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5. SEPTEMBER 2018

05.09.2018 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: Die erste Vorstellung der neuen Spielzeit ist Bizets Carmen am Donnerstag, 6. September 2018. Clémentine Margaine singt erstmals in Wien die Titelrolle. Foto: Agentur

In der Titelpartie gibt die französische Mezzosopranistin Clémentine Margaine ihr Debüt an der Wiener Staatsoper, erstmals sind im Haus am Ring Marcelo Álvarez als Don José, Erwin Schrott als Escamillo, Sorin Coliban als Zuniga und Manuel Walser als Dancaїro zu erleben. Anita Hartig verkörpert die Micaëla. Frédéric Chaslin dirigiert erstmals Carmen an der Wiener Staatsoper.

Endlich sind diese Festspielereien vorbei und der Alltag – in Qualität in den allermeisten Fällen nicht schlechter – hat uns wieder.

Wie kleiden sich in Wien die Orchestermusikerinnen? In New York kämpfen die Musikerinnen mit der Bekleidungsvorschrift

Wie sollen sich Orchestermusikerinnen auf der Bühne kleiden? Und was gilt hier als gleichberechtigt? Während bei den Wienern freiwillige Anzugpflicht gilt, kämpfen New Yorks Philharmonikerinnen für ihr Recht auf Hosen.

Frauen in Orchestern: Nur nicht in Hosen!
Abendkleider auf der Bühne – tragen nicht alle Musikerinnen freiwillig
Wiener Zeitung

BÜHNEN GRAZ: Hereinspaziert – dreimal Bühnenshow am Samstag!

Copyright: Bühnen Graz

In der dreifachen Bühnenshow am Samstag, 8. September, erleben Sie fröhliche, spannende und emotionale Einblicke in die Produktionen der Saison 2018/19: 

Höhepunkte aus Oper, Operette, Musical und Ballett der neuen Spielzeit, aufbereitet als kleine „Amuses bouches“ mit den Solistinnen und Solisten,Tänzerinnen und Tänzern, dem Chor und den Grazer Philharmonikern und charmant serviert von Intendantin Nora Schmid. 

Hereinspaziert! Bühnenshow zum Saisonauftakt
Samstag, 8. September 2018
12, 15 & 19 Uhr
 

OPER FRANKFURT: SONNTAG PREMIERE „TRI SESTRI von Peter Eötvös

Ray Chenez (Irina), David DQ Lee (Mascha), Mikołaj Trąbka (Andrei) und Dmitry Egorov (Olga). Copyright: Monika Rittershaus

Musikalische Leitung: Dennis Russell Davies und Nikolai Petersen
Inszenierung: Dorothea Kirschbaum

Es heißt zwar „Drei Schwestern“ – aber ich finde keine einzige Frau in der Besetzungsliste:

Irina: Ray Chenez
Mascha: David DQ Lee
Olga: Dmitry Egorov
Andrei: Mikołaj Trąbka
Natascha: Eric Jurenas
Doktor: Mark Milhofer
Tusenbach: Krešimir Stražanac
Soljony: Barnaby Rea
Kulygin: Thomas Faulkner
Werschinin: Iain MacNeil
Anfisa: Alfred Reiter
Rodé: Isaac Lee
Fedotik: Michael McCown

LONDON/ENO: Paul Bunyan review – a cross between Cunning Little Vixen and a TUC meeting 

ENO’s Paul Bunyan. Photograph: Genevieve Girling

London: Paul Bunyan, ENO, Wilton’s Music Hall, review: Britten’s first opera is still a joyful spectacle of youthful exuberance
The Telegraph

Paul Bunyan review – a cross between Cunning Little Vixen and a TUC meeting
The Guardian

LÜBECK: Vertragsverlängerung für Operndirektorin Dr. Katharina Kost-Tolmein und Schauspieldirektor Pit Holzwarth bis 31/07/2022

Pit Holzwarth und Dr. Katharina Kost-Tolmein. Foto: Olaf Malzahn

Der Aufsichtsrat der Theater Lübeck gGmbH beschließt einstimmig die Verlängerung beider künstlerischer Leiter des Theater Lübeck um weitere zwei Jahre.

Wirklich spannend geht es an der Sprechtheater-Front zu.

Ist Martin Kusej „der Mann mit der Axt“?

Am Burgtheater scheint Martin Kusej (tritt sein Amt erst in einem Jahr an) mit der Axt zu wüten, mindestens ein Drittel des künstlerischen Personals wird gehen müssen, angeblich auch die gesamte Dramaturgie. Im administrativen Bereich vertraut Kusej dem Vernehmen nach nicht einmal der Presseabteilung. Kusej, ein Kärntner,  nimmt angeblich „halb Bühnen-Deutschland“ nach Wien mit.

Wien/ Burgtheater
Auf allen Ebenen: Der Umbau des Burgtheaters ab Herbst 2019
Analyse. Martin Kušej macht seine Ankündigung wahr: Er rührt kräftig um; viele Mitarbeiter müssen gehen
Kurier

Theater in der Josefstadt: Mehr Geld von Bund und Stadt
Das Haus bekommt in den kommenden drei Jahren um 1,6 Mio. Euro mehr. Minister Blümel sieht es als „ein wesentliches kulturelles Aushängeschild Österreichs“.
Die Presse
Angeblich plant der Regierung einen Kahlschlag auf Kultur-Subventionen, die Fakten sehen freilich anders aus. Herbert Föttinger, der bislang nicht durch Anbiederung an die Bundesregierung aufgefallen ist, bekommt sogar von dieser Seite mehr finanzielle Mittel für seine Theater!

Bad Hersfeld im Jahr eins nach Wedel: Hersfelder Festspiele melden Erfolg
Sueddeutsche Zeitung

Auch die Wiener Kultur-Stadträtin rührt kräftig um

Veronika Kaup-Hasler: „Ich schenke Herrn Blümel eine Idee“
Als Wiener Stadträtin ist Veronica Kaup-Hasler eine mächtige Kulturpolitikerin. Was plant sie?
Salzburger Nachrichten

Ausstellung WIEN / Leopold Museum: MORIZ NÄHR
FOTOGRAF DER WIENER MODERNE
Vom 24. August 2018 bis zum 29. Oktober 2018

 

Eine Schatzkammer

Das zweite Untergeschoß des Leopold Museums ist derzeit ganz auf Fotografie eingestellt. Neben der opulenten Schau zu Madame d’Ora hat man nun ein Zimmer für Moriz Nähr (1859 – 1945) eingerichtet. Nur ein großer Raum – aber eine Schatzkammer. Nähr, der als Person weit weniger in den Vordergrund trat als andere Fotografen seiner Zeit, kann aber auf ein dickes „Promi“-Portfolio hinweisen: „Offizieller“ Fotograf der Secession, Schöpfer der berühmtesten Bilder von Gustav Klimt und Gustav Mahler, schließlich in enger Verbindung mit der Familie Wittgenstein. Kurz, Nähr ist für die Dokumentation seiner Epoche von besonderer Bedeutung.

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

WIEN / Palais Niederösterreich: 1848 – DIE VERGESSENE REVOLUTION
Vom 4. September 2018 bis zum 31. Oktober 2018

 

Zwischen Information und Installation

Heute „Palais Niederösterreich“ genannt, hat der Riesenbau an der Herrengasse, der einen ganz Block zwischen vier Straßen in der Innenstadt umfasst, eine vielfältige Geschichte. Aber es war dieses damalige Landhaus der Niederösterreichischen Stände, wo 1848 jene Revolution ausbrach, die sich nach und nach über das Habsburger-Reich erstreckte und das Ende der absoluten Monarchie und Freiheit und Bürgerrechte begehrte. Hier haben sich heute nun zahlreiche Institutionen zusammen gefunden, um „1848“, der „vergessenen Revolution“, wie man sie nennt, ein zeitgemäßes Denkmal zu setzen.

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

Deutschland: Alles beginnt mit Herkunft – weshalb Ostdeutschland sich zur Provokation entwickelt
Die Ideologie des westdeutschen Neobiedermeiers kollidiert derzeit mit dem Wunsch der Ostdeutschen nach einem einigen und demokratischen Land: Für sie war die Wiedervereinigung eine Heimkehr, eine Heimkehr nach Deutschland. Jetzt haben sie Angst, diese Heimat wieder zu verlieren.
Neue Zürcher Zeitung

Ich habe den Bericht sehr genau und somit auch zwischen den Zeilen gelesen, was bei der „Neuen Zürcher Zeitung“ durchaus lohnt.

VERANSTALTUNGSTIPP

 

Tennis: Renate Wagner opferte die Nachtruhe und fieberte mit Dominic Thiem mit

Renate Wagner: Mir geht es mit Tennis wie mit Oper, ich „kann“ es nicht (weder singen noch ein Racket halten), aber ich schaue fasziniert und, wenn es danach ist, begeistert zu.

Dass ich mir für ein US-Open die Nacht um die Ohren geschlagen habe, ist sehr, sehr lang her, da spielten noch McEnroe gegen Lendl und später Sampras gegen Agassi und natürlich immer wieder Boris.

Dann ist es ja mit den großen Persönlichkeiten eher dünner geworden, die das Tennis ebenso braucht wie die Oper, viele Nondescript Figuren marschierten durch, gewannen auch und waren sofort wieder vergessen. Nadal ist anders – und Dominic Thiem auch.

Als er heute früh nach fast fünf Stunden (!!!) im Tiebreak des fünften Satzes – enger kann ein Spiel gar nicht sein!!! – doch noch verlor, war mir zum Weinen, so unerschütterlich, so phantastisch hat er gekämpft.

Aber niemand, absolut niemand, wird je vergessen, wie er in 30 Minuten im ersten Satz mit 6 : 0 durchmarschierte und Nadal ganz alt aussehen ließ.

Klar, dass dieser spätestens nach dem 3 : 0 beschlossen hat, in diesen ersten Satz, den er nur verlieren konnte, nichts mehr zu investieren und mit dem zweiten quasi neu zu beginnen, was er auch getan hat.

Dennoch – ein Satz wie dieser, darüber wird man immer reden, wenn man den Namen Thiem nennt.
Und ich bin jetzt nach dieser Nacht entsprechend müde… (Zitat Renate Wagner)

Da ich bereits nach 5 h mit Presseschau und Kommentar beginnen muss, kann ich mir wegen Herrn Thiem keine Nacht um die Ohren schlagen. Aber ich hätte Thiem den Sieg vom Herzen gegönnt – weil Österreich positive Schlagzeilen braucht. Wir können nicht bis zum Winter warten, dann werden einige unserer Ski-Asse sicher zu Siegen rutschen. Die Wertigkeit ist aber eine andere: Während Österreich weltweit das meiste Geld in die Alpinsportler investiert, sind Tennisspieler bei uns Einzelkämpfer in einer Sportart, die auch weltweit verbreitet ist (während der alpine Skisport nur auf wenige Regionen beschränkt bleibt!) . Und deshalb werte ich deren Erfolge weit höher!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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