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5. FEBRUAR 2021 – Freitag

05.02.2021 | Tageskommentar

 

Beethovens „Unsterbliche Geliebte“, wer wars denn nun? Des Rätsels Lösung heute in Potsdam

Beethovenjahr isch over, oder sowieso immer, wie man’s nimmt. Die Frage jedenfalls, wer denn nun die ominöse „Unsterbliche Geliebte“ war, wird am Freitagabend in Potsdam beantwortet. Drei Kandidatinnen haben sich für die Endausscheidung qualifiziert, ihre Vornamen beginnen mit A, J und M. Ich sitze als Gesprächsgast von Arno Lücker auf dem Podium, meinerseits qualifiziert durch einen Beethovenroman (die wahrscheinlich einzige nennenswerte Publikation zum kompositorischen Schwerenöter aus dem letzten Jahr laut der unbestechlichen neuen musikzeitung), in dem eine sterbliche Geliebte und eine ungeliebte Sterbliche vorkommen, beider Namen mit J beginnend. Ohne Musik aber wäre alles nichts an einem Beethovenabend: Darum spielt Schagajegh Nosrati Klavier, und Christian Wagner singt. Man kann im Live-Stream des Nikolaisaals dabei sein (5. Februar ab 20 Uhr). Und wenn man eine Mail an regie@nikolaisaal.de schreibt, bekommt man automatisch einen Zoom-Link zugeschickt und kann sich an der Diskussion beteiligen – zum Beispiel, um plausibel darzulegen, dass in Wahrheit G, Q oder Z die eine und einzige gewesen sei! (Konzertgänger in Berlin) Konzertgänger

Heinz Sichrovsky sucht nach einem besseren Thema, als es Sebastian Kurz ist – und findet es im Neunziger von Thomas Bernhard

Ins Theater dürfen wir immer noch nicht, aber das wissen Sie auch ohne mich. Darf ich mich also lieber an Thomas Bernhard erinnern, der in diesen Tagen 90 Jahre alt würde?

Ja, ich weiß schon, Sie dürfen weiterhin nicht in die Oper, auch nicht mit Test, zum Tattoostechen hingegen schon, wenn auch nur mit Test. Das liegt daran, dass die eine Berufsgruppe unter die körpernahen Dienstleister fällt; und die andere (so wie auch der noch wesentlich körpernähere Bordellbetrieb) unter die geschlossenen „Freizeiteinrichtungen“. Ich wollte sogar schon anfragen, ob Sie mir den letzten Witz mit dem Namen des Kanzlers genehmigen, eine Zeile aus Schillers „Glocke“ als Mahnung an türkise Wähler: „Der Wahn ist Kurz, die Reu ist lang.“ Aber wir Kulturverliebten finden in avancierten Regierungskreisen ohnehin kein Gehör, und außerdem habe ich Ihnen all das schon oft mitgeteilt.

Wenden wir uns also einem vielmals nennenswerteren Anlass zu: Thomas Bernhard würde am 9. Februar 90. Kein Alter schon damals, und doch ist in ein paar Tagen auch sein 32. Todestag zu beklagen. Er starb – welch ironische Aktualität -an einer Lungenkrankheit mit dem wie von Wilhelm Busch ersonnenen Namen „Morbus Boeck“. Wohl in Würdigung dieser unbeirrbaren Lebensbegleiterin brachte er eine berühmte Zeile aus dem Gregorianischen Choral auf die Bühne: „Media vita in morte sumus – mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben.“…

Spitzentöne: Ein besseres Thema als Sebastian Kurz

https://www.news.at/a/ein-besseres-thema-als-sebastian-kurz-11884811

Erlebnis Bühne mit Barbara Rett: Wir spielen für Österreich – Le nozze di Figaro am 7.2. um 20,15 h aus der Wiener Staatsoper

Jean-Pierre Ponnelle, der Großmeister der Opernregie, inszenierte vor über 40 Jahren Mozarts Opera buffa „Le nozze di Figaro“ an der Wiener Staatsoper. Sie avancierte zum Fixstern im Repertoire und stand jährlich am Spielplan, bevor sie ein gutes Jahrzehnt ruhen durfte.
Unter der Leitung des neuen Musikdirektors, Philippe Jordan, erfährt die werkprägende Inszenierung nun eine Wiederaufnahme. Gemeinsam mit einem jungen, internationalen und aufstrebenden Ensemble rund um den ladinischen Bariton Andrè Schuen und die französische Mezzosopranistin Virginie Verrez soll die Tradition eines häufig beschworenen Wiener Mozart-Ensembles wiederbelebt werden.

Dirigent Philippe Jordan, Regie Jean-Pierre Ponnelle
Mit Andrè Schuen, Federica Lombardi, Louise Alder, Philippe Sly, Virginie Verrez u. a.
Wiener Staatsoper 2021

Ein Nachfahre meiner legendären Opernmaus meldet sich zu Wort

Treue Leser werden sich an meine Opernmaus im Haus der Staatsoper erinnern, die mich früher immer mit Internas versorgt, sogar in den Direktionsräumen mitgelauscht hat. Nun, so eine Maus lebt bestenfalls drei Jahre, aber sie sorgt für Nachfahren, die ihre Gene erben. Also habe ich so eine Nachkommin unter Vertrag genommen.

Die berichtet mir, dass die TV-Aufzeichnung für „Le Nozze di Figaro“ gestern problemlos stattgefunden hat, einer Ausstrahlung am kommenden Sonntag nun nichts, nicht einmal eine Corona-Infektion, im Wege steht.

Weiters berichtet mir die Vertragsmaus, dass die Proben für „Carmen“ zügig weitergehen, auch Frau Rachvelishvili soll wieder dabei gesichtet worden sein – sagt zumindest die Maus (ich weiß nun nicht, wie gut so eine Maus sieht) . Charles Castronovo sieht sie derzeit nicht, im José glaubt sie Piotr Beczala zu erkennen.

Meine Vertragsmaus meint, dass die „Carmen-Premiere am 21.2. sein wird und der ORF am gleichen Tag sendet!

Bayerische Staatsoper/ Reminder
MONTAGSSTÜCK XIII: TAGEBUCH EINES VERSCHOLLENEN

Im Montagsstück XIII: Tagebuch eines Verschollenen singt Tenor Pavol Breslik am 8. Februar den Liederzyklus von Leoš Janácek in einer szenischen Einrichtung von Friederike Blum. Die Handlung erzählt von der unendlich traurigen und unsicheren Liebe eines Mannes, welche ihn letztlich in die Vereinsamung treibt und schließlich zu seinem Verschwinden führt. Breslik wird am Klavier von Robert Pechanec begleitet.

Leoš Janácek
MONTAGSSTÜCK XIII: TAGEBUCH EINES VERSCHOLLENEN
Mo, 8. Februar 2021, 20:15 Uhr
Kostenfrei
www.staatsoper.tv

Ab Mi, 10. Februar für 30 Tage on Demand erhältlich.
Ein 24-Stunden-Ticket kostet 4,90 Euro.
www.staatsoper.de/on-demand

Die Münchner Opernfestspiele 2021 // Änderungen im Spielplan

In den vergangenen Wochen kam es zu Änderungen im Spielplan der Opernfestspiele 2021. Unter anderem steht am Montag, den 26. Juli, eine zusätzliche Vorstellung des Opernprojekts 7 Deaths of Maria Callas der Performance-Künstlerin Marina Abramović auf dem Programm. Ursprünglich für das Frühjahr 2020 geplant, feiert die Kinderoper Spring doch am 26. Juni im Utopia (der ehemaligen Reithalle) ihre Uraufführung. Der Festspiel-Liederabend mit Christian Gerhaher findet nun am Dienstag, den 27. Juli, im Prinzregententheater statt. In den Vorstellungen von Giacomo Puccinis Turandot kommt es am 12. und 15. Juli zu Besetzungsänderungen: Die Titelpartie singt nun Elena Pankratova statt Anna Netrebko. Weitere Informationen finden Sie unter den aktuellen Besetzungsmeldungen auf der Website der Bayerischen Staatsoper.

New York/ Metropolitan Opera Exclusive: Peter Gelb makes an offer to his unpaid orchestra
We’ve received an exchange of letters between the Met general manager to the orchestra musicians. Gelb is offering ‘bridge pay’ to the musicians. The only condition is that the union begins ‘good faith negotiations’ on a drastic pay cut.
https://slippedisc.com/2021/02/exclusive-peter-gelb-makes-a-conditional-offer-to-his-orchestra/

Das muss man mehrmals lesen, um es zu glauben: Peter Gelb macht den Orchestermusikern ein gar großzügiges Angebot: Er redet mit ihnen über eine Wiedereinstellung, aber nur „wenn die Gewerkschaft bereits vor Beginn der Gespräche bereit ist, drastische Kürzungen zu akzeptieren“.

Diesmal ist aber Trump nicht schuld, ich bin mir gar nicht sicher, dass der von der Existenz der Metropolitan Opera überhaupt weiß, aber auch in „Biden-Land“ ist das möglich!

INSTAG (K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Lisette Oropesa in Bilbao (Samstag)

In beautiful Bilbao, getting ready for my recital with @abaobilbaoopera and @ruben_fernandez_aguirre! It’s been more than 10 years since I’ve visited this beautiful city and even in the pandemic it’s glorious. The concert is this Saturday, 19:00 at the @euskalduna_eus !

Lisette Oropesa in Bilbao. Das Konzerrt (natürlich vor Publikum) ist am Samstag!

ZU INSTAGRAM (mit weiterem Foto)

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Wien: Der alternative PARSIFAL im Stephansdom. Günther Groissböck; Manfred Schiebel (Orgel)

 

ZU INSTAGRAM mit Video
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Aleksandra Kurzak arbeitet im Wiener Lorely-Saal (Penzingerstraße) an inrer neuen CD

 

I’m in Vienna for the wonderful project – the NEW CD with @morphingmusic

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In diesem Lorely-Saal war ich im Juni vergangenen Jahres und habe geglaubt, dass die Corona-Krise zu Ende geht. Damals musste ich vor dem Konzert ein Datenblatt ausfüllen und ein Fiebermessgerät wurde mir an die Stirn gehalten. Dann begleitete mich eine Mitarbeiterin zu dem mir zugewiesenen Sitzplatz, den ich gefälligst einzuhalten hatte – was ich auch tat.
Der Saal – das ganze Haus (nahe der U4-Station Hietzing, etwa 3 Gehminuten von der Kennedybrücke entfernt) ist prächtig ausstaffiert und ich dachte – zumal ich erblich vorbelastet bin und ganz einfach nicht aus meiner Haut heraus kann –  wie sich das Projekt Lorely-Saal rechnet. Ich dachte während des gesamten Konzerts nach und kam zu keinem Schluss, da bin ich offenbar zu blöd dazu!
Aber wieder zurück zu Corona: Heute würden wir uns solch Schikanen wünschen, geradezu freudigst darauf eingehen. Der Mensch gewöhnt sich an alles – oder er wird daran gewöhnt. Jetzt geht es mir wie bei den Gedanken zur Finanzierung des Lorely-Saales – ich denke darüber nach, wie es möglich ist, Menschen derart handzahm zu machen.  Dazu muss ich mich aber beeilen, denn womöglich wird das Denken bald verboten. Begonnen wurde mit dieser Kampagne anscheinend schon!
Dresden: Marek Janowski dirigiert das Gedenkkonzert zum 13. Februar
Übertragung live im Radio und im Fernsehen
https://www.lifepr.de/pressemitteilung/dresdner-philharmonie/Marek
Livestream: „Bühne frei!“ an der Oper Frankfurt im Februar ab Freitag, dem 5. Februar 2021, um 19.30 Uhr
Theaterkompass.de

Für die ganze Familie und zum Beginn bzw. Ende der Semesterferien:
Des Kaisers neue Kleider im kostenlosen Online-Stream ab Freitag, 5. Februar, 16 Uhr – auf www.burgtheater.at

Das Burgtheater stellt vom Freitag, 5. Februar (16 Uhr), bis zum Sonntag, 7. Februar (16 Uhr), noch einmal sein Familienstück im kostenlosen Stream zur Verfügung: Des Kaisers neue Kleider frei nach Hans Christian Andersen in der Regie von Rüdiger Pape (für alle ab 6) mit Arthur Klemt (als Kaiser), Felix Kammerer (als Lakai), Hanna Binder und Stefan Wieland (die beiden Minister*innen) Lukas Haas und Annina Hunziker (Paul und Marie). Über die Website des Burgtheaters oder den YouTube-Kanal ist der Stream abrufbar, es ist keine separate Anmeldung erforderlich.

 Des Kaisers neue Kleider
Ein Familienstück frei nach Hans Christian Andersen

Zur Kritik von Renate Wagner: https://onlinemerker.com/wien-kasino-des-kaisers-neue-kleider/

WIEN / Kasino: DES KAISERS NEUE KLEIDER

Fotos: Burgtheater © Susanne Hassler-Smith

Passend zum Burgtheater:

„Rohbericht“ Burgtheater: Großbauer fordert Rücktritt von Drozda, SPÖ kontert
Sonja Hammerschmid (SPÖ) kontert auf Maria Großbauer (ÖVP): Anschuldigungen in den Raum zu stellen, sei „ein mieser Stil“
Kurier

Burgtheater vor Hartmann: „Durchgehend angespannte Finanzlage“
Der „Rohbericht“ des Rechnungshofs über die Geschäftsführer-Jahre von Thomas Drozda: Barauszahlungen, mangelhafte Berichte etc.
Kurier

Heinrich Schramm-Schiessl war – im Gegensatz zu mir, regelmässig in Gerhard Boceks „Marchfelderhof“ und hat einen sehr persönlichen Nachruf auf Gerhard Bocek geschrieben. Den finden Sie in unseren heutigen „Infos des Tages“

Auszug aus „Profil-Morgenpost: Das Krisenparadoxon sagt: Während Österreich ab Montag wieder ein wenig weiter aufsperrt (und Strafen bei Verstößen gegen Covid-Maßnahmen erhöht), diskutiert man darüber, ob man nicht ein ganzes Bundesland – im konkreten Fall Tirol – komplett von Restösterreich isolieren sollte. Grund der neuen Eskalationsstufe: Die zunächst in Südafrika aufgetretene CoV-Mutation B.1.351 wurde auch in Westösterreich nachgewiesen. Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat dem Vorstoß der Virologin und Regierungsberaterin Dorothee von Laer am Donnerstag noch eine Absage erteilt. „Das gibt die Datenlage nicht her“, sagte er im Landtag. Die gar nicht so kühne profil-Prognose: Am Sonntag, am Tag vor den Lockdown-Lockerungen, wird im Westen Österreichs wohl noch nachgebessert werden. Man wird in Tirol auch 2021 alles richtig gemacht haben wollen.

München
Schnaubende Radler als Aerosol-Schleudern
Zum Schutz der Spaziergänger will die CSU das Fahrradfahren auf den Hauptverkehrswegen im Westpark verbieten.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-westpark-radfahren-verbot-corona-1.5192395

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung:

Abschiebungen führen zu einer Koalitionskrise in Österreich
Das ist passiert: Österreichs Koalitionsregierung aus Grünen und der ÖVP hat eine schwere Krise um die Abschiebung von zwei Familien überstanden. Um die Koalition zu retten, warfen die Grünen ihre Überzeugungen in der Migrationspolitik über Bord und stimmten der harten Linie des konservativen Innenministers Karl Nehammer zu. Die Grünen sitzen damit in einer Zwickmühle zwischen ihrem humanistischen Selbstverständnis und ihren Pflichten als Juniorpartner der ÖVP.
Zum Bericht

USA
NFL-Schiedsrichterin schreibt Super-Bowl-Geschichte: „Fühle mich überwältigt“


Sarah Thomas kommt am Sonntag als erste Schiedsrichterin im Super Bowl zum Einsatz und schreibt damit erneut Geschichte. Die Pionierin liegt voll im Trend.

https://www.spox.com/de/sport/ussport/nfl/2102/News/schiedsrichterin-thomas-schreibt-super-bowl-geschichte-fuehle-mich-ueberwaeltigt-ftr.html

Eigentlich eine sehr traurige Meldung: Tulln/ NÖ: Spital in Tulln erklärt falsche Patientin für tot
Im Universitätsklinikum Tulln ist eine 83 Jahre alte Frau fälschlicherweise für tot erklärt worden. Grund war eine Patientenverwechslung, wie das Krankenhaus am Donnerstagnachmittag in einer schriftlichen Stellungnahme mitteilte. Die Familie der vermeintlich Verstorbenen war am Sonntag informiert worden, die Parte wurde bereits gedruckt.
https://www.krone.at/2334986

Diese Meldung betrifft mich insoferne, als das Spital in Tulln das für mich eigentlich offiziell zuständige ist. Patienten aus Mauerbach werden in das Tullner Spital gefahren.

Das muss ja ein schreckliches Szenario sein: Die“tieflauernden Hinterbliebenen“ haben womöglich bereits die Wohnung ausgeräumt, ein allfälliges Testament verschwinden lassen, kurzum all das gemacht, was man bei einem Todesfall so gemeinhin tut – und dann war es falscher Alarm!

Ich wollte mich sowieso schon wieder in Wien hauptmelden, weil die politischen Gründe für die Mauerbach-Meldung weggefallen sind – das ist nun vielleicht der letzte Anstoss hiefür!

Haben Sie einen schönen Tag

A.C.

 

 

 

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