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5. APRIL 2020 (Sonntag)

05.04.2020 | Tageskommentar

 

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Corona-Chic

Darwins „Survival of the Fittest“ bedeutet nicht, wie oft fälschlich übersetzt, dass der Stärkste überlebt. Nein, es geht um den „Angepasstesten“. Und das war, seit es Menschen auf der Erde gibt, immer noch der Mensch. Als Spezies – und als Einzelperson – hat er immer Erstaunliches geleistet. An Anpassung.

Eine Katastrophe – das kommt nicht alle Tage. Man sieht es sich kurz an und hat schnell heraus, wie man sein Gejammere darüber zielgerecht umsetzen kann. Viele Gelder werden ausgeschüttet, also nichts wie ran. Auch Leute, die man a priori nicht zu den Armen zählen würde wie Ex-Außenministerin Karin Kneissl. Sie hat als Ministerin 7.600 Euro netto im Monat verdient, aber offenbar war das nicht genug, um etwas auf die hohe Kante zu legen. Die Hochzeit war teuer (zahlt das die Braut allein?), die Betreuung ihrer Tiere auch, das waren große Ausgaben, Grund genug, jetzt beim Härtefonds der Regierung einzukommen. Erstaunen, dass man abgelehnt wird. Wo doch in Österreich gleiches Recht für alle herrscht… Man erinnert sich: Das Ehepaar Wussow, damals von einer lukrativen TV-Serie zur nächsten eilend, ist auch um „Arbeitslose“ eingekommen, wenn man zufällig einmal einen Monat nichts zu tun hatte. Anpassung…

…Sind das nicht herrliche Zeiten, diese Corona-Zeiten, mit den chicen Gesichtsmasken, den dauernden Neuigkeiten, dem neuen Miteinander, den Verschwörungstheorien, den Katastrophen für Wirtschaft, Sport (Wimbledon abgesagt! Wer weiß, wann die Formel 1 wieder fährt!) und Kultur, es ist immer was los. Spannend. Toll. Weiter so!

Weiter so?

Lesen Sie unbedingt weiter : https://onlinemerker.com/apropos-corona-chic/

Sie sehen, liebe Leser, wir machen uns auch Gedanken, hanteln nicht nur von einem Stream zum anderen und versuchen zu vergessen (Volksverblödung nennt man das, egal auf welchem Niveau sich diese abspielt), was nach dem fatalen Total-Runterfahren des Landes auf uns zukommt. Wenn wir aus dieser Krise lernen, könnten wir auch einen Nutzen daraus ziehen. Wollen wir lernen? Oder wollen eher raschest so weitermachen wie bisher? Bis zum nächsten Crash eben!

Ich lehne mich jetzt aus dem Fenster und sage voraus, dass die Theater – sollte nach Ostern wieder aufgesperrt werden (woran ohnedies niemand so ernstlich glaubt)  – keinesfalls gestürmt werden. Vielleicht blamiere ich mich mit dieser Voraussage, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Menschen die Tragweite des Geschehens erst mit Verspätung erkennen. Dann eben, wenn sie es selbst spüren werden. Wenn wir zuerst einmal die „Wirtschaftsleichen“ aus dem Weg räumen müssen. Wenn sich nicht jeder „Kurzarbeitsplatz“  in einen Vollzeitarbeitsplatz rückverwandelt und wenn er letztlich mit der Kündigung endet. Die Firmenchefs sind keine Unmenschen, aber sie sind zum Rechnen verdammt!

Ich weiß, Kassandra war nicht beliebt – aber zumindest gelogen hat sie nicht!

Erweiterung des digitalen Angebotes: Das Burgtheater kommt in Ihr Wohnzimmer

Erweitertes Onlineangebot des Burgtheaters: Edition Burgtheater, #MyHomeIsMyBurgtheater, BURGTHEATERSTUDIO und, und, und, …

Das Burgtheater baut sein Onlineprogramm im digitalen Raum Schritt für Schritt weiter aus: Neben den täglichen Lesungen der Reihe #MyHomeIsMyBurgtheater, in der das Ensemble jeweils um 11 Uhr Eine Geschichte, die mich gerettet hat im Netz präsentiert, werden ab dem 10. April, Karfreitag, bis zum Ende der Corona-Maßnahmen aus der Edition Burgtheater und damit aus den letzten 60 Jahren Inszenierungen zu sehen sein. Die Lesung des Romans von Drago Jančars, Die Nacht als ich sie sah, geht am 5. April online und das BURGTHEATERSTUDIO hält jede Menge Angebote für Groß und Klein parat – zum Mitmachen, Nachmachen und (Vor-)Lesen. Beteiligt ist das Burgtheater-Ensemble ebenfalls an einem internationalen Projekt, das Geschichten aus Boccaccios Decamerone in verschiedenen Sprachen präsentiert – 100 Tage lang geht täglich um 9 Uhr eine neue Folge online.

Wien
Burgtheater-Chef Martin Kusej will im Herbst neu starten
Burgtheater-Direktor Martin Kušej rechnet nicht damit, dass sein Haus diese Saison wieder aufsperren wird. Was das konkret bedeutet
Der Standard

Was er da zu den freien Künstlern sagt ist sehr wichtig, denn die Staatsoper spielt z.B. momentan noch immer die “höhere Gewalt-Karte”.
Mal sehen wie lange das noch geht, denn das Burgtheater gehört ja auch zu den österr.Bundestheatern.

Es ist teilweise auch dieses Abtauchen mancher Verantwortlicher und die generelle Ungewissheit, die Künstler sehr belastet. Staatliche Krisenfonds hin oder her.

WAS IST „HÖHERE GEWALT? „

Von höherer Gewalt spricht man bei einem von außen kommenden, unabwendbaren und unvorhersehbaren Ereignis.

Was bedeutet das im Zusammnhang mit Corona:

  1. „Von außen kommend“: Das trifft sicher zu.
  2. „Unabwendbares Ereignis“: Ist es wahrscheinlich auch. Wenn ein neues Virus auftritt, ist das Ereignis höchstwahrscheinlich unabwendbar.
  3. „Unvorhersehbares Ereignis“: Hier beginnt es aus österreichischer Sicht spannend zu werden: War das Ereignis, nachdem erste Fälle in China und – wesentlich heikler – in Italien aufgetreten sind, für Österreich unvorhersehbar? Eher nicht, da Viren ja bekanntlich keine „Grenzen“ kennen. Allerdings mußte man, da es immer wieder neue Viren – zur Erinnerung Ebola, Sars, Mers etc. – gab, nicht mit diesem Ausmaß rechnen.

Da es Vergleichbares noch nie gegeben hat, wird es möglicherweise kaum passende oberstgerichtliche Entscheidungen geben. Ein allfälliger Prozess würde sicher durch alle Instanzen, wahrscheinlich sogar bis zum EuGH führen. (H.S.S.)

Dann wäre es sowieso zu spät. Man wird sich früher einigen müssen!

BAYERISCHE STAATSOPER …FÜR ZU HAUSE: Formate der Staatsoper für die eigenen vier Wände

 

Die Bayerische Staatsoper erweitert das Online-Angebot um ein weiteres Format: Die dramaturgische Reihe Die unmögliche Enzyklopädie findet ihre Fortsetzung für zu Hause, und zwar virtuell. Folge Nr. 51: Sinn ist seit gestern Abend, 19.00 Uhr, als Video-on-Demand verfügbar. Auf der leeren Bühne der Staatsoper hinterfragt Dramaturg Rainer Karlitschek im Gespräch mit Armin Nassehi, Professor für Soziologie, den Sinn der Kunst in der aktuellen Situation. Im Laufe der kommenden Wochen folgt mit CAMPUS für zu Hause ein Online-Angebot für Kinder.

Neu als Video-on-Demand: Ab 4. April, 12.00 Uhr ist Gaetano Donizettis L’elisir d’amore für 14 Tage auf STAATSOPER.TV verfügbar.

» Die unmögliche Enzyklopädie für zu Hause

Die Neue Oper Wien hat nun auch einen Stream eingerichtet.

 

Videos vergangener Produktionen finden Sie ab sofort hier: https://neueoperwien.at/node/179/aktuell/video

Die Videos werden laufend ergänzt und bleiben voraussichtlich bis 30.6.2020 online. 

Freie Gruppen streamen Oper – aber nicht ohne Hindernisse
uch wenn alle Mitwirkenden einverstanden sind, heißt das nicht, dass eine Opern-Aufnahme online gehen darf. Manchmal schießt die Technik quer. Manchmal blockieren große Verlage die gute Sache.
Die Presse

Bühnen ohne Publikum: Was sonst noch fehlt
Userkommentare und Händeklatsch-Emojis sind kein Ersatz für ein Live-Erlebnis. Denn außer der Kunst fehlt noch etwas anderes: Buhrufe zum Beispiel. Oder Gelächter.
Sueddeutsche Zeitung

Bewegte Geschichte: Bayreuther Festspiele entfallen in Corona-Krise nicht zum ersten Mal
Zum ersten Mal seit fast 70 Jahren fällt in Bayreuth der Festspielsommer aus. Wegen der Coronavirus-Krise ist das weltberühmte Festival 2020 abgesagt. Zwangspausen hatte es in der 144-jährigen Geschichte der Festspiele allerdings mehrfach gegeben.
Sonntagsblatt.de

LUDWIGSBURG: PASSION TROTZ(T) PANDEMIE:

Johannes-Passion/ Podium Esslingen. Foto: Nico Halm

 Ludwigsburger Schlossfestspiele präsentieren »Johannespassion zum Mitsingen« gemeinsam mit dem Bachfest Leipzig aus der Leipziger Thomaskirche

Am Karfreitag, 10. April um 15 Uhr u.a. live in https://www.facebook.com/schlossfestspiele und Arte Concert https://www.arte.tv/de/arte-concert/ sowie am Abend im MDR Hörfunk (19 Uhr) und Fernsehen (24 Uhr)

„Doch jeder tötet, was er liebt.“ (Oscar Wilde) Der Intimizid – die Tötung des Liebespartners
Der berühmte irische Dichter Oscar Wilde (1854 – 1900) verbrachte kurz vor seinem Tod zwei Jahre im Gefängnis. Diese Haftstrafe erhielt er wegen seiner Bisexualität. Im Gefängnis erlebte er die Hinrichtung eines Mithäftlings, der wegen eines Mordes zum Tode verurteilt wurde. Er hatte aus Eifersucht seine Ehefrau umgebracht. Oscar Wilde schrieb über dieses Erlebnis eine Ballade, in der mehrmals der Schlüsselsatz wiederholt wird: „Doch jeder tötet, was er liebt.“
https://www.tabularasamagazin.de/doch-jeder-toetet-was-er-liebt-oscar-wilde

Ballett/ Tanz: Ist Spitzentanz noch zeitgemäß?
Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts gilt der Spitzentanz als hohe Schule der Ballettkunst. Die moderne Tanzforschung sieht in der grazilen scheinbaren Schwerelosigkeit aber auch die Vermittlung eines tradierten Frauenbildes. Tatsächlich gibt es längst neue Formen.
Deutschlandfunk.de

Offener Brief an die Kanzlerin von Prof. Bhakdi – ein Fachmann mit Verantwortungsbewußtsein – zwar etwas pastoral, aber fürs norme Volk sehr gut gemacht

Interessant ist doch die Tatsache, daß z.B. offiziell in Österreich der ORF keinerlei Meinung alternativ der von der Politik vorgegebenen Meinung veröffentlicht werden darf.
In Deutschland ist das nicht nötig….

ZUM VIDEO

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Kiri de Kanawa konnte aus ihrer Heimat Neuseeland nicht mehr nach England ausfliegen

 

ZU INSTAGRAM mit Video

Der „pannonische Teufelsgeiger“ wird heute 90 Jahre
Der Wiener Geiger Toni Stricker schreibt Wienerlieder, Tanzmusik, Jazz und pannonische Balladen.
Oberösterreichische Nachrichten

Geiger von Welt, Pannonier im Herzen
Toni Stricker ist 90
Salzburger Nachrichten

Toni Stricker war zumindest zeitweilig Meidlinger und gehörte zum Freundeskreis meiner Eltern.  Zumindest haben sie es mir erzählt, selbst habe ich ihn nie kennegelernt!

HAUSKONZERTE  – auch im Freundeskreis!

At home in Vienna (Austria) with my favorite songs. Piano part: Mag. Adolfo Lopez Gomez. The programm contents the most beatiful classic songs.

Improvisation ist angesagt. In Corona-Zeiten darf ja nicht einmal ein Ton-Techniker in der Wohnung in der Brigittenau sein. Maryna – nun stolze Österreicherin – sang, begleitet von ihrem Gatten Adolfo am Klavier, ihr Geburtstagskonzert für ihre Freunde! Kleinere (und größere) technische Pannen bitte entschuldigen!

 

ZUM YOUTUBE-VIDEO

Neuer Erlass regelt häusliche Zusammenkünfte
Rechtzeitig vor Ostern hat das Sozialministerium seine Vorgaben zu häuslichen Zusammenkünften in Zeiten der Coronavirus-Pandemie konkretisiert. Laut einem heute veröffentlichten Erlass werden Treffen in einem geschlossenen Raum, an denen mehr als fünf Personen teilnehmen, die nicht im selben Haushalt leben, untersagt. An Begräbnissen dürfen höchstens zehn Personen teilnehmen, an Hochzeiten fünf.
https://orf.at/stories/3160614/

Rechtlich ist das natürlich unhaltbar, aber die Regelung ist bis zum 13. April befristet. Es ist also sinnlos, sich aufzuregen – wie so vieles in dieser Zeit sinnlos ist!

Überwachung! Nationalratspräsident Sobotka: „Stopp Corona“-App kann mit Verpflichtung noch mehr helfen
Bei zeitlicher Befristung der App wäre die Verpflichtung mit EU-Recht und der Verfassung vereinbar, sagt der ÖVP-Politiker. Grüne weiter für Freiwilligkeit
Der Standard

Ich sag nichts mehr, ich habe resigniert. Derzeit kann man mit den meisten Leuten nicht vernünftig reden!

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“!

Corona-Konstanz-Zaun-haelt-Paare-an-Grenze-zur-Schweiz-auf-Distanz
Wegen des Coronavirus ist die deutsche Grenze zur Schweiz dicht. Weil sich viele Paare über die provisorische Absperrung hinweg geküsst und umarmt haben, wurde nun ein zweiter Drahtgitterzaun errichtet.
Die Welt.de

Schauen Sie sich bitte die Fotos an, aus rechtlichen Gründen darf ich sie nicht veröffentlichen. Überall brechen nun Dämme. Es ist schrecklich! Damit ist nicht das Virus gemeint – denn das wird wieder verschwinden! Gemeint ist die Mentalität der Menschen, die sich so etwas gefallen lassen!

Fritz Krammer aus Wien 23 hat dazu etwas beizutragen:

Zu hinterfragen wäre aber noch mehr Mentalität jener, denen so etwas einfällt!

SR TV hatte gestern nachts versteckt einen Bericht über die schweren Grenzkontrollen zwischen Frankreich und Saarland! Für Europa aber spielen die beiden M‘s (Merkel und Macron) dann das „ einige Europagesicht“!

Das beste Apropos seit langem.

PS: Neugierig bin ich wie die Ramadan Regelung der Macher für den am 23. April beginnenden Ramadan aussehen wird? Ein Block der 5 wird nicht passen. In Deutschland wurde am Freitag ein Gebet in einer Moschee mit 300 Menschen aufgelöst.

Gebet in Moschee in Berlin: 300 Muslime ignorieren Kontaktverbot
Berliner Zeitung

Einen schönen Sonntag wünscht

A.C.

 

 

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