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5. DEZEMBER 2018

05.12.2018 | Tageskommentar

Daniele Gatti hat wieder einen Job: Er wird Musikchef der Römischen Oper

Soeben hat das Teatro dell’Opera di Roma bekanntgegeben, dass Daniele Gatti dort Chefdirigent/ Musikdirektor wird. Und zwar – ähnlich seinem Amsterdamer Rauswurf – „mit sofortiger Wirkung“.

Verkündet wurde die Ernennung des umstrittenen Maestro von einer Frau, der Bürgermeisterin Virginia Raggi nämlich, die der Cinque- Stelle-Bewegung angehört. Und zwar im Anschluss an die von Gatti dirigierte Saisoneröffnung mit der Verdi-Oper „Rigoletto“, die sich um den Herzog von Mantua dreht, der unbekümmert Adelstöchter schändet…

Offene Stadt. Über die Zukunft des unter MeToo-Verdacht geratenen Dirigenten Daniele Gatti
Gatti wird Musikchef der Römischen Oper
Tagesspiegel

Daniele Gatti Appointed Music Director Of Teatro Dell’Opera Di Roma
http://operawire.com/daniele-gatti-appointed-music-director-of-teatro

Bröckelt nun die Front? Eigentlich bröckelt sie schon lange, denn Gatti hatte seine Auftritte. Ob ihn die Berliner Philharmoniker beim „Oster-Otello“ in Baden Baden an das Pult lassen? Mutig warten Sie einmal zu, was weiter geschieht.

Auf Gatti in Bezug zum Bayreuther „Ring“ würde ich Wetten annehmen!

Wiener Staatsoper: Johannes Maria Staud plaudert munter weiter – auch Politisches

Wiener Staatsopern-Uraufführung: „Ein neuer Ton geht um in Europa“

Zitat aus dem „Kurier“: … Gefährdet man durch das Politische nicht die Kunst?

Staud: Wenn man im Auftrag des bedeutendsten Opernhauses im Lande eine Oper schreibt, bringt das meiner Meinung nach auch eine große gesellschaftliche Verantwortung mit sich. Und natürlich möchte ich diese Möglichkeit auch für jene Anliegen nutzen, die mir und vielen anderen Menschen in diesem Land, die sich von einer schwächelnden Opposition derzeit schlecht vertreten fühlen, wichtig sind, aber immer mit der Absicht, dabei Kunst zu machen…

„Die Weiden“ von Johannes Maria Staud und Durs Grünbein wird ab Samstag in der Wiener Staatsoper gezeigt.
Kurier

Nun, zu Herrn Staud und dessen parteipolitischen Äußerungen habe ich meine eigene Meinung und behalte diese auch für mich. Auch garantiere ich in diesem Medium eine faire Berichterstattung – das ist professionell. Wenig professionell erscheint mir, dass unsere Redakteurin Renate Wagner, die in der letzten Woche einige Interviews mit Mitwirkenden dieser Produktion gemacht hat und dabei keinerlei Anlass gegeben hat, ihre professionelle Haltung anzuzweifeln, erstmals keine Karte für die Generalprobe zugestanden bekommt. Ich weiß schon, dass Karten für die GP einem eigenen Verteilerschlüssel unterliegen, aber wenn es möglich war, Karten für Generalproben hochgradigst besetzter Opern zu bekommen und ich wohl recht in der Annahme gehe, dass für „Die Weiden“ kein großes „Griss“ herrschen wird, finde ich das etwas seltsam. Aber bitte, es soll sein!

Wir im Vorstand des Online-Merker sind jedenfalls Profis, ohne für ihre Profession bezahlt zu bekommen!

Es werden jedoch einige Online-Merker Gelegheit finden, zu Karten für diese GP zu kommen. Ich selbst gehe grundsätzlich nicht zu solchen Veranstaltungen und nehme ebenso grundsätzlich keinerlei Vergünstigungen an!

Unbeirrt von derlei Bocksprüngen fahren wir in unserer Interviewserie fort:

INTERVIEW-SERIE ZUR WIENER STAATSOPERN-PREMIERE „DIE WEIDEN“

SYLVIE ROHRER: Wenn die Wiener Staatsoper ruft, komme ich!

 

Sylvie Rohrer, jedem Wiener Theaterfreund aus dem Burgtheater bekannt, unternimmt immer wieder gerne Ausflüge in die Welt des Musiktheaters. Die Uraufführung von „Die Weiden“ ermöglicht es ihr, erstmals auf den Brettern der Wiener Staatsoper zu stehen – was sie, die Schweizerin, unendlich berührt und begeistert.

Das Gespräch führte Renate Wagner

Frau Rohrer, wenn man Sie im Internet googelt, kommt die Bezeichnung „Schauspielerin und Sängerin“ heraus, mit dem Hinweis, Sie seien in der Klassik firm… Haben wir da etwas versäumt?

Nein, ich bin Schauspielerin, ich war selbst völlig verblüfft, als ich diese Eintragung gelesen habe. Es kann sich eigentlich nur darauf beziehen, dass ich sehr gerne musikalische Sachen mache – immer wieder die „Jeanne d’Arc au bûcher“, immer wieder den „Pierrot Lunaire“, aber auch „Perséphone“ von Strawinsky, und dich habe auch Szenen mit Beat Furrer interpretiert. Und, weil ich mich nicht nur der Moderne verpflichte, bei den Salzburger Festspielen 2004 in der Produktion von Purcells „King Arthur“ von Flimm / Harnoncourt mitgewirkt. Bei musikalischen Projekten dabei zu sein, ist für mich immer ein wunderschönes Erlebnis. Etwas „anderes“ zu machen, ist für einen Schauspieler ja eine tolle Herausforderung. Aber ich verspreche, ich werde in den „Weiden“ keinen Ton singen!…

ZUM INTERVIEW

DRESDEN: ARIADNE AUF NAXOS. Neuinszenierung. Alexander Pereira gibt wieder den Haushofmeister

Daniela Sindram (Komponist), Aaron Pegram (Brighella) und Daniela Fally (Zerbinetta). Foto: Ludwig Olah

Am ersten Adventssonntag hob sich der Vorhang der Semperoper für die nunmehr dritte Neuinszenierung der „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss seit der Wiedereröffnung des Hauses (1985), eine Koproduktion mit der Opéra nationale de Lorraine, Nancy und der Opéra de Lausanne, die entgegen sonstiger Neuinszenierungen nicht jedes Mal abwegiger, sondern besser und publikumswirksamer ausfiel. Die wenigen notorischen Buhrufe, die dem, zum Schluss in festliches Schwarz gekleideten Regieteam galten, das auf der Bühne die Abendgesellschaft des (neu‑)reichen Bürgers assoziierte (eine geniale Idee!), der sowohl eine neue Oper bestellt, als auch eine Komödianten-Truppe engagiert hat, gingen im begeisterten Beifall des Premierenpublikums unter.

David Hermann hatte den Mut – ja dazu gehört heutzutage sogar schon Mut -, die allgemein üblichen Inszenierungsklischees so einzusetzen, dass eine stimmige und sehr publikumswirksame Inszenierung herauskam, für die auf großen Postern in Dresdens Innenstadt mit einer eleganten Abendgesellschaft geworben wird, die aber nur im Foyer als „Vorspiel“ vor dem „Vorspiel“ stattfindet und von manchem Besucher vielleicht nicht einmal wahrgenommen wird, obwohl sich der nunmehr 71jährige Wiener Alexander Pereira, Leiter der Salzburger Festspiele und Operndirektor in Zürich und an der Mailänder Scala, „Sponsorendompteur und Wirbelwind“, als leicht distinguierter Haushofmeister „herabließ“, die endgültig schockierenden Anweisungen seiner „Herrschaft“, dass sowohl die neue Tragödie, als auch die Komödie gleichzeitig stattzufinden haben, aus der Proszeniumsloge verkündete…

Zum Bericht von Ingrid Gerk

Richard Strauss an Dresdens Semperoper: „Ariadne auf Naxos“ zwischen Antike und Rokoko 

Neue Musikzeitung/nmz.de

Bremen: Tiefgang über die Liebe – Mozarts „Entführung aus dem Serail“ am Theater Bremen
Neue Musikzeitung/nmz.de

Nürnberg: Ambivalente Gefühle zwischen Wunderschönem und Schrecklichem: Hänsel und Gretel in Nürnberg
bachtrack

Stuttgart: Axel Ranisch inszeniert „Liebe zu drei Orangen“: Chaos-Computer-Club
Diese Produktion hat Kult-Potenzial: Axel Ranisch lässt Prokofjews bizarres Märchen in Stuttgart als Computerspiel „Orange Desert III“ spielen.
Münchner Merkur
Liebeswirrwarr in der Pixel-Welt
Von Sergej Prokofjews zahlreichen Opern hat es vor allem „Die Liebe zu drei Orangen“ ins Repertoire geschafft – wobei die schmissige Musik ebenso zur Beliebtheit des Werks beiträgt wie die skurrile Handlung. Axel Ranisch setzt in seiner Stuttgarter Neuinszenierung – sie feierte am 2. Dezember Premiere – noch eins drauf und versetzt die Szenerie in ein Videospiel. Und alle helfen mit, dass die Inszenierung zum Erfolg wird: eine durchweg überzeugende Sängerriege ebenso wie Alejo Pérez am Pult des Staatsorchesters Stuttgart.
BR-Klassik

OPER GRAZ: Am Samstag wird geheiratet!

 

„Sensationserfolg!“ – „Glanzvoll!“ – „Bombastisch!“ … am Morgen nach der Uraufführung 1937 überschlagen sich die Komplimente und Lobpreisungen aus aller Munde: Im Zentrum des europäischen Musikinteresses stehen der 29-jährige Joseph Beer und sein neuestes Operettenwerk „Polnische Hochzeit“. Unterstützt von dem gefragtesten Librettisten-Duo Wiens, Fritz Löhner-Beda und Alfred Grünwald, erobern Beers Figuren, Graf Staschek, Jadja, Boleslav, Casimir und die Wildkatze Suza, die Zuschauerherzen im Sturm. Nun soll es kein Halten mehr geben: Innerhalb weniger Wochen wird das Werk in acht Sprachen übersetzt und auf 40 Bühnen gespielt. Walzer und Folklore-Tanz treffen in dieser Operette auf Jazzklänge und Big Band Sound und lassen in eine freudvolle Zukunft für die europäische Operette blicken. Hätten nicht die düsteren Schatten des Nationalsozialismus einen Bruch geschaffen, würde Joseph Beers Name heute in einem Atemzug mit Emmerich Kálmán und Franz Lehár genannt werden. Joseph Beer verliert, ein Jahr nach der Uraufführung und den euphorischen Zukunftsprophezeiungen für seine Karriere, alles und flieht ins Ausland, sein Werk wird für die nächsten Jahrzehnte vergessen sein.Nach 81 Jahren kehrt dieses Feuerwerk an Melodien zurück auf die große Bühne und lässt die Figuren erstrahlen wie anno 37. In einer bombastisch-bunten Ausstattung von Martin Miotk und  und Andy Besuch wird die Hochzeit des Jahrhunderts gefeiert! Und dabei wird gestritten, geliebt, gelacht und viel getanzt, wenn es heißt: „Katzenaugen! Süße Katzenaugen, sie funkeln durch die Nacht, Katzenaugen, süße Katzenaugen, ihr habt mich toll gemacht!“ – Feiern Sie mit!

Premiere „Polnische Hochzeit“ Samstag, 8. Dez 2018, 19.30 Uhr

Informationen und Karten

Teatro Real Madrid 2018-19 Review: Turandot
http://operawire.com/teatro-real-madrid-2018-19-review-turandot/

London: Opera review: Carmen at Royal Opera House
https://www.express.co.uk/entertainment/theatre/1054175/carmen

First revival of Barrie Kosky’s Carmen at the ROH
http://www.operatoday.com/content/2018/12/first_revival_o.php

Der Merker-Kunstsalon war gestern karitativ unterwegs

Die Künstler traten ohne Gage für den Verein „Ich bin o.k.“ auf . Foto: Herta Haider

Auch Staatsopernsänger Paolo Rumetz (hier flankiert von Anna Ryan und Pablo Cameselle) ließ für den guten Zweck seine Stimme erschallen. Foto: Herta Haider

Wien: Volkstheater: Entscheidung über künftige Leitung fällt im März. Wird Maria Happel Volkstheater-Chefin?
Die Ausschreibung wird im Jänner veröffentlicht. Zunächst gehe es um die Vision, sagt die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.
Die Presse

Wien/ Museumsquartier
Standort der Kunsthalle Wien im Museumsquartier infrage gestellt
Scheidender Direktor Schafhausen beklagt „dysfunktionale Situation“ – Kulturstadträtin bestätigt Standortdebatte mit Hinweis auf „bewegliche Institutionen in lebendiger Stadt“
Der Standard

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Es ist eine fraglose Tatsache, dass sich für viele Menschen der Großteil ihres Lebens vor dem Computer und mit dem Smartphone abspielt. Neulich las man von einer App, die ermöglichen soll, dass viele Leute, jeder bei sich zuhause, sich eine Serie ansehen und dabei zeitgleich ihre Kommentare abgeben – auf die Uralt-Methode, dass sich einfach ein paar Gleichgesinnte auf Sofas und Fauteuils verteilen, zusammen gucken und live ihre Gedenken austauschen, kommt man offenbar gar nicht mehr…

Ähnlich ist die Situation im zweiten Teil des Films „Unknown User“, der sich – wie jüngst auch „Searching“ – ausschließlich in den sozialen Medien abspielt und nichts mehr „in echt“ zeigt. Da hocken ein paar jugendliche Freunde an ihren Computern und chatten, vermutlich eine wöchentliche fixe Skype-Verabredung. Die drei beteiligten Männer sind allein in ihren Wohnungen, die zwei Frauen (Betty Gabriel und Rebecca Rittenhouse) sind ein lesbisches Pärchen und zusammen. Und am Rande ist auch noch Amaya dabei, die gehörlose Freundin von Matias (Colin Woodell), und das Interessante daran ist, nebenbei bemerkt, dass die exotische Darstellerin Stephanie Nogueras tatsächlich gehörlos ist…

Frankreich: Macron geht auf „Gelbwesten“ zu und erhält eine Abfuhr

Frankreichs Regierung scheint dem massiven Druck der seit drei Wochen andauernden Proteste der „Gelben Westen“ nachzugeben: Man müsste taub und blind sein, um diese Wut zu ignorieren, sagte Premierminister ?douard Philippe in einer TV-Ansprache. Er versicherte, er höre sehr wohl die zornige Botschaft der Arbeiter, der alleinerziehenden Mütter und aller, die von ihren Gehältern nicht leben könnten. „Keine Steuer ist es wert, die Einheit des Landes aufs Spiel zu setzen.“

So soll die für den 1. Jänner geplante Erhöhung der Ökosteuern auf Treibstoffe für sechs Monate ausgesetzt werden…  (Quelle: Die Presse)
Die Presse

Diese Zustände hat Österreich nicht. Herr Staud, daraus könnten Sie ein Königsdrama machen! Sogar ein politisches, aber bitte kein parteipolitisches. Ich bin allerdings nicht sicher, dass Sie den Unterschied kennen (im Gegensatz zu Giuseppe Verdi).

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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