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5. MAI 2020 – Dienstag

05.05.2020 | Tageskommentar

Nun auch eine meiner letzten Hoffnungen für einen Festspielsommer abgesagt: Auch „operklosterneuburg“ muss das Handtuch werfen.  Foto: Roland Ferrigato

Es geht wirklich nicht um mich, abgesehen davon, dass ich nun wohl bald das Thema wechseln muss, weil Theater und Kunst zumindest in den nächsten drei Monaten kaum eine Rolle spielen und dementsprechend auch niemand interessieren werden. Bei mir kommen im Minutentakt Absagen von Festivals an, von denen ich nicht einmal wusste, dass es sie gibt.

Klosterneuburg war eine zugegeben schwache Hoffnung, aber es ist mir klar, dass niemand eine derartige Verantwortung übernehmen und ein „Ischgl der Kultur“ fördern will. Politiker – speziell auf regionaler Ebene – sind im Regelfall nicht sonderlich mutig.

Es gibt da zwar noch einige Optionen (etwa Kittsee mit einem sehr weiträumigen Freigelände), aber diese Hoffnung ist auch nicht sehr groß. Es will niemand vorpreschen und unter den gegebenen Bedingungen ist eine finanziell positive Bilanz ausgeschlossen. Wer spielt gerne einen Märtyrer und verblutet finanziell dabei?

Die „styriarte“ in Graz spielt angeblich ein auf Corona maßgeschneidertes Programm – aber ist es das, was die Leute sehen wollen? Hervorgehoben sei allerdings der Pioniergeist.

Graz/ styriarte: Wohnzimmer und Partitur gut aufgeräumt
Gerade jetzt, da die Salzburger Festspiele auf der Kippe stehen, ist es interessant, sich umzusehen, wie andere Festivals mit der Situation umgehen. Zum Beispiel die Styriarte. Dort hat man sich am Donnerstag (30.4.) online mit einem Originalbeitrag als Live-Stream zu Wort gemeldet: mit der Uraufführung einer Corona-Meditation von Gerd Kühr.
DrehpunktKultur

Wachau Festspiele und operklosterneuburg verlegt
Bereits erworbene Karten behalten Gültigkeit und „Der Wachauer Jedermann“ ist nicht betroffen.
Wiener Zeitung

Infos zur Klosterneuburg-Absage:

Was passiert mit bereits gekauften Tickets?

Folgende Möglichkeiten bietet die operklosterneuburg für bereits gekaufte Tickets an: Karten behalten unter Preisgarantie ihre Gültigkeit für den parallelen Ersatztermin der operklosterneuburg 2021 – „Die Macht des Schicksals“. Kann das gekaufte Ticket für den Ersatztermin in der Saison 2021 nicht in Anspruch genommen werden, können die Tickets gegen Vorlage des Originals dort retourniert werden, wo sie gekauft wurden. Der Kartenpreis wird durch die operklosterneuburg in diesem Fall jedenfalls zurückbezahlt. (Anm.d. Red.: also nicht dieser Gutscheinzwang, sondern hochseriös)

Das Kartenbüro der operklosterneuburg ist erreichbar unter Tel. 02243 / 444-424 und per E-Mail: karten@operklosterneuburg.at

Vorschau

Geplante Termine 2021 der operklosterneuburg – „Die Macht des Schicksals“:
3., 6. (Rotary), 8., 10., 13., 16., 18. (Kindervorstellung), 20., 22., 24., 28. und 30. Juli 2021

Wieso das einen, der sich schon oftmals als Festspielmuffel geoutet hat, stört? Erstens weil es nichts zu berichten gibt und wir dann in ein ganz gefährliches Fahrwasser kommen, nämlich in unmittelbare Nähe zur Politik. Nicht Corona verunmöglicht die Veranstaltungen (das wäre bei Hochwasser oder Bränden der Fall), sondern die Politik untersagt sie. Inwieweit dieses Verbot berechtigt ist, wage ich als Nichtmediziner nicht zu beurteilen, aber ich sehe eigentlich kein Licht am Ende des Tunnels! Warten auf den Impfstoff? Das kann Jahre dauern, denn der muss erst sorgfältig erprobt werden. Hat das der Kanzler gewusst, als er den Impfstoff als unabdingbar ins Spiel gebracht hat? Man weiß noch nicht allzuviel über das Virus, außer dass man „auf die Schnelle“ rasch 8 Milliarden für die Forschung  braucht. Was es kostet, weiß man zu allererst!

Oder wird diese Aussage „relativiert“? 

Zweitens würde ich nicht im September eine Virenschleuder in einem geschlossenen Raum besuchen, wie er ein Opernhaus nun einmal ist – verschärft durch Klimaanlagen etc., wenn ich mich derzeit als Theaterbesucher nicht in einen Stiftshof oder Schlosspark bei meist doch schon abgekühlten Abendtemperaturen setzen darf.

Die Menschen haben Angst um ihre Gesundheit, das ist legitim. Mit dieser Angst hat sich das derzeit herrschende Szenario herstellen lassen – und angeblich war das gut so! Soll sein! Nun aber müssten man den Menschen langsam und in auch medizinisch vertretbaren Dosen die Angst wieder nehmen – weil gesund ist Angst nämlich auch nicht. Im täglichen Leben ist das ja bereits geschehen, die Menschen bewegen sich lockerer als noch vor drei Wochen. Im Kulturbereich ist das nicht der Fall, deswegen muss man diesbezüglich Ängste abbauen – oder eben zusperren! Nur, den Tourismus auf „Teufel komm raus“ wieder bewerben und gleichzeitig die Theater verrammeln, wird nicht leicht erklärbar sein.

Das betrifft übrigens auch den Sport, aber den vertreten wir an dieser Stelle nicht, der hat seine eigenen Medien!

KONZERTE – WIE SIE DERZEIT AUCH IN WIEN MÖGLICH WÄREN!

Mir (Anm.d.Red.: Dr. Markus Vasek) geht es in meiner Nachricht um das individuelle Schicksal der einzelnen Künstler einerseits und das kulturelle Leben „vor Ort“ insgesamt andererseits. Als Jurist wähle ich einen ganz pragmatischen Zugang, nämlich die derzeit geltende Rechtslage (Kritik in die eine oder andere Richtung überlasse ich – wie gesagt – anderen).

Foto: Barbara Zeininger

Stand heute sind Veranstaltungen, auch und insbesondere solche kultureller Art, grundsätzlich wieder erlaubt, soweit in geschlossenen Räumlichkeiten die Teilnehmerzahl zehn Personen nicht übersteigt (§ 10 Abs 1 und 2 COVID-19-Lockerungsverordnung, BGBl II 197/2020). In geschlossenen Räumlichkeiten gilt, dass 10qm pro Teilnehmer zu Verfügung stehen müssen, wobei Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, einen Mindestabstand von einem Meter einhalten müssen sowie eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung getragen werden muss (§ 10 Abs 4 der Verordnung). In § 11 der genannten Verordnung sind einige relevante Ausnahmen enthalten, wobei es im Grundsatz beim Vorgesagten bleibt.

Meine Idee ist nicht originell, aber sie appelliert an die Eigeninitiative und die Kreativität der Künstler (leider wird man auf Grund der Vorgaben wohl ausschließlich Solisten ohne „großes Gerät“ ansprechen können), die Bereitschaft von Einrichtungen/Institutionen, die Räumlichkeiten mit 100qm+ zur Verfügung stellen würden sowie die Bereitschaft des Publikums, wieder „in die Gänge zu kommen“. Stellen wir uns vor, dass eine Violinistin/ein Violinist bereit wäre, die Violinsonaten von Bach in einem entsprechenden Raum vor neun zahlenden Zuhörern aufzuführen. Das mag ein trauriger Anblick sein, aber es wäre ein wirkmächtiges Bild: Es wird wieder Kultur vor Publikum gemacht! Ich bin kein Betriebswirt, aber sagen wir, dass man für solch ein „außergewöhnliches Konzert“ ohne Weiteres Eintritt verlangen könnte (die Sicht dürfte auf allen Plätzen gut sein und auch sonst mag der werte Hochkulturkonsument ja gerne „Exklusivität“). Raummiete dürfte klarerweise nicht anfallen, aber es sollte doch bitte wirklich Einrichtungen/Institutionen geben, die das ermöglichen und „den Schlüssel hergeben“.

Was an dieser Idee vielleicht noch gut sein könnte: Der individuelle Künstler wäre nicht Bittsteller und Bettler, sondern Dienstleister, der für sein „Produkt“ selbstverständlich auch etwas verlangen kann. Es ist klar, dass das derzeit unter extremen Bedingungen stattfindet, aber immerhin: Der Kulturbetrieb würde en miniature vor Ort weitergehen und nicht bloß im Internet. Und ich traue mich zu wetten, dass bei entsprechender Bewerbung (natürlich im Internet!) schon bald sehr großes Interesse des Publikums da wäre – man ist ja ausgehungert. Ich will nicht sagen, dass Künstler und Programm egal sind, aber im Moment könnte das schon so sein.

Ich trage diese Idee einmal an Sie heran – ich weiß nicht was daraus folgt. Vielleicht ist das alles auch nur ein Hirngespinst, aber auch die müssen manchmal an die Luft gesetzt werden …

Herzliche Grüße

Markus Vašek (markus.vasek@live.at )

Wir vom Online-Merker wären bereit, solche Konzerte zu ermöglichen, um den Karren etwas in Schwung zu bringen. Wir geben Künstlern kostenlos „den Schlüssel“ zu unserem Veranstaltungsraum –  veranstalten müssten diese aber selbst – auch Eintritt verlangen! Sehr gutes und von Pianisten ausdrücklich gelobtes Yamaha- Elektroklavier vorhanden.

Kontakt: info@der-neue-merker.at oder Festnetztelefon 813 62 85.

Rechtliche Fragen beantwortet Dr. Vasek unter markus.vasek@live.at

Es soll nicht heißen, wir reissen groß den Mund auf und tragen selbst nichts bei.

Konzerte trotz Corona. Wie wird die „neue Normalität“ im Konzert?
Keiner weiß, wann es wieder normale Konzerte geben wird. Veranstalter, Intendanten und Musiker suchen Lösungen, um auch während der Corona-Pandemie Konzerte zu ermöglichen. Nach dem 6. Mai will sich auch die Bundesregierung darüber Gedanken machen, wie Kultureinrichtungen schrittweise geöffnet werden können. Klar ist: Es muss Pläne, Vorgaben, Richtlinien geben. Wie sehen die aus? BR-KLASSIK fragt Intendanten, Virologen, Musikermediziner, Veranstalter und Orchester. Für letztere sieht es besonders schlecht aus.
http://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/konzerte-corona-regeln-veranstaltungen-hygienekonzept-abstand-publikum-100.html

Kulturinitiative bühnenliebe.at – eine neue Online-Plattform unterstützt kostenlos und unbürokratisch:

Ob Bühnenhäuser, Festspiele oder Festivals: alle Kulturbetriebe in Österreich sind von den Auswirkungen der Corona-Pandemie stark betroffen und stehen nun immer mehr vor großen finanziellen Herausforderungen.

 

Um abzuhelfen ist die Plattform bühnenliebe.at ins Leben gerufen worden, die auf einfache Weise ermöglicht, Gutscheine für Bühnenhäuser, Festspiele und Festivals jetzt zu kaufen und später einzulösen. Dabei fallen weder für Kulturbetriebe noch für Gutscheinkäufer Kosten & Gebühren auf der Plattform an und der Erlös der Gutscheine kommt den Bühnen und Festspielen direkt, sofort und zur Gänze zugute, »denn vom kleinen Puppentheater bis zum großen Bühnenhaus, vom kleinen Festspiel bis zum großen Festival brauchen alle JETZT Hilfe«, sind die Initiatoren überzeugt.

Zu den Unterstützern von bühnenliebe.at zählen bereits die ORF Plattform myfidelio.at, Universal Music, MICA, Habegger Austria, uvm.

Zitat Ende

Wie das funktioniert weiß ich nicht, auch die Geschäftsidee dahinter (sollte es eine geben)  hat sich mir noch nicht erschlossen. Ich hatte aber auch nicht die Zeit für Recherche. Ich trage das einmal ungeprüft an Sie heran!

BAYERISCHE STAATSOPER: JONAS KAUFMANN SINGT „DICHTERLIEBE“ („Ein Jüngling liebt ein Mädchen“

Bitte untenstehenden Link benützen

ZU INSTAGRAM

 

Theater Dortmund startet Konzertformat MUSIK AUF RÄDERN    

„Im weissen Rössl“: Mathias Störmer, Irina Simmes. Foto: Anke Sundermeier

Am Dienstag, 5. Mai 2020, startet das Theater Dortmund das der Corona-Pandemie angepasste Konzertformat MUSIK AUF RÄDERN. An verschiedenen Standorten in Dortmund werden die Oper Dortmund und die Dortmunder Philharmoniker jeweils um 16 Uhr kleine Live-Konzerte von ca. 20 Minuten Dauer geben. Die Abstandsregelungen werden eingehalten. Mit dem Programm kommt das Theater Dortmund vor allem zu den Menschen, die aufgrund ihrer Identifizierung als Risikogruppe besonders in ihrem Bewegungsfreiraum eingeschränkt sind.

Der erste Auftritt findet mit der Sopranistin Irina Simmes vor dem Seniorenwohnsitz „Kreuzviertel“ 44139 Dortmund-Kreuzviertel, Kreuzstraße 68 / Ecke Lindemannstraße statt.

Countergesang
Franco Fagioli: „Du vollendest und du verstehst deine Stimme erst auf der Bühne“
Frankfurter Rundschau

Heiteres in der Corona-Zeit: Gute-Laune-Tipps für Klassik-Fans – Teil 2
Wenn Tasten hüpfen, hüpft das Herz
Wie viel wiegt eigentlich eine Beethoven-Sinfonie? Zwei Pfund? Zehn Kilo oder gar einen Zentner? Manche Leute sagen, klassische Musik sei schwere Musik. Dieses Vorurteil werde ich widerlegen und Ihnen die Leichtigkeit, die Fröhlichkeit, die Unbekümmertheit der Musik nahebringen. Aus meinem Klassikarchiv habe ich Heiteres ausgesucht, das die Seele streichelt und in den harten Zeiten der Coronakrise Optimismus verbreitet.
Von Reinhard Berger
Klassik-begeistert

 

VIDEO-KONZERTE  GEIGENKLASSE DER LEHRERIN PARWANEH HADERER (Musikschule 1090 und 1170 Wien)

 

VIDEO 1

VIDEO 2

STREAM-TIPPS von Sigi Brockmann: Hinweisen möchte ich auf die historischeZauberflöte aus Hamburg in der Regie von Peter Ustinov mit N. Gedda und Edith Matthis als jungem Paar, C. Deutekom als Königin der Nacht und Hans Sotin als Sarastro (Fischer-Dieskau als Sprecher) ML Horst Stein – aus der Met ist vielleicht Saariaho´s Lámour de loin (ganz aktuell Liebe aus der Ferne!) von besonderem Interesse. Damals im Kino habe ich sie verpaßt bzw. wegen einer hiesigen Vorstellung nicht besucht – alle Kritiken auch im Merker waren begeistert – das kann man jetzt nachholen. 

Wednesday, May 6
Saariaho’s L’Amour de Loin
Starring Susanna Phillips, Tamara Mumford, and Eric Owens, conducted by Susanna Mälkki. From December 10, 2016.

Kurz-Beraterin schockt in „Financial Times“
Mei-Pochtler: „In neuer Normalität will man Überwachung“
http://zackzack.at/2020/05/04/kurz-beraterin-schockt-in-financial-times-mei-pochtler

Ich will zwar keine Überwachung – auch wenn ich nichts zu verbergen habe, aber wenn Sie – die Mehrheit in unseren Land – sie wünschen, werde ich als Demokrat es akzeptieren müssen. Sie wünschen, wir spielen!

Wien
Kritik an Opern-Chef Roscic. Opernball: Mucha pfeift auf seine Loge
Kult-Verleger Christian Mucha teilt gegen den neuen Opern-Boss ordentlich aus.

Lugner bezahlt jetzt den dreifachen Logen-Preis

Lugner selbst nahm sich Roščićs Aussage zu Herzen und wurde kurzerhand zum Donator der Staatsoper. Der Jahresbeitrag dafür ist rund das Doppelte einer Loge – somit rund 50.000 Euro. Damit hat Lugner ein Vorkaufsrecht und sollte somit auf der sicheren Seite sein. Der Logenpreis von 23.600 Euro kommt hier noch on top, was Lugner somit gesamt rund 75.000 Euro kostet. Eine Tatsache, die Mucha erst recht auf die Palme bringt. „In Zeiten wie diesen ist es obszön und eine Zumutung, Richard Lugner 75.000 Euro für eine Loge abzunehmen, die sonst nur ein Drittel kostet“, kritisiert Mucha.
https://m.oe24.at/leute/oesterreich/Opernball-Mucha-pfeift-auf-seine-Loge/428569519

Reaktion aus dem Leserkreis: Lugner ist um Hausecken klüger als Mucha; er schlägt nicht um sich, sondern beschreitet den machbaren offiziellen Weg und leisten kann er es sich offenbar.

Also: keine Aufregung. Die Welt geht nicht unter, wenn Mucha mit seiner Damen zu Hause bleibt.

Herr Dr. Roscic, vom vergleichweise harmlosen New York sind Sie nun im Wiener Haifischbecken gelandet. Der Herr Mucha ist aber ein eher ein Baby-Hai! Zu Ihrem Glück haben Sie ja Wiener Vorkenntnisse. Trotzdem, von einer „gmahten Wiesn“ sind Sie weit entfernt!

Einen schönen Tag wünsche ich Herrn Roscic und Ihnen, verehrte Leser!

A.C.

 

 

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