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5. JULI 2018

05.07.2018 | Tageskommentar

Piotr Beczala ist Bayreuths „Lohengrin“. Foto: Facebook

Dem nach verzweifelter Suche gefundenen „Lohengrin“ ist „Siegreicher Mut“ zu wünschen, denn viel Zeit hat er für die Proben nicht mehr. Die  Titelpartie (besser gesagt deren Inszenierung, denn die Rolle hat er ja bereits erfolgreich gesungen) ist in 19 Tagen einzustudieren.

Bevor hier wieder die Diskussion ausbricht, wie viel Probezeit für eine derart wichtige Premiere erforderlich ist, meine bescheidene Meinung dazu. Es gibt Menschen, die lernen schnell, die sind in den vorgesehen sechs Wochen total unterfordert. Es gibt aber auch solche, für die sechs Wochen zu kurz sind.

Piotr Beczala gehört sicher zu den „Blitzgneißern“ – würde Fußballer Toni Polster sagen!

Herr Beczala hätte natürlich der Festspielleiterin schmollend ob des Alagna-Engagements einen Korb erteilen können. Als Profi handelt er anders. Hoffentlich lässt er die Festspielleiterin wenigstens ordentlich für ihren Übermut  „blechen“!

Na also: Piotr Beczala ist Bayreuths neuer Lohengrin
Münchner Merkur
Bayreuther Festspiele: Star-Tenor Piotr Beczala springt als Lohengrin ein
Vor wenigen Tagen sagte in Bayreuth spektakulär der „Lohengrin“-Tenor ab, weil er den Text nicht gelernt hatte. Nun springt ein Star ein, der Pole Piotr Beczala. Sein Vorteil: Er kennt die Rolle gut.
Die Welt.de
Lohengrin lyrisch
Mehr als nur ein Ersatz: Der Tenor Piotr Beczała springt nach der Absage von Roberto Alagna kurzfristig in Bayreuth ein. In drei Wochen ist Eröffnungspremiere. Aber keine Bange: Beczała ist für diese Partie mehr als nur eine Ersatzlösung.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/oper-lohengrin-lyrisch-1.4040593

München: DIE HAUSHEILIGE! Eine Stunde Applaus für Edita Gruberova

Gruberova bei ihrem kürzlich erfolgtem Wiener Auftritt. Copyright: Wiener Staatsoper

Es war kein Tag wie jeder andere, dieser Dienstag, 3. Juli 2018, an der Bayerischen Staatsoper in München. Es wurde keine Wagneroper, keine Strauss-Operette und kein Rachmaninov-Ballett zum besten gegeben, nein, die Bühne gehörte an diesem Abend ganz allein jener Frau, die seit mittlerweile 50 Jahren Menschen auf aller Welt in sämtlichen, großen Konzerthäusern regelmäßig zu Tränen rührt: Edita Gruberova – mittlerweile 71 Jahre alt – sollte in München einen Galaabend anlässlich ihres 50. Bühnenjubiläums geben, der zu mindest stellenweise an die goldene Blütezeit dieser einzigartigen slowakischen Sopranistin erinnern ließ. Mit Arien und Werken von Mozart, Verdi und Bellini im Gepäck reißt Gruberova derzeit noch einmal mit einem äußerst anspruchsvollen Programm durch die großen Konzerthäuser dieser Welt – um alte Tage noch einmal aufleben zu lassen und um Menschen mit ihrer immer noch erstaunlich frisch anmutenden Sopranstimme zu bekehren, die zeitlebens hemmungslos in die Oper stürmten, wenn da Primadonna Gruberova auf dem Besetzungszettel zu lesen war…

Zum Bericht von Raphael Eckardt/Klassik begeistert

Die Hausheilige
Edita Gruberova bei der Festspiel-Gala im Nationaltheater
http://www.sueddeutsche.de/kultur/kurzkritik-die-hausheilige-1.4040347
Münchner Opernfestspiele Eine Stunde Beifall für die Gruberova

Münchner Abendzeitung

ELINA GARANCA AUF STIFT GÖTTWEIG (4.7.)

Der Bericht von Peter Dusek ist online

Zum Bericht Garanca am 4.7.

Operngala des MERKER-KUNSTSALONS in Baden bei Wien (4.7.)

Heute ist das zweite Konzert mit anderem Programm und in anderer Besetzung angesetzt
Es gibt noch Karten an der Abendkassa

Paolo Rumetz, Anna Ryan, Fabio Armiliato, Tiziano Duca und das Schlossorchester. Foto: Andrea Masek

Stargast war heuer Fabio Armiliato. Der aus Genua stammende Tenor (und Bruder des an der Wiener Staatsoper hoch geschätzten Dirigenten Marco Armiliato) hat im Haus am Ring zwischen 1998 und 2014 68 Abende gesungen und 13 Rollen verkörpert. Das persönliche Erinnerungsblatt nennt als besondere Erlebnisse seine Wiener Auftritte als Andrea Chenier, als Don Carlo sowie als Alvaro („Macht des Schicksals“). Eine attraktive Bühnenerscheinung, groß, sportlich, drahtig wirkend. Ein ausdrucksstarker Schauspieler, ein Höhenjäger mit gesunder baritonaler Grundlage. Ein Spintotenor, gleichermaßen kraftvoll und geschmeidig. Ein Stilist mit erstklassiger Technik. Und ein Sänger, der Musik „visualisieren“ kann…

Fabio Armiliato, Anna Ryan. Foto: Herta Haider

Zum Bericht von Karl Masek

KITTSEE (Burgenland- nahe Bratislava) HEUTE PREMIERE „DIE HOCHZEIT DES FIGARO“

Achtung! DIE PREMIERE IST AUSVERKAUFT. ES SIND KEINE PLÄTZE MEHR VERFÜGBAR!
Für Freitag und Samstag gibt es aber Karten an der Abendkassa!

Das ist ein mutiges Unterfangen! Keine Operette zur Sommerzeit, sondern Mozarts „Figaro“. Mut, der honoriert gehört- durch Ihren Besuch.

Kittsee liegt etwa 50 km von Wien entfernt, erreichbar auf einer Autobahn. Wenige Kilometer weiter befindet sich die slowakische Hauptstadt Bratislava.

Dazu bekommen wir auch noch einer Wetterbericht geliefert:

Endlich kommt das Wetter wieder richtig in die Gänge. Zum Premieren-Wochenende hin steht „Sommer“ am Spielplan.

Die Premiere heute um 19:30 Uhr wird mit Sicherheit bei perfektem Wetter stattfinden. Für den Abend und die Nacht sind 21°C vorausgesagt.

Für Freitag gibt es derzeit verschiedene Prognosen. Gewitterneigung, teils nur für den Vormittag vorausgesagt. Vorab jedoch: Kittsee ist wettermäßig sehr begünstigt! Die Temperatur am Abend und in der Nacht: 21°C. Samstag ist wieder uneingeschränkt Sommer im Lande.

SAMSTAG IST PREMIERE IN KLOSTERNEUBURG: LA TRAVIATA

Wir werden Sie zeitnahe nochmals daran erinnern. Auch für Klosterneuburg gilt die Wetterprognose für Ostösterreich: Der Sommer regiert!

Mörbisch: Wie eine der erfolgreichsten Operetten entstand
Gräfin Mariza: Zur Kálmán-Premiere in Mörbisch
Kurier

Wiener Festwochen-Intendant übernimmt nicht Leitung von Theater der Welt
Einem längerfristigen Engagement von Christophe Slagmuylder in Wien steht damit nichts mehr im Wege
Der Standard

Damit ist völlig klar, dass das Engagement des Belgiers auf lange Zeit einzementiert ist, egal welche Erfolge er einfährt – oder auch nicht. Wenn er anderweitig absagt, muss er verbindliche Zusagen aus Wien haben!

O weh! Was hat denn Frank Castorf da wieder dahergebrabbelt? Ein sexistischer alter Mann?

Was hat er nun wirklich gesagt:

In dem Interview wird Castorf gefragt, warum es unter seiner Intendanz so wenige Regisseurinnen gegeben habe – seine Antwort: Es gebe nun mal Männerfußball und Frauenfußball, und die Qualität des Spieles unterscheide sich schon sehr. Ihn interessiere Frauenfußball nicht.

Das könne er doch nicht laut sagen! Entgegnet ihm die Interviewerin. Er sagt: Doch, das könne er sehr laut sagen. Eine Ausnahme sei für ihn Pina Bausch, aber er habe eben selten erlebt, dass eine Frau besser sei als ein Mann.

Bumm, das sitzt! Und Frank Castorf sitzt nun in Nesseln. So etwas sagt unsereins wohl nur in einer Männerrunde (gemeint ist die Meinung über Frauen-Fußball, nicht über Theatermacherinnen) , aber nie zu einer weiblichen Interviewerin. Was beweist uns Frank Castorf mit dieser Aktion? Dass Theater nicht zwangsläufig Intelligenz erfordert!

Offener Brief: Eine Antwort auf sexistische Äußerungen von Frank Castorf
Frauen können kein Theater und keinen Fußball? Das hat gerade der legendäre Regisseur Frank Castorf gesagt. Dagegen wendet sich jetzt in WELT die Theaterszene – mit Hunderten Unterschriften
Die Welt.de

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Es ist eine „wahre Geschichte“, aber wahr à la Hollywood, das heißt, dass eine Begebenheit, die einen mehr als harten Kern hat, beschönigt auf der Leinwand erscheint. Immer mehr Menschen in den USA sind bereit, das Unrecht (ein viel zu schwaches Wort!!!) an der indianischen Urbevölkerung zuzugeben („Indians“ darf man dort nicht mehr sagen, es sind „Native Americans“, was einen Fortschritt darstellt). Und im Zuge von „#metoo“ ist jede wackere Frau, die sich der Männerwelt entgegenstellt, eine potentielle Heldin. Wenn ein solcher Film nun von dem Sioux-Häuptling Sitting Bull handelt (dessen Namen jeder kennt) und von einer schönen, jungen, emanzipierten Malerin, die sich als Weiße auf die Seite der Schwachen stellt… dann ist das eine gute Sache. Aber, wie gesagt, ziemlich schön gefärbt.

Die historische Malerin und politische Aktivistin Catherine Weldon, deren Vorgeschichte der Film nur sehr selektiv erzählt, war gebürtige Schweizerin und kam mit 12 Jahren in die USA, wo ihre Mutter sich neu verheiratete. Man erlebt sie, als sie verwitwet und reich in das Dakota-Territorium reist – im Kino mit der Absicht, Sitting Bull zu malen, der die Weißen 1876 in der Schlacht am Little Bighorn so vernichtend (aber letztlich folgenlos) geschlagen hatte und in der Folge mit Buffalo Bill in Wildwest-Shows auf „Tournee“ gegangen war (was hier wohlweislich verschwiegen wird). Weldon begegnete Sitting Bull und nahm – leidenschaftlich engagiert für die Rechte der Indianer – einen wichtigen Platz an seiner Seite ein, bis zu seiner Ermordung im Jahre 1890…

Politik: Kurz warnt Berlin: Wir akzeptieren nichts zu Lasten Österreichs
Tiroler Tageszeitung

Der Bundeskanzler ist zu beneiden? Oder ist er zu bedauern? Diesen Job möchte ich nicht machen, nämlich so, wie Sebastian Kurz es macht. Er buckelt nicht vor der EU und somit vor Frau Dr. Merkel – wie es seine Vorgänger gemacht haben.

Freilich muss er das aber einmal auch durchziehen! Gelingt ihm das nicht, ist er zu bedauern, geht er als Maulheld in die Geschichte der österreichischen Politik ein. Die Österreicher haben den Meidlinger (in Meidling wurde der Heft-Merker gegründet und entsteht auch der Online-Merker) „Basti Fantasti“ nämlich gewählt, weil sie endlich auch wieder Chancen gegen Deutschland haben wollen – und zwar nicht im Fußball!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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