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5. OKTOBER 2018

05.10.2018 | Tageskommentar

Die Serie unserer Interviews zur „Les Troyens“-Premiere in der Wiener Staatsoper wird fortgesetzt – diesmal mit Rachel Frenkel („Ascagne“). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Völlig ungezwungen – und dennoch höchst konzentriert und selbstbewusst: So präsentierte sich Rachel Frenkel in einem Gespräch, das anlässlich ihres bevorstehenden Opern-Rollendebüts als Ascagne in der Neuinszenierung von Hector Berlioz´ Oper Les Troyens an der Wiener Staatsoper geführt wurde. Gleich am Anfang stellt sie klar, dass sie in ihrer Partie – Ascagne, der Sohn von Enée (Aeneas) – zwar nicht allzu viel zu singen habe, darstellerisch aber durchaus gefordert sei. Immerhin stünde sie in dieser Aufführung, die rund viereinhalb Stunden dauert, fast pausenlos auf der Bühne. Man habe es hier also tatsächlich mit einer Grand Opéra zu tun: Bis zu über 140 Personen bewegen sich in manchen Szenen gleichzeitig auf der Bühne. „Aber auch das liegt mir“, erklärt sie, weil sie eben auch den schauspielerischen Aspekt des Opernbetriebs sehr zu schätzen wisse. Und mit David McVicar habe man es mit einem Regisseur zu tun, dem derlei Überdimensionalitäten ohnehin keinerlei Angst einjagen würden: Das werde auf jeden Fall ein großer Opernabend werden – „groß in jeder Beziehung!

Zum INTERVIEW Rachel Frenkel/ Dr. Manfred A. Schmid

Besetzungsänderung in „Don Pasquale“ an der Wiener Staatsoper

Hila Fahima. Foto: Wiener Staatsoper

Hila Fahima singt am 6. Oktober 2018 die Norina in „Don Pasquale“ anstelle der erkrankten Andrea Carroll und gibt damit ihr Rollendebüt im Haus am Ring.

Wien/ Kammeroper: DIE ZAUBERINSEL„Bücherregal mit Meeresblick“ am 3.10.2018

Passend zur „Alcina“-Premiere im Theater an der Wien wurde an der Kammeroper „Die Zauberinsel“ aus der Taufe gehoben: ein Opernpasticcio mit der Musik Henry Purcells auf eine adaptierte Version von William Shakespeares „The Tempest“ geschneidert. Anbei Eindrücke von der dritten Aufführung.
3. Vorstellung der „Zauberinsel“ in der Kammeroper

http://www.operinwien.at/werkverz/purcell/azauber.htm (Dominik Troger)

Jonas Kaufmann eröffnet Wiesbadens „Musikherbst“
Der Startenor begeistert, begleitet von Altmeister Helmut Deutsch am Flügel, im Kurhaus mit einem Liedprogramm.
Wiesbadener Kurier

Neuer Semperopernintendant: „Alles ist politisch. Auch in der Kunst“
Die Dresdner Semperoper hat endlich wieder einen Intendanten. Der Schweizer Peter Theiler will Musiktheater mit Zeitbezug. Die Ultras von Dynamo hat er schon ins Haus geholt. Ein Gespräch.
Die Welt.de

Die Ultras von Dynamo Dresden hat der Herr Intendant also in sein Haus geholt, zuvor hat er sie in einer Inszenierung „aufgestrudelt“. Für wie blöd hält ein Theatermann eigentlich Menschen außerhalb seiner Klientel? Dass wir ganz stark von der Politik beeinflusst sind, steht außer Frage – weil Politik auch weitgehend unser Leben bestimmt. Sie aus dem Theater rauszuhalten, ist wenig sinnvoll bis hin zu verlogen. Im Theater läuft das aber wie auf einer schiefen Ebene ab, „die da oben“ sagen, was politische Meinung zu sein hat, „die da unten“ haben gefälligst zu kuschen und die Vorstellung nicht zu stören. So ganz fair finde ich das nicht!

Ich erinnere mich eines Vorfalls an der Staatsoper – es ist viele Jahre her. Bei einer „Fledermaus“ hat eine der Akteurinnen eine , nämlich ihre, politische Meinung in den Text eingestreut. Ein Teil des Publikums hat diese Meinung nicht goutiert, zwar die Silvester-Vorstellung nicht gestört, aber bei der Direktion protestiert. Der Direktor hat daraufhin ein angeblich (ich war ja nicht dabei) sehr ernstes Wort mit der Sängerin gesprochen – und diesem Direktor traue ich das durchaus zu. Aber auch ich habe die Dame mittels Mail angeschrieben und ihr mitgeteilt, dass es so meiner Ansicht nach nicht geht, dass ich mich durch ihre Worte beleidigt gefühlt habe. Erst durch ihre Antwort habe ich erfahren, dass der Direktor reagiert hat („der Direktor hat mir sowieso gesagt, wenn ich das noch einmal mache, haut er mich raus“).

Paris: „BERENICE“ und „DIE HUGENOTTEN“
Der verheerende Ausgang der Liebe
Die Pariser Opéra zeigt die Uraufführung von Michael Jarrells „Bérénice“ und die „Hugenotten“ von Giacomo Meyerbeer.
Sueddeutsche Zeitung
Pariser Opern : Raus aus dem moralischen Starrsinn
Paris feiert Giacomo Meyerbeers „Hugenotten“ und die „Bérénice“ des Schweizer Regisseurs Michael Jarrell als präfeministische Schauspiele. Es sind die Frauen, die am Bestehenden rütteln.
Frankfurter Allgemeine
Im Pariser Palais Garnier begeistert die neue Oper „Bérénice“ von Michael Jarrell

Neue Musikzeitung /nmz.de

London: Wellber wird Chefdirigent des BBC Philharmonic
Der israelische Dirigent Omer Meir Wellber wird neuer Chefdirigent des BBC Philharmonic Orchestra. Der 36-Jährige trete den Posten im September 2019 an, teilte das Orchester am Donnerstag auf seiner Website mit. Sein Vertrag laufe zunächst über vier Jahre. Wellber wird Nachfolger des Spaniers Juanjo Mena, der das BBC Philharmonic von 2011 bis zum August dieses Jahres geleitet hat.
Musik heute

Wiesbaden: „DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG“

„Die Meistersinger“ in Wiesbaden, Stolzing (rechts) in der Motorradkluft. Foto: Karl und Monika Forster

In den “Meistersingern“ trifft im Generationskonflikt die moderne Jugend auf eine konservative Gesellschaft, das Traditionelle auf den unausweichlichen Fortschritt und die nach alten Regeln verfasste Musik auf eine freie zukunftorientierte Ausdrucksweise. Nicht zu vergessen die sogenannte Prügelszene im zweiten Akt und die Schlussansprache des Hans Sachs mit der umstrittenen politischen Manifestation auf die deutsche Kunst, die oftmals falsch verstanden wird und für propagandistische Ziele missbraucht wurde.
Weil dieser Sachverhalt in unterschiedlicher Form in vielen Inszenierungen schon ausgiebig thematisiert wurde, hat die Regie in ihrer Darstellung auf einen politischen Inhalt verzichtet. Anstelle einer politischen Lehrstunde wurde dem Publikum eine zeitgemäße, gesellschaftskritische, spannende, heitere und vor allem zu Beginn des dritten Aktes, eine melancholische Handlung präsentiert, die zurecht am Ende mit viel Beifall bedacht wurde. Im Vordergrund steht die Thematisierung einer einst erfolgreichen Generation und der Umgang der Jugend mit dieser alternden Gesellschaft. Viele Passagen sind demnach Erinnerungen aus dem Leben von Hans Sachs…

Zum Bericht von Franz Roos

Der 1. Akt findet demnach nicht in einer Kirche, sondern in einem Wirtshaus statt, in dessen Veranstaltungssaal sowohl eine Chorprobe wie auch danach  die Sitzung der Meister stattfinden! Auch Eva macht den Eindruck, als wäre sie mit Stolzing und dessen „Harley“ schon sehr vertraut!

HERBSTTAGE BLINDENMARKT:  PREMIERE „DIE ROSE VON STAMBUL“

Copyright: Herbsttage/Lukas Beck

Isabella Gregor bringt Blindenmarkter „Rose“ zum Blühen

Ingo Rickl im Gespräch mit der Regisseurin Isabella Gregor

Sie zählt seit nunmehr neun Jahren zu den prominentesten, erfolg- und ideenreichsten Musiktheater-Regisseurinnen Österreichs: die in Oberösterreich aufgewachsene Wienerin Isabella Gregor, die zur Zeit wenige Tage vor der Blindenmarkter Premiere von Leo Falls Meisteroperette „Die Rose von Stambul“ wie ein Wirbelwind zwischen Wien und der Mostviertler Ybbsfeldhalle pendelt. Der Wirbelwind ist kein zerstörerischer, er bläst jedoch Staub vom Libretto der Herren Julius Brammer und Alfred Grünwald sanft in Richtung Jetztzeit, in die Sphären der Aktualität.

Gregors erste künstlerische Erfahrungen lagen in der Familie: Ihr Vater Karl Österreicher (1923 – 1995) war Dirigent der Extraklasse, der ebenso zur musikalischen Erziehung beitrug wie ihre Mutter Sieglinde Wetzelsberger als Sängerin. Ihr Cousin ist kein Geringerer als der gefeierte Pultstar Franz Welser-Möst, dessen Karriere sie mit Freude und Anteilnahme mitgenießt…

ZUM INTERVIEW Isabella Gregor/ Ingo Rickl

PELAGEYA KURENNAYA – AUFBRUCH NACH EUROPA. Das Interview steht nun online!

Dr. Barbara Lee-Störk und Anton Cupak sprachen mit der Sopranistin am 1.10.2018

Copyright: Barbara Zeininger

Pelageya Kurennaya beim Online-Merker im Oktober 2018. Copyright: Barbara Zeininger

Pelagaya entstammt einer sehr musikalischen Familie, ihre Vorfahren haben Musik jedoch nie als Beruf ausgeübt. Pelageya Kurennaya trat, der Familientradition entsprechend, in eine Musikschule ohne spezielle Ausrichtung ein. So ergab sich, dass die zuerst bei der Volksmusik landete. Die Schule hatte einen besonderen „Tick“ mit dem Bestreben, möglichst medial aufzufallen. So wurden die Knaben speziell auf die hohen, die Mädchen hingegen eher auf die tiefen Lagen getrimmt. So lernte Sie zum Beispiel „Kalinka“ in mehreren Lagen singen.

Von der Mutter kam der Anstoß, es doch mit Operngesang zu versuchen. Mit der ihr eigenen Beharrlichkeit hat sie es geschafft, von derselben Lehrerin wie Anna Netrebko unterrichtet zu werden, von Tamara Novichenko. Das war gar nicht so einfach, weil die alte Dame ihre Zeit nicht mit Durchschnitt „verplempern“ will. Die Aufnahme in ihre Klasse stempelte Pelageya Kurennaya also zur „Aussichtsreichen“.  

Im Gespräch beim Online-Merker schilderte sie, wie es ihr gelungen ist, von Mariss Jansons zu Konzerten und CD-Aufnahmen einlud, später sogar in Amsterdam szenisch unter Stefan Herheim. Details dazu und zu anderem entnehmen Sie dem untenstehenden Interview…

Zum INTERVIEW

BREGENZER FESTSPIELE RÄUMEN FUNDUS FÜR „RIGOLETTO“

 

Festspiele räumen Fundus für Rigoletto
Kostüm- und Requisitenverkauf am 2. und 3. November

Die zwei aus dem Bodensee emporragenden Riesenhände sind unwiderruflich Geschichte. In Kürze beginnen die ersten Unterwasserarbeiten für das nächstjährige Spiel auf dem See Rigoletto.

Und auch abseits der Seebühne macht sich die Festspielsaison 2019 bereits bemerkbar. Um Platz im Fundus zu schaffen, laden die Bregenzer Festspiele zum traditionellen Kostüm- und Requisitenverkauf ins Festspielhaus Bregenz.

Chur/ Schweiz: Abgang Peymann
Der ehemalige Intendant Claus Peymann sollte der Star des Abends sein: Das Theater von Chur in der Schweiz empfing ihn zu einer Podiumsdiskussion. Nach einer Viertelstunde verließ der 81-Jährige die Bühne. Ein jüngerer Kollege hatte ihn beleidigt.
https://www.sueddeutsche.de/kultur/theater-abgang-peymann-1.4155974

„Konzertgänger in Berlin“ / Buchbesprechung
Was ist Warten?
„Die Hälfte seines Lebens / wartet der Soldat vergebens“, pflegte der Großvater des Konzertgängers zu sagen. Mit der Hälfte wär ein Musiker noch gut bedient. Erst recht, wenn er der Beckenschläger in Bruckners Siebter ist. Der Hörer und die Hörerin aber warten ganz anders. Worauf auch immer. Für eine Anthologie mit dem Titel Vom Warten – Über Zeitlöcher und Warteschlangen durfte ich eine Erzählung beisteuern, die Der Schlag heißt.
https://hundert11.net/was-ist-warten/

Österreichs Russland-Politik ganz im Zeichen guter Gasgeschäfte
Neue Gasfelder und eine neue Pipeline: Wenn es ums Geld geht, spielen Sanktionen und Solidarität keine Rolle –
Der Standard

Man kann es auch anders sehen als der „Standard“. Es gibt ein altes Sprichwort „Beim Geld hört sich die Freundschaft auf“

Fußball
Club-Liebe: Spielerinnen des FC Bayern gaben sich das Ja-Wort
Zwei Fußballerinnen des FC Bayern sind nun miteinander verheiratet.
Wie der Verein am Donnerstag via Twitter mitteilte, gaben einander die tschechische Nationalspielerin Lucie Vonkova und die Niederländerin Claudia van den Heiligenberg aus der zweiten Mannschaft das Ja-Wort. Die zwei Spielerinnen waren im Sommer 2017 gemeinsam von Jena nach München gewechselt.
Oberösterreichische Nachrichten

Rapid hat das erste Spiel unter dem neuen Trainer Kühbauer in Glasgow verloren.

Ein neues Erlebnis für Dietmar Kühbauer, mit St. Pölten war er nämlich das Siegen gewohnt. Rapid hilft nur ein Zauberer. Der kann nämlich eine neue Mannschaft her- und einen Sportdirektor wegzaubern, der Spieler nur wegen ihres lustigen Namens und der ebenso lustigen Frisur kauft!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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