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5. JULI 2020 – Sonntag

05.07.2020 | Tageskommentar

Der Stehplatz der Wiener Staatsoper – er ist (zumindest vorerst) Geschichte

ine Liebeserklärung an den Wiener Opern-Stehplatz. In zahlreichen Einzelgeschichten erzählen ehemalige und aktuelle „Stehplatzler“ – von Zubin Mehta, Elīna Garanča, Piotr Beczala bis Sigi Bergmannund Anton Zeilinger von ihren Erlebnissen und Sternstunden in der Wiener Staatsoper. (Konzept und Gesamtredaktion: Andreas und Oliver Láng)

Löcker Verlag, 17 x 24,5 cm, 318 Seiten
Hardcover
ISBN 978-3-85409-999-4
Mai 2019

Ich erinnere, dass ich vor 2 Monaten das Ende des Stehplatzes vorausgesagt habe. Natürlich wurde mir sofort „haltlose Unterstellung“, Verschwörungstheorie vorgeworfen, alles also, was man heute einem Menschen vorwirft, der nicht willig mit unseren Meinungsvorgebern mitheult (im Chor, obwohl Chorsingen gefährlich ist), sondern logisch zu denken versucht. Nein, ich bin weder besonders klug und schon gar nicht besonders gebildet, aber ich kann denken, analysieren. Mir war klar, dass Corona dafür herhalten muss, den Stehplatz loszuwerden! Ein schwerer Fehler, wie sich zeigen wird!

Ein ungünstigeren Einstand hätte es für Dr. Bogdan Roscic gar nicht geben können: Der Stehplatz, an dem der „harte Kern“ der Wiener Opernfans gleichsam ausgebildet wurde, wird ab morgen Montag nicht mehr angeboten.“Vorübergehend“ hört man! Ein gelernter Wiener weiß, dass in Wien nichts so lange hält wie eine „Zwischenlösung“, ein Kompromiss.

Natürlich hätte der neue Direktor den Stehplatz bei diesen Politikern nicht retten können, aber er hätte zumindest so tun können, als würde er um den Stehplatz kämpfen. Er hat nichts dergleichen getan, in meinen Augen war das ein kapitaler Fehler gleich zu Beginn seiner Amtszeit.

Bei uns sammeln sich die „Stehplatzler“, die in Wien nicht unwesentlich zur Meinungsbildung beitragen und fordern einen Protest gegen diese Maßnahme. Zu diesem Zeitpunkt ist jeder Protest bereits sinnlos, zumal ich bereits im Jänner um einen Gesprächstermin  (wohlgemerkt, kein Interview, die Befindlichkeiten des Dr. Roscic interessieren mich so überhaupt nicht) angesucht habe und dieser bis heute nicht zustande gekommen ist. Gut, Corona kam dazwischen – und außerdem soll jeder so verfahren, wie er gaubt. Ich bin dem Vorgänger nicht in den Hintern gekrochen, ich krieche auch dem aktuellen Chef nicht hinein.

Es gibt verschiedene Arten des Protestes, derzeit wird wohl keiner von diesen den Stehplatz retten. Aber wir bleiben dran und bündeln unsere Ideen. Vielleicht einigen wir uns sogar auf eine Strategie. Dazu sind die „Stehplatzler“ aufgerufen!

Harte Attacken von Franz-Welser-Möst gegen Dominique Meyer

Franz Welser-Möst geht keiner Eskalation aus dem Weg. Bei vielen Künstlern hat er derzeit keine guten Karten (die fühlen sich ob diverser Aussagen von ihm verraten). Nun rechnet er mit seinem früheren Partner (eigentlich ist es sein früherer Chef, aber der große Fehler beim seinerzeitigen Vertragspfusch war, dass man nicht festgelegt hat, wo die Chefrolle endet) in einem Interview ab, das  just das bisherige Leib-Blatt des Dominique Meyer veröffentlicht hat. Dies geschah 2 Tage nach Ende des „Maulkorberlasses, denn bis 1.7.2020 war Welser-Möst vertraglich verpflichtet, Schweigen zu bewahren

Wien/ Staatsoper
Welser-Möst: Staatsoper hat an Relevanz verloren
Der bekannte Dirigent kritisiert an Dominique Meyer auch, dass dieser „viele junge, hübsche Sängerinnen mit wenig oder keiner Erfahrung engagiert“ habe.
Die Presse

Klaus Billand schreibt: Zu Deinen Kommentaren zu FWM und seinem Ausbruch nun passt sehr gut der Hinweis auf seinen Rücktritt 2014, den ich auch im Online-Merker kommentiert habe. Es trägt vielleicht zu einer Balance bei.
 
https://www.klaus-billand.com/deutsch/betrachtungen/zum-ruecktritt-von-franz-welser-moest-als-gmd-an-der-wiener-staatsoper-am-4-september-2014.html
 
 
Buchbesprechung 7 Wiener Staatsoper GmbH (Hg.):

„Mir ist die Ehre widerfahren …“
Die Direktion Dominique Meyer.
360 Seiten – zahlreiche Farb- und s/w Abbildungen

 

Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Man erinnert sich noch genau, wie die damalige Ministerin als Staatsopern-Direktor einen hierzulande eher (Entschuldigung!) unbekannten Franzosen aus dem Hut gezogen hat. Dominique Meyer. Die Volksoper hatte seit 2007 einen Meyer als Direktor, den Robert, aber die Bezeichnung „Meyer eins“ und „Meyer zwei“ hat sich nie durchgesetzt. Die beiden hatten auch kaum je mit einander zu tun.

Den Meyer des großen Hauses lernte man als perfekt-höflichen Diplomaten kennen, der zwar auch aus der Haut fahren konnte (auch Kritikern gegenüber), aber selten. Dass seine Repertoire-Gestaltung und vor allem die Wahl der Regisseure den Wienern oft nicht behagte (den einen zu brav, den anderen zu blöd), konnte er immer mit Auslastungszahlen an der Traumgrenze abwehren. Voller als voll geht nicht, sagte schon sein weniger diplomatischer Vorgänger Ioan Holender…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Ich bin nun nicht der Meinung, dass Ioan Holender „weniger diplomatisch“ als Dominique Meyer ist, immerhin hat er sich auch gut durch die Slalomstangen der Politik manövriert, woran der „gelernte Diplomat“ letztlich gescheitert ist. Auch kamen Herrn Meyer Sager aus, die einem wirklichen Spitzendiplomaten nicht auskommen dürfen. Dann hat er auch noch – was seine Wiederbestellung betrifft, auf das falsche Pferd gesetzt und so nicht sich selbst, sondern die Frau Großbauer – heute Abgeordnete zum Nationalrat und Kultursprecherin – „gemacht“. Ein „gelernter Diplomat“ muss nicht zwangsläufig ein guter Diplomat sein! Für mich ist Ioan Holender der bessere Diplomat!

Wieder einmal ist mir ein Anfall von versuchter Gendergerechtigkeit in der dt. Sprache untergekommen, und zwar der Abschiedsbrief von Dominique Meyer

Im dritten Paragraph wird fünf Mal (!) auf nur 7,5 Zeilen die Form Journalistinnen und Journalisten et al. gewählt, um der vermeintlich erforderlichen Gendergerchtigkeit in der deutschen Sprache gerecht zu werden, ohne auf das unsägliche Gendersternchen *, das ebenso unsägliche Binnen I oder den Unterstrich _ oder den Schrägstrich / zu verfallen (was löblich ist!), aber dennoch der munter fortschreitenden Verhunzung der deutschen Sprache Vorschub leistend. Hier zeigt sich aber einmal mehr die sprachliche Grenze der Form …innen und …er, wenn sie mehrmals hintereinander gebracht wird und das Lesen zu einer Farce macht.

Es wird ganz einfach und in Unkenntnis der deutschen Sprache das generische mit dem biologischen Geschlecht verwechselt. Ein Substantiv, das auf …er endet, bezeichnet einfach nur jemanden, der etwas macht, also der Bäcker, der Schuster, der Lehrer etc. Das können das Frauen und Männer sein, es ist eben ein generisches und kein biologisches Geschlecht gemeint. (Klaus Billand)

Klaus Billand zur „Gendergerechtigkeit in der deutschen Sprache“

https://www.klaus-billand.com/deutsch/betrachtungen/zur-vermeintlichen-gendergerechtigkeit-in-der-deutschen-sprache-aus-aktuellem-anlass.html

Venedigs Opernhaus öffnet wieder. Es darf gesungen werden im Fenice
Die Corona-Pause ist vorbei: In der berühmten Ope der Lagune läuft das Programm an
Tagesspiegel

In der Lombardei dürfen 300 Personen indoor einer Veranstaltung beiwohnen, in Österreich derzeit 250.

WAGNER OPEN AIR IN BAYREUTH (23. August)

Bayreuther Sängerfest auf der Seebühne in der Wilhelminenaue
„Auf, nach der Wies – schnell auf die Füss!“

Bayreuth/ Wilhelminenaue

Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit Günther Groissböck, von dem Idee und Initiative stammt (Anm. Groissböck: Andreas Schager uund andere haben genauso gekämpft) hat genau, ein wenig Festspielatmosphäre auf der Seebühne in der Wilhelminenaue schaffen können: das Wagner Open Air 2020.

Gegeben werden Ausschnitte aus den Opern Die Meisteringer von Nürnberg, Walküre, Lohengrin und anderen.

Mit von der Partie sein werden voraussichtlich:

Annette Dasch
Andreas Schager
Daniel Schmutzhard
Michael Volle
Günther Groissböck
Ensemble aus Musikern der Bayreuther Festspiele, Leitung Hartmut Keil

Der Vorverkauf beginnt in Kürze. Wer sicher gehen will, rechtzeitig vom Start zu erfahren, abonniert am besten unseren Newsletter.

WAGNER OPEN AIR IN BAYREUTH

Drottningholm: Lieses Klassikwelt 42 Spuk im Barocktheater
Ich möchte Sie heute an einen besonders schönen Ort führen, in dem ich im vergangenen Jahr gerade noch rechtzeitig ohne Einschränkungen eine Aufführung erleben konnte: das schwedische Barocktheater Drottningholm.
Ich habe darüber auch gerade eine Sendung gemacht, die am Freitagabend um 22:05 Uhr im Musikfeuilleton von Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt wurde.
Kirsten Liese berichtet aus Berlin
https://klassik-begeistert.de/lieses-klassikwelt-42-klassik

Britische Orchester in der Krise: Düstere Aussichten
Die britische Kulturszene ächzt unter den Coronabeschränkungen. Während wenigstens Galerien und Museen wieder öffnen dürfen, bleibt das Bild für Theater, Opern und Orchester düster. Der Vorsitzende des Britischen Orchesterverbandes warnt: Für viele Klangkörper könnten die Lockerungen zu spät kommen.
BR-Klassik

WIEN/ BURGTHEATER: SPIELPLAN SEPTEMBER

Den vollständigen Spielplan finden Sie unter www.burgtheater.at/spielplan.
Der freie Verkauf für alle Termine im September startet am 20. August. Für Abonnent*innen besteht ein gestaffelter Vorverkauf bereits vorab.

Wien/ Rathausplatz: Filmfestival „so wie nie“ beginnt
https://wien.orf.at/stories/3056302/

Mit Abstand und Logen: Sommerkinos wichtig wie noch nie
Die meisten Freiluftkinos Österreichs spielen auch in diesem von Corona geprägten Sommer. Ein Überblick über das an die Abstandsregeln angepasste Angebot in Wien.
Kurier

John Wayne, eine gestürzte Ikone des weißen Amerika
Mit dem Westernheld wird ein weiteres Denkmal der US-Geschichte demontiert. Das ist Teil der Genesung einer kranken Nation.
Wiener Zeitung

KONZERT BEIM ONLINE-MERKER MARYNA LOPEZ / ASTRIK KHANAMIRYAN / ADOLFO LOPEZ (3.7.)

Der Online-Merker hat damit seine erste „Konzertserie Corona-Zeit“ abgeschlossen und seinen Teil zum „Angstabbau bei musikalischen Veranstaltungen beigetragen. . Die nächsten Veranstaltungen finden im Herbst bei hoffentlich weitgehender Normalität statt

Foto: Hiltrud Zehrl

Foto: Hiltrud Zehrl

Nichts für schwache Nerven: Fußball-Bundesliga mit Abstiegskampf pur: WSG Tirol/Wattens gegen Admira-Wacker 0:0

 

Nein,das war nichts für schwache Nerven – ich habe in den letzten 20Minuten den Fernseher ganz einfach abgedreht.Ein direktes Duell zweier Abstiegskandidaten in der letzten Runde hat es meines Wissens nach noch nicht gegeben. Mein Fußballherz hängt an Admira-Wacker, trotzdem muss ich zugeben, dass der Club in der höchsten Spielklasse eigentlich nichts verloren hat. Admira-Wacker ist ein Ausbildungsverein, viele ehemalige Spieler von Admira-Wacker spielen bei den Wiener Großclubs Rapid und Austria, aber auch in Stuttgart und Leipzig. Admira-Wacker ist das Sprungbrett zur Karriere – aber wenige Spieler bleiben beim Verein. So hat man es als Sympathisant natürlich schwer, aber so schwer wie heuer war es noch nie. Dienstag, als Mannschaft das Heimspiel gegen St. Pölten 0:3 verlor (ich verfolgte es über Teletext) war ich nicht ansprechbar, meine Frau verzog sich frühzeitig ins Bett und überliess mich meiner Laune –  der Hund zeigte zumindest Mitgefühl und blickte traurig drein!  In Tirol durfte Admira-Wacker also nicht verlieren, sonst wäre der Abstieg besiegelt gewesen. Die Tiroler hatten Heimvorteil, waren aber dennoch nicht Favorit, weil Admira Wacker in der Qualifikationsrunde nur eines von sieben Auswärtsspielen verloren hat – im eigenen Stadion gab es dafür überhaupt keinen Sieg.

Gestern kam es also in Tirol zum großen Abstiegsfinale – und es war grausam. Allein der „goscherte“ Stefan Maierhofer hätte vier Tor für die Tiroler erzielen können, tatsächlich ist er viermal gescheitert. Höhepunkt aber Minute 82: Dedic schiesst an die Innenstange, den abspringenden Ball hätte ich wohl mit jedem Körperteil im Tor versenkt (owohl ich ein miserabler Kicker war), aber der Tirol-Spieler Yeboah schaffte das Kunststück, den Ball aus dem Tor zu schiessen. Dann ließ Schiedsrichter Harald Lechner, von dem ich glaubte, dass er ein Freund ist (ist er auch, aber gestern machte er Pause mit der Freundschaft) noch 5 (!) Minuten nachspielen. Admira Wacker verrammelte das Tor und ermauerte mit irrem Massel ein 0:0 – übrigens mein Lieblingsresultat! 

Felix „Quälix“ Magath war auch in Innsbruck (der deutsche Ex-Fußnationalspieler und als Trainer ein „Quäler“ ist Vertreter des Sponsors „Flyeralarm“)  und zitterte mit der Admira mit. Er war aber angeblich in Konferenzschaltung mit Würzburg, das gestern angeblich den Aufstieg in die 2. Deutsche FußballLiga geschafft hat. Es soll ein ähnlicher Nervenkitzel gewesen sein.  Heute feiert er in Gumpoldskirchen beim Heurigen!

Tirol unten, die Südstadt also doch weiter oben – beheimatet in einer Gegend, die für Fußball überhaupt völlig ungeeignet ist! So geht das große Zittern in der nächsten Saison weiter, die paar Halbwegs-Kicker werden wieder weg sein und ein Großer geht nicht zu Admira-Wacker, nicht einmal, wenn er über 40 ist!

Aber dennoch, für mich gibt es keine Alternative – ich bin Meidlinger und Wacker war ein Meidlinger Verein!

Ich werde heute allein und still und leise feiern – mit Wodka! Wodka ist Medizin und hilft gegen so ziemlich alles – also auch gegen Hunds-Kick, den man sich damit schöntrinken kann!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

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