motive zu unterstellen, weist jede Idee von ehrlichen Wohltaten zurück. Zumal sich Schirach (außer als Ausnahmefall für die Schwiegertochter von Richard Strauss) nie für Juden eingesetzt hat. Was ihm in seiner Stellung allerdings auch besonders schwer gefallen wäre…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Linz: Brandalarm im Linzer Theater Phönix

Kurz vor 19 Uhr wurde am Freitag die Linzer Berufsfeuerwehr wegen eines Brands im Linzer Theater Phönix alarmiert.
Nicht einmal eine halbe Stunde später gab es bereits eine Entwarnung: Es ist nicht so schlimm, wie es zunächst ob enormer Rauchentwicklung den Anschein gemacht hatte
https://www.nachrichten.at/kultur/brandalarm-im-linzer-theater-phoenix;art16,3378180

Der Brand war bald unter Kontrolle, Schaden gibt es trotzdem. „Was das Feuer nicht vernichtet, vernichtet die Feuerwehr“

Aber auch ohne Feuerwehr kann man geradezu mutwillig Schäden verursachen, wie ich aus eigener Erfahrung und auch eigener Blödheit weiß. Sie kennen doch die roten Feuerlöscher. In Wohnungen trifft man die eher selten bis gar nicht, in Betrieben, Geschäften sind sie zwingend vorgeschrieben und die Behörde kontrolliert stichprobenartig. So lacht mich auch in unserer Online-Galerie so ein Feuerlöscher an. Dort habe ich ihn zum Glück noch nie gebraucht und ich werde ihn künftig auch nur bei allerhöchster Gefahr aktivieren – weil so ein Feuerlöscher hat es in sich. Lassen Sie mich erzählen: Vor vielen Jahren heizten wir in der Tischlerei natürlich mit einem Holzofen. Eines Samstags – ich war allein in der Firma und wollte arbeitend den Tag genießen (Ruhe, kein Telefon, keine Störung bei der Arbeit). Ich wollte einheizen und musste vorher noch die alte Asche entfernen. Mit dieser Asche ging ich relativ zügig zum immer bereitstehenden Wasserschlauch, denn gelöscht habe ich die Asche immer, bevor ich  sie in den Mistkübel warf.  Ich war offenbar zu rasant unterwegs, durch den Luftzug entzündete sich die Asche just im Moment, als ich an einem kleinen „Bund“ Furniere vorbeilief (Furniere ist geschnittenes Holz unter einem Millimeter dick, also ideales Brennmaterial) entzündete sich die Asche, die Funken fielen auf die Furniere und binnen Sekunden stand die Furniere in Flammen. Ich hätte das nicht für möglich gehalten (Achtung, Warnung an alle Leser) und wollte die Flammen mit meiner Arbeitsjacke ersticken. Dazu war der Brand aber bereits zu groß, die Jacke stand auch bald in Flammen. Nun hätte ich die Möglichkeit gehabt, die Flammen mit dem Wasserschlauch zu löschen – aber damit hätte ich ein „Gwascht“ verursacht – und das wollte ich vermeiden. Ein „Gwascht“ ist laut Östereichischem Volkswörterbuch „reichlich verschüttetes Wasser“. So kam ich auf die verhängnisvolle Idee mit dem Feuerlöscher. Wozu habe ich den, wozu lasse ich den einmal im Jahr „pflichtwarten“?

Also probierte ich den Feuerlöscher erstmals in meinem Leben aus. In diesem Gerät ist eine graue Staubmasse, die das Feuer sofort erstickt. So geschah es auch, das Feuer war bald eingedämmt, aber die Staubmasse heftete sich einige Meter weit an alles, was dort stand, Wände, Maschinen, Büromöbel etc., natürlich auch an den Furnierbund, den ich eigentlich zumindest zu Teil mit der „Trockenbehandlung retten wollte. Der Löschstaub ist praktisch nicht zu entfernen , „schmiert sich“, der Gestank ist unerträglich. Somit provozierte ich eine teure Generalsanierung statt eines bloßen „Gwaschts“. Das war mir eine Lehre für mein Leben, den Feuerlöscher verwendet man nicht aus Neugierde bzw.Jux und Tollerei, sondern nur in Momenten allerhöchster Not. Dagegen geht die Feuerwehr noch schonend mit dem Inventar um!

Man lernt beim „Online-Merker“ für das Leben!

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Harvey Weinstein will seinen Prozess neu aufrollen lassen: Das Verteidigerteam des Hollywood-Produzenten soll am Montag beim Obersten Gericht im Gliedstaat New York Einspruch gegen das Urteil vom Februar 2020 eingelegt haben. Damals war Weinstein wegen Sexualdelikten schuldig gesprochen und zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Zu den neusten Entwicklungen

USA warnen vor Russlands Aktivitäten in der Arktis: Das Pentagon berichtet, dass Russland seine Kapazitäten zur Abwehr von Angriffen und zur Gebietsverteidigung in der Arktis verstärkt. Die Polarregion ist für alle angrenzenden Staaten aus militärischer als auch ökonomischer Sicht von strategischer Bedeutung.
Zum Bericht

Putin unterzeichnet Gesetz über theoretischen Machterhalt bis 2036: Das Gesetz, das Putins bisherige Amtszeiten auf null setzt und damit zwei weitere Amtszeiten erlaubt, wurde am Montag auf einem Regierungsportal veröffentlicht. Das Gesetz war ein zentraler Punkt der umstrittenen neuen Verfassung, über die im vergangenen Juli abgestimmt wurde.
Zum Bericht

Türkische Regierung lässt zehn Admiräle verhaften: Nachdem 104 pensionierte Admiräle in einem offenen Brief vor der Kündigung eines wichtigen Schifffahrtsabkommens über die Durchfahrt durch die Meerenge der Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus gewarnt hatten, wurden zehn der Unterzeichner festgenommen. Die Regierung interpretierte die Warnung als Putschdrohung.
Zum Bericht

Corona-Maßnahmen nach „Osterruhe“. Dienstags-Gipfel wird wohl nur „Lagebesprechung“
https://www.krone.at/2382433

Virologin rechnet mit Politikern ab. „Eindämmung der Pandemie war nie das Ziel“
Harsche Kritik an Politikern kommt von einer profilierten Virologin: Die Forscherin Isabella Eckerle fragt sich, welche Motive einige Mandatsträger haben. Ihr scheine es, dass manche nur die Verantwortung vermeiden wollten.
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_89778822/virologin-eckerle

«Die Apotheke der Welt»: Wie Deutschland vor 120 Jahren dieses Prädikat erwarb – und es dann wieder verlor

 

Ein Werbefahrzeug macht in den Niederlanden um das Jahr 1929 Reklame für Aspirin.

Einst galt Deutschland als der wichtigste Hersteller und Lieferant von Präparaten und Medikamenten. Nobelpreise gingen en masse an deutsche Forscher. Wie ist es dazu gekommen, und warum hat das Land das Prädikat in den letzten fünfzig Jahren wieder verloren?
Neue Zürcher Zeitung

Österreich
Polit-Insider von Wolfgang Fellner: Ist Koalition ist am Ende?
https://www.oe24.at/oesterreich/politik/koalition-ist-am-ende-im-oktober-kommen-neuwahlen/472029403

Österreich
Justizministerium erhebt Beschwerde in Sachen Pilnacek-Suspendierung
Die Bundesdisziplinarbehörde hob die Suspendierung auf, das Justizministerium legt dagegen nun Rechtsmittel ein.
Kurier.at

Das ist mehr Zündstoff als „Normalverbraucher“ vermuten. Wollen es die „Grünen“ nun endlich wissen?

Politik bleibt spannend!

 

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

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