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5. MÄRZ 2020 – Donnerstag

05.03.2020 | Tageskommentar

Leere Theater wegen Corona? Das Bild der nahen Zukunft?

Noch ist es nicht so weit, vor allem in Wien, wo eine zeitweise Schließung der Staatsoper eine mittlere Katastrophe wäre (nicht weil so viele Wiener so unbedingt „opernsüchtig“ sind, sondern weil es der Tourismus spüren würde), steht eine „Pause“ noch nicht zur Diskussion. Das könnte sich aber jederzeit ändern, Rücksichten dürfen Entscheidungsträger schon aus Selbstschutz nicht nehmen.

Kurt Vlach widmet seinem Bericht über „Manon“ am Dienstag ( zum Bericht)  ein PS: In den letzten 15 Jahren habe ich den Galeriestehplatz noch nie so leer erlebt – von Anfang an schütter besetzt zählte ich nach der zweiten Pause insgesamt 12 Personen (viele Stehplatzbesucher hatten aber schon zuvor die Gelegenheit ergriffen, die vielen freigebliebenen Sitzplätze auf der Galerie zu belegen). Zum Schluss waren die Sitzplätze auf der Galerie Ganzseite leer. Und auch im Parkett taten sich viele Lücken auf (bemerkenswerter Weise war die Vorstellung auch nicht ausverkauft, im mittleren und hochpreisigen Segment konnte man immer noch Karten an der Kassa erwerben). Da dürfte die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zugeschlagen haben – mir war das nicht unrecht, ich hatte viel, viel Platz….

Dazu muss man sagen, dass Massenets „Manon“ nicht unbedingt ein Publikumshit ist – aber bemerkenswert sind diese Zeilen für ein Opernhaus mit 99,6 % Auslastung (gezählt werden „verkaufte Karten“ – zu denen auch „zugeteilte“ – verschenkte zählen) schon.

Garantiert „Corona-frei“: OMV lädt Sie ein! HEUTE WIENER STAATSOPERNSTREAM „TURANDOT“ – auf Einladung der ÖMV kostenlos!

Zur Anmeldung: https://www.staatsoperlive.com/

Elena Pankratova, Roberto Alagna. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Beginn: 19.30 h
Regie und Licht: Marco Arturo Marelli
Dirigent: Ramon Tebar
Mit: Elena Pankratova, Golda Schultz; Roberto Alagna u.a.

Nutzen Sie die Chance, loggen Sie sich in „Turandot“ ein!

Oder ist nachstehendes Szenario das „Modell der Zukunft“?

Venedig
Corona: Fenice-Theater plant Konzerte ohne Zuschauer
Das Fenice-Theater in Venedig reagiert auf die Coronavirus-Epidemie in Norditalien, wegen der öffentliche Veranstaltungen abgesagt werden mussten.
Niederösterreichische Nachrichten

When the Show Must Go On, Even Amid a Coronavirus Outbreak
Learning to perform without live audiences, or sometimes even theaters, as artists adapt to trying circumstances.
The New York Times

New York: Met imposes quarantine
La Cieca has obtained a letter from the Met’s Assistant General Manager, Artistic informing artists arriving in New York from certain high-risk areas they are subject to a two-week quarantine before rehearsing or performing.
https://parterre.com/2020/03/03/met-imposes-quarantine/
Zuerst gar nichts machen, dann übertreiben! Typisch USA!

DIE FAMILIE VOLLE ZWEI WOCHEN IN QUARANTÄNE, DA MICHAEL VOLLE MEHRMALS IN MAILAND BEI SCALA-PROBEN WAR

Anordnung der Berliner Charite Klinik

Foto: Instagram

ZU INSTAGRAM

PS.: Wie macht das Teilzeitdirektor Dominique Meyer? Pendelt der zwischen Mailand und Wien? Oder erledigt er den Job per Mail/ Internet? Oder läuft das „Wiener Werkl“ auch problemlos ohne ihm?

Interview mit Valentin Schwarz, dem „Bayreuth-Ringer“
Vom Einspringer zum Medienstar: Valentin Schwarz verzaubert die Opernwelt
Im Sommer inszeniert Valentin Schwarz bei den Bayreuther Festspielen. Zuvor bringt er in Dresden Offenbachs „Banditen“ zur Strecke.
Tagesspiegel

Er spaltet jetzt bereits die Medienlandschaft. Vielleicht ist es das, was Bayreuth braucht?

TTT (Tim Theo Tinn) lässt seiner Meinung freien Lauf:

  Valentin Schwarz —– und schon kreißt der Berg – so schafft man wohl neuerdings  Karrieresprungbretter – Dünnschiß produzieren  und medial nonkonformistisch aufschneiden – beim Kratzer kam ja nun in London auch nur noch eine Maus – in Dresden hat Herr Schwarz nur mäusig Embryonales geschaffen, aber die lieben Presselaffen ( s. Entführung : Solche hergelaufnen Laffen … (Osmin)  – (mhd. für „Lappen, (große) Lippe, Maul“)  -sind entzückt. Da  wundert man sich – und  so werden die neuen theatralen Universen geschaffte – (Verstand du flohst …… Shakespeare)

Berlin
Konzertante Premiere: Meyerbeers Dinorah an der Deutschen Oper Berlin
Leicht hirnrissige Handlung, großartige Musik: Die Deutsche Oper Berlin komplettiert ihre Meyerbeer-Wochen mit der konzertanten Premiere Dinorah. In den Hauptrollen sind Rocío Pérez als Titelheldin, Régis Mengus als schatzsuchender Bariton-Bräutigam und Philippe Talbot als herrlich tenoraler Einfaltspinsel zu hören und erwecken Giacomo Meyerbeers spätes Meisterwerk zu faszinierendem Leben. Am Pult überzeugt Enrique Mazzola einmal mehr mit Finesse, Charme, Temperament und Klangfantasie. Gut vorbereitet auch Chor und Orchester.
konzertkritikopernkritikberlinantonsch.

Semperoper Dresden kündigt elf Premieren für neue Saison an
Neue Musikzeitung/nmz.de

Köln: Zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen auf den „Trovatore in der Tcherniakov-Inszenierung

Köln
Il Trovatore an der Oper Köln
Premierenkritik Regisseur Dmitri Tcherniakov verordnet dem Personal aus der Verdi-Oper eine (völlig sinnlose) Gruppentherapie
https://www.freitag.de/autoren/andre-sokolowski/il-trovatore-an-der-oper-koeln

Kölner Staatenhaus: Tcherniakovs Inszenierung von „Il trovatore“ überzeugt
Kölner Rundschau

New York/ Metropolitan Opera: DER FLIEGENDE HOLLÄNDER. Premiere

Sergey Skorohodov (Erik), Anja Kampe (Senta). Foto: Ken Howard/ Metopera

New York
Review: A New “Flying Dutchman’ Makes Landfall at the Met Opera
The New York Times

Vivid vocalism keeps Met’s muddled “Dutchman” afloat
https://newyorkclassicalreview.com/2020/03/vivid-vocalism-keeps-mets-muddled

Der fliegende Holländer — a new version from the Met’s go-to Wagnerian producer
https://www.ft.com/content/13ee4bd0-5d39-11ea-ac5e-df00963c20e6

Der Fliegende Holländer (Metropolitan Opera, New York)
https://www.limelightmagazine.com.au/reviews/der-fliegende-hollander

A dark drab dud
I never imagined I’d see such a rote park-and-bark Wagner production created in 2020!
https://parterre.com/2020/03/03/a-dark-drab-dud/

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 5. – 11. MÄRZ 2020

7.3. HERZOG BLAUBARTS BURG (ausy München, Aufnah,me v. 7.2.) Radio 4Hilversum-19 Uhr
DER KÖNIG UND DER KÖHLER (aus Prag, Aufnahme v. 19.9.2019) ORF Ö1-19.30 Uhr
DIE HEILIGE ENTE (Live aus Heidelberg) – Deutschlandradio-19.30 Uhr
COSI FAN TUTTE (Live zeitvers. aus New York) BBC 3-19.30 Uhr
MÉDÉE (aus Salzburg, Aufnahme v. 30.7.2019) RAI 3-20 Uhr
EINSTEIN ON THE BEACH (aus Strassburg, Aufnahme v. 27.9.2019) France Musique-20 Uhr
IDOMENEO (aus Wien, Aufnahme v. 22.2.2019) HR 2-20.04 Uhr
8.3. I MASNADIERI (Live aus München) Bayern 4-18 Uhr
HEART CHAMBER (aus Berlin, Aufnahme v. 15.11.2019) SWR 2-20.03 Uhr

DIE JUNGE FAMILIE DOMINGO. Placido junior hat das gestern auf sein Instagram-Profil gestellt)

 

ZU INSTAGRAM

Graz
Dirigentin Oksana Lyniv im Interview: Ob Frau oder Mann – am Pult bist du allein
BR-Klassik

Berlin
Sanierung der Komischen Oper: Das Zittern geht weiter
Tagesspiegel

Frankfurt – Städtische Bühnen: Der große Bluff
Mit kulturellen Leuchttürmen wetteifern Städte um Aufmerksamkeit. In Frankfurt manipuliert ein unseriöser Entwurf die Debatte über einen Theaterneubau.
https://www.fr.de/kultur/theater/grosse-bluff-13571286.html

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Ob es „die Wahrheit“ überhaupt gibt oder ob diese für jeden Menschen anders aussieht – damit setzt sich der japanische Regisseur Hirokazu Kore-eda, der mit dem Film „Shoplifters“ zurecht bekannt wurde (wenn auch der Ruhm nicht an „Parasite“ des koreanischen Kollegen Bong Joon-ho heranreichte), in seinem ersten europäischen Film auseinander.

Der knapp 60jährige Japaner muss große Überzeugungskraft besessen haben, um immerhin Stars wie Catherine Deneuve, Juliette Binoche und Ethan Hawke von seinem Drehbuch überzeugt zu haben, das im Rückblick im Zug der Handlung mehr und mehr „eiert“. Dennoch hat die Deneuve eine der großen Rollen ihres Alters gefunden, denn sie spielt – im Grunde fabelhaft erhalten, die einstige Schönheit bewahrt – das, was sie ist: Die Grande Dame des französischen Films, die in ihrem Landhaus wohnt, von treuen Adlaten umgeben, und nur noch selten vor die Kamera geht. Vor allem aber hat sie, und das ist der Ausgangspunkt des Films, ihre Memoiren geschrieben. Damit schneidet der Regisseur sein erstes Thema an…

Neuer James Bond-Film wird wegen Corona-Virus verschoben
Zu viele geschlossene Kinos hätten zu hohe Einbußen bedeutet. Neuer Starttermin des Films ist der 12. November
Der Standard

Das Kino reagiert bereits auf Corona!

Kommentar: Joko & Klaas – Fernsehen ist nicht wahrhaftig
Am Dienstag wurden die Grimme-Preise für anspruchsvolles Fernsehen vergeben. Einer davon – in der Kategorie Unterhaltung – ging an Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Die beiden Entertainer haben im Alleingang in der Stefan-Raab-losen Kreativitätswüste den Samstagabend im Privatfernsehen wieder aufgemöbelt. Mit völlig verrückten Ideen, deren Machbarkeit mitunter Skepsis aufgeworfen hat. Nun hat – rechtzeitig zum Grimme-Preis – ein Magazin aufgedeckt, dass die Authentizität, die in den Shows durchaus eine Rolle spielt, teilweise nur vorgegaukelt ist.
Wiener Zeitung

Solange diese Manipulation bloß der Unterhaltung dient, ist es für mich durchaus in Ordnung. Wenn es aber „ums Politische“ geht, ist es eine Sauerei. Da gab es bereits Prozesse, aber lassen wir das. Wir wissen aber nun  offiziell das, was wir immer schon gewusst haben: Meinungen werden im TV so manipuliert, dass unter’m Stich die gewünsche Aussage herauskommt!

Endlich einmal nimmt mir einer unserer Mitarbeiter die Arbeit ab, eine strittige Fußball-Szene zu kommentieren

Der „Video-Assistent“: Segen oder Fluch?

Ich glaube, dass mir die Schiedsrichterei unter diesen Umständen keinen Spaß gemacht hätte. „Fernsteuern“ lasse ich mich nämlich nicht, in keiner Phase des Lebens. Egal, für mich stellt sich das Thema nicht mehr!

Klaus Billand ist nicht nur Wagner-Experte, er interessiert sich auch sehr für Fußball und versteht es, zu analysieren. Er nimmt die gestrige Elfmeterentscheidung bei Eintracht Frankfurt – Werder Bremen „aufs Korn“:

Gestern Abend wurde ein äußerst wichtiges Fußball-Spiel, das deutsche Pokalviertelfinale Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen, durch den VAR entschieden, den Video Assisted Referee, eine noch nicht zu alte Neuigkeit, um mehr Gerechtigkeit im Fußball einzuführen und Fehlentscheidungen der Schiedsrichter zu korrigieren. Durchaus wünschenswert und vielfach von Erfolg begleitet. Diesmal ging es aber genau nach hinten los! Der VAR sorgte für die Ungerechtigkeit. Es war in der Zeitlupe klar erkennbar, dass die linke Hand des Bremer Spielers Augustinsson nach oben ging, was immer nötig ist, wenn man zu einem möglichst hohen Sprung ansetzen muss, um den vor einem ebenfalls hochspringenden gegnerischen Spieler am torgefährlichen Kopfball zu hindern. (Das weiß sogar ich, der zuletzt 1975 an der Uni Göttingen Fußball „spielte“ und sonst keinen Sport treibt). Unglücklicherweise fiel der Ball (auch) auf die Hand des Verteidigers, die sogar noch passiv zurückfiel, denn es war ganz offensichtlich kein gewolltes Handspiel. Niemand sah es, weder Schiri noch Zuschauer. Nicht einmal die generischen Spieler reklamierten, was sie regelmäßig tun, wenn es auch nur nach Hand „riecht“.

Nach einer gefühlten Ewigkeit von fast zwei Minuten meldete sich dann der VAR und hatte im Keller in Köln das vermeintliche Handspiel entdeckt. Er rät aufgrund der Regel dem nahezu ungläubig dreinsehenden Schiri, Elfmeter zu pfeifen. Der schaut auch nochmal lange nach und gibt ihn schließlich. Hier zeigte die Institution VAR ihr denkbar hässlichstes Gesicht. Statt dem Spiel zu helfen, wird es vom VAR zerstört, zumal der Elfer in der letzten Minute vor der Pause ausgeführt wurde. Wenn man die Szene mit etwas mehr Feingefühl, oder auch nur mit Gefühl interpretiert hätte, hätte es niemals Elfer geben können und auch dürfen! Es kann nicht sein, dass eine Hand am Ball im Strafraum mit einem typisch deutschen Regelmechanismus und -automatismus als elferreifes Handspiel gewertet wird. Der VAR hätte sich kurz Gedanken machen müssen, was man damit dem Spiel antut. Die nur schwer gehaltene Fassung des Bremer Trainers Florian Kohfeldt im Interview nach dem Spiel, der m.E. durchaus passend den Begriff „forensisch“ bemühte, mit dem die systematische Untersuchung krimineller Handlungen umschrieben wird, sprach Bände.

Nun ist es höchste Zeit für eine allfällige Diskussion über eine zu sture Auslegung des gegebenenfalls auch zu überarbeitenden Regelwerks durch den VAR. Es kann nicht sein, dass eine Hand am Ball im Strafraum automatisch Elfmeter heißt. Der VAR muss genauestens die oft nicht sofort klar erkennbaren Umstände beachten und Interpretationsspielräume nutzen, wie das auch jeder vernünftige Schiedsrichter tut. Das macht auch jedes seriöse Gericht vor der Strafbemessung. Der so oft zitierte gesunde Menschenverstand ist auch hier wieder einmal gefragt. Man stelle sich einmal vor, eine solche Entscheidung wäre im Finale einer WM gefallen, und Deutschland hätte so den Titel verpasst. Das Wembley-Tor von 1966 wäre dagegen zur schnell vergessenen Lappalie mutiert (zumal der Ball vielleicht doch mit vollem Unfang drin war ..)…                                                                                                   
Klaus Billand     

Das Rätsel um das berühmte Wembley-Tor  kann auch die modernste Technik nicht lösen. Wir müssen weiter darauf vertrauen, dass Linienrichter Trofik Bakhramow aus Azerbaidschan ein Radarauge besessen hat. Der gute Mann ist längst gestorben, diese Entscheidung hat ihn aber unsterblich gemacht!

Hier sehen Sie das berühmteste Tor der Fußballgeschichte

Dieser Meinung von Klaus Billand über VAR schließe ich mich an. Ich habe die Szene erst heute beim Frühstück gesehen und habe mich im ersten Moment auch gefragt, von wo der Elfmeter herkam.  „Forensische Untersuchungen“ sind im Fußball eigentlich verrückt. So reformiert man ein ganz einfaches Spiel, das seine Beliebtheit daraus bezieht, dass man es überall versteht und auch überall spielen kann (außer im Wohnzimmer), zu Tode!   

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.                                                                                                    

 

 

 

 
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