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5. AUGUST 2018

05.08.2018 | Tageskommentar

Salzburg: „Italienisches Liederbuch“: Diana Damrau, Jonas Kaufmann. Copyright: Marco Borrelli/ Salzburger Festspiele
Salzburger Festsoiele: ITALIENISCHES LIEDERBUCH (Hugo Wolf) am 3.8. im Großen Festspielhaus

ZUM KONZERTBERICHT von Peter Dusek

SALZBURG: HEUTE PREMIERE „PIQUE DAME“

Vladislav Sulimsky (Graf Tomski / Plutus), Stanislav Trofimov (Surin), Alexander Kravetz (Tschekalinski), Igor Golovatenko (Fürst Jelezki), Gleb Peryazev (Narumow), Pavel Petrov (Tschaplizki), Brandon Jovanovich (Hermann), Ensemble. Copyright: Ruth Walz

Der Dirigent Mariss Jansons meint: Pique Dame“ ist Tschaikowskys beste Oper und gehört zu den zehn besten Opern überhaupt“

„Pique Dame“ mit Mariss Jansons
Um Leidenschaft im doppelten Sinn geht es in Peter Tschaikowsys „Pique Dame“: die Liebe zu einer Frau und die letztlich fatale Leidenschaft zum Glücksspiel. Am Sonntag hat die Oper Premiere in Salzburg – und das in prominenter Besetzung
BR-Klassik

Ersten Eindrücken aus der GP zu Folge könnte uns heute tatsächlich eine rundum gelungene Premiere ins Haus stehen („Salome“ wurde etwas überbewertet, vor allem szenisch, über „Die Zauberflöte brauchen wir – auch nach dem gestrigen Eindruck von der TV-Ausstrahlung – wohl erst gar nicht reden).

Hier eine Fotoserie aus der Produktion:

https://www.kleinezeitung.at/kultur/festspiele/5474825/Salzburger-Festspiele_Pique-Dame-im-Grossen-Festspielhaus

Nach der Premiere am 5. August findet eine Gala-Soiree zu Ehren der Künstlerinnen und Künstler in der Salzburger Residenz statt. Der Reinerlös fließt in die Jugendarbeit der Salzburger Festspiele.

Pique Dame wird von Servus TV, NHK und UNITEL in Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern und den Salzburger Festspielen aufgezeichnet und wie folgt ausgestrahlt:
16. August 2018 um 20:45 Uhr bei Servus TV Deutschland und um 21:15 Uhr bei Servus TV Österreich
Herbst 2018 bei NHK Japan (genauer Termin wird noch bekannt gegeben)

Notieren Sie sich bitte die TV-Termine, für viele österreichische Opernfreunde sind sie die einzige Gelegenheit, diese Produktion zu erleben. Die Premiere ist natürlich ausverkauft, ebenso vier weitere Vorstellungen. Restkarten sind – laut Homepage der Festspiele – nur noch für den 10. und 18. August erhältlich.

Erster Eindruck nach der gestigen TV-Ausstrahlung „Zirkus Steierflöte“

Auszug aus unserem Forum. „alcindo“ meint: Wenn das das Markenzeichen fuer die Mozartpflege in Salzburg sein soll, dann – es ist jetzt fast ein uhr – gute Nacht. selten habe ich so viele verschmierte und zum Teil gegen Mozarts Notierung gerichtete Tempi und unmotivierte Pausen wie bei Herrn Carydis erlebt. Selten habe ich in einer Auffuehrung der WSTO eine vergleichbar armselige Saengerbesetzung erlebt, nur der Monostatos hatte mit den Wiener Besetzungen vergleichbares Niveau. Auch beruehrt es seltsam, dass es außer von Brandauer bei keinem der Mitwirkenden den gewissen Wiener oder oesterreichischen Einschlag in der Diktion gab. Mauro Peter war gut, aber nicht mehr als das und wie die meisten anderen nicht festspielmaessig, die Pamina hatte keine Paminenstimme, Plachetka die Aura eines Bierbrauers, nein pardon die eines Fleischhauers aus einem Außenbezirk, was soll ein Sarastro ohne Tiefe, Sprecher und Geharnischte unter – VO-Niveau. Die drei Damen waren in Wien immer mit ersten Saengerinnen besetzt, da sangen Zadek, Welitsch, Janowitz, Hilde Konetzni, Lotte Rysanek, Gerda Scheyrer, Christa Ludwig, Sena Jurinac, Hoengen, Garanca, Lilowa usw…….damit ist eigentlich schon fast alles gesagt!

Bayreuth/ „Der Ring des Nibelungen“ für Kinder oder „Hau ab, Alberich“

 

Foto: Dr. Klaus Billand

Kinder studieren Ring-Programme. Ob da auch der Text drin steht?  Loge sagt zu Alberich „Hau ab“. Das ist die Sprache, die die Jugend versteht. Der Rezensent Klaus Billand in seiner Besprechung: „Die Einfachheit dieser Sprache kam bei den Kindern an und machte das Stück verständlicher„. Lernen die Kinder einmal den Originaltext kennen, glauben sie, dass der „Ring“ „in Suaheli“/ „Swahili“ abläuft – wenn sie mit „Hau ab“ eingestimmt werden.

Wie steht es da um Wagners „Gesamtkunstwerk“? „Mich dünkt, soll passen Wort und Ton“ (Meistersinger, 2. Aufzug)

Nochmals zu „Gattis Fall“

Renate Wagner hat – wegen des großen Erfolges – nochmals ein „Apropos“ zum „Thema aller Themen“ (zumindest sieht es derzeit so aus) verfasst:

 

Die Ballade von der Unverhältnismäßigkeit

Wäre ich ein Unternehmer im Druckereigewerbe, ich würde auf eine Zukunftsmarke setzen. In der Art eines Rechnungsbuchs, nur dass die einzelnen Scheine (mit zwei Durchschlägen, zum Herausnehmen, je einer für die Beteiligten und einer fürs Archiv) folgenden Text enthielten:

_________________________

Ich, ………………., 
erkläre mich mit einmaligem Beischlaf mit 
…………………
ausdrücklich einverstanden.
Ausgenommen:
° Küssen
° Fellatio
° Cunnilingus
° Sado Maso
° Sonstiges (bitte genau ausführen)
           (Zutreffendes bitte ankreuzen)
Datum, Zeitraum
      (denn was um 20 Uhr gilt, muss nicht mehr für 22 Uhr gelten), 
Ort, Unterschrift
……………………………………..
Mit Unterschrift zur Kenntnis genommen und bestätigt vom Antragsteller
…………………………………………
Dieses Dokument kann bei Gericht vorgelegt werden

Zum APROPOS

Nun, zum Beischlaf ist es – nach vorliegenden Anschuldigungen in praktisch allen Fällen –  gar nicht gekommen

Rein arbeitsrechtlich hat sich Daniele Gatti mit seiner Entschuldigung aber ein kapitales Eigentor geschossen:

Der Graf bittet um Verzeihung
Frankfurter Allgemeine

MÖRBISCH: PLACIDO DOMINGO singt am Dienstag und Mittwoch. Vorstellungen restlos ausverkauft

Gemeint ist der Sohn gleichen Namens. Der Publikumsansturm wird vermutlich nicht allein wegen Placido Domingo jun. erfolgen, aber die Marke Domingo zieht natürlich.

Al Bano & Romina Power sind vermutlich bessere Gründe, Mörbisch an den beiden Abenden zu stürmen. Der Intendant zeigt „ein gutes Handerl“, denn die Mörbisch-Bilanz der letzten Jahr lässt Luft nach oben zu!

 

Grein: Premiere von Händels „Atalanta“ am 4.8.2018 im Rittersaal der Greinburg

 

Vor wenigen Stunden habe ich eine der – für mich – schönsten Opernaufführungen der zu Ende gehenden Saison erlebt. Und sicher die kurzweiligste – und das bei einer Barockoper, die sich manchmal sooo lang anfühlen können.

Vor Beginn der Vorstellung versprach der Regisseur Kobie van Rensburg (früher ein berühmter Sänger)  man würde eine Produktion erleben, auf die man sich nicht vorbereiten müsse und sich dennoch immer auskennen würde (trotz einer sehr verwirrenden Handlung). Und er hat Wort gehalten!…

Zum Bericht von Andreas Schnabl

Coburger Sommeroperette, Seebühne Bad Staffelstein, Strauß: Die Fledermaus, 

Bei wärmsten Außentemperaturen bot sich ein Besuch im Kurpark von Bad Staffelstein an, in dem eine kleine Pavillonbühne steht und sich selbstbewußt Seebühne nennt.

Johann Strauß´ Klassiker „Die Fledermaus“ steht auf dem abendlichen Programm.
Regisseur GERNOT KRANNER muss hier mit wenig auskommen. Wenn man es Bühnenbild nennen will, so stehen vier Stellwände, ein Sessel, eine Art Lang-Kanapee, ein Tisch und ein paar Stühle, zusammengefunden aus allen Epochen, auf der Bühne. Dahinter sitzt das Orchester.
Wahrscheinlich sind auch die Kostüme aus dem Fundus eines Stadttheaters geborgt, aber das stört alles nicht, denn das Budget der Produktion wird ziemlich schmal sein.

Kranner gelingt eine tadellos gearbeitete, im guten Sinn konventionelle Version und er animiert ein spielfreudiges Ensemble. Bühnenzauber oder Raummagie kann man hier nicht bieten…

Zum Bericht von Christian Konz

Montreal
Falsche Hautfarbe: Wer darf wen auf der Bühne verkörpern?
Proteste von Ureinwohnern und Afroamerikanern verhindern in Kanada die Aufführung zweier Stücke von Robert Lepage. Über eine Debatte, die von den Unis in die Kunst geschwappt ist –
Der Standard

Eurovisisions Song-Contest
Türkei bleibt Song Contest weiter fern – Conchita als Grund
Die Türkei wird dem Eurovision Song Contest auch 2019 fernbleiben, und nennt Auftritte wie jenen der ESC-Queen Conchita Wurst als Grund
Salzburger Nachrichten

Nicht alles, was aus dem Sultanat kommt, ist deswegen schlecht und unlogisch!

Heute im TV: Ein höchst ungewöhnlicher Schweizer „Tatort“

Das Besondere am nächsten Schweiz-TATORT, der am 5. August erstausgestrahlt wird: Es ist der erste TATORT, der in einer einzigen Kameraeinstellung gedreht wurde. „Der Regisseur Dani Levy hat mit diesem Film ein Gesamtkunstwerk geschaffen: Film, Theater, Musik und Architektur verschmelzen in seiner atemberaubenden Inszenierung.“ (Urs Fitze, SRF Bereichsleiter Fiktion)
Die Handlung des nächsten TATORT spielt während der gesamten Dauer eines Konzertes und ist komplett an einem Stück gedreht. Das Musikprogramm für einzelne Szenen wählte Dani Levy zusammen mit Daniel Grossmann vom Jewish Chamber Orchestra Munich aus, der ihn dabei fachlich beriet. Zur Aufführung kommen Werke heute nahezu vergessener jüdischer Komponisten wie Erwin Schulhoff, dessen Musik zwischen Avantgarde und Jazz als entartet galt, von Victor Ullmann, der in Auschwitz-Birkenau umgebracht wurde und Marcel Tyberg, seinerzeit gefeierter Komponist, Dirigent und Organist, der ebenfalls in Auschwitz ums Leben kam und nach seinem Tod für lange Zeit in Vergessenheit geriet…

Deutschland verfällt in eine Rassismus-Hysterie
Ist Deutschland so rassistisch, wie es die Debatte um #MeTwo nahelegt? Zweifel sind angebracht. Die Debatte führt ins Nirgendwo, es fehlt ihr jedes Mass.
Neue Zürcher Zeitung

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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