Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

5. MAI 2021 – Mittwoch

05.05.2021 | Tageskommentar

Heute vor 200 Jahren starb Napoleon. Ölgemälde von Simon Meister/ Wikipedia/ Meistermuseum Trier

Beginnen wir heute mit einem Wichtigen, nicht mit einem Wicht oder Wichtigtuer. Mit solchen haben wir es an dieser Stelle leider viel zu oft zu tun!

Zum 200. Todestag von Napoleon: Die Kinder der Revolution
Am 5. Mai 1821 starb Napoleon Bonaparte in Longwood House auf St. Helena.
Frankfurter Rundschau

Polemik zum 200. Todestag
War Napoléon I. nun ein Rechter oder ein Linker?
Frankfurter Rundschau

200. Todestag von Napoleon Bonaparte
Blutrausch und Aufklärung
Deutschlandfunk.de

 

 

Testen? Masken?
Habt uns gern!

Es geht also wieder los mit dem Theaterleben am 19. Mai. Wirklich? Die Meldung kam, dass die Festspiele in Reichenau, die schon sehr viele Karten für diesen Sommer verkauft (aber klugerweise noch nicht kassiert) haben, jetzt plötzlich zum zweiten Mal in Serie ihre Saison absagen. Ihr Argument klingt logisch: „Wir wollen Theater erster Klasse spielen, so wie wir immer spielen, nicht mit Tests und Masken“, sagen die Loidolts, das Intendantenpaar. Man kann sich gut vorstellen, dass das im Durchschnitt nicht ganz junge Publikum, das sie anziehen, wenig Lust hat, sich permanent um Tests zu kümmern und vor allem mit den Masken ganzen Vorstellungen durchzusitzen und unter Atemnot zu leiden. Das Gejammere und die Beschwerden will man sich gar nicht vorstellen.

Außerdem können die Loidolts rechnen: Der finanzielle Schaden würde, wenn sie nur die halbe Anzahl von Karten verkaufen dürfen, etwa 1,2 Millionen Euro betragen, geben sie bekannt. Dass die Schauspieler ihre (in Reichenau bekannt üppigen) Gagen reduzieren lassen würden, und dass das Publikum, das ohnedies schon saftige Preise bezahlt, bereit wäre, noch mehr auf den Tisch zu legen, um sich mit einer Maske hinzusetzen… nein, die Loidolts sind vermutlich die klügeren.

Interessant ist die Website der Josefstadt: Da will man sich nicht länger foppen lassen, nachdem man schon frühzeitig einen Spielplan erstellt hatte, der dann nichts wert war. Die Website ist leer. „Es wurden keine Vorstellungen gefunden“, heißt es für Mai… Das nennt sich „gesundes Misstrauen“…

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“ bzw. in Renate Wagners „Apropos“

Andere Theater fühlen sich gepflanzt. Das wurden und werden sie auch!

MÜNCHEN/ STAATSOPER.TV: DIE WALKÜRE am 13. Mai

 

Die Live-Streams der Staatsoper im Mai: Ausnahmsweise nicht am Montag, sondern am Feiertag, 13. Mai, singen Jonas Kaufmann, Lise Davidsen und Georg Zeppenfeld unter der Leitung von Asher Fisch den 1. Aufzug aus Die Walküre von Richard Wagner.

Sollten die Inzidenzwerte in München es zulassen, wird diese Vorstellung auch für Publikum im Saal geöffnet. Die Bayerische Staatsoper arbeitet momentan an einem Spielplan für die Woche ab dem 17. Mai.

Die Neuproduktion Lear, inszeniert von Christoph Marthaler und dirigiert von Jukka-Pekka Saraste, wird am 30. Mai auf STAATSOPER.TV übertragen. Die Titelpartie singt Christian Gerhaher in seinem Rollendebüt.

Spielplan / Stückinfo

NEUE ERSTE SOLISTEN IM ENSEMBLE DES WIENER STAATSBALLETTS

Wiener Staatsballett: Hyo-Jung Kang und Alexey Popov ab der Saison 2021/22 Mitglieder der Compagnie

Hyo-Jung Kang (c) Carlos Quezada

Im Wiener Staatsballett tanzen ab der Spielzeit 2021/22 zwei neue Erste Solisten: Aus dem Stuttgarter Ballett wechselt Hyo-Jung Kang in das von Martin Schläpfer geleitete Ensemble, aus München kommt Alexey Popov, derzeit Mitglied des Bayerischen Staatsballetts, nach Wien.

»Es ist mir ein große Freude und Ehre, dass diese beiden außergewöhnlichen Tänzer ab der Spielzeit 2021/22 zum Wiener Staatsballett stoßen werden«, so Martin Schläpfer über die beiden wichtigen Neuengagements.

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

Berlin: Kultur in der Coronakrise: Die Komische Oper gibt auf
Die Saison ist beendet für die Komische Oper. Die anderen beiden Musiktheater der Hauptstadt hoffen dagegen weiter auf Spielmöglichkeiten.
Tagesspiegel.de

Es lebe die Unterhaltungskultur!
Der didaktische Bierernst der gegenwärtigen sogenannten Hochkultur ist ihr größter Fehler.

Die Unterhaltung ist in Verruf geraten. Zuerst ihre Funktion im Nationalsozialismus, dann die in den Wiederaufbau-Jahren, das hat genügt, um sie für alle Zeit zu diskreditieren.

In beiden Fällen diente sie der Ablenkung, das eine Mal von politischem Terror und Krieg, das andere Mal von den Nachkriegs-Wehen und dem beschwerlichen Alltag. Und dann endlich war die Unterhaltungskultur der Schlagobers-Gupf auf der Wirtschaftswunder-Torte, Motto: Schaffen-schaffen-lachen-schlafen…

Wiener Zeitung.de

ST. MARGARETHEN: Oper im Steinbruch: TURANDOT feiert im Juli Premiere

Mit Giacomo Puccinis „Turandot“ kommt asiatisches Flair in den Steinbruch. 

Karl Wessely, Daniel Serafin. Foto: Esterhazy/ Andreas Tischler

Was lange währt, wird endlich gut: Nachdem sich im vergangenen Jahr die Geschäftsleitung der Arenaria dazu entschlossen hat covidbedingt die Produktion in die heurige Spielsaison zu verlegen, findet die Premiere von Giacomo Puccinis Operndrama „Turandot“ am 14. Juli statt.  Giacomo Puccinis „Turandot“ gilt als Klassiker der italienischen Oper. Mit „Keiner schlafe – Nessun dorma!“ schuf der italienische Komponist eine der beliebtesten Arien der gesamten Opernliteratur. 

„Mein internationales Team und ich freuen uns schon auf eine fulminante Operninszenierung und einen sicheren Kulturgenuss im heurigen Sommer. Die Mitwirkenden sind bereits bestens durch die laufenden Vorbereitungen eingespielt und haben mittels Videokonferenz an der gemeinsamen Umsetzung gearbeitet. Unser Gesundheits- und Sicherheitskonzept ist im Einklang mit geltenden rechtlichen Bestimmungen, aktuellen medizinischen Erkenntnissen und den 2020 gewonnenen Lehren konzipiert worden“, so Daniel Serafin, Künstlerischer Direktor der Oper im Steinbruch. Glücklicherweise ist es gelungen, das Leading Team, bestehend aus dem amerikanischen Regisseur Thaddeus Strassberger und dem ebenfalls aus den USA stammenden Bühnenbildner Paul Tate dePoo für die diesjährige Spielsaison wieder zu gewinnen. Ebenso mit dabei sind die opulenten Kostüme des Italieners Giuseppe Palella

Erfreulicherweise konnte auch das hochkarätige Starensemble für 2021 wieder verpflichtet werden
. Mit dem Dirigenten Giuseppe Finzi steht ein wahrer Spezialist für die farbenprächtigen Partituren Giacomo Puccinis erstmals am Pult der Oper im Steinbruch. Unter seiner Leitung wird ein Ensemble aus internationalen Spitzensängerinnen und -sängern sowie  vielversprechenden   Nachwuchstalenten Puccinis letzte Oper zu akustischem Hochgenuss bringen: Nach ihrem sensationellen Erfolg als Tosca 2015 kehrt die österreichische Sopranistin Martina Serafin nun als Turandot in den Steinbruch St. Margarethen zurück. Alternierend werden zudem die polnisch-amerikanische Sopranistin Ewa Płonka , die dabei ihr Österreich-Debüt feiert, und Courtney Mills in die Rolle der geheimnisvollen Prinzessin schlüpfen. Auch die Partie des Prinzen Calaf teilt sich Andrea Shin mit Leonardo Caimi – zwei international renommierte Puccini-Tenöre, die diese schwierige Partie schon an den großen Opernhäusern verkörpert haben. Die getreue Dienerin Liù wird unter anderem von Donata D’Annunzio Lombardi, einer der gefragtesten Puccini-Sopranistinnen der internationalen Szene gegeben. In weiteren Rollen sind zudem Nachwuchsstars wie Angelo Pollak oder Leo An zu erleben.

Zweiter Anlauf für „Turandot“ in St. Margarethen
Premiere nach Absage im Vorjahr heuer am 14. Juli, mehrere Sicherheitskonzepte ausgearbeitet.
Wiener Zeitung

LÜBECK: Klaus Florian Vogt neuer Honorarprofessor an der MHL

Der international renommierte Sänger Klaus Florian Vogt ist neuer Honorarprofessor an der Musikhochschule Lübeck (MHL). Vogt gilt als einer der erfolgreichsten Sänger seiner Generation und zählt zu den herausregenden Wagner-Tenören der Gegenwart. Durch die Honorarprofessur wird Vogt regelmäßig zu Gast in Lübeck sein, um seine Erfahrungen an Gesangsstudierende der MHL weiterzugeben.

Basel: Theater Basel – Grosse Bühne – Richard Strauss «Intermezzo» –
I
nszenierung: Herbert Fritsch – Sinfonieorchester Basel (SOB), Clemens Heil (Leitung)
 – Besuchte Aufführung: 02.05.2021

Neue Ansätze durch und durch

Günter Papendell, Flurina Stucki. Foto: Thomas Aurin

Die kultur- und somit trostlose Corona-Zeit wird mit den langersehnten – wenn doch auch recht zögerlich gehaltenen – Lockerungen vorerst mal zumindest unterbrochen. Was könnte zu einem solchen Unterbruch besser passen, als ein Werk, das dann auch gerade noch «Intermezzo» heisst …

Zum Bericht von Michael Hug

Premiere „Das Tagebuch der Anne Frank“ von Grigori Frid am 3. Mai 2021 im Staatstheater als Stream/KARLSRUHE 

Ilkin Alpay. Foto: Youtube/ Stream

Die Ideale zerbrechen

 Diese Oper des russischen Komponisten Grigori Frid gibt den Aufzeichnungen der Anne Frank einen ebenso intimen wie expressiven Charakter. Auch die filmische Umsetzung von Regisseur Patrick Seibert lässt das Geschehen im holländischen Exil packend lebendig werden. Die junge türkische Sopranistin Ilkin Alpay macht die enormen dynamischen Spannungen dieser zwischen Schostakowitsch und Schönberg hin- und herschwankenden Musik eindrucksvoll deutlich…

Zum Bericht von Alexander Walther

WIEN / Burgtheater – Stream: RICHARD II. von William Shakespeare
Ausstrahlung auf der Burgtheater-Website / YouTube:
4. Mai 2021

Es ist geradezu rührend zu lesen: „Als Dank für Ihre Geduld und immer ermutigende Rückmeldungen während den letzten Monate, möchten wir uns mit einem besonderen Geschenk bedanken: Newsletter-Abonnent*innen erleben kostenlos & exklusiv den Live-Stream von RICHARD II.“

Direktor Martin Kusej, offenbar kein Freund des Digitalen, ist ja mit der „Richard II.“-Produktion seines Hauses sogar bis Bregenz gereist (nicht der nächste Umweg, aber die Dekoration war pflegeleicht), um diese Inszenierung von Johan Simons live zeigen zu können. Da er „zuhause“ das Burgtheater (sprich: das Haupthaus) bis Saisonende zusperrt, was ihm schon Rüffel vom Feuilleton eingetragen hat, ist er nun doch auch online gegangen. Gott sei Dank. Es wäre schade gewesen, diese Inszenierung nicht zu sehen…

Und dennoch sind diese Stücke unendlich interessant, weil aus den Machtspielen psychologische Dramen erwachsen, weil man immer gespannt zusieht, wer sich wann wie und warum so oder so verhält. Man sieht einem Schwächling von König zu und einem skrupellosen Gegenspieler, aufrechten alten Männern und starken, fordernden Frauen, man sieht ununterbrochen, wie sich jemand verrechnet und sich dabei den Hals bricht… es ist Politik, eigentlich nicht anders als heute.

Johan Simons hat man immer als bemerkenswerten Regisseur erlebt, auch diesmal zeigt er vollen Respekt vor dem Stück, bietet keinerlei Schnokes oder Mätzchen…

Zum Bericht von Renate Wagner

Wien
Theater auf Publikumssuche
Wann öffnen die Wiener Theater wieder? Was passiert mit den Premieren der freien Szene?
Wiener Zeitung

Reichenau/NÖ
Festspiele Reichenau auch für heuer abgesagt
Grund: Bei nur 50-prozentiger Auslastung kann man das zu große Defizit nicht in Kauf nehmen.
Der Standard.at

Machtmissbrauch an Berliner Bühnen: Das System Stadttheater
Spätestens mit der Klage gegen das Gorki Theater wird heftig über Mobbing und Machtmissbrauch an staatlichen Bühnen debattiert. Die Berliner Grünen luden zur Diskussion über die Strukturen.
Tagesspiegel

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Netanyahu scheitert in Israel mit Regierungsbildung: Der rechtskonservative Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ist nach der vierten Parlamentswahl binnen zwei Jahren mit der Bildung einer Regierung gescheitert. Die Opposition hat es nun in der Hand, die Ära Netanyahu zu beenden. Der Ministerpräsident ist nach dem Fiasko angezählt.
Zum Bericht
Kinder und Betreuerinnen sterben bei Messerattacke in Brasilien: Ein 18-Jähriger hat im Süden Brasiliens in einer Krippe drei Kinder und zwei Betreuerinnen getötet. Weitere Opfer konnten verhindert werden, weil Betreuerinnen Kleinkinder versteckten.
Zum Bericht
Frankreichs Nationalversammlung billigt Klimaschutzgesetz: Der Gesetzesentwurf sieht unter anderem das Verbot bestimmter Kurzstreckenflüge in Frankreich vor, wenn eine Zugalternative existiert. Der Straftatbestand des Ökozids soll geschaffen werden, wenn die Gesundheit, die Flora, die Fauna oder die Qualität der Luft, des Wassers oder des Bodens geschädigt wird.
Zum Bericht
Chat-Kommunikation offenbart Korruption in Österreich: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen unzählige Politiker und Manager. Dabei erweisen sich die Chat-Protokolle und SMS-Nachrichten auf beschlagnahmten Smartphones für die Ermittler als Fundgrube.
Zum Bericht
Manchester City erreicht erstmals den Final der Champions League: Nach dem 2:1-Erfolg im Hinspiel in Paris siegt das abgeklärte City gegen Paris Saint-Germain auch im Rückspiel, diesmal 2:0. Heute fällt zwischen Real Madrid und dem FC Chelsea die Entscheidung, wer als zweiter Teilnehmer am 29. Mai das Endspiel in Istanbul spielen wird.
Zum Bericht

Chinesische Rakete fällt unkontrolliert zurück zur Erde
Eine 20 Tonnen schwere Rakete aus China ist auf dem Weg zurück in die Erdatmosphäre. Bei dem Wiedereintritt soll es zudem Trümmerteile regnen. Nur ist noch nicht klar, wo sie genau landen werden.
Neue Zürcher Zeitung

Coronavirus weltweit: Grüner EU-Corona-Pass soll in der zweiten Juni-Hälfte verfügbar sein, EU startet Schnell-Prüfverfahren für chinesischen Impfstoff
Über 153,1 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Rund 3,2 Millionen Infizierte sind gestorben, rund 90 Millionen genesen.
Neue Zürcher Zeitung

China hat eine klare Strategie, die EU hat keine
Die EU spielt wirtschaftlich (noch) auf Augenhöhe in der Gruppe der großen Drei mit, ist geopolitisch aber ein mickriger Zwerg. Um zu dieser Diagnose zu kommen, genügt es völlig, sich anzusehen, wie sich Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel neulich vom autokratischen Chef des Schwellenlandes Türkei vorführen ließen – und wie jämmerlich und hilflos die Gemeinschaft danach reagierte.
https://www.diepresse.com/5975236/china-hat-eine-klare-strategie-die-eu-hat-keine

In so einem Verein sind wir dabei. Der Obmann des Karnickelzüchtervereins in der Cumberlandstraße strahlt größere Leitungskompetenz aus als die EU-Chefin. Die kann nur die „beleidigte Leberwurst“ spielen!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

 

Diese Seite drucken